Das Internet ist eine großartige Erfindung. Ständig alle Informationen verfügbar, ständig alle Leute kontaktierbar oder zumindest die Möglichkeit, ihnen eine Nachricht zu hinterlassen. Langeweile gibt es damit nicht mehr, da es auch mobil verfügbar ist. Man könnte eigentlich immer produktiv und kreativ sein, Texte verfassen, Bilder machen, bearbeiten, veröffentlichen, Musik kreieren, Menschen an seinen Fähigkeiten teilhaben lassen… die Optionen erscheinen endlos. Und doch fühle ich mich von all dem Angebot oft mehr erschlagen als befreit.
Wenn man eine gewisse Zahl an Abonnements in den Sozialen Netzwerken hat, hängt man mit einer täglich durch das ganz normale Leben eingeschränkten Konsumzeit neuer Texte und Videos gefühlt immer hinterher. Das stresst mich offen gesagt mehr, als es mich inspiriert oder mir etwas beibringt. Irgendwann habe ich angefangen, nebenbei beim Kochen, Aufräumen, Putzen, Geschenke einpacken und zu welchen Gelegenheiten es sich sonst noch anbietet, Youtube Videos laufen zu lassen. Anders kommt man bei all den spannenden Kanälen einfach nicht hinterher. Dadurch, dass immer etwas im Hintergrund dudelt, bin ich subjektiv langsamer bei dem, was ich mit meinen Händen eigentlich tue. Durch die geteilte Aufmerksamkeit bekomme ich von beiden Aktivitäten nur die Hälfte mit und fühle mich unzufriedener und gestresst. Rein akustische Unterhaltung wie Radio oder Podcasts geben mir dieses Gefühl nicht.
Und obwohl ich all das weiß, scheine ich es zu ignorieren. Zu groß ist die Angst, etwas zu verpassen aber auch, einfach Zeit ungenutzt zu lassen. Bloß kein Moment der Langeweile in diesem so kurzen Leben!
Das war doch nicht immer so. Ist die Zeit der Leere nicht auch eine gute Gelegenheit gewesen, die Gedanken schweifen zu lassen, zu planen, Ideen zu entwickeln und zu träumen? Darauf möchte ich nicht verzichten.
Jedes mal, wenn ich etwas schaffe - seien es Texte auf dem Blog, ein beendetes Strickprojekt, eine versendete Bewerbung, eine aussortierte Schublade oder zehn Gläser eingekochte Birnen - erfüllt mich das mit großer Zufriedenheit. Es fühlt sich verdammt gut an, produktiv zu sein. Immer nur die Gedanken und Werke anderer zu konsumieren, hört irgendwann auf, inspirierend zu sein und laugt mich nur noch aus.
Wir sollten uns nicht der Versuchung hingeben, das Gehirn ganz bequem auszuschalten und die Aufmerksamkeitsspanne kürzer als die eines Goldfisches werden zu lassen und stupide Informationen auf uns einprasseln zu lassen, um davon locker die Hälfte direkt zu vergessen. Zwar wird uns das von allen Seiten offeriert, doch es tut uns in der Menge nicht gut.
Also hören wir besser öfter auf die Weisheit, die meiner Generation eigentlich schon in der Kindheit im Fernsehen vermittelt wurde: Abschalten.
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Mittwoch, 3. Oktober 2018
Die Leiden der digital Dauerbespaßten
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Freitag, 21. Juli 2017
Digital Detox: ein unfreiwilliger Selbstversuch
Immer wieder liest man, dass Leute sich jetzt mal für eine Woche von den sozialen Medien verabschieden; sich mal so richtig Digital Detox gönnen. Nicht immer die längst nicht mehr chronologische Timeline refreshen und nicht jeden Pups, den sie lassen, in den Instastories festhalten müssen. Kann ich mir ja vorstellen, dass sowas sehr anstrengend ist und man davon mal eine Pause braucht. Was ich aber nicht mehr verstehen kann ist, dass alle den Digital Detox so sehr preisen. Denn ich hatte unfreiwillig drei Tage Digital Detox und kann nun sagen, dass es ein Luxus ist, sich sowas leisten zu können.
Ich habe mein Handy verloren. Einfach beim eiligen Radeln zum Hörsaal aus der Tasche gerutscht und erst am Ziel angekommen ist mir dann aufgefallen, dass etwas fehlt. Mit Hilfe des Laptops habe ich sofort das Telefon lokalisiert - laut der Karte in einem Wohnhaus, an dem ich nicht mal vorbei gekommen war. Der nicht so ehrliche Finder hat es direkt ausgeschaltet, sodass man weder eine Nachricht an ihn senden oder die Daten des Geräts löschen konnte. Denn dafür hätte es ja eine Internetverbindung gebraucht. Tjo, das war es dann wohl mit diesem Gerät. Und so stand ich plötzlich ohne Telefon da.
Die SIM Karte war schnell gesperrt, Ersatz dafür sowie ein neues Gerät ließen sich Dank Internet auch schnell organisieren. Blieben nur noch ein paar Tage ohne Handy zu überstehen. Kann ja nicht so schwer sein - dachte ich mir. Dann probiere ich den Digital Detox, von dem alle immer so schwärmen, wohl mal aus!
So ein modernes Mobilfunkgerät ist so viel mehr als das, was der Name beschreibt. Für mich ist es mein Kalender, mein Notizbuch, mein Lehrbuch für die Vorbereitung aufs Staatsexamen, mein mP3 Player, meine Kamera, mein Stadtplan, mein Wecker, meine Taschenlampe und damit irgendwie ein sehr zentrales Element für die Organisation meines Lebens. Natürlich hat es auch eine Unterhaltungsfunktion durch soziale Medien, Netflix oder die Podcast App, doch auf diese kann man auch mal für ein paar Tage verzichten.
Aber was soll man tun, wenn man keine Wahl hat? Man kann so richtig am eigenen Leib spüren, wie aufgeschmissen man ohne dieses kleine kluge Gerät ist.
Stehe beim Arzt, möchte mir einen neuen Termin machen - leider keinen Kalender dabei! Termin auf gut Glück vereinbart mit dem Versprechen, zurückzurufen, sollte man zuhause feststellen, dass er doch nicht passt. Wird nur schwer ohne Handy. Weil - wer hat denn noch ein Festnetztelefon daheim?
Am Bahnhof angekommen und genau die Bahn verpasst, die ich eigentlich erreichen wollte. Jetzt mal kurz checken, was die effizienteste Lösung ist, an den Zielort zu kommen. Ach ja - kein mobiles Internet. Das wird also nix mit der flexiblen intelligenten Routenplanung...
Neues Telefon bestellt und es an die Packstation liefern lassen. Die Vorfreude steigt, es daraus zu befreien. Es gibt nur ein Problem: um die mTAN zu empfangen braucht man ein Smartphone. Es ist zum Heulen!
Dank meines smartphonebesitzenden Freundes konnte ich letztlich doch mein Paket aus der Packstation retten und die unfreiwillige Internetkarenz beenden. Oh happy day!
Und was ist nun das Fazit zum Digital Detox?
Sagen wir so: der längerfristige Verzicht auf Nahrung heißt auch nur dann Fasten, wenn die Alternative nicht Hungern wäre.
Solange man freiwillig auf sein Telefon oder bestimmte Apps darauf verzichtet, kann das bestimmt das eigene Leben für eine Weile bereichern, weil man weniger abgelenkt ist. Doch wenn man es für Anrufe, Routenplanung oder Kalenderfunktion braucht, kann man das Telefon dann trotz Nichtbeachten der tausend ungelesenen Instagramnachrichten aus der Tasche ziehen und für diese nützlichen Funktionen einsetzen. Aber dafür muss man auch keinen Digital Detox verkünden, da man mit genug Selbstbeherrschung auch so seinen Konsum von Social Media oder das permanente Herumdaddeln auf dem Smartphone sein lassen kann. Theoretisch.
Für mich vereint mein Handy sehr viele Funktionen in sich, auf die ich nicht verzichten möchte und letztendlich auch langfristig nicht könnte. Mir selbst diese ganzen Möglichkeiten absichtlich vorzuenthalten, wäre einfach nur dämlich.
Und weil auch schon der analoge Detox mit abführenden Kräutertees zum Entschlacken Blödsinn ist, kann ich hiermit den Digital Detox auch offiziell zum schwachsinnigen Luxusprojekt erklären. Irgendwas muss man wohl machen, wenn man sonst keine Probleme hat.
Ich habe mein Handy verloren. Einfach beim eiligen Radeln zum Hörsaal aus der Tasche gerutscht und erst am Ziel angekommen ist mir dann aufgefallen, dass etwas fehlt. Mit Hilfe des Laptops habe ich sofort das Telefon lokalisiert - laut der Karte in einem Wohnhaus, an dem ich nicht mal vorbei gekommen war. Der nicht so ehrliche Finder hat es direkt ausgeschaltet, sodass man weder eine Nachricht an ihn senden oder die Daten des Geräts löschen konnte. Denn dafür hätte es ja eine Internetverbindung gebraucht. Tjo, das war es dann wohl mit diesem Gerät. Und so stand ich plötzlich ohne Telefon da.
Die SIM Karte war schnell gesperrt, Ersatz dafür sowie ein neues Gerät ließen sich Dank Internet auch schnell organisieren. Blieben nur noch ein paar Tage ohne Handy zu überstehen. Kann ja nicht so schwer sein - dachte ich mir. Dann probiere ich den Digital Detox, von dem alle immer so schwärmen, wohl mal aus!
So ein modernes Mobilfunkgerät ist so viel mehr als das, was der Name beschreibt. Für mich ist es mein Kalender, mein Notizbuch, mein Lehrbuch für die Vorbereitung aufs Staatsexamen, mein mP3 Player, meine Kamera, mein Stadtplan, mein Wecker, meine Taschenlampe und damit irgendwie ein sehr zentrales Element für die Organisation meines Lebens. Natürlich hat es auch eine Unterhaltungsfunktion durch soziale Medien, Netflix oder die Podcast App, doch auf diese kann man auch mal für ein paar Tage verzichten.
Aber was soll man tun, wenn man keine Wahl hat? Man kann so richtig am eigenen Leib spüren, wie aufgeschmissen man ohne dieses kleine kluge Gerät ist.
Stehe beim Arzt, möchte mir einen neuen Termin machen - leider keinen Kalender dabei! Termin auf gut Glück vereinbart mit dem Versprechen, zurückzurufen, sollte man zuhause feststellen, dass er doch nicht passt. Wird nur schwer ohne Handy. Weil - wer hat denn noch ein Festnetztelefon daheim?
Am Bahnhof angekommen und genau die Bahn verpasst, die ich eigentlich erreichen wollte. Jetzt mal kurz checken, was die effizienteste Lösung ist, an den Zielort zu kommen. Ach ja - kein mobiles Internet. Das wird also nix mit der flexiblen intelligenten Routenplanung...
Neues Telefon bestellt und es an die Packstation liefern lassen. Die Vorfreude steigt, es daraus zu befreien. Es gibt nur ein Problem: um die mTAN zu empfangen braucht man ein Smartphone. Es ist zum Heulen!
Dank meines smartphonebesitzenden Freundes konnte ich letztlich doch mein Paket aus der Packstation retten und die unfreiwillige Internetkarenz beenden. Oh happy day!
Und was ist nun das Fazit zum Digital Detox?
Sagen wir so: der längerfristige Verzicht auf Nahrung heißt auch nur dann Fasten, wenn die Alternative nicht Hungern wäre.
Solange man freiwillig auf sein Telefon oder bestimmte Apps darauf verzichtet, kann das bestimmt das eigene Leben für eine Weile bereichern, weil man weniger abgelenkt ist. Doch wenn man es für Anrufe, Routenplanung oder Kalenderfunktion braucht, kann man das Telefon dann trotz Nichtbeachten der tausend ungelesenen Instagramnachrichten aus der Tasche ziehen und für diese nützlichen Funktionen einsetzen. Aber dafür muss man auch keinen Digital Detox verkünden, da man mit genug Selbstbeherrschung auch so seinen Konsum von Social Media oder das permanente Herumdaddeln auf dem Smartphone sein lassen kann. Theoretisch.
Für mich vereint mein Handy sehr viele Funktionen in sich, auf die ich nicht verzichten möchte und letztendlich auch langfristig nicht könnte. Mir selbst diese ganzen Möglichkeiten absichtlich vorzuenthalten, wäre einfach nur dämlich.
Und weil auch schon der analoge Detox mit abführenden Kräutertees zum Entschlacken Blödsinn ist, kann ich hiermit den Digital Detox auch offiziell zum schwachsinnigen Luxusprojekt erklären. Irgendwas muss man wohl machen, wenn man sonst keine Probleme hat.
Mittwoch, 21. Dezember 2016
Ins Netz gegangen: meine Erfahrung mit Onlinedating
Es ist ein paar Monate her, dass ich das letzte mal etwas zum Thema Beziehungen, Dating und dem Gefühl, wahrscheinlich für immer allein bleiben zu müssen, geschrieben habe. Seitdem hat sich einiges verändert und zwar ganz besonders an meiner Einstellung zum Thema Onlinedating, was ich zuvor ja immer konsequent abgelehnt hatte.
Ich war überzeugt, dass man dort eh nur die wirklich verzweifelten Seelen antreffen würde. Dann war ich aber irgendwann anscheinend selbst verzweifelt genug, es trotzdem auszuprobieren. Immerhin kann ich jetzt auch zu dem Thema eine fundiertere Meinung abgeben, auch wenn ich meilenweit davon entfernt bin, so einen riesigen Erfahrungsschatz zu dem Thema zu besitzen, wie Juliane.
Es gibt wohl genauso wenig DAS Onlinedatingportal wie es DIE Cloud gibt. Daher kommen wir direkt zu Frage Nummer eins: auf welcher Plattform wollen wir denn suchen?
Für das spontane Ausprobieren (powered by ganz viel Selbstüberwindung und einer Freundin, die genug davon hatte, dass ich regelmäßig über Einsamkeit jammerte) kam für mich nicht infrage, etwas zu nutzen, was ein Abonnement oder generell Bezahlung erfordert. Ganz klischeehaft versuchte ich also Tinder zu installieren. Es blieb jedoch beim Versuch, da die App sich nach dem Öffnen immer wieder selbst beendete oder ewig im Suchmodus festhing. Dann wird halt woanders gematcht.
Gesagt, getan und zack die nächste Datingapp in der Liste installiert. Dieses mal hieß sie Pink und/oder Jaumo, was nicht durchgängig klar war. Scheinbar wurden da mal zwei Plattformen fusioniert, doch wen interessiert das schon. Hauptsache, die App lief.
Kaum hatte ich ein Profil erstellt, meinen Namen und das Alter eingegeben, schon bekam ich die erste Nachricht.
"Hey Süße! Gibt es auch ein Bild von dir?"
Na klar gibt es das! Gib mir aber bitte erst mal fünf Minuten, überhaupt mein Profil einzurichten. Also Nachricht ignoriert, zwei Bilder hinzugefügt und noch ein bisschen was über mich ausgefüllt. Das Freitextfeld erschien mir auf den ersten Blick als zu viel Freiraum, um mich sofort auf einen Text festlegen zu können. Es ist nun mal wirklich schwer, seine Persönlichkeit und Ziele im Leben in vier Sätzen so zu verpacken, dass Fremde eine grobe Idee davon bekommen, was für ein Mensch man ist.
Scheinbar hat man zumindest als Lady solche Texte aber auch gar nicht nötig, da schon innerhalb der ersten Stunden nach Anmeldung zahlreiche Nachrichten eintrudelten. Wow, das ging fix!
Halbnackte Typen, die selbstdarstellerisch an ihre Karre gelehnt Sixpack und Tattoos präsentierten, Aufreißer, die sich für extrem verführerisch hielten und ab und an auch mal zurückhaltendere, sympathische Nachrichten purzelten in mein Postfach. Dazwischen gestreut wie Schokostückchen auch mal Männer mit Rechtschreibkenntnissen und neutralen bis attraktiven Prodilbildern. Das ging ganz schön ab dafür, dass ich mich dabei völlig ahnungslos fühlte, was ich da eigentlich tat.
Die Art der oberflächlichen bis hin zu viel zu direkten Nachrichten störte mich dabei von Beginn an. Zugegeben ist es wirklich schwer, einen Gesprächseinstieg zu finden, wenn man den anderen gar nicht kennt und dabei einen guten Eindruck zu hinterlassen ist gleich mal noch einen Schritt näher an unmöglich, doch es gibt definitiv so ein paar Dinge, die wirklich nicht sein müssen.
Ich zweifelte ernsthaft an der Intelligenz der Menschheit.
Darunter waren sowohl Dinge, die genauso harmlos wie häufig waren wie das unvermeidliche"Hey Süße!" (Woher willst du wissen, dass ich süß bin, wenn du mich gar nicht kennst? Und noch schlimmer: wer gibt dir das Recht, mich so zu nennen?) als auch komische Anreden á la"Hey Prinzessin! Bist du auf der Suche nach einem Prinzen, der dich mit in sein Schloss nimmt?" bis hin zu Formulierungen, die mich einfach nur irritierten ("Hallo schöne Frau! Auch wenn du es gar nicht geschrieben hast: du bist extrem sexy. Lust, Bilder auszutauschen und zu fantasieren? ;)" ), weil ich nicht wusste, was zur Hölle ich darauf sagen sollte, mir aber klar war, dass ich eigentlich auch nicht weiter darauf eingehen wollte. Schon verrückt, wie direkt manche versuchen, zur Sache zu kommen.
Mein liebster Chatverlauf, bei dem ich sofort wusste, was ich sagen sollte, war folgender:
Krass trainierter Typ mit halbnacktem Profilbild:"Du siehst wunderschön aus!"
Apfelkern: "Ja, ich weiß!"
Typ: *antwortet nie wieder*
Wahrscheinlich kam er mit so viel Direktheit und Selbstbewusstsein auch nicht klar. Dabei war das nicht mal komplett ernst gemeint, sondern war bloß ein alberner Reflex.
Das führte aber zu einer ganz anderen Erkenntnis: Partnersuche funktioniert über auf selbiges optimierte Plattformen einfach komplett anders als im alltäglichen Leben.
Da hat man plötzlich einen riesigen Katalog potentieller Partner, die man gemütlich nach Kriterien von Körpergröße und Augenfarben über Anzahl der Rechtschreibfehler im Profil bis hin zur Angabe des Berufs oder Attraktivität auf den Bildern aussortieren kann. Auf der einen Seite wurden mir so viele Typen vorgeschlagen, die ich im realen Leben niemals mit dem Gedanken, dass sie für mich ein potentieller Partner sein könnten, angesehen hätte (sorry, bin eh zu vernünftig für schwer tättowierte Rapper!) und auf der anderen Seite gab es so eine riesige Auswahl an Profilen, dass ich ohne es sofort zu bemerken, sehr wählerisch wurde.
Da hat man plötzlich einen riesigen Katalog potentieller Partner, die man gemütlich nach Kriterien von Körpergröße und Augenfarben über Anzahl der Rechtschreibfehler im Profil bis hin zur Angabe des Berufs oder Attraktivität auf den Bildern aussortieren kann. Auf der einen Seite wurden mir so viele Typen vorgeschlagen, die ich im realen Leben niemals mit dem Gedanken, dass sie für mich ein potentieller Partner sein könnten, angesehen hätte (sorry, bin eh zu vernünftig für schwer tättowierte Rapper!) und auf der anderen Seite gab es so eine riesige Auswahl an Profilen, dass ich ohne es sofort zu bemerken, sehr wählerisch wurde.
Typ nur genauso groß wie ich oder kleiner? Next!
Bilder von zu vielen alkoholreichen Partynächten? Next!
Schon sehr deutlicher Bauchansatz? Next!
Raucher? Ewwww! Next!
Trifft man jemanden auf eine andere Weise und lernt erst denjenigen kennen und seinen Charakter zu schätzen, würde man ganz anders mit kleinen Makeln umgehen und sie sehr viel eher schlichtweg akzeptieren. So hat man aber die Auswahl und sucht vor lauter Angebot noch kritischer. Ganz nach dem Motto, wozu mit den faden Tiefkühlwindbeuteln zufrieden geben, wenn man auch die Gourmettorte mit Edelbitterschokolade vom Konditor haben kann.
Zum einen war es gut zu sehen, wer eigentlich wie nach einem Partner sucht und ein Gefühl dafür zu bekommen, dass man selbst a) nicht allein und b) definitiv nicht der verzweifeltste Mensch in dieser Situation ist, zum anderen lässt einen zu viel Auswahl und zu viel Aufmerksamkeit dann leider doch schnell ein wenig voreingenommen bis arrogant werden. Teilweise habe ich einfach anderen direkt einen Korb gegeben, weil mich das Profil auf den ersten Blick nicht angesprochen hat. Zwar immer auf möglichst freundlich-sachliche Art und Weise, um den anderen nicht völlig zu traumatisieren, am Ende dann aber doch ganz klar abweisend.
Und dabei bin ich mir unglaublich arschig vorgekommen. Ich fand mich selbst schrecklich. Wie kann man denn nur so oberflächlich sein und gleich nein wischen, nur weil derjenige klein ist und auf dem Bild einen dümmlichen Gesichtsausdruck hat, von dem ausgehend man direkt darauf schließt, dass derjenige tendenziell nicht die hellste Birne des Kronleuchters sein wird? Das verstößt komplett gegen meinen Grundsatz, einfach jedem erst einmal eine Chance zu geben.
Beim Dating offline in der Realität bin ich schon froh bis hin zu überrascht-schockiert gewesen, wenn mich zum Beispiel auf der Tanzfläche jemand angesprochen hat, online dagegen rechnete ich damit und habe von vornherein den anderen extrem viel kritischer betrachtet. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Verhaltensweise ist, um den möglichst fittesten und intelligentesten Partner zu finden, oder einfach wie schon erwähnt das Verhalten eines Dating-Arschlochs.
Ganz ehrlich aber: ich möchte nicht nur aus Höflichkeit Zeit und Mühe in einen Kontakt investieren, von dem ich mir meinem Bauchgefühl zum ersten Eindruck folgend sowieso nichts erwarte oder noch schlimmer absolut keine Lust darauf habe. Am Ende würde ich auch nur den anderen enttäuschen, wenn ich dann plötzlich doch gar kein wirkliches Interesse habe, weshalb ich es von vorn herein sein lassen kann.
Es gab auch noch einen anderen Gedanken, der mich beschäftigt. Wenn mir da so viele potentielle Traumprinzen angezeigt werden: mit wie vielen davon könnte ich wirklich glücklich werden? Könnte man nicht mit theoretisch jedem, mit dem man auf einem in etwa gleichen Intelligenzniveau ist, ähnliche Wertvorstellungen und Ansprüche an eine Beziehung hat, eine gute Partnerschaft führen?
Man muss nur offen miteinander kommunizieren und dann Zeit sowie Arbeit investieren, damit es funktioniert und dann wird eine Beziehung mit Menschen, die auch dazu bereit sind, wahrscheinlich gut laufen.
Mit anderen Worten: ich persönlich glaube nicht daran, dass es The One gibt, den einzig wahren Partner, mit dem man für immer und ewig glücklich sein kann. Es gibt für jeden Menschen sicher einige, mit denen das glücklich zusammen leben und alt werden funktionieren kann, solange beide aktiv dafür etwas tun. Man muss eben nur mal so jemanden finden und denjenigen dann bestenfalls nicht nur als Gleichgesinnten erkennen, sondern auch noch attraktiv finden.
Apropos aktiv dafür etwas tun: nach meinen paar Erlebnissen bin ich überzeugt, dass genau das in der Welt des Onlinedatings Timing eine extrem große Rolle spielt. Noch viel mehr als in offline Situationen, wo man jemanden im Alltag immer wieder trifft, immer wieder Kontakt haben und diesen intensivieren kann, wenn man Interesse hat, vielleicht mehr aus dieser Bekanntschaft zu machen. Schließlich ist der andere nicht ständig online erreichbar, viel wichtiger sucht er aber auch parallel aktiv nach Kontakten, weshalb der Moment so wichtig ist. Sonst hat er vielleicht schon was am Wickel.
Wen erwischt man gerade online, wer sieht und matcht einen zufällig? Der andere kann noch so attraktiv, korrekt in Orthographie und Grammatik sowie kreativ in den Formulierungen als auch interessant sein: wenn er nie Zeit für Antworten oder ein Treffen findet, wird es wahrscheinlich einfach nichts mit demjenigen werden.
Und je öfter man das Treffen dann schon verschieben musste, desto unwahrscheinlicher wird es, dieses Vorhaben tatsächlich noch zu realisieren. Unter anderem auch, weil das Angebot ja noch mehr potentielle Dates hergibt.
Wirklich unangenehm wird es dann, wenn man den einen schon getroffen hat, wiedersehen will und dann der nächste Kandidat aus einem anderen Chat, den man nebenbei weiter geführt hat, doch noch einen Termin für ein Rendezvous findet. Das waren schwere Momente für mein Gewissen, bis ich mich entschieden hatte, nicht zwei Männer parallel zu daten, weil das nur in Ärger und Enttäuschung ausgeufert wäre. Vor allem, wenn das schon statt gehabte Treffen auch noch richtig gut war.
Es gibt also ein paar Tipps, die ich meinem Vergangenheits-Ich gern gegeben hätte, bevor es sich in diese Datingsache hinein gestürzt hat:
- Es ist in Ordnung, wählerisch zu sein!
- Traue deinem Bauchgefühl und dem ersten Eindruck
- Ehrlichkeit lohnt sich, Spielchen spielen frustriert nur und sind irreführend.
- Immer nur einen Chat ernsthaft führen und nicht mehrere nebeneinander
- Finde heraus, welche Richtung des Swipens in der App ja und welche nein bedeutet, bevor du versehentlich einfach alle matchst, weil du dir nur mal die Profile ansehen wolltest...
Am Ende hat sich viel von dem, was ich vom Onlinedating erwartet habe, als wahr erwiesen. Man wird von merkwürdigen Gestalten mit furchtbaren Anmachsprüchen angeschrieben, einige davon wollen direkt zum Sex(-ting) übergehen, andere sind auf den ersten Blick selbstunsicher, hilflos und verzweifelt und man muss sich daran erinnern, dass man ihnen dennoch einen Korb geben darf, weil es keine Selbsthilfegruppe ist, sondern ein Portal für eine Partnersuche. Mit anderen Worten: das ist das, was ich damit meinte, als ich sagte, Onlinedating wäre eine Sammelstelle für die ganz verzweifelten Singles.
Schließlich hatte ich doch interessante und sehr lebhafte Chats, von denen aus sich Dates und ein Dauerdate ergeben haben, aus dem dann eine Beziehung entstanden ist. Es klappt also tatsächlich mit dieser Partnersuche im Netz.
Schließlich hatte ich doch interessante und sehr lebhafte Chats, von denen aus sich Dates und ein Dauerdate ergeben haben, aus dem dann eine Beziehung entstanden ist. Es klappt also tatsächlich mit dieser Partnersuche im Netz.
Habt ihr schon mal online nach Partnern gesucht? Was habt ihr erlebt?
Mittwoch, 8. Juni 2016
Vom Bildschirm in den Alltag: wenn man plötzlich Prominente trifft
Es gibt so viele Momente im Leben, die man mental schon durchgespielt aber tatsächlich nie erlebt hat. Dazu zählt auch das Treffen von mehr oder weniger prominenten Menschen. Auch wenn ich schon oft aus Jux fiktive Dialoge mit ihnen geführt habe, wüsste ich nicht, was ich tun sollte, wenn J.K. Rowling, Hayley Williams oder Simon und Martina jetzt plötzlich im Supermarkt vor mir in der Warteschlange an der Kasse stehen würden.
Aber man rechnet ja ehrlich gesagt auch nicht wirklich damit, mal in so eine Situation zu kommen.
Letzten Sonntag war ich mal wieder auf dem Flohmarkt am Mauerpark und danach in einem veganen Café - was man in Berlin eben so macht als Student. Als ich auf meinen mit frischen Sprossen und Hummus gefüllten Wrap wartete, sah ich mich ein bisschen im Lokal um - und musste mich direkt einmal am Stuhl festhalten, weil ich einen meiner liebsten Youtuber fünf Meter von mir entfernt erblickte. Mein Blick verharrte - man könnte es auch als Starren bezeichnen - und wurde von einem eher genervten Blick erwidert. Upsi, erwischt!
Jetzt gab es nur zwei Varianten: entweder, ich gebe meiner Neugier nach, gehe rüber, sage hallo und versuche, all die verrückten Dialoge, die ich mental beim Sehen seiner Videos schon mit ihm geführt hatte, nicht zu sehr das Gespräch beeinflussen zu lassen oder ich bleibe weiter der creepy Fan und starre völlig entgeistert zum Nachbartisch. Hatte er nicht schon mehrfach in Videos gesagt, dass er Leute hasst, die ihn offensichtlich erkennen aber dann nur anstarren statt ihn einfach kurz zu grüßen?
Offen gesagt brachte ich in der Situation einfach nicht den Mut auf, ihn direkt anzusprechen aber weiter durch unhöfliche Blicke belästigen war auch keine Option für mich. Daher entschied ich mich, ganz fixiert auf mein Essen zu sein und bloß nicht den Blick zum Nachbartisch wandern zu lassen. Scheuklappentaktik. Momente, in denen es besonders frustrierend ist, introvertiert zu sein.
Während ich an meinem leckeren veganen super healthy Wrap knabberte, dachte ich fieberhaft darüber nach, ob ich nicht doch die Chance nutzen sollte, ihn anzusprechen.
Aber passierte ihm das nicht dauernd? Selbst Youtuber und prominentere Prominente sind Privatpersonen mit einem gewissen Recht, nicht immer nur ihre Mitmenschen zu unterhalten. Schließlich sind sie kein Gemälde in einer Galerie, das man jederzeit ungeniert von allen Seiten anstarren darf. Ich hätte auch keine Lust, dass alle fünf Meter jemand auf mich zu kommt und dringend Selfies mit mir machen möchte. Besonders schlimm wird es wahrscheinlich, wenn die Fans dann deren typische Gesten sehen und Sprüche von ihnen hören wollen, für die sie ja schließlich bekannt sind. Wie ein Tanzbär, der immer und immer wieder seinen beliebtesten Trick vorführen muss. Ich hatte Mitleid. Selbst die Berühmtheiten des Internets haben ab und an ein Privatleben.
Und so saß ich da, sprach ihn weder an noch machte ich heimlich Fotos (denn das ist noch eine Stufe merkwürdiger als nur auffällig unauffällig rüber zu starren) bis er nach Konsum eines hippen veganen Snacks ging.
So ein bisschen ärgerte ich mich schon, nicht gegrüßt zu haben, doch ich weiß genau, dass ich es niemals anders gemacht hätte. Zudem kannte ihn meine mich begleitende Freundin gar nicht (Offliner…*seufz*) und so wäre ich mir noch einmal verrückter vorgekommen, zum Nachbartisch zu laufen und ihn anzusprechen.
Was lernen wir daraus? Wenn man nicht weiß, wie man sich als insgeheimer Fan verhält, sollte man trendige vegane Restaurants in Berlin meiden.
Im Ernst: ich war einfach nicht darauf vorbereitet, es war zu spontan. Als ich vor einigen Wochen einen Yogakurs bei einer Yogalehrerin mit Youtubekanal gemacht habe, den ich auch schon lange verfolge und daher völlig inadäquat aufgeregt war, sie live zu treffen, ahnte ich vorher schon, dass ich einen ordentlichen Fangirl-Moment haben würde. Ich wusste aber auch, dass ich damit nicht allein sein würde. Mit diesem Wissen gewappnet, konnte ich mich brav in die Schlange für eine Audienz einreihen, mich überschwänglich für ihre Videos bedanken und mehr oder weniger tiefgründige Fragen stellen.
Zudem ist es auch alles anders, wenn man der einzige verrückte Fan im Raum ist.
Es muss auch sehr merkwürdig bis extrem unangenehm sein, von fremden Personen angesprochen zu werden, die viele Dinge über dich wissen aber man selbst gleichzeitig null Informationen über sie hat. Absolut gruselig. Damit muss man wohl rechnen, wenn man im Internet Dinge über sich postet und es durch Bilder von sich den Zuschauern und Lesern einfach macht, einen auch offline zu identifizieren.
Je bekannter die Person, desto unangenehmer wäre es auch für mich, sie anzusprechen. Das heißt, einen mittelmäßig bekannten Blogger würde ich grüßen wollen (zumindest denke ich das jetzt allein vor dem Schreibtisch sitzend), da er sich bestimmt auch darüber freuen würde aber einen international gefeierten Johnny Depp würde ich mich nicht zu grüßen trauen. Seine Bodyguards würden das wohl auch nicht zulassen. Plus er wäre eh schon von zwanzig anderen Fans umringt, bevor ich auch nur in seine Nähe käme.
Habt ihr schon mal Internetprominenz oder andere bekannte Menschen live gesehen und was mich noch viel mehr interessiert: wie seid ihr damit umgegangen?
Aber man rechnet ja ehrlich gesagt auch nicht wirklich damit, mal in so eine Situation zu kommen.
Letzten Sonntag war ich mal wieder auf dem Flohmarkt am Mauerpark und danach in einem veganen Café - was man in Berlin eben so macht als Student. Als ich auf meinen mit frischen Sprossen und Hummus gefüllten Wrap wartete, sah ich mich ein bisschen im Lokal um - und musste mich direkt einmal am Stuhl festhalten, weil ich einen meiner liebsten Youtuber fünf Meter von mir entfernt erblickte. Mein Blick verharrte - man könnte es auch als Starren bezeichnen - und wurde von einem eher genervten Blick erwidert. Upsi, erwischt!
Jetzt gab es nur zwei Varianten: entweder, ich gebe meiner Neugier nach, gehe rüber, sage hallo und versuche, all die verrückten Dialoge, die ich mental beim Sehen seiner Videos schon mit ihm geführt hatte, nicht zu sehr das Gespräch beeinflussen zu lassen oder ich bleibe weiter der creepy Fan und starre völlig entgeistert zum Nachbartisch. Hatte er nicht schon mehrfach in Videos gesagt, dass er Leute hasst, die ihn offensichtlich erkennen aber dann nur anstarren statt ihn einfach kurz zu grüßen?
Offen gesagt brachte ich in der Situation einfach nicht den Mut auf, ihn direkt anzusprechen aber weiter durch unhöfliche Blicke belästigen war auch keine Option für mich. Daher entschied ich mich, ganz fixiert auf mein Essen zu sein und bloß nicht den Blick zum Nachbartisch wandern zu lassen. Scheuklappentaktik. Momente, in denen es besonders frustrierend ist, introvertiert zu sein.
Während ich an meinem leckeren veganen super healthy Wrap knabberte, dachte ich fieberhaft darüber nach, ob ich nicht doch die Chance nutzen sollte, ihn anzusprechen.
Aber passierte ihm das nicht dauernd? Selbst Youtuber und prominentere Prominente sind Privatpersonen mit einem gewissen Recht, nicht immer nur ihre Mitmenschen zu unterhalten. Schließlich sind sie kein Gemälde in einer Galerie, das man jederzeit ungeniert von allen Seiten anstarren darf. Ich hätte auch keine Lust, dass alle fünf Meter jemand auf mich zu kommt und dringend Selfies mit mir machen möchte. Besonders schlimm wird es wahrscheinlich, wenn die Fans dann deren typische Gesten sehen und Sprüche von ihnen hören wollen, für die sie ja schließlich bekannt sind. Wie ein Tanzbär, der immer und immer wieder seinen beliebtesten Trick vorführen muss. Ich hatte Mitleid. Selbst die Berühmtheiten des Internets haben ab und an ein Privatleben.
Und so saß ich da, sprach ihn weder an noch machte ich heimlich Fotos (denn das ist noch eine Stufe merkwürdiger als nur auffällig unauffällig rüber zu starren) bis er nach Konsum eines hippen veganen Snacks ging.
So ein bisschen ärgerte ich mich schon, nicht gegrüßt zu haben, doch ich weiß genau, dass ich es niemals anders gemacht hätte. Zudem kannte ihn meine mich begleitende Freundin gar nicht (Offliner…*seufz*) und so wäre ich mir noch einmal verrückter vorgekommen, zum Nachbartisch zu laufen und ihn anzusprechen.
Was lernen wir daraus? Wenn man nicht weiß, wie man sich als insgeheimer Fan verhält, sollte man trendige vegane Restaurants in Berlin meiden.
Im Ernst: ich war einfach nicht darauf vorbereitet, es war zu spontan. Als ich vor einigen Wochen einen Yogakurs bei einer Yogalehrerin mit Youtubekanal gemacht habe, den ich auch schon lange verfolge und daher völlig inadäquat aufgeregt war, sie live zu treffen, ahnte ich vorher schon, dass ich einen ordentlichen Fangirl-Moment haben würde. Ich wusste aber auch, dass ich damit nicht allein sein würde. Mit diesem Wissen gewappnet, konnte ich mich brav in die Schlange für eine Audienz einreihen, mich überschwänglich für ihre Videos bedanken und mehr oder weniger tiefgründige Fragen stellen.
Zudem ist es auch alles anders, wenn man der einzige verrückte Fan im Raum ist.
Es muss auch sehr merkwürdig bis extrem unangenehm sein, von fremden Personen angesprochen zu werden, die viele Dinge über dich wissen aber man selbst gleichzeitig null Informationen über sie hat. Absolut gruselig. Damit muss man wohl rechnen, wenn man im Internet Dinge über sich postet und es durch Bilder von sich den Zuschauern und Lesern einfach macht, einen auch offline zu identifizieren.
Je bekannter die Person, desto unangenehmer wäre es auch für mich, sie anzusprechen. Das heißt, einen mittelmäßig bekannten Blogger würde ich grüßen wollen (zumindest denke ich das jetzt allein vor dem Schreibtisch sitzend), da er sich bestimmt auch darüber freuen würde aber einen international gefeierten Johnny Depp würde ich mich nicht zu grüßen trauen. Seine Bodyguards würden das wohl auch nicht zulassen. Plus er wäre eh schon von zwanzig anderen Fans umringt, bevor ich auch nur in seine Nähe käme.
Habt ihr schon mal Internetprominenz oder andere bekannte Menschen live gesehen und was mich noch viel mehr interessiert: wie seid ihr damit umgegangen?
Dienstag, 29. März 2016
Warum ich Facebook hasse
Social Media ist eine Sache, die in den konventionellen Medien so langsam angekommen ist. Einer der am meisten in Zeitungen, Radio und wahrscheinlich auch Fernsehen zitierten Vertreter davon ist Facebook. Diese riesige Seite, auf der die jungen Menschen sich gern ihre Zeit vertreiben, mit ehemaligen Mitschülern in Kontakt bleiben, über die sie zu ihren Feiern einladen und über den aktuellen Stand ihrer Candy Crush Sucht berichten. Scheinbar lieben sie alle Facebook.
Im Gegensatz dazu kann ich ganz klar sagen, dass ich persönlich Facebook aufrichtig hasse. Nicht einmal unbedingt, weil sie all meine Daten für immer speichern und mich jeder Arsch, mit dem ich nicht unbedingt etwas zu tun haben möchte, dort finden kann, weil es ja leider angesagt ist, seinen Klarnamen als Nutzernamen zu verwenden. Wenn ich nichts poste, kann niemand etwas finden ganz egal ob es dort nun einen leeren Account mit meinem Namen gibt oder nicht.
Ich hasse Facebook dafür, dass es mir ein unglaublich schlechtes Gefühl gibt, sobald ich es auch nur öffne. Offen gesagt zögere ich es so lange es geht heraus, die Seite überhaupt nur aufzurufen.
Das Unwohlsein fängt bei mir schon beim Design der Seite an: Facebook ist ein wildes Wimmebild. Es blinken die Einladungen, Benachrichtigungen über Geburtstage, Posts in Gruppen und dann verschiebt sich auch noch dauernd in der Chatleiste die Anzeige der sich aktuell online befindenden Freunde. Links fordern irgendwelche Apps, Pokes und sonstiger Kleinkram Aufmerksamkeit. Aber wenn man wirklich einmal etwas sucht, findet man es natürlich nicht.
Ich hasse Facebook dafür, dass es mir ein unglaublich schlechtes Gefühl gibt, sobald ich es auch nur öffne. Offen gesagt zögere ich es so lange es geht heraus, die Seite überhaupt nur aufzurufen.
Das Unwohlsein fängt bei mir schon beim Design der Seite an: Facebook ist ein wildes Wimmebild. Es blinken die Einladungen, Benachrichtigungen über Geburtstage, Posts in Gruppen und dann verschiebt sich auch noch dauernd in der Chatleiste die Anzeige der sich aktuell online befindenden Freunde. Links fordern irgendwelche Apps, Pokes und sonstiger Kleinkram Aufmerksamkeit. Aber wenn man wirklich einmal etwas sucht, findet man es natürlich nicht.
Ignoriert man das störende Gedöns an den Seitenleisten sowie der Kopfzeile und versucht, die Posts seiner mehr oder weniger befreundeten Freunde zu lesen, muss man sich erst einmal durch die ganzen unwichtigen Informationen wühlen. Soundso hat jetzt ein neues Profilbild, irgendwer liked some random shit, hat neue Freunde, verlobt sich, hat Kinder, lässt einen Pups. Ich verstehe auf einer Seite, dass Facebook diese Informationen teilen möchte für den Fall, dass es bestimmte Nutzer interessiert, aber mich nervt das eigentlich nur. Weil es mich absolut nicht interessiert (Profilbild, Likes) oder auch weil es mir sofort ein ungutes Gefühl gibt (Verlobung, Freundschaften) würde ich diese Informationen gern abschalten können.
Dass allein das Besuchen von Facebook in mir so ein ungutes Gefühl auslöst, hat auch damit zu tun, dass dort jeder nur seine beste Seite und seine Erfolge zeigt. Wenn ich - am besten in der bequemen Haushose - vor dem PC sitze und lese, dass irgendwer sich gerade während seines unglaublich wilden Wanderurlaubs im Himalaya verlobt hat oder ein Stipendium bekommen hat, zweifle ich jedes mal an mir. Es ist keine Missgunst, kein Neid - ich fühle mich einfach nur schlecht und das lächerlicher Weise ohne wirklich einen Grund dafür zu haben. Man fühlt sich wie ein Versager im Vergleich zu all dem Glanz, den die sogenannten Freunde auf Facebook über sich verbreiten.
Auf Blogs, Twitter oder Instagram findet zumindest in meinen Kreisen bei weitem nicht so viel Selbstbeweihräucherung statt wie auf Facebook. Social Media heißt für mich eigentlich ein Teilen von spannenden, bildenden oder auch einfach nur witzigen Informationen mit oder auch ohne Mehrwert. Im Vergleich dazu ist Facebook gefühlt ein Portfolio der besten Momente im Leben einer Person. Nix Gammellook oder Nachrichten darüber, dass man nachdem man bis halb zwölf geschlafen hat nun Pizza bestellt.
Dazu kommt noch, dass ich mir meine Kreise auf Facebook komplett anders als auf anderen Social Media Seiten zusammengestellt habe. Wenn ich jemandem auf Twitter, Instagram oder seinem Blog folge, dann weil derjenige mir sympathisch ist, mich inspiriert oder in irgendeiner Form einen Mehrwert bietet. Auf Facebook "befreundet" man sich teilweise aus Gruppenzwang mit Kommilitonen, alten Schulfreunden oder wird im schlimmsten und bei mir häufigsten Fall durch andere als Freund angefragt. Und zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich diese Anfragen immer akzeptiere, wenn ich im realen Leben die entsprechende Person wirklich kenne. Eine Ablehnung der Anfrage käme mir vor wie eine unterschwellig aggressive Geste, weshalb ich das auch nie mache. So viel zum Thema Nein sagen können.
Und so komme ich dazu, auf Facebook hauptsächlich von Leuten umgeben zu sein, mit den ich weder ernsthaft befreundet bin noch gerne Zeit mit ihnen verbringen würde. Dementsprechend sehr interessiert mich dann auch ihr neues Profilbild.
Ja und wenn ich den Laden so sehr hasse, warum habe ich dann noch immer einen Account?
Die Frage ist absolut berechtigt.
Facebook ist leider die Hauptinformationsquelle für alles, was das Studium betrifft. Prüfungsfragen aus den letzten Semestern werden gepostet, an Termine erinnert, Veranstaltungen bekannt gegeben. Komplett ohne Facebook ist man schlicht und einfach raus und wäre abhängig davon, dass andere einem verraten, wo die Semesterauftaktsparty stattfindet und ab wann man sich zum Sonographiekurs einschreiben kann. Ich finde es sehr schade, dass ich mich deshalb weiter damit herum ärgern muss.
Facebook ist leider die Hauptinformationsquelle für alles, was das Studium betrifft. Prüfungsfragen aus den letzten Semestern werden gepostet, an Termine erinnert, Veranstaltungen bekannt gegeben. Komplett ohne Facebook ist man schlicht und einfach raus und wäre abhängig davon, dass andere einem verraten, wo die Semesterauftaktsparty stattfindet und ab wann man sich zum Sonographiekurs einschreiben kann. Ich finde es sehr schade, dass ich mich deshalb weiter damit herum ärgern muss.
Mein eigener Facebookaccount ist absolut inaktiv, keine Posts, keine Bilder, ich like fast nichts. Einerseits, um andere nicht damit zu belästigen, dass mein Kram in ihrer Timeline erscheint, andererseits, weil ich nicht möchte, dass jeder weiß, was ich like. Meine Favs auf Twitter werden schließlich auch nicht gleich allen mitgeteilt und das finde ich gut so.
Spoiler: dieser Blog wird von mir nie eine Facebook Fanpage bekommen.
Ich könnte nun alle, mit denen ich befreundet bin ohne dass sie mir tatsächlich besonders nahe ständen einfach entfreunden und dann meine Ruhe genießen während ich in den Semestergruppen noch die nötigen Informationen erhalte. So angenehm dieses Szenario mir aber erscheint: ich werde es wahrscheinlich nicht tun. Schließlich möchte ich niemand offen verärgern und ertrage daher nervige Posts oder vermeide Facebook so lange es geht in der Hoffnung, dass mir dort keiner eine dringende Nachricht schickt. Ich versuche nur neue Facebookfreundschaften mit Menschen, die ich im echten Leben nicht ohne Magenschmerzen als Freunde bezeichnen kann, zu vermeiden.
Für mich persönlich ist Facebook purer Stress und gleichzeitig leider eine notwendige Informationsquelle. Es kann auch interessant bis nützlich sein, dort über ehemalige Mitschüler und neue Bekanntschaften mehr Informationen zu bekommen, doch das war es dann auch mit meinen positiven Assoziationen zu Facebook. Es hat sicher Vorteile für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, doch ich persönlich kann nicht verstehen, weshalb jemand privat Facebook wirklich gerne nutzen würde.
Nutzt ihr Facebook und falls ja: tut ihr das mit Freude?
Ach und… bekommt man eigentlich eine Nachricht, wenn einem jemand die Facebook Freundschaft kündigt?
Dienstag, 12. Januar 2016
Detox-Detox
Neues Jahr, neues Glück, neues ich. Das liest man gerade gefühlt überall. Ein großer Wunsch bei vielen ist es, gesünder zu leben. Mehr Sport, weniger Alkohol, mehr Gemüse essen. Mal so richtig detoxen.
Detox ist ein Wort, das ich sehr zwiegespalten betrachte.
Detox ist ohne Zweifel momentan Trend. Es gibt Detox Tees, Detox Pulver, Detox Kur Anleitungen, Detox Fußpads, Detox Saftkuren, die regelmäßig Fruchtpürees liefern und noch viel mehr. Sie alle haben es sich auf die Fahne geschrieben, dem Anwender die "Toxine" aus dem Körper zu spülen. So richtig detoxifizieren; entgiften. Genauere wissenschaftliche biochemische Angaben, was für Toxine das sein sollen, habe ich nirgendwo gefunden.
Es gibt viele Formen von Entgiftung, die der gesunde Körper täglich von allein vollzieht ohne dass wir dazu viel beitragen müssen. Es werden Stoffwechselendprodukte wie zum Beispiel Harnstoff oder Bilirubin über Urin und Kot ausgeschieden, der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wird souverän von den Nieren gemanaged und die Lunge kümmert sich darum, dass CO2 abgeatmet wird, während die Leber falls nötig Medikamente und Drogen abbaut.
Wenn das nicht funktioniert, weil die einzelnen Organe beeinträchtigt sind, müssen ihre Funktionen unterstützt werden. Klassisches Beispiel ist die Dialyse als Nierenersatzverfahren oder die Beatmung und Sauerstoffgabe bis hin zur ECMO, wenn die Lunge es aus einem der zahlreichen möglichen Gründe nicht schafft, ihre Funktion zu erfüllen.
Krankenhäuser sind darauf spezialisiert, Patienten mit nicht funktionierenden Organen zu entgiften. Aber machen sie das je mit Fußpads, Grünkohl-Smoothies oder Detox-Badesalzen? Nein. Und das hat nicht nur den Grund, dass Kräutertees mit dem stolzen Preis von 25 Euro pro 100g von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden, sondern dass die einfach nicht entgiften.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Tees und Kräutertee ist ein großartiges Getränk. Bloß es ist einfach nur ein Getränk und kein Detox-Wundermittel.
Warum berichten nun aber so viele Detoxgläubige unter den Angeboten der Kräutertees für 25 Euro pro 100g so begeistert, dass sie sich jetzt viel fitter fühlen und 1 Kilogramm abgenommen haben seitdem sie den Tee trinken und den Ernährungshinweisen aus der Teepackung folgen? Ganz einfach: Wenn man vorher vor allem süße Cola getrunken und dazu in aller Eile Tiefkühlpizza vorm Fernseher inhaliert hat, macht es schon einen großen kalorischen Unterschied, wenn man nun nur noch Kräutertee säuft und dazwischen seine rohköstlich veganen Salate mit püriertem Grünkohl runter spült. Die Ernährungsumstellung würde aber auch effektiv sein, wenn man dazu den preiswerten Kräutertee seiner Wahl aus dem Supermarkt seines Vertrauens trinken würde.
Aber klar: wenn ich schon so viel Geld für einen schnöden Tee ausgegeben hätte, würde ich mich auch verpflichtet fühlen, dessen Empfehlungen für die gesunde Lebensweise zu befolgen, um die maximalen Erfolge für mein Geld zu bekommen.
Alles, was die Menschen dazu bringt, sich bewusster zu ernähren, sich zu bewegen und Tee statt Zuckerwasser zu trinken ist eine gute Sache. Trotzdem fühlt es sich unglaublich falsch an zu beobachten, wie Firmen unverhältnismäßig viel Geld für normale Lebensmittel verlangen, nur weil sie die Verpackung hübsch gestaltet und "Detox" drauf gedruckt haben. Klar kann ich mir drei Tage lang täglich fünf frische Smoothies für insgesamt 150€ liefern lassen. Oder ich spare mir einen Großteil davon und püriere selbst mein Obst. Großer Nachteil: es fehlt natürlich die wunderhübsche Smoothieflasche für meine Detox-Instagrambilder.
Also: glaubt nicht an diese Detox Versprechen! Der wirkliche Detox wäre es, die "Toxine", deren Konsum wir kontrollieren können, auszulassen. Sprich nicht Rauchen und nicht so viel Alkohol beziehungsweise theoretisch am besten keinen trinken und so weiter. Und wenn man es bereits getan hat, dann hilft der Ablasshandel für Sünden im Umgang mit dem eigenen Körper, den die ganzen Detoxprodukte letztlich darstellen, auch nicht mehr. Oder wie stellt ihr euch das konkret vor, wie Tees, Fußpads und Smoothies Teer aus der Lunge entfernen und Doppelstrangbrüche in der DNA reparieren?
Grundsätzlich versucht die Detox-Bewegung einfach eine gesunde ausgewogene Lebensweise anzupreisen und das ist prinzipiell super. Jedoch benötigt gesunde Ernährung, die falls man so hart ist auch Grünkohlsmoothies enthalten kann, keine zusätzlichen Detoxprodukte. Diese Erkenntnis vermarktet sich nur leider so schlecht und bringt keinen Gewinn.
Regelmäßiger Stuhlgang und Wasser lassen sind mehr Detox als diese Produkte dem Körper je bieten könnten.
So, fertig geschimpft. Mein Geist fühlt sich jetzt sehr detoxed an.
Detox ist ein Wort, das ich sehr zwiegespalten betrachte.
Detox ist ohne Zweifel momentan Trend. Es gibt Detox Tees, Detox Pulver, Detox Kur Anleitungen, Detox Fußpads, Detox Saftkuren, die regelmäßig Fruchtpürees liefern und noch viel mehr. Sie alle haben es sich auf die Fahne geschrieben, dem Anwender die "Toxine" aus dem Körper zu spülen. So richtig detoxifizieren; entgiften. Genauere wissenschaftliche biochemische Angaben, was für Toxine das sein sollen, habe ich nirgendwo gefunden.
Es gibt viele Formen von Entgiftung, die der gesunde Körper täglich von allein vollzieht ohne dass wir dazu viel beitragen müssen. Es werden Stoffwechselendprodukte wie zum Beispiel Harnstoff oder Bilirubin über Urin und Kot ausgeschieden, der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wird souverän von den Nieren gemanaged und die Lunge kümmert sich darum, dass CO2 abgeatmet wird, während die Leber falls nötig Medikamente und Drogen abbaut.
Wenn das nicht funktioniert, weil die einzelnen Organe beeinträchtigt sind, müssen ihre Funktionen unterstützt werden. Klassisches Beispiel ist die Dialyse als Nierenersatzverfahren oder die Beatmung und Sauerstoffgabe bis hin zur ECMO, wenn die Lunge es aus einem der zahlreichen möglichen Gründe nicht schafft, ihre Funktion zu erfüllen.
Krankenhäuser sind darauf spezialisiert, Patienten mit nicht funktionierenden Organen zu entgiften. Aber machen sie das je mit Fußpads, Grünkohl-Smoothies oder Detox-Badesalzen? Nein. Und das hat nicht nur den Grund, dass Kräutertees mit dem stolzen Preis von 25 Euro pro 100g von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden, sondern dass die einfach nicht entgiften.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Tees und Kräutertee ist ein großartiges Getränk. Bloß es ist einfach nur ein Getränk und kein Detox-Wundermittel.
Warum berichten nun aber so viele Detoxgläubige unter den Angeboten der Kräutertees für 25 Euro pro 100g so begeistert, dass sie sich jetzt viel fitter fühlen und 1 Kilogramm abgenommen haben seitdem sie den Tee trinken und den Ernährungshinweisen aus der Teepackung folgen? Ganz einfach: Wenn man vorher vor allem süße Cola getrunken und dazu in aller Eile Tiefkühlpizza vorm Fernseher inhaliert hat, macht es schon einen großen kalorischen Unterschied, wenn man nun nur noch Kräutertee säuft und dazwischen seine rohköstlich veganen Salate mit püriertem Grünkohl runter spült. Die Ernährungsumstellung würde aber auch effektiv sein, wenn man dazu den preiswerten Kräutertee seiner Wahl aus dem Supermarkt seines Vertrauens trinken würde.
Aber klar: wenn ich schon so viel Geld für einen schnöden Tee ausgegeben hätte, würde ich mich auch verpflichtet fühlen, dessen Empfehlungen für die gesunde Lebensweise zu befolgen, um die maximalen Erfolge für mein Geld zu bekommen.
Alles, was die Menschen dazu bringt, sich bewusster zu ernähren, sich zu bewegen und Tee statt Zuckerwasser zu trinken ist eine gute Sache. Trotzdem fühlt es sich unglaublich falsch an zu beobachten, wie Firmen unverhältnismäßig viel Geld für normale Lebensmittel verlangen, nur weil sie die Verpackung hübsch gestaltet und "Detox" drauf gedruckt haben. Klar kann ich mir drei Tage lang täglich fünf frische Smoothies für insgesamt 150€ liefern lassen. Oder ich spare mir einen Großteil davon und püriere selbst mein Obst. Großer Nachteil: es fehlt natürlich die wunderhübsche Smoothieflasche für meine Detox-Instagrambilder.
Also: glaubt nicht an diese Detox Versprechen! Der wirkliche Detox wäre es, die "Toxine", deren Konsum wir kontrollieren können, auszulassen. Sprich nicht Rauchen und nicht so viel Alkohol beziehungsweise theoretisch am besten keinen trinken und so weiter. Und wenn man es bereits getan hat, dann hilft der Ablasshandel für Sünden im Umgang mit dem eigenen Körper, den die ganzen Detoxprodukte letztlich darstellen, auch nicht mehr. Oder wie stellt ihr euch das konkret vor, wie Tees, Fußpads und Smoothies Teer aus der Lunge entfernen und Doppelstrangbrüche in der DNA reparieren?
Grundsätzlich versucht die Detox-Bewegung einfach eine gesunde ausgewogene Lebensweise anzupreisen und das ist prinzipiell super. Jedoch benötigt gesunde Ernährung, die falls man so hart ist auch Grünkohlsmoothies enthalten kann, keine zusätzlichen Detoxprodukte. Diese Erkenntnis vermarktet sich nur leider so schlecht und bringt keinen Gewinn.
Regelmäßiger Stuhlgang und Wasser lassen sind mehr Detox als diese Produkte dem Körper je bieten könnten.
So, fertig geschimpft. Mein Geist fühlt sich jetzt sehr detoxed an.
Montag, 14. Dezember 2015
Weihnachtlicher Gewinnspielwahn: weil mehr mehr ist?
Weihnachten ist ein Fest der Liebe, der Lichter und auch des Schenkens. Vor allem der letzte Aspekt ist in der Welt der Blogs gerade sehr präsent.
An der jährlichen Aktion des Chaoswichtelns, bei dem Blogger sich gegenseitig beschenken, habe ich auch dieses Jahr wieder teilgenommen. Es bereitet einfach Freude, anderen etwas kleines zu schenken, was man selbst mag und sie so zu überraschen. Ich selbst hatte in meinen zwei bisherigen Runden nicht immer eine perfekte Wichtelüberraschung, konnte aber jedes mal etwas mit dem Geschenk anfangen. Das wunderschön verpackte diesjährige Wichtelpaket liegt jetzt auf meiner Kommode und wartet darauf, am 24. Dezember ausgepackt zu werden. Jedes mal, wenn ich daran vorbei gehe, entlockt es mir ein Lächeln und lässt mich grübeln, was wohl darin ist. Allein für diese Vorfreude lohnt sich das Chaoswichteln.
Was mich nicht mit Vorfreude oder Weihnachtsstimmung erfüllt, sind diese ganzen Gewinnspiele oder sogar Gewinnspieladventskalender. Prinzipiell mag ich Gewinnspiele, habe ich doch dieses Jahr tatsächlich sogar selbst eins hier veranstaltet.
Mich stört aber diese geballte Flut von Gewinnspielen. Da wird von Technik über Unterwäsche bis hin zu Nagellacksets alles verlost, was das Sponsoring so her gibt. Es gibt auch einige, die selbst ein paar Dinge kaufen oder sogar selbst machen, um sie zu verschicken und das finde ich toll. Aber die wohl bedacht zusammengestellten Sets sind die Ausnahme. Viel häufiger sieht man Gewinnpakete nach dem Motto "das ist alles, was Firma X dieses Jahr so rausrückt".
Als ich erst mal gezielt nach Gewinnspielen suchte, war ich überrascht und ein bisschen schockiert, wie viele gerade auf privaten Blogs laufen. Gibt es denn keine anderen Themen, über die man zu dieser Jahreszeit schreiben könnte?
Es fühlt sich fast so an, als würde man als Blogger zur Weihnachtszeit mindestens ein Gewinnspiel veranstalten müssen, um mithalten zu können. Als würde man in der Weihnachtszeit sonst keine Geschenke bekommen. Auf eine gewisse Weise sind diese Verlosungen auch recht sinnlos. Da kommt ein famous Blogger daher, lässt sich einen riesigen Gewinn sponsern, macht all seine Leser heiß darauf und verlost am Ende unter 800 Kommentaren an genau EINE Person den Preis. Die anderen 799 sind ihm und seinem Haustier und/oder Zweitaccount dann einfach mal so auf Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat und Bloglovin gefolgt sowie haben zwei ihrer Freunde verlinkt und den Newsletter des Sponsors für das Gewinnspiel abonniert. Nur mal so: beim Chaoswichteln bekommt jeder ein kleines Päckchen und das, ohne sein Erstgeborenes zu versprechen.
Ernsthaft: wenn die Gewinnspielbedingungen fordern, dass man darüber direkt schreibt, sei es als Blogpost oder auch nur in einem Tweet oder Regram auf Instagram, nehme ich prinzipiell nicht an den Verlosungen teil und wenn es das schönste Sockenwollset überhaupt ist.
Schließlich möchte ich von Accounts, denen ich folge, auch nicht drei mal täglich eine Information bekommen, an welchen Gewinnspielen sie teilnehmen. Das fällt für mich schon unter Belästigung, wenn plötzlich alle irgendwas posten, um alle am gleichen Gewinnspiel teilzunehmen. Das ist offen gesagt auch ein Grund, einem Account nicht weiter zu folgen, falls das öfter passiert. Denn Social Media ist in meinen Augen primär für Interaktionen mit anderen Menschen sowie gegenseitiges Inspirieren gedacht und nicht als Dauerwerbesendung.
Nur weil jemand einen besonders wertvollen oder tollen Preis verlost, heißt das lange noch nicht, dass ich all seine Dinge like und abonniere und ihm damit dafür meine Seele und meine Glaubwürdigkeit verkaufe.
Per se sind Gewinnspiele nicht schlecht. Ich habe auch aktuell bei der Verlosung von einem Gutschein für Unterwäsche teilgenommen, da gut sitzende BHs nun mal auch teuer sind oder auch bei einem Gewinnspiel um einen Fön, da der alte kaputt ist. Würde ich diese Preise erhalten, wäre das für mich hilfreich und sinnvoll.
Aber im Gegenteil dazu muss ich nicht jedes Körperpflegepaket und eine zweite elektrische Zahnbürste gewinnen, wenn ich etwas ähnliches sowieso schon besitze. Nur weil man die Möglichkeit hat, etwas zu gewinnen, muss man es nicht tun. Dann lieber nicht teilnehmen und hoffen, dass es jemand erhält, der etwas damit anfangen kann.
So viel mehr Vernunft als Gier sollte der Mensch schon haben - denkt man. Und dann sieht man, dass das Set mit den 30 Nagellacken mehr als 500 Gewinnspielteilnehmer hat. Wollen die etwa alle ihren Gartenzaun damit lackieren, weil andere Farbe zu teuer ist oder glauben sie ernsthaft, dass sie all das Zeug wirklich brauchen oder sogar angemessen verwenden können?
Manchmal ist weniger eben doch mehr und mehr ein Follower weniger.
Wie nehmt ihr den vorweihnachtlichen Gewinnspielwahn wahr?
An der jährlichen Aktion des Chaoswichtelns, bei dem Blogger sich gegenseitig beschenken, habe ich auch dieses Jahr wieder teilgenommen. Es bereitet einfach Freude, anderen etwas kleines zu schenken, was man selbst mag und sie so zu überraschen. Ich selbst hatte in meinen zwei bisherigen Runden nicht immer eine perfekte Wichtelüberraschung, konnte aber jedes mal etwas mit dem Geschenk anfangen. Das wunderschön verpackte diesjährige Wichtelpaket liegt jetzt auf meiner Kommode und wartet darauf, am 24. Dezember ausgepackt zu werden. Jedes mal, wenn ich daran vorbei gehe, entlockt es mir ein Lächeln und lässt mich grübeln, was wohl darin ist. Allein für diese Vorfreude lohnt sich das Chaoswichteln.
Was mich nicht mit Vorfreude oder Weihnachtsstimmung erfüllt, sind diese ganzen Gewinnspiele oder sogar Gewinnspieladventskalender. Prinzipiell mag ich Gewinnspiele, habe ich doch dieses Jahr tatsächlich sogar selbst eins hier veranstaltet.
Mich stört aber diese geballte Flut von Gewinnspielen. Da wird von Technik über Unterwäsche bis hin zu Nagellacksets alles verlost, was das Sponsoring so her gibt. Es gibt auch einige, die selbst ein paar Dinge kaufen oder sogar selbst machen, um sie zu verschicken und das finde ich toll. Aber die wohl bedacht zusammengestellten Sets sind die Ausnahme. Viel häufiger sieht man Gewinnpakete nach dem Motto "das ist alles, was Firma X dieses Jahr so rausrückt".
Als ich erst mal gezielt nach Gewinnspielen suchte, war ich überrascht und ein bisschen schockiert, wie viele gerade auf privaten Blogs laufen. Gibt es denn keine anderen Themen, über die man zu dieser Jahreszeit schreiben könnte?
Es fühlt sich fast so an, als würde man als Blogger zur Weihnachtszeit mindestens ein Gewinnspiel veranstalten müssen, um mithalten zu können. Als würde man in der Weihnachtszeit sonst keine Geschenke bekommen. Auf eine gewisse Weise sind diese Verlosungen auch recht sinnlos. Da kommt ein famous Blogger daher, lässt sich einen riesigen Gewinn sponsern, macht all seine Leser heiß darauf und verlost am Ende unter 800 Kommentaren an genau EINE Person den Preis. Die anderen 799 sind ihm und seinem Haustier und/oder Zweitaccount dann einfach mal so auf Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat und Bloglovin gefolgt sowie haben zwei ihrer Freunde verlinkt und den Newsletter des Sponsors für das Gewinnspiel abonniert. Nur mal so: beim Chaoswichteln bekommt jeder ein kleines Päckchen und das, ohne sein Erstgeborenes zu versprechen.
Ernsthaft: wenn die Gewinnspielbedingungen fordern, dass man darüber direkt schreibt, sei es als Blogpost oder auch nur in einem Tweet oder Regram auf Instagram, nehme ich prinzipiell nicht an den Verlosungen teil und wenn es das schönste Sockenwollset überhaupt ist.
Schließlich möchte ich von Accounts, denen ich folge, auch nicht drei mal täglich eine Information bekommen, an welchen Gewinnspielen sie teilnehmen. Das fällt für mich schon unter Belästigung, wenn plötzlich alle irgendwas posten, um alle am gleichen Gewinnspiel teilzunehmen. Das ist offen gesagt auch ein Grund, einem Account nicht weiter zu folgen, falls das öfter passiert. Denn Social Media ist in meinen Augen primär für Interaktionen mit anderen Menschen sowie gegenseitiges Inspirieren gedacht und nicht als Dauerwerbesendung.
Nur weil jemand einen besonders wertvollen oder tollen Preis verlost, heißt das lange noch nicht, dass ich all seine Dinge like und abonniere und ihm damit dafür meine Seele und meine Glaubwürdigkeit verkaufe.
Per se sind Gewinnspiele nicht schlecht. Ich habe auch aktuell bei der Verlosung von einem Gutschein für Unterwäsche teilgenommen, da gut sitzende BHs nun mal auch teuer sind oder auch bei einem Gewinnspiel um einen Fön, da der alte kaputt ist. Würde ich diese Preise erhalten, wäre das für mich hilfreich und sinnvoll.
Aber im Gegenteil dazu muss ich nicht jedes Körperpflegepaket und eine zweite elektrische Zahnbürste gewinnen, wenn ich etwas ähnliches sowieso schon besitze. Nur weil man die Möglichkeit hat, etwas zu gewinnen, muss man es nicht tun. Dann lieber nicht teilnehmen und hoffen, dass es jemand erhält, der etwas damit anfangen kann.
So viel mehr Vernunft als Gier sollte der Mensch schon haben - denkt man. Und dann sieht man, dass das Set mit den 30 Nagellacken mehr als 500 Gewinnspielteilnehmer hat. Wollen die etwa alle ihren Gartenzaun damit lackieren, weil andere Farbe zu teuer ist oder glauben sie ernsthaft, dass sie all das Zeug wirklich brauchen oder sogar angemessen verwenden können?
Manchmal ist weniger eben doch mehr und mehr ein Follower weniger.
Wie nehmt ihr den vorweihnachtlichen Gewinnspielwahn wahr?
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Freitag, 8. Mai 2015
Ansprüche und Druck
Man muss mit der Zeit gehen heißt es immer so schön aber was die Sache mit dem Bloggen angeht, werde ich das Gefühl nicht los, dass die Zeit ohne mich geht.
Fast alle haben plötzlich perfekte idyllische Bilder, die natürlich weder verwackelt noch verpixelt sind und mit der professionellen Spiegelreflexkamera aufgenommen worden sind. Bearbeitet werden die Bilder routiniert mit Photoshop, die Blogeinträge werden im Filofax vorzeigbar und stylisch geplant. Und natürlich nutzen sie schon lange kein Blogger mehr und erst recht nicht ohne eigene Domain - sie sind längst alle zu Wordpress umgezogen und nähern sich der Perfektion mit 2490 individualisierbaren Widgets.
Leserzahlen steigen natürlich konstant und pro Post gibt es mindestens zwanzig Kommentare. Die Oberschicht der Blogger trifft sich auf Blogger Events und wird von allen erdenklichen Firmen gesponsert. Ohne Gewinnspiele läuft logischerweise nichts - man macht das ganze ja immerhin nicht zum Spaß. Die Leser wollen leichtverdaulich unterhalten und mit tausend tollen Preisen überschüttet werden.
So zumindest kommt es mir vor. Ich bin der vorletzte Depp, der noch mit einer schäbigen Blogspot Adresse in dilettantisch gestaltetem Design lange, oft bildlose Texte postet. Und wenn ich mal Bilder einfüge, dann werden sie nicht mit der Spiegelreflexkamera aufgenommen, sondern mit meinem Handy. Gewinnspiele sind nun auch nicht das, was ich hier regelmäßig anbieten kann. Wirklich regelmäßige, wenn nicht sogar tägliche Posts, habe ich sowieso nicht zu bieten. Ich bin froh, wenn ich mal mehr als 6 Stunden Schlaf bekomme.
An diesem Punkt fragte ich mich, was ich überhaupt mit meinem Blog erreichen möchte. Eine besonders große Reichweite mit meinem Blog zu haben war noch nie das Ziel. Ich schreibe einfach gerne, möchte das teilen und wenn man Feedback dazu bekommt, ist es gleich doppelt so schön.
Es macht mir Spaß, in meinen alten Einträgen zu stöbern. Es macht mir Spaß, andere mit diesem Hobby schon über Jahre zu lesen und über Kommentare immer wieder zu begleiten. Einige Blogs lese ich schon seit über vier Jahren und inzwischen kennt man die Autoren, häufige Kommentatoren und einige der eigenen Leser, diese Menschen gehören einfach dazu!
Nachdem ich letzten Sommer auf dem Bloggertreffen in Köln war, habe ich sogar einige dieser Internetbekanntschaften live getroffen und das war fantastisch. Man lernt neue Dinge, liest fremde Ansichten und Eindrücke und dann findet man auch noch so etwas wie Freunde. Ich liebe das Bloggen dafür, dass es solche Möglichkeiten bietet!
Trotzdem habe ich das unterschwellige Gefühl, mit anderen Blogs nicht mithalten zu können. Sie füttern nicht nur ihre Website regelmäßig mit tollen Inhalten sondern unterhalten die Leserschaft zusätzlich noch auf Twitter, Instagram, Facebook und neuerdings Snapchat. Ich dagegen bin schon froh, wenn ich es zu einem Blogpost in der Woche schaffe. Vielleicht stelle ich mich ja bloß verplant und dämlich an aber neben dem Studium, ein paar Hobbys und sozialen Beziehungen steht der Blog nicht als erste Priorität da. Da freue ich mich eher, wenn ich mal sieben Stunden Schlaf am Tag bekomme.
Was ist jetzt die Konsequenz des ganzen? Ich weiß, dass ich nie eine große Karriere als Blogger hinlegen werde und das ist in Ordnung. Mir ist klar, dass meine Themen, über die ich blogge, keine große Mehrheit ansprechen und auch damit kann ich gut leben. Über etwas anderes zu schreiben, nur um zu gefallen, ist keine Option für mich. Vielleicht sollte ich mir mehr Mühe geben, die Abstände zwischen den einzelnen Posts nicht zu groß werden zu lassen und aktiver bei anderen kommentieren. Und selbst wenn ich nicht so einen durchgestylten perfekten Blog habe wie andere: ich bin niemand, der fürs Bloggen bezahlt wird, ich mache das allein weil es mir Spaß macht. Das bedeutet eben auch, dass ich nicht verpflichtet bin zu Posts in einem bestimmten Abstand oder auf einer Rangliste der Beliebtheit einen bestimmten Platz zu halten.
Das heißt eigentlich, dass ich mit dem Bloggen keinerlei Druck habe. Trotzdem empfinde ich einen Erwartungsdruck und dieser Druck, mithalten zu müssen, gefällt mir einfach nicht. Nach inzwischen gut vier Jahren möchte ich dieses schöne Hobby auch nicht aufgeben, nur weil die Ansprüche der breiten Masse an die Präsentation und Vermarktung eines Blogs gestiegen sind. Schließlich will ich mich nicht unbedingt selbst als perfekt inszenieren sondern einfach über das schreiben, was mich bewegt.
Kennt ihr diesen Druck als Blogger oder macht ihr einfach so weiter wie es euch Spaß macht?
Fast alle haben plötzlich perfekte idyllische Bilder, die natürlich weder verwackelt noch verpixelt sind und mit der professionellen Spiegelreflexkamera aufgenommen worden sind. Bearbeitet werden die Bilder routiniert mit Photoshop, die Blogeinträge werden im Filofax vorzeigbar und stylisch geplant. Und natürlich nutzen sie schon lange kein Blogger mehr und erst recht nicht ohne eigene Domain - sie sind längst alle zu Wordpress umgezogen und nähern sich der Perfektion mit 2490 individualisierbaren Widgets.
Leserzahlen steigen natürlich konstant und pro Post gibt es mindestens zwanzig Kommentare. Die Oberschicht der Blogger trifft sich auf Blogger Events und wird von allen erdenklichen Firmen gesponsert. Ohne Gewinnspiele läuft logischerweise nichts - man macht das ganze ja immerhin nicht zum Spaß. Die Leser wollen leichtverdaulich unterhalten und mit tausend tollen Preisen überschüttet werden.
So zumindest kommt es mir vor. Ich bin der vorletzte Depp, der noch mit einer schäbigen Blogspot Adresse in dilettantisch gestaltetem Design lange, oft bildlose Texte postet. Und wenn ich mal Bilder einfüge, dann werden sie nicht mit der Spiegelreflexkamera aufgenommen, sondern mit meinem Handy. Gewinnspiele sind nun auch nicht das, was ich hier regelmäßig anbieten kann. Wirklich regelmäßige, wenn nicht sogar tägliche Posts, habe ich sowieso nicht zu bieten. Ich bin froh, wenn ich mal mehr als 6 Stunden Schlaf bekomme.
An diesem Punkt fragte ich mich, was ich überhaupt mit meinem Blog erreichen möchte. Eine besonders große Reichweite mit meinem Blog zu haben war noch nie das Ziel. Ich schreibe einfach gerne, möchte das teilen und wenn man Feedback dazu bekommt, ist es gleich doppelt so schön.
Es macht mir Spaß, in meinen alten Einträgen zu stöbern. Es macht mir Spaß, andere mit diesem Hobby schon über Jahre zu lesen und über Kommentare immer wieder zu begleiten. Einige Blogs lese ich schon seit über vier Jahren und inzwischen kennt man die Autoren, häufige Kommentatoren und einige der eigenen Leser, diese Menschen gehören einfach dazu!
Nachdem ich letzten Sommer auf dem Bloggertreffen in Köln war, habe ich sogar einige dieser Internetbekanntschaften live getroffen und das war fantastisch. Man lernt neue Dinge, liest fremde Ansichten und Eindrücke und dann findet man auch noch so etwas wie Freunde. Ich liebe das Bloggen dafür, dass es solche Möglichkeiten bietet!
Trotzdem habe ich das unterschwellige Gefühl, mit anderen Blogs nicht mithalten zu können. Sie füttern nicht nur ihre Website regelmäßig mit tollen Inhalten sondern unterhalten die Leserschaft zusätzlich noch auf Twitter, Instagram, Facebook und neuerdings Snapchat. Ich dagegen bin schon froh, wenn ich es zu einem Blogpost in der Woche schaffe. Vielleicht stelle ich mich ja bloß verplant und dämlich an aber neben dem Studium, ein paar Hobbys und sozialen Beziehungen steht der Blog nicht als erste Priorität da. Da freue ich mich eher, wenn ich mal sieben Stunden Schlaf am Tag bekomme.
Was ist jetzt die Konsequenz des ganzen? Ich weiß, dass ich nie eine große Karriere als Blogger hinlegen werde und das ist in Ordnung. Mir ist klar, dass meine Themen, über die ich blogge, keine große Mehrheit ansprechen und auch damit kann ich gut leben. Über etwas anderes zu schreiben, nur um zu gefallen, ist keine Option für mich. Vielleicht sollte ich mir mehr Mühe geben, die Abstände zwischen den einzelnen Posts nicht zu groß werden zu lassen und aktiver bei anderen kommentieren. Und selbst wenn ich nicht so einen durchgestylten perfekten Blog habe wie andere: ich bin niemand, der fürs Bloggen bezahlt wird, ich mache das allein weil es mir Spaß macht. Das bedeutet eben auch, dass ich nicht verpflichtet bin zu Posts in einem bestimmten Abstand oder auf einer Rangliste der Beliebtheit einen bestimmten Platz zu halten.
Das heißt eigentlich, dass ich mit dem Bloggen keinerlei Druck habe. Trotzdem empfinde ich einen Erwartungsdruck und dieser Druck, mithalten zu müssen, gefällt mir einfach nicht. Nach inzwischen gut vier Jahren möchte ich dieses schöne Hobby auch nicht aufgeben, nur weil die Ansprüche der breiten Masse an die Präsentation und Vermarktung eines Blogs gestiegen sind. Schließlich will ich mich nicht unbedingt selbst als perfekt inszenieren sondern einfach über das schreiben, was mich bewegt.
Kennt ihr diesen Druck als Blogger oder macht ihr einfach so weiter wie es euch Spaß macht?
Donnerstag, 23. April 2015
Nicht mehr ganz knusper?!
Heute morgen beim Frühstücken habe ich mir das Video der Youtuber Simon and und Martina über ihre Pet Peeves angesehen und war sehr begeistert und vor allem sehr amüsiert. Pet Peeves sind Kleinigkeiten, über die man sich immer wieder aufregt obwohl sie objektiv betrachtet nicht weiter schlimm sind. Lieblingsärgernisse sozusagen.
Nachdem ich gerade auch noch bei Karo ihre Liste von Pet Peeves gelesen habe, bin ich nun ganz inspiriert, meine eigenen Haustierärgernisse zu notieren.
Warum mich das so sehr verrückt macht, kann ich ehrlich gesagt nicht mal beantworten. Ich weiß nur, dass ich dann wie ein Irrer anfange die Tinte auf der Haut weg zu reiben.
Weshalb Menschen sich freiwillig wichtige Dinge auf den Händen und Armen notieren, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.
Nachdem ich gerade auch noch bei Karo ihre Liste von Pet Peeves gelesen habe, bin ich nun ganz inspiriert, meine eigenen Haustierärgernisse zu notieren.
Kugelschreiber auf der Haut
Ich hasse es, mich versehentlich mit dem Kugelschreiber (oder jedem anderen Stift) anzumalen aber noch weniger kann ich es leiden, wenn mich jemand absichtlich anmalt. Nicht, dass es weh tut aber es macht mich wahnsinnig, das zu sehen und ich kann erst wieder ruhig sitzen, wenn ich die Kritzeleien restlos abgerieben habe.Warum mich das so sehr verrückt macht, kann ich ehrlich gesagt nicht mal beantworten. Ich weiß nur, dass ich dann wie ein Irrer anfange die Tinte auf der Haut weg zu reiben.
Weshalb Menschen sich freiwillig wichtige Dinge auf den Händen und Armen notieren, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.
Heraus fallende Zähne
Für den einen sind es Clowns oder Zombies, die sie dazu bringen, kreischend weg zu rennen, für mich sind es wackelnde und heraus fallende Zähne.
Ich kann mich noch gut erinnern, als Kind im Kindergartenalter ganz ängstlich jeden Abend an den Zähnen vorsichtig gewackelt zu haben, in der Hoffnung, dass sie nicht lose sind. Denn in einem (definitiv nicht für mein damaliges Alter geeignetem) Film hatte ich gesehen, wie jemandem alle Zähne auf einmal raus gefallen und nicht wieder nachgewachsen sind.
Aber irgendwann kam der Zahnwechsel und ich hatte totale Angst vor dem Moment, dass der Zahn extrem lose ist, nur noch an ein paar Zahnfleischresten hängt und wartet, dass ich ihn heraus zog. Wenn ich schon darüber nachdenke, bekomme ich jetzt Gänsehaut.*schauder*
Bei jedem verlorenen Milchzahn hatte ich Angst, dass keiner nachwächst. War zum Glück nicht so. Und die Weisheitszähne durfte ich auch alle behalten - dreifaches Halleluja!
Dass Zahnmedizin für mich nichts ist, brauche ich jetzt wahrscheinlich nicht mehr zu erwähnen. Zahnarztbesuche waren immer von großer Angst geprägt, was jetzt zum Glück langsam nachgelassen hat. Sobald ich mal eigene Kinder habe, die den Zahnwechsel durchmachen, werde ich aber definitiv nicht im finalen Moment des herausfallenden Zahns dabei sein.
Angeatmet werden
Wenn man eng zusammengedrängt in den öffentlichen Verkehrsmitteln steht, passiert es öfter einmal, dass man plötzlich einen Hauch warmer feuchter Luft ins Gesicht geatmet bekommt. Oder wenn man sich zum Patienten runter beugt, um ihn zu untersuchen oder Blut abzunehmen. Am liebsten würde ich dann ein Timeout einlegen, mein Gesicht schrubben und den Mund spülen.
Am schönsten ist es ja, wenn man nicht nur angeatmet sondern auch noch angehustet wird. Tuberkulose, Influenza oder Ebola - es gibt eine Menge Dinge, die man nicht haben will und die man super via Tröpcheninfektion übertragen kann. Impfungen sind in dem Fall sowas von mein Freund. Was trotzdem nicht heißt, dass ich Masernimpfung hin oder her vor Ekel nicht halb sterbe, wenn mich jemand deutlich anatmet und anhustet.
Knackende Gelenke
Wenn Menschen sich neben mir recken und strecken kommt immer gleich die Befürchtung auf, dass sie gleich ihre Fingergelenke knacken lassen. Oder noch schlimmer: die Halswirbelsäule…igittipfui!
Da rollen sich mir gleich die Fußnägel hoch vor Ekel…obwohl, lieber nicht - das klingt nämlich auch widerlich.
Ab und an knackt mein linkes Sprunggelenk und ich erschrecke mich jedes mal. Klingt ekelhaft und fühlt sich mindestens drei mal so schlimm an.. Überhaupt nicht in Ordnung von meinem Körper, mich so fertig zu machen.
Langsam laufende Menschen
Es gibt Menschen, die aufgrund des Alters, Krankheit oder anderen körperlichen Ursachen nicht schnell laufen können und das ist völlig nachvollziehbar und okay. Wenn aber nicht laufbeeinträchtigte Menschen mit mir zusammen unterwegs sind und vor sich hin trotten als hätte ihr Tag 48 Stunden, bekomme ich auf Dauer einen kleinen Nervenzusammenbruch. Nur weil ich nicht zum nächsten Termin hetzen muss, heißt es nicht, dass ich mir jetzt unendlich viel Zeit lasse!
Möchte man sich etwas genauer ansehen, nachlesen oder weiß der Geier was einen noch beim Laufen aufhalten kann, bleibt man einfach stehen. Möchte man weiter gehen, dann tut man das auch - aber eben in einem ordentlichen Tempo. Und wenn man keine Möglichkeit hat, dem langsam vor sich hin trottenden Pulk auszuweichen wie auf Messen und Weihnachtsmärkten, zerrt das sehr an meinen Nerven, weil ich mich so ausgebremst fühle. Am liebsten würde ich mal laut schreien, um durch gelassen zu werden - aber am Ende fände ich das dann auch zu peinlich um es zu tun.
Zigarettenrauch
Wenn ich hinter langsam gehenden Rauchern her laufe, halte ich beim Überholen immer die Luft an, denn ihren Zigarettenrauch will ich auf gar keinen Fall einatmen. Dieser abstoßende Geruch und das Wissen, was es alles anrichten kann, reichen, um unendlich angewidert zu sein. Raucht an der Haltestelle jemand neben mir, ergreife ich schleunigst die Flucht und gehe auf Distanz. Besonders schrecklich sind Raucherabteile in Restaurants oder Autos, in denen geraucht wird: man ist eingesperrt mit diesem höllischen Rauch und ist ihm dank fehlender Fluchtmöglichkeit völlig ausgeliefert. Ein Albtraum.
Vielleicht ist das ein völlig überzogenes Verhalten aber bei dem Geruch von Zigaretten geht es einfach mit mir durch und ich habe ein absolutes Bedürfnis zu fliehen. Wenn ihr rauchen wollt, dann tut es - aber bitte nicht neben mir!
Und, denkt ihr nun, dass ich in der Birne auch nicht mehr ganz knusper bin oder könnt ihr einige der Punkte nachvollziehen? Welche alltäglichen Kleinigkeiten treiben euch auf die Palme?
Dienstag, 13. Januar 2015
Dosenlachen
Es ist jedes mal aufregend schön und traurig zugleich, wenn man eine Serie beendet. Da hat man die Charaktere so lange verfolgt und lieb gewonnen und nun wird man nie wieder eine neue Folge mit ihnen ansehen können und sich darauf freuen können.
Wie gut, dass es mehr als nur eine geniale Serie gibt und man mit der Auswahl bei Netflix und Co. schon eher überfordert ist, weil sie so groß ist. Trotzdem steigt damit definitiv die Chance, dass etwas schönes für einen dabei ist.
Wenn ich eine Serie auswähle, dann gibt es ganz egal wie es inhaltlich oder auf Seiten der Darsteller aussieht eine Sache, bei der ich mich weigere, die entsprechende Serie anzusehen: eingespieltes Lachen. Einen richtigen deutschen Begriff dafür kenne ich ehrlich gesagt gar nicht, im Englischen heißt es sehr passend canned laughter also Lachen aus der Dose im Sinne eines konservierten Lachens, das man ganz willkürlich einspielen kann.
Es ist gut, wenn es lustige Stellen gibt, die mich zum Lachen bringen. Aber ich möchte wirklich nicht vorgeschrieben bekommen, an welchen Stellen ich zu lachen habe - ganz egal ob ich sie nun tatsächlich witzig finde oder nur der Drehbuchautor.
Szenenbeginn, irgendwas "merkwürdiges" passiert, eingespieltes Lachen, kurzes Pausieren in der Einstellung, weiter geht es. Mich frustriert es, wenn es dauernd diese kleinen Pausen gibt, nur damit das Lachen eingespielt werden kann. Denn wenn das Publikum aus der Dose lacht, können die Charaktere natürlich nicht weiter sprechen. Anstrengend!
Es wirkt auf mich so, als müsste man uns dumme Zuschauer noch mal nachdrücklich darauf hinweisen, dass gerade eine Pointe präsentiert wurde. Jetzt lachen bitte, SOFORT!
Da vergeht mir immer spontan der Spaß an der Pointe.
Eine weitere auf Dauer sehr nervenzehrende Eigenschaft dieses Hintergrundlachens ist, dass es eigentlich immer gleich ist oder die Variationen so minimal, dass sie nicht auffallen. Welches Publikum lacht denn immer gleich? Da fällt doch jedem auf, dass es nicht echt ist und auch als Schauspieler würde ich nicht jedes Mal mit dem selben aufgenommenem Gelächter meinen Gag quittiert haben wollen.
Was wollen uns die Macher der Serien mit dem Gelächter eigentlich vermitteln? Vielleicht soll es vortäuschen, dass die Darsteller gerade live spielen und das eigentlich nicht vorhandene Publikum in den Rängen sich amüsiert? Dagegen spricht aber, dass auch bei Szenen im Park das Lachen noch immer da ist.
Am wahrscheinlichsten ist, dass sie den Zuschauer vorm Bildschirm dazu animieren wollen, selbst zu lachen und zu klatschen. Funktioniert bei mir nun aber leider gar nicht. Der erste Reflex ist es, den Sender oder die Serie zu wechseln.
Je öfter ich das Lachen höre, umso künstlicher und gespielter kommt es mir vor, es ist einfach unangenehm. Im normalen Leben lacht keiner so übertrieben und vor allem nicht ständig.
Bei solchen Serien konzentriere ich mich irgendwann auch nur noch auf dieses schreckliche eingespielte Gelächter, sodass die Handlung auch nicht immer ganz zu mir durch dringt, weil ich dabei bin, mich darüber zu ärgern, wieso man mit diesen Einspielern eine Serie ruinieren muss.
Es gibt für mich eine Ausnahme in Sachen Hintergrundgelächter, wo selbiges mich nicht in den Wahnsinn treibt und zwar ist es Dinner for One, der Klassiker zu Silvester. Denn dort ist das Lachen immer wieder anders, man hört, dass es dort wirklich Publikum gibt, das Spaß hat. Man sieht auch, dass die Szenerie zu einer Theaterbühne gehört. Es ist einfach realistisch, während das Publikum lacht, warten die Schauspieler nicht darauf, dass sie damit aufhören, bevor sie weiter machen.
Es kann natürlich auch sein, dass ich mich in diesem Fall einfach daran gewöhnt habe.
Wie steht ihr zum eingespielten Lachen in Serien?
Apfelkern
Wie gut, dass es mehr als nur eine geniale Serie gibt und man mit der Auswahl bei Netflix und Co. schon eher überfordert ist, weil sie so groß ist. Trotzdem steigt damit definitiv die Chance, dass etwas schönes für einen dabei ist.
Wenn ich eine Serie auswähle, dann gibt es ganz egal wie es inhaltlich oder auf Seiten der Darsteller aussieht eine Sache, bei der ich mich weigere, die entsprechende Serie anzusehen: eingespieltes Lachen. Einen richtigen deutschen Begriff dafür kenne ich ehrlich gesagt gar nicht, im Englischen heißt es sehr passend canned laughter also Lachen aus der Dose im Sinne eines konservierten Lachens, das man ganz willkürlich einspielen kann.
Es ist gut, wenn es lustige Stellen gibt, die mich zum Lachen bringen. Aber ich möchte wirklich nicht vorgeschrieben bekommen, an welchen Stellen ich zu lachen habe - ganz egal ob ich sie nun tatsächlich witzig finde oder nur der Drehbuchautor.
Szenenbeginn, irgendwas "merkwürdiges" passiert, eingespieltes Lachen, kurzes Pausieren in der Einstellung, weiter geht es. Mich frustriert es, wenn es dauernd diese kleinen Pausen gibt, nur damit das Lachen eingespielt werden kann. Denn wenn das Publikum aus der Dose lacht, können die Charaktere natürlich nicht weiter sprechen. Anstrengend!
Es wirkt auf mich so, als müsste man uns dumme Zuschauer noch mal nachdrücklich darauf hinweisen, dass gerade eine Pointe präsentiert wurde. Jetzt lachen bitte, SOFORT!
Da vergeht mir immer spontan der Spaß an der Pointe.
Eine weitere auf Dauer sehr nervenzehrende Eigenschaft dieses Hintergrundlachens ist, dass es eigentlich immer gleich ist oder die Variationen so minimal, dass sie nicht auffallen. Welches Publikum lacht denn immer gleich? Da fällt doch jedem auf, dass es nicht echt ist und auch als Schauspieler würde ich nicht jedes Mal mit dem selben aufgenommenem Gelächter meinen Gag quittiert haben wollen.
Was wollen uns die Macher der Serien mit dem Gelächter eigentlich vermitteln? Vielleicht soll es vortäuschen, dass die Darsteller gerade live spielen und das eigentlich nicht vorhandene Publikum in den Rängen sich amüsiert? Dagegen spricht aber, dass auch bei Szenen im Park das Lachen noch immer da ist.
Am wahrscheinlichsten ist, dass sie den Zuschauer vorm Bildschirm dazu animieren wollen, selbst zu lachen und zu klatschen. Funktioniert bei mir nun aber leider gar nicht. Der erste Reflex ist es, den Sender oder die Serie zu wechseln.
Je öfter ich das Lachen höre, umso künstlicher und gespielter kommt es mir vor, es ist einfach unangenehm. Im normalen Leben lacht keiner so übertrieben und vor allem nicht ständig.
Bei solchen Serien konzentriere ich mich irgendwann auch nur noch auf dieses schreckliche eingespielte Gelächter, sodass die Handlung auch nicht immer ganz zu mir durch dringt, weil ich dabei bin, mich darüber zu ärgern, wieso man mit diesen Einspielern eine Serie ruinieren muss.
Es gibt für mich eine Ausnahme in Sachen Hintergrundgelächter, wo selbiges mich nicht in den Wahnsinn treibt und zwar ist es Dinner for One, der Klassiker zu Silvester. Denn dort ist das Lachen immer wieder anders, man hört, dass es dort wirklich Publikum gibt, das Spaß hat. Man sieht auch, dass die Szenerie zu einer Theaterbühne gehört. Es ist einfach realistisch, während das Publikum lacht, warten die Schauspieler nicht darauf, dass sie damit aufhören, bevor sie weiter machen.
Es kann natürlich auch sein, dass ich mich in diesem Fall einfach daran gewöhnt habe.
Wie steht ihr zum eingespielten Lachen in Serien?
Apfelkern
Freitag, 26. Dezember 2014
Es wichtelt wieder
Auch in diesem Jahr hat Sumi wieder das inzwischen traditionelle Chaoswichteln veranstaltet, bei dem Blogger sich gegenseitig beschenken und genau wie im letzten Jahr war ich wieder mit dabei.
Wenn so ein Paket voller Überraschungen ankommt, ist man natürlich sehr neugierig, was drin ist. Doch ich habe mich zusammengerissen und bis zum 24. gewartet und erst dann mein Wichtelpaket geöffnet. Beschenkt wurde ich in diesem Jahr von Martin.
Von außen sah das Paket nicht wirklich weihnachtlich aus, aber nachdem ich es geöffnet hatte, wurde mir mehr als weihnachtlich zumute.
Denn innen fand sich eine bunte Mischung aus allem, was sich Lakritzliebhaber nur wünschen können. Zuerst erkannte ich voller Freude meinen liebsten Lakritztee wieder, von dem ich sowieso immer mindestens eine Packung auf Lager habe. Es ist mein liebster Tee für alle Lebenslagen und ich freue mich total, dass mein Wichtel den ins Paket gelegt hat!
Auch mit dabei sind Nordische Salmiak Kugeln, die ich noch nicht probiert habe. Sie sehen aber aus wie richtig leckere klassische Salmiakbonbons und ich freue mich darauf, sie bald mit einer ebenso lakritzliebenden Freundin gemeinsam zu kosten.
Was außer mir definitiv niemand mehr zu kosten bekommt, war die Lakritzstange aus dem Paket. Gummischlangen in Papiertüten erinnern mich so sehr an meine Kindheit, die Zeit in der Grundschule, wo es gleich gegenüber den "Kleinen Laden" gab, wo man sich für eine Mark genau solche Tüten zusammenstellen konnte. Hach ja…
Kurzum: ich habe die Schlange sofort probiert, für genial lecker befunden und… verschwinden lassen. Jetzt habe ich nur ein dringendes Problem: woher bekomme ich Nachschub?
Im Karton kullerten auch noch einige Schokoladenkugeln herum, die gleich in die Schale mit dem weihnachtlichen Süßkram wanderten.
Außerdem war noch eine kleine Karte mit Weihnachtsgrüßen von meinem Wichtel aus Köln mit dabei. Das finde ich für ein Geschenk von einem ausgelosten Schenker wichtig, denn schließlich möchte man ja wissen, wer einen beschenkt hat und wo man sich dementsprechend bedanken kann.
Mein Fazit für das Wichteln in diesem Jahr lautet, dass der Herr Wichtel mit seinen Geschenken einen absoluten Volltreffer gelandet hat. Danke dafür!
Ich hoffe, eure Geschenke haben euch sowohl beim Chaoswichteln als auch von Familien und Freunden genauso viel Freude bereitet.
Donnerstag, 6. November 2014
Wir müssen reden
In letzter Zeit gab es viele Posts bei mir, die ich nicht wirklich anstrengend oder langweilig fand und die sogar Bilder hatten (das soll ja angeblich helfen, die Aufmerksamkeit der Leser zu fesseln) und die dennoch keine oder nur einen Kommentar bekommen haben.
Das ärgert mich. Ist es denn so schlecht geschrieben? Fühlt sich davon echt niemand angesprochen? Ist das Thema völlig absurd? Ich frage mich ernsthaft, was ich falsch mache. Würde ich mich von der Erwartung lösen, Reaktionen auf meine Posts lesen zu wollen, würde mich der Kommentarmangel auch nicht mehr stören aber um ehrlich zu sein blogge ich vor allem auch daher, weil ich den Austausch mit anderen so mag. Also bleibe ich bei der Hoffnung, dass jemand etwas unter meine Texte auf dem Blog schreibt.
Eine weitere Überlegung war, dass ich vielleicht einfach nicht genug Leser habe, um viele Kommentare zu erhalten. Wenn von allen Lesern pro Blogeintrag vielleicht 5% einen Kommentar hinterlassen, wäre ich bei insgesamt etwa 140 Lesern auf GFC, Bloglovin und Feedly minus zehn geschätzten Karteileichen (okay, wahrscheinlich sind es mehr) bei 6,5 Kommentaren pro Eintrag. Je mehr Leser, desto mehr Kommentare - das ist klar. Jedoch geht meine Rechnung zumindest bei mir in der Realität nahezu nie auf.
Woran liegt es dann? Es ist wahrscheinlich eine allgemeine Kommentarfaulheit, die mich definitiv auch betrifft.
Ich muss vom Feedreader aus ja erst mal den Blog selbst aufrufen. Dann ist die nächste Hürde, dass man im richtigen Google Account zum Kommentieren eingeloggt sein muss. Für all meine Accounts in sozialen Netzwerken und eben für den Blog nutze ich eine andere Mailadresse als privat also muss ich erst einmal im Inkognito Tab diesen Account anmelden und auch noch eine Two-Step Verification durchführen. Es ist zwar anstrengend aber sicherer. Hofft man.
Erst wenn die Hürden überwunden sind, kann das Kommentieren beginnen. Kein Wunder, dass ich dafür so oft dann doch zu faul bin.
Wenn ich nach dem Lesen eines Artikels das Bedürfnis habe zu kommentieren und dann beim Aufrufen der Seite feststelle, dass es schon zwanzig Kommentare zu dem Post gibt, dann spare ich mir meinen Kommentar auch. Ich denke mir immer, dass sich Blogger mit wenigen Kommentaren viel mehr darüber freuen, wenn man mal etwas schreibt.
Es gibt einige wenige Blogger bei denen ich auch ohne ein Brennen in mir zu verspüren, unbedingt meine Gedanken zum diesem Thema des Posts zu äußern, kommentiere - einfach, weil ich die Autoren mag. Aber selbst bei denen muss man sich erst mal zu der Anstrengung, den Mailaccount zum Kommentieren anzumelden, aufraffen.
Da ich mich momentan so ärgere, dass ich in meine Posts Zeit und Mühe stecke und es nahezu keine Reaktionen gibt, bemühe ich mich selbst gerade, mehr Kommentare zu hinterlassen. Einfach als Dankeschön dafür, dass sich jemand unbezahlt hingesetzt hat und etwas geschrieben hat, das zu lesen mit Freude bereitet oder sonst irgendwie mein Leben bereichert hat. Ich weiß immerhin selbst nur zu gut, wie sehr man sich über Kommentare freut; vor allem, wenn es mehr als ein "Gefällt mir!" und "Toller Artikel!" ist. Wobei man solche Kommentare auch gerne liest aber sie führen nicht wirklich zu einem Gedanken- und Meinungsaustausch. Ihr wisst schon, was ich meine.
Und, warum seid ihr so kommentarfaul?
Das ärgert mich. Ist es denn so schlecht geschrieben? Fühlt sich davon echt niemand angesprochen? Ist das Thema völlig absurd? Ich frage mich ernsthaft, was ich falsch mache. Würde ich mich von der Erwartung lösen, Reaktionen auf meine Posts lesen zu wollen, würde mich der Kommentarmangel auch nicht mehr stören aber um ehrlich zu sein blogge ich vor allem auch daher, weil ich den Austausch mit anderen so mag. Also bleibe ich bei der Hoffnung, dass jemand etwas unter meine Texte auf dem Blog schreibt.
Eine weitere Überlegung war, dass ich vielleicht einfach nicht genug Leser habe, um viele Kommentare zu erhalten. Wenn von allen Lesern pro Blogeintrag vielleicht 5% einen Kommentar hinterlassen, wäre ich bei insgesamt etwa 140 Lesern auf GFC, Bloglovin und Feedly minus zehn geschätzten Karteileichen (okay, wahrscheinlich sind es mehr) bei 6,5 Kommentaren pro Eintrag. Je mehr Leser, desto mehr Kommentare - das ist klar. Jedoch geht meine Rechnung zumindest bei mir in der Realität nahezu nie auf.
Woran liegt es dann? Es ist wahrscheinlich eine allgemeine Kommentarfaulheit, die mich definitiv auch betrifft.
Ich muss vom Feedreader aus ja erst mal den Blog selbst aufrufen. Dann ist die nächste Hürde, dass man im richtigen Google Account zum Kommentieren eingeloggt sein muss. Für all meine Accounts in sozialen Netzwerken und eben für den Blog nutze ich eine andere Mailadresse als privat also muss ich erst einmal im Inkognito Tab diesen Account anmelden und auch noch eine Two-Step Verification durchführen. Es ist zwar anstrengend aber sicherer. Hofft man.
Erst wenn die Hürden überwunden sind, kann das Kommentieren beginnen. Kein Wunder, dass ich dafür so oft dann doch zu faul bin.
Wenn ich nach dem Lesen eines Artikels das Bedürfnis habe zu kommentieren und dann beim Aufrufen der Seite feststelle, dass es schon zwanzig Kommentare zu dem Post gibt, dann spare ich mir meinen Kommentar auch. Ich denke mir immer, dass sich Blogger mit wenigen Kommentaren viel mehr darüber freuen, wenn man mal etwas schreibt.
Es gibt einige wenige Blogger bei denen ich auch ohne ein Brennen in mir zu verspüren, unbedingt meine Gedanken zum diesem Thema des Posts zu äußern, kommentiere - einfach, weil ich die Autoren mag. Aber selbst bei denen muss man sich erst mal zu der Anstrengung, den Mailaccount zum Kommentieren anzumelden, aufraffen.
Da ich mich momentan so ärgere, dass ich in meine Posts Zeit und Mühe stecke und es nahezu keine Reaktionen gibt, bemühe ich mich selbst gerade, mehr Kommentare zu hinterlassen. Einfach als Dankeschön dafür, dass sich jemand unbezahlt hingesetzt hat und etwas geschrieben hat, das zu lesen mit Freude bereitet oder sonst irgendwie mein Leben bereichert hat. Ich weiß immerhin selbst nur zu gut, wie sehr man sich über Kommentare freut; vor allem, wenn es mehr als ein "Gefällt mir!" und "Toller Artikel!" ist. Wobei man solche Kommentare auch gerne liest aber sie führen nicht wirklich zu einem Gedanken- und Meinungsaustausch. Ihr wisst schon, was ich meine.
Und, warum seid ihr so kommentarfaul?
Donnerstag, 25. September 2014
Und alle Zehennägel rollen sich hoch
Seit Ewigkeiten mal wieder ein bisschen auf Facebook herum gestöbert, ehemalige Mitschüler ein bisschen gestalkt, weil ich wissen wollte, was die jetzt eigentlich so treiben.
Aha, der studiert, die andere macht eine Ausbildung zur Bürokauffrau…uh, die nächste hat sogar schon ein Kind! Gleich mal ein paar Bilder des Kindes, die sie einfach postet anschauen. Schon niedlich das kleine.
Und dann unter einem Kinderbild ein Link zu einem Blog. Zeit zum Aufwachen, es geht um Impfungen. Mhm, klingt ja schon mal interessant und so, als wären da Impfgegner aktiv. Gleich mal anklicken.
Und wirklich: ich lag ganz richtig mit meiner Vermutung.
Ein Forscher, der ehemals an Impfungen gearbeitet hat, wird interviewt. Er erzählt, wie verunreinigt die ganzen Impfstoffe sind. Er erklärt, dass gar nicht bewiesen ist, dass Geimpfte wirklich geschützt sind. Auch wenn man gegen Masern geimpft wurde und sie nicht bekommen hat, lag das ja vielleicht auch nur daran, dass man keinen Kontakt zu dem Virus hatte. Und wenn man gesund lebt und glücklich ist - der Geist macht nämlich den Großteil des Immunsystems aus; muss man wissen - bekommt man die Krankheit auch ohne Impfung nicht.
Und sowieso: Impfungen verursachen Autismus, Impfungen lösen die Krankheit aus, vor der sie schützen sollen und wenn das Kind durch die Impfung schon nicht autistisch wird, dann werden dadurch zumindest seine geistigen Möglichkeiten eingeschränkt. Aufmerksamkeitsstörungen, Wutanfälle oder einfach nicht im Vollbesitz der geistigen Fähigkeiten? Das muss an der Impfung liegen!
Eine Infektion durchzumachen, lässt das Kind stark werden und reifen, jawoll. Ein paar sterben vielleicht, ein paar haben vielleicht Komplikationen (bei Mumps beispielsweise Hirnhautentzündung oder Hodenentzündung, die zu Unfruchtbarkeit führen kann) aber hey: das Kind ist daran gewachsen und gereift!
Impfungen sind Gift, die Pharmaindustrie verheimlicht das aber, denn schließlich verdient sie Geld damit. Und abgesehen davon wirken Impfungen auch sowieso nicht schützend.
Natürlich dürfen in so einem Artikel ein paar willkürlich eingestreute Bilder von kranken, Mitleid erregenden Kindern nicht fehlen. Erste Assoziation: Oh Gott, die armen Kinder wurden geimpft und sind jetzt todkrank! Aber nein: das Kind auf dem ersten Bild hat Pocken. Wäre ihm mit Impfung nicht passiert. Das schreibt man in so einem Artikel aber nicht drunter.
Die anderen zwei Bilder sind nicht mal beschriftet. Some random schwer kranke Kinder einfach um dem Text Nachdruck zu verleihen.
Beim Lesen des Artikels haben sich mir die Zehennägel hoch gerollt. Wer verbreitet so einen pseudowissenschaftlichen Mist, dessen Ziel es primär ist, Panik zu machen?!
Impfungen sind eine unheimlich geniale Sache, denn sie ermöglichen es, präventiv dafür zu sorgen, dass man gar nicht erst erkrankt. Das ist noch ein Stück besser als das perfekte Medikament, dass die schon eingetretene Krankheit zuverlässig und sicher heilt.
Warum sollte ich auf diese geniale Erfindung freiwillig verzichten? Klar, so eine Nadel im Arm ist nicht das angenehmste, was ich mir vorstellen kann, danach vielleicht einen Tag leichter Schmerz im Muskel, in den injiziert wurde - aber lieber das als sich tatsächlich in Tetanus Krämpfen zu winden nur weil ich mir bei der Gartenarbeit an einem morschen Holzstück eine Verletzung zugezogen habe.
Was auch großartig an Impfungen ist: wenn die Bevölkerung größtenteils geimpft ist, wird sich für den Fall, dass es doch mal ein Kind mit Masern im Kindergarten gibt, der geimpfte Teil dessen Kontaktpersonen nicht anstecken. Damit schützt man auch die Ungeimpften in gewisser Weise vor weiterer Verbreitung der Masern, weil man sich ja nicht ansteckt und infektiös wird, wenn man geimpft wurde. Das funktioniert aber auch nur solange der Großteil der Bevölkerung die schützenden Impfungen erhält. Herdenschutz nennt sich das.
Ich verstehe nicht wirklich, wie sich solche Impfgegner an ihren Behauptungen festhalten können. Es erinnert mich an übertriebenen religiösen Wahn. Die Erde ist eine Scheibe und Impfungen machen krank. Vielleicht ist es die Angst vor den Dingen, die man nicht genau versteht.
Ich finde es sehr schade, dass mit solchen Artikeln die Angst bewusst geschürt wird. Statt aufzuklären, was für Vorteile und auch Risiken Impfungen bieten, wird einfach eine Panik machende Verschwörungstheorie aufgetischt. Es macht mich wütend, so etwas zu lesen aber gleichzeitig auch einfach traurig, wenn ich daran denke, dass genau solche Artikel Eltern vielleicht dazu bringen, ihr Kind nicht impfen zu lassen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr den Artikel, der mich so verärgert hat hier lesen. Ich übernehme keine Garantie für die danach entstehenden Schäden, wenn ihr vor Wut, dass solch ein Schwachsinn verbreitet wird, schwere Gegenstände durchs Zimmer werft.
Wie steht ihr zu dem Thema?
Apfelkern
Aha, der studiert, die andere macht eine Ausbildung zur Bürokauffrau…uh, die nächste hat sogar schon ein Kind! Gleich mal ein paar Bilder des Kindes, die sie einfach postet anschauen. Schon niedlich das kleine.
Und dann unter einem Kinderbild ein Link zu einem Blog. Zeit zum Aufwachen, es geht um Impfungen. Mhm, klingt ja schon mal interessant und so, als wären da Impfgegner aktiv. Gleich mal anklicken.
Und wirklich: ich lag ganz richtig mit meiner Vermutung.
Ein Forscher, der ehemals an Impfungen gearbeitet hat, wird interviewt. Er erzählt, wie verunreinigt die ganzen Impfstoffe sind. Er erklärt, dass gar nicht bewiesen ist, dass Geimpfte wirklich geschützt sind. Auch wenn man gegen Masern geimpft wurde und sie nicht bekommen hat, lag das ja vielleicht auch nur daran, dass man keinen Kontakt zu dem Virus hatte. Und wenn man gesund lebt und glücklich ist - der Geist macht nämlich den Großteil des Immunsystems aus; muss man wissen - bekommt man die Krankheit auch ohne Impfung nicht.
Und sowieso: Impfungen verursachen Autismus, Impfungen lösen die Krankheit aus, vor der sie schützen sollen und wenn das Kind durch die Impfung schon nicht autistisch wird, dann werden dadurch zumindest seine geistigen Möglichkeiten eingeschränkt. Aufmerksamkeitsstörungen, Wutanfälle oder einfach nicht im Vollbesitz der geistigen Fähigkeiten? Das muss an der Impfung liegen!
Eine Infektion durchzumachen, lässt das Kind stark werden und reifen, jawoll. Ein paar sterben vielleicht, ein paar haben vielleicht Komplikationen (bei Mumps beispielsweise Hirnhautentzündung oder Hodenentzündung, die zu Unfruchtbarkeit führen kann) aber hey: das Kind ist daran gewachsen und gereift!
Impfungen sind Gift, die Pharmaindustrie verheimlicht das aber, denn schließlich verdient sie Geld damit. Und abgesehen davon wirken Impfungen auch sowieso nicht schützend.
Natürlich dürfen in so einem Artikel ein paar willkürlich eingestreute Bilder von kranken, Mitleid erregenden Kindern nicht fehlen. Erste Assoziation: Oh Gott, die armen Kinder wurden geimpft und sind jetzt todkrank! Aber nein: das Kind auf dem ersten Bild hat Pocken. Wäre ihm mit Impfung nicht passiert. Das schreibt man in so einem Artikel aber nicht drunter.
Die anderen zwei Bilder sind nicht mal beschriftet. Some random schwer kranke Kinder einfach um dem Text Nachdruck zu verleihen.
Beim Lesen des Artikels haben sich mir die Zehennägel hoch gerollt. Wer verbreitet so einen pseudowissenschaftlichen Mist, dessen Ziel es primär ist, Panik zu machen?!
Impfungen sind eine unheimlich geniale Sache, denn sie ermöglichen es, präventiv dafür zu sorgen, dass man gar nicht erst erkrankt. Das ist noch ein Stück besser als das perfekte Medikament, dass die schon eingetretene Krankheit zuverlässig und sicher heilt.
Warum sollte ich auf diese geniale Erfindung freiwillig verzichten? Klar, so eine Nadel im Arm ist nicht das angenehmste, was ich mir vorstellen kann, danach vielleicht einen Tag leichter Schmerz im Muskel, in den injiziert wurde - aber lieber das als sich tatsächlich in Tetanus Krämpfen zu winden nur weil ich mir bei der Gartenarbeit an einem morschen Holzstück eine Verletzung zugezogen habe.
Was auch großartig an Impfungen ist: wenn die Bevölkerung größtenteils geimpft ist, wird sich für den Fall, dass es doch mal ein Kind mit Masern im Kindergarten gibt, der geimpfte Teil dessen Kontaktpersonen nicht anstecken. Damit schützt man auch die Ungeimpften in gewisser Weise vor weiterer Verbreitung der Masern, weil man sich ja nicht ansteckt und infektiös wird, wenn man geimpft wurde. Das funktioniert aber auch nur solange der Großteil der Bevölkerung die schützenden Impfungen erhält. Herdenschutz nennt sich das.
Ich verstehe nicht wirklich, wie sich solche Impfgegner an ihren Behauptungen festhalten können. Es erinnert mich an übertriebenen religiösen Wahn. Die Erde ist eine Scheibe und Impfungen machen krank. Vielleicht ist es die Angst vor den Dingen, die man nicht genau versteht.
Ich finde es sehr schade, dass mit solchen Artikeln die Angst bewusst geschürt wird. Statt aufzuklären, was für Vorteile und auch Risiken Impfungen bieten, wird einfach eine Panik machende Verschwörungstheorie aufgetischt. Es macht mich wütend, so etwas zu lesen aber gleichzeitig auch einfach traurig, wenn ich daran denke, dass genau solche Artikel Eltern vielleicht dazu bringen, ihr Kind nicht impfen zu lassen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr den Artikel, der mich so verärgert hat hier lesen. Ich übernehme keine Garantie für die danach entstehenden Schäden, wenn ihr vor Wut, dass solch ein Schwachsinn verbreitet wird, schwere Gegenstände durchs Zimmer werft.
Wie steht ihr zu dem Thema?
Apfelkern
Montag, 1. September 2014
Das war das Bloggertreffen Köln 2014
Am letzten Wochenende war das Bloggertreffen in Köln und ich war dabei. Für mich war es das erste Bloggertreffen. Aufgeregt und nervös, dass mich eh keiner der bekannten Blogger kennt und ich wahrscheinlich den Abend lang allein rum hocken werde, ging ich rein, lächelnd und mit anderen tollen Bloggern den Weg zum Bahnhof suchend, kam ich wieder raus.
Ich hatte ein paar Fangirl Momente (und jetzt erzählt mir nicht, ihr würdet nicht kreischen, wenn ihr Chaosmacherin live sehen würdet!), ich musste lachen, unterhielt mich gut, war überrascht, dass mein Grillfleisch innen roh war aber entdeckte dann wie zum Ausgleich, dass es unendlich großartigen Lakritzlikör gab.
Meine Sorgen waren unbegründet: Trotz anfänglicher Schüchternheit kam man ins Gespräch und alle, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr freundlich und offen. Keine Spur von Arroganz der bekannteren Blogger gegenüber dem Rest.
Zuerst traf ich auf Verena vom Blog Flying Thoughts und war gleich einmal unheimlich erleichtert, jemanden auf dem Treffen zu sehen, den ich kannte und von dem ich auch wusste, dass er mich kannte. Da sie auch zum ersten Mal beim Treffen war, waren wir wohl ähnlich aufgeregt und konnten uns gegenseitig ein bisschen beruhigen.
Danke, dass du als kleine Überraschung Printen aus Aachen mitgebracht hast!
Die Autorin von Neontrauma war sehr charmant aber vor allem auch so überzeugend mit ihren professionellen Visitenkarten, dass ich ab sofort Leser ihres Blogs über Fotografie bin.
Eins meiner Highlights war es, Sumi zu treffen, deren Blog ich gefühlt ewig schon kenne. Sie war live so unglaublich süß und nahm sich für wirklich alle Zeit, was ich einfach nur total sympathisch fand.
Der nächste Höhepunkt war, dass sich Guddy einfach mal zu uns an den Tisch setzte. Auch ihren großartigen Blog, auf dem man in naher Zukunft bestimmt wieder die epischen Ponys in seine Kommentare einbinden kann (nicht wahr, Guddy?), lese ich seitdem ich Blogs für mich entdeckt habe. Sie war so verdammt aufgeweckt und positiv, dass man gar nicht anders konnte, als sie zu mögen. Und man kann mit ihr wirklich prima Lakritzlikör trinken.
Ich hätte ja nicht gedacht, dass sie großartig mit mir reden werden, aber zumindest einmal ansprechen wollte ich Kathi und Marco auf jeden Fall. Es stellte sich heraus, dass beide sehr albern, sehr gesprächig und vor allem sympathisch sind. Auch wenn sie keinen Lakritzlikör mögen. Die beiden haben das Bloggertreffen für mich sehr bereichert!
Thorsten machte für seinen Blog ziemlich direkt Werbung, aber bei seinen sehr genialen Fotos, die er dort veröffentlicht, sei es ihm verziehen.
Ganz nüchtern war Sebastian nicht mehr, als wir ins Gespräch kamen, aber er war vom ersten Moment an ein toller Gesprächspartner. Und der Hut stand ihm wirklich ausgezeichnet.
Zu erwähnen sind dann noch auf jeden Fall die wunderschönen (wichtig für die Instagram Nutzer auf dem Treffen) und vor allem noch leckeren Cupcakes von Sissy, der Hund mit den besten Tweets, die ich je von einem Hund gelesen habe, der Blogger und Ingress Schlumpf Sonnenhexer, für den ich gerne die Portale wieder grün gemacht habe und Keks, die Frau mit der wahrscheinlich schmalsten Taille, die ich je gesehen habe.
Es gibt noch eine Sache, die ich gern erwähnen möchte, weil sie mich im Laufe des Abends wirklich gestört hat: die Musik. Und zwar nicht die Musik aus den Lautsprechern, die im Hintergrund vor sich hin spielte, sondern die Live Bands. Es gab gleich vier Stück davon, sie alle waren nicht schlecht aber sie waren alle unglaublich laut. Eine Unterhaltung war drinnen nur noch mit Anschreien möglich und das geht gar nicht bei einer Veranstaltung, zu der man geht, um sich zu unterhalten. Denke ich zumindest.
Klar hätte man raus gehen können aber da war es kalt, ab und zu regnerisch und dort waren am Ende des Abends auch keine Sitzplätze mehr. Ich hoffe, für das nächste Bloggertreffen findet man eine bessere Lösung, Unterhaltungen in normaler Lautstärke zu ermöglichen auch wenn man auf Live Bands nicht verzichten will.
Davon abgesehen war es ein großartiger Abend, für den es sich definitiv gelohnt hat, nach Köln zu fahren. Mein ganz besonderer Dank geht an Karo, die überhaupt erst die Idee hatte, dort zusammen hin zu fahren und die auch ansonsten ziemlich knorke ist.
Apfelkern
Ich hatte ein paar Fangirl Momente (und jetzt erzählt mir nicht, ihr würdet nicht kreischen, wenn ihr Chaosmacherin live sehen würdet!), ich musste lachen, unterhielt mich gut, war überrascht, dass mein Grillfleisch innen roh war aber entdeckte dann wie zum Ausgleich, dass es unendlich großartigen Lakritzlikör gab.
Meine Sorgen waren unbegründet: Trotz anfänglicher Schüchternheit kam man ins Gespräch und alle, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr freundlich und offen. Keine Spur von Arroganz der bekannteren Blogger gegenüber dem Rest.
Zuerst traf ich auf Verena vom Blog Flying Thoughts und war gleich einmal unheimlich erleichtert, jemanden auf dem Treffen zu sehen, den ich kannte und von dem ich auch wusste, dass er mich kannte. Da sie auch zum ersten Mal beim Treffen war, waren wir wohl ähnlich aufgeregt und konnten uns gegenseitig ein bisschen beruhigen.
Danke, dass du als kleine Überraschung Printen aus Aachen mitgebracht hast!
Die Autorin von Neontrauma war sehr charmant aber vor allem auch so überzeugend mit ihren professionellen Visitenkarten, dass ich ab sofort Leser ihres Blogs über Fotografie bin.
Eins meiner Highlights war es, Sumi zu treffen, deren Blog ich gefühlt ewig schon kenne. Sie war live so unglaublich süß und nahm sich für wirklich alle Zeit, was ich einfach nur total sympathisch fand.
Ich hätte ja nicht gedacht, dass sie großartig mit mir reden werden, aber zumindest einmal ansprechen wollte ich Kathi und Marco auf jeden Fall. Es stellte sich heraus, dass beide sehr albern, sehr gesprächig und vor allem sympathisch sind. Auch wenn sie keinen Lakritzlikör mögen. Die beiden haben das Bloggertreffen für mich sehr bereichert!Thorsten machte für seinen Blog ziemlich direkt Werbung, aber bei seinen sehr genialen Fotos, die er dort veröffentlicht, sei es ihm verziehen.
Ganz nüchtern war Sebastian nicht mehr, als wir ins Gespräch kamen, aber er war vom ersten Moment an ein toller Gesprächspartner. Und der Hut stand ihm wirklich ausgezeichnet.
Zu erwähnen sind dann noch auf jeden Fall die wunderschönen (wichtig für die Instagram Nutzer auf dem Treffen) und vor allem noch leckeren Cupcakes von Sissy, der Hund mit den besten Tweets, die ich je von einem Hund gelesen habe, der Blogger und Ingress Schlumpf Sonnenhexer, für den ich gerne die Portale wieder grün gemacht habe und Keks, die Frau mit der wahrscheinlich schmalsten Taille, die ich je gesehen habe.
Es gibt noch eine Sache, die ich gern erwähnen möchte, weil sie mich im Laufe des Abends wirklich gestört hat: die Musik. Und zwar nicht die Musik aus den Lautsprechern, die im Hintergrund vor sich hin spielte, sondern die Live Bands. Es gab gleich vier Stück davon, sie alle waren nicht schlecht aber sie waren alle unglaublich laut. Eine Unterhaltung war drinnen nur noch mit Anschreien möglich und das geht gar nicht bei einer Veranstaltung, zu der man geht, um sich zu unterhalten. Denke ich zumindest.
Klar hätte man raus gehen können aber da war es kalt, ab und zu regnerisch und dort waren am Ende des Abends auch keine Sitzplätze mehr. Ich hoffe, für das nächste Bloggertreffen findet man eine bessere Lösung, Unterhaltungen in normaler Lautstärke zu ermöglichen auch wenn man auf Live Bands nicht verzichten will.
Davon abgesehen war es ein großartiger Abend, für den es sich definitiv gelohnt hat, nach Köln zu fahren. Mein ganz besonderer Dank geht an Karo, die überhaupt erst die Idee hatte, dort zusammen hin zu fahren und die auch ansonsten ziemlich knorke ist.
Apfelkern
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Donnerstag, 28. August 2014
Tüte überm Kopf
Ich weiß schon ein paar Monate, dass ich am 30. August beim Bloggertreffen in Köln dabei sein werde aber so richtig aufgeregt werde ich erst jetzt.
Was, wenn ich keinen kenne beziehungsweise - was noch viel schlimmer ist - zwar einige Blogger erkenne aber keiner mit mir reden will? Und was erzähle ich denn eigentlich, wer ich bin? Bleibe ich bei Apfelkern oder verrate ich meinen richtigen Namen? Wenn ich in Köln auf das Pseudonym bestehe, müsste ich mir ja eigentlich konsequent eine Tüte über den Kopf ziehen. Na dann muss ich mich ja auch echt nicht wundern, wenn keiner Lust auf ein Gespräch mit mir hat.
Klingt absolut albern aber das geht mir wirklich durch den Kopf.
Ich habe mich inzwischen mit dem Gedanken, mich dort mit richtigem Namen vorzustellen abgefunden und angefreundet. Und das mit der Tüte über dem Kopf wäre mir eh zu peinlich gewesen, um es wirklich zu machen.
Jetzt stellt sich die Frage, warum ich - wenn ich nun schon auf dem Bloggertreffen dazu bereit bin - meinen Namen nicht gleich allen Lesern verrate und das Pseudonym aufgebe.
Abgesehen davon, dass ich den Namen Apfelkern sehr mag und er inzwischen einfach in gewisser Weise zu mir gehört und auch irgendwie auch mein Name ist, hat er mehr Wiedererkennungswert als ein stinknormaler nicht besonders exotischer Vorname.
Mein Hauptgrund, anonym bloggen zu wollen ist mein Studium beziehungsweise der Beruf, der sich später daraus ergibt. Als Medizinstudent ist es nicht besonders schlimm, mit einem persönlichen Blog in Verbindung gebracht zu werden, doch wenn man als Arzt tätig ist, möchte man eher nicht, dass die Patienten während sie einen googlen auf einen privaten Blog stoßen und von emotionalen Ereignissen und Blödeleien lesen können. Oder zumindest möchte ich das nicht.
Wenn man mich auf dem Bloggertreffen live sieht und als Blogger erlebt ist das in Ordnung - schließlich ist das ein Treffen von Bloggern und nicht eins mit Patienten. Es werden garantiert Bilder entstehen und wahrscheinlich werde ich auch mal auf einem zu sehen sein. Das ist für mich in Ordnung, solange sie nur mit dem Blog verknüpft/ verlinkt werden aber nicht mit meinem vollständigen Namen.
Was ich mit dem Impressum des Blogs mache, ist auch noch so eine Frage. Meinen richtigen Namen möchte ich aus eben genannten Gründen nicht unbedingt angeben und ob eine Mailadresse reicht, weiß ich auch nicht. Bisher hatte ich keine Probleme damit aber wie auch, wenn ich anonym blogge und damit keiner weiß, an wen außer die gegebene Mailadresse er sich wegen Beschwerden oder ähnlichem wenden kann. Tjo. Kennt ihr euch damit aus?
Aber viel mehr als Informationen zum Thema Impressum interessiert mich ja momentan, ob ihr auch beim Bloggertreffen in Köln dabei sein werdet.
Apfelkern
Was, wenn ich keinen kenne beziehungsweise - was noch viel schlimmer ist - zwar einige Blogger erkenne aber keiner mit mir reden will? Und was erzähle ich denn eigentlich, wer ich bin? Bleibe ich bei Apfelkern oder verrate ich meinen richtigen Namen? Wenn ich in Köln auf das Pseudonym bestehe, müsste ich mir ja eigentlich konsequent eine Tüte über den Kopf ziehen. Na dann muss ich mich ja auch echt nicht wundern, wenn keiner Lust auf ein Gespräch mit mir hat.
Klingt absolut albern aber das geht mir wirklich durch den Kopf.
Ich habe mich inzwischen mit dem Gedanken, mich dort mit richtigem Namen vorzustellen abgefunden und angefreundet. Und das mit der Tüte über dem Kopf wäre mir eh zu peinlich gewesen, um es wirklich zu machen.
Jetzt stellt sich die Frage, warum ich - wenn ich nun schon auf dem Bloggertreffen dazu bereit bin - meinen Namen nicht gleich allen Lesern verrate und das Pseudonym aufgebe.
Abgesehen davon, dass ich den Namen Apfelkern sehr mag und er inzwischen einfach in gewisser Weise zu mir gehört und auch irgendwie auch mein Name ist, hat er mehr Wiedererkennungswert als ein stinknormaler nicht besonders exotischer Vorname.
Mein Hauptgrund, anonym bloggen zu wollen ist mein Studium beziehungsweise der Beruf, der sich später daraus ergibt. Als Medizinstudent ist es nicht besonders schlimm, mit einem persönlichen Blog in Verbindung gebracht zu werden, doch wenn man als Arzt tätig ist, möchte man eher nicht, dass die Patienten während sie einen googlen auf einen privaten Blog stoßen und von emotionalen Ereignissen und Blödeleien lesen können. Oder zumindest möchte ich das nicht.
Wenn man mich auf dem Bloggertreffen live sieht und als Blogger erlebt ist das in Ordnung - schließlich ist das ein Treffen von Bloggern und nicht eins mit Patienten. Es werden garantiert Bilder entstehen und wahrscheinlich werde ich auch mal auf einem zu sehen sein. Das ist für mich in Ordnung, solange sie nur mit dem Blog verknüpft/ verlinkt werden aber nicht mit meinem vollständigen Namen.
Was ich mit dem Impressum des Blogs mache, ist auch noch so eine Frage. Meinen richtigen Namen möchte ich aus eben genannten Gründen nicht unbedingt angeben und ob eine Mailadresse reicht, weiß ich auch nicht. Bisher hatte ich keine Probleme damit aber wie auch, wenn ich anonym blogge und damit keiner weiß, an wen außer die gegebene Mailadresse er sich wegen Beschwerden oder ähnlichem wenden kann. Tjo. Kennt ihr euch damit aus?
Aber viel mehr als Informationen zum Thema Impressum interessiert mich ja momentan, ob ihr auch beim Bloggertreffen in Köln dabei sein werdet.
Apfelkern
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Montag, 25. August 2014
Abonnieren für jeden Geschmack
Wie lest ihr eigentlich Blogs? Welche Blogs ihr so mögt ist ja spätestens seit der Aktion Blogliebe klar aber wie lest ihr sie eigentlich? Damit will ich aber nicht darauf hinaus, ob ihr dabei lieber auf dem Bauch liegt oder im Sessel lümmelt. Mich interessiert viel mehr, wie ihr Blogs abonniert.
Die Frage kam bei mir auf, weil bei diversen Blog Gewinnspielen immer gefordert wird, dass man um zu gewinnen, schön brav bei GFC oder Bloglovin folgt. Andere Möglichkeiten des Abonnierens werden nicht gestattet falls man den Gewinn abstauben möchte. Das finde ich ziemlich lächerlich, denn was nützt es dem Gewinnspielveranstalter abgesehen von der Statistik, dass ich seinen Blog bei GFC hinzufüge, wenn ich dort eh nie rein schaue und demzufolge seinen Blog dort eh nicht lesen werde?
Ganz am Anfang, im April 2011 (oh Gott - ich bin alt!) habe ich die drei Blogs, die ich las noch über Google Friend Connect kurz GFC abonniert. Irgendwann war ich genervt davon, dass man immer so weit scrollen musste, um die Blogs in der Dashboard Ansicht lesen zu können. Es war einfach unübersichtlich. Dazu kamen noch die regelmäßigen Gerüchte, dass GFC quasi SOFORT eingestellt werden würde und so wechselte ich zu Bloglovin.
Bloglovin war gleich mal sehr viel übersichtlicher gestaltet und man konnte damit auch Blogs abonnieren, die keine Blogger/Blogspot Seiten waren. Das hat mich bei GFC auch sehr genervt aber so richtig aufgefallen, wie einschränkend das eigentlich war, ist es mir erst als ich schon längst zu Bloglovin umgezogen war.
Mit der Lösung war ich lange zufrieden. Wunschlos glücklich war ich allerdings nicht, denn mich störte es, dass ich jeden Artikel einzeln in einer neuen Seite öffnen musste und ihn nicht einfach in meiner Bloglovin Ansicht lesen konnte. Aber nun ja, was soll man mit seinen begrenzten technischen Fähigkeiten und seiner nicht ausreichenden Motivation, das Luxusproblem zu lösen, tun.
Letztendlich hat sich das Problem sogar von allein gelöst. Als der Google Reader (also der ordentliche Feedreader; nicht zu verwechseln mit dem ollen GFC!) 2013 eingestellt wurde, wurden auf vielen Blogs Alternativen dazu vorgestellt. Obwohl ich den Google Reader nie genutzt habe, probierte ich Feedly aus, das eine nahezu identische Alternative zum Google Reader sein sollte.
Man erstellt sich einen Account und gibt dann im Suchfeld die URL des Blogs, dem man folgen möchte ein und fügt ihn dann seiner Leseliste hinzu. Fertig. Sobald es dann einen neuen Post auf der abonnierten Seite gibt, wird er auf der Seite von Feedly angezeigt und zwar komplett.
So kann ich total bequem ohne ständig neue Tabs öffnen zu müssen die Artikel lesen.
Um einen Kommentar zu schreiben, muss man letztlich doch die Seite extra öffnen, doch da ich eh nur bei einem Bruchteil der gelesenen Posts kommentiere (was eigentlich sehr egoistisch und traurig ist), empfinde ich das nicht als störend. Bis auf die paar Blogs, die ihre Posts mit einem Textumbruch versehen, sodass man doch die URL des Blogs extra aufrufen muss, lässt sich alles über Feedly einfach abonnieren und lesen. Mit der Lösung bin ich aktuell sehr zufrieden.
Ein weiterer Pluspunkt für Feedly ist in meinen Augen die App, die für meines Wissens nach zumindest für Android und iOS verfügbar ist und ein lesen aller abonnierten Blogs auch auf dem Handy möglich macht. Das ist besonders praktisch, wenn man unterwegs ist, den PC mal nicht dabei hat oder auch einfach nur mit dem Handy im Bett lümmeln und Blogs lesen will.
Ob Bloglovin eine App hat, kann ich nicht sagen, da ich als ich Bloglovin nutze kein Smartphone hatte.
Was ich mich schon immer frage: nutzt wirklich jemand die Abonnements via E-Mail? Ich stelle mir vor, dass das total unübersichtlich wird, wenn man mehr als vier Blogs, die regelmäßig Beitrage veröffentlichen, abonniert hat.
Fun Fact: Irgendwann habe ich voller Leichtsinn 9GAG abonniert. Mir wurde die Anzahl der neuen Posts aber sehr schnell zu überwältigend viel und ich hab die Seite fix aus der Leseliste gekickt. Da hat es nicht mal geholfen, 9GAG über Feedly abonniert zu haben.
Und, wie verfolgt ihr eure liebsten Blogs?
Apfelkern
Die Frage kam bei mir auf, weil bei diversen Blog Gewinnspielen immer gefordert wird, dass man um zu gewinnen, schön brav bei GFC oder Bloglovin folgt. Andere Möglichkeiten des Abonnierens werden nicht gestattet falls man den Gewinn abstauben möchte. Das finde ich ziemlich lächerlich, denn was nützt es dem Gewinnspielveranstalter abgesehen von der Statistik, dass ich seinen Blog bei GFC hinzufüge, wenn ich dort eh nie rein schaue und demzufolge seinen Blog dort eh nicht lesen werde?
Ganz am Anfang, im April 2011 (oh Gott - ich bin alt!) habe ich die drei Blogs, die ich las noch über Google Friend Connect kurz GFC abonniert. Irgendwann war ich genervt davon, dass man immer so weit scrollen musste, um die Blogs in der Dashboard Ansicht lesen zu können. Es war einfach unübersichtlich. Dazu kamen noch die regelmäßigen Gerüchte, dass GFC quasi SOFORT eingestellt werden würde und so wechselte ich zu Bloglovin.
Bloglovin war gleich mal sehr viel übersichtlicher gestaltet und man konnte damit auch Blogs abonnieren, die keine Blogger/Blogspot Seiten waren. Das hat mich bei GFC auch sehr genervt aber so richtig aufgefallen, wie einschränkend das eigentlich war, ist es mir erst als ich schon längst zu Bloglovin umgezogen war.
Mit der Lösung war ich lange zufrieden. Wunschlos glücklich war ich allerdings nicht, denn mich störte es, dass ich jeden Artikel einzeln in einer neuen Seite öffnen musste und ihn nicht einfach in meiner Bloglovin Ansicht lesen konnte. Aber nun ja, was soll man mit seinen begrenzten technischen Fähigkeiten und seiner nicht ausreichenden Motivation, das Luxusproblem zu lösen, tun.
Letztendlich hat sich das Problem sogar von allein gelöst. Als der Google Reader (also der ordentliche Feedreader; nicht zu verwechseln mit dem ollen GFC!) 2013 eingestellt wurde, wurden auf vielen Blogs Alternativen dazu vorgestellt. Obwohl ich den Google Reader nie genutzt habe, probierte ich Feedly aus, das eine nahezu identische Alternative zum Google Reader sein sollte.
Man erstellt sich einen Account und gibt dann im Suchfeld die URL des Blogs, dem man folgen möchte ein und fügt ihn dann seiner Leseliste hinzu. Fertig. Sobald es dann einen neuen Post auf der abonnierten Seite gibt, wird er auf der Seite von Feedly angezeigt und zwar komplett.
So kann ich total bequem ohne ständig neue Tabs öffnen zu müssen die Artikel lesen.
Um einen Kommentar zu schreiben, muss man letztlich doch die Seite extra öffnen, doch da ich eh nur bei einem Bruchteil der gelesenen Posts kommentiere (was eigentlich sehr egoistisch und traurig ist), empfinde ich das nicht als störend. Bis auf die paar Blogs, die ihre Posts mit einem Textumbruch versehen, sodass man doch die URL des Blogs extra aufrufen muss, lässt sich alles über Feedly einfach abonnieren und lesen. Mit der Lösung bin ich aktuell sehr zufrieden.
Ein weiterer Pluspunkt für Feedly ist in meinen Augen die App, die für meines Wissens nach zumindest für Android und iOS verfügbar ist und ein lesen aller abonnierten Blogs auch auf dem Handy möglich macht. Das ist besonders praktisch, wenn man unterwegs ist, den PC mal nicht dabei hat oder auch einfach nur mit dem Handy im Bett lümmeln und Blogs lesen will.
Ob Bloglovin eine App hat, kann ich nicht sagen, da ich als ich Bloglovin nutze kein Smartphone hatte.
Was ich mich schon immer frage: nutzt wirklich jemand die Abonnements via E-Mail? Ich stelle mir vor, dass das total unübersichtlich wird, wenn man mehr als vier Blogs, die regelmäßig Beitrage veröffentlichen, abonniert hat.
Fun Fact: Irgendwann habe ich voller Leichtsinn 9GAG abonniert. Mir wurde die Anzahl der neuen Posts aber sehr schnell zu überwältigend viel und ich hab die Seite fix aus der Leseliste gekickt. Da hat es nicht mal geholfen, 9GAG über Feedly abonniert zu haben.
Und, wie verfolgt ihr eure liebsten Blogs?
Apfelkern
Freitag, 8. August 2014
Aktion Blogliebe - Blogs, die einem den Tag versüßen
Ich finde es immer ziemlich schwer, eine Auswahl zu treffen, die mich selbst überzeugt aber für euch nicht todlangweilig ist, weil der entsprechende Blog schon zwölftausend mal empfohlen wurde. Deshalb empfehle ich euch jetzt auch nicht Asus hörnchentastischen Blog voller farbenfrohem Kram und Persönlichkeit, den ihr wahrscheinlich eh schon kennt, sondern ein paar andere.
Zuerst einmal: Flussperle
Rebecca schreibt anders. Kurz, treffend, mit eigenem Stil und irgendwie eindringlich. Sie sieht viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel als ich und das macht es sehr interessant. Neue Posts kommen nicht so häufig wie auf anderen Blogs aber wenn es einen neuen gibt, freue ich mich jedes mal unheimlich darauf, ihn zu lesen. Daher eine absolute Empfehlung, euch den Blog anzusehen.
Nächste Empfehlung: 2deutig
Chaotisch und ehrlich - das sind die beiden Wörter, die mir zuerst zu dem Blog einfallen und das sind zwei sehr treffende Adjektive. Melanie schreibt über ihr Leben, über das was sie erlebt und gerne erleben würde. Dabei ist sie einfach so erfrischend ehrlich und sympathisch, dass es einfach verdammt viel Spaß macht, die kleinen Geschichten zu lesen.
Außerdem fotografiert sie auch wild umher, sodass auch für diejenige, die nicht nur Text sehen wollen, etwas dabei ist.
Von 2eutig ist es nicht weit zum Blog Rundengeherin, denn die beiden Autorinnen sehen sich gerne die gleichen Filme an um dann beide darüber zu schreiben. Auch wenn ich nicht dafür bekannt bin, leidenschaftlich Filme anzusehen, denke ich mir immer wieder, dass man sich doch mal einen der vorgestellten Werke ansehen könnte.
Neben den Filmvorstellungen gibt es noch Alltagsausschnitte, Gedankenfetzen und ein bisschen persönliches von der Autorin.
Besonders gern mag ich auch hier wieder den Schreibstil.
Auf dem Blog Rosa Luftballon von Sindy fühle ich mich total wohl. Sie ist - und das ist nicht im geringsten negativ gemeint - einfach total normal. Es macht Spaß über die alltäglichen Probleme zu lesen, dass sie kleine Erkenntnisse mit den Lesern teilt und vor allem auch ihre Bilder, die im Gegensatz zu so vielen anderen auf Blogs nicht immer gestellt und perfekt sind, mag ich sehr.
Was auch immer wieder auftaucht und es aktuell spannend macht: sie heiratet bald.
Zuletzt möchte ich euch einen Kochblog vorstellen, denn das darf hier auch nicht fehlen, wo ich doch selbst so ein verkappter Kochblogger bin. Einer meiner Dauerfavoriten in Sachen Kochblogs ist Frau Bunt kocht.
Sie beginnt jedes Rezept mit einem Zitat und beendet es damit, dass sie meine Speicheldrüsen aktiviert hat. Es sind keine Trendrezepte (ich sag nur Macaroons, Cupcakes, Low Carb, vegan und was sonst gerade gehypt wird) sondern eine bunte Mischung aus dem, was sie mag. Und das sind abwechslungsreiche, frische, gesunde aber vor allem leckere Gerichte. Ihre Rezepte inspirieren mich jedes Mal, weil es einfach immer so ganz anders ist als das, was ich selbst normalerweise koche.
So, das waren meine aktuellen Bloglieblinge. Vielleicht ist für euch ja was dabei.
Und ich mache mich jetzt auf, unter den anderen Beiträgen zur Aktion Blogliebe nach neuen Schätzen zu suchen.
Apfelkern
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