Mein Handmixer ist kaputt. Nach vielen Jahren ist plötzlich beim Kneten von Hefeteig das Plastikgehäuse gebrochen. Einfach so.
Ich liebe gutes Essen und um sicherzustellen, dass ich auch solches bekomme, koche ich viel und gern. Daher war es trotz allen Bestrebungen, den eigenen Konsum zu minimieren, keine Frage, ob ich den kaputten Handmixer ersetzen werde. So ein Gerät brauche ich einfach. Kann ja nicht so schwer sein, ein zuverlässiges, hochwertiges neues Modell zu finden... dachte ich zumindest.
Schon oft hab ich von meinen Großeltern gehört, dass es früher in der DDR keine Auswahl in den Geschäften gab. Wenn man einen Toaster wollte, hat man eben den Toaster gekauft. Entweder man nimmt das eine Modell, das es gab oder gar keinen. Und das auch nur, wenn es eben verfügbar war. Diese Geräte müssen sehr solide gewesen sein, denn nur das kann erklären, warum meine Großeltern noch heute pastellblaue Kaffemühlen, beige Handrührgeräte und laute, stinkende aber vor allem historisch wertvolle Föne haben, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind. Über Energieeffizienz in dem Kontext reden wir an der Stelle mal lieber nicht.
Da die Auswahl heute aber riesig ist, kommt schnell ein Gefühl der Überforderung auf. Klar weiß ich, was ich will: ein hochwertiges Gerät mit ordentlich Kraft auch für zähe Brotteige, das lange hält. Wenn möglich Metall an den wichtigen sich bewegenden Teilen. Das darf in der Anschaffung dann auch gern ein wenig mehr kosten.
Doch leider ist der Preis kein zuverlässiges Merkmal für gute Verarbeitung mehr und das nervt mich absolut. Wie kann es denn sein, dass man stylischen Schrott dem gutgläubigen Kunden teuer verkauft? Haben die Hersteller denn kein Gewissen?!
Ich erinnere mich, dass ich mich nach meinem Auszug in einer handrührgerätlose WG Küche und in dem gleichen Dilemma befand. Am liebsten hätte ich den Mixer für die Ewigkeit gekauft, damit man sich nie wieder sorgen müsste, dass man für den Sonntagskuchen plötzlich den Teig nicht fluffig aufschlagen kann.
Nach der Recherche bei einem großen Onlinewarenhaus und auf verschiedenen Vergleichsportalen, war ich aber noch ratloser. Irgendeine Macke schien jedes Gerät zu haben. Und statt den wichtigen Dingen (Einsteckbuchse für Rührstäbe aus Metall oder nicht) wurden irgendwelche komischen Kategorien entwickelt und verglichen. Für Menschen, die unbedingt ein 5 Dezibel leiseres Gerät brauchen. Am Ende gab es nichts, was mich überzeugen konnte.
Es kam damals nie zum Kauf eines Handrührgeräts, stattdessen bekam ich das alte meiner Mutter, die schon ein neues besseres (im Angebot!) gekauft hatte, aber noch darauf wartete, dass dessen Vorgängermodell den Geist aufgibt.
Jetzt weiß ich, dass sie darauf noch drei weitere Jahre hätte warten müssen. Insgesamt hat der Mixer damit keine zehn Jahre überlebt und auch wenn er wöchentlich ran musste, finde ich das echt wenig.
Es hat mich jetzt drei Jahre später wieder nachdenklich werden lassen, dass scheinbar laut Bewertungen alle Geräte ein Problem haben: Der Motor ist zu schwach, läuft so unrund, dass man ihn mit einem Massagegerät verwechseln könnte oder glüht nach drei Minuten Dauerkneten fast. Die Rührbesen bestehen aus schnell brechendem Plastikstielen, Kabel wären zu kurz, tolles Design in 4 Farben aber mit unfassbar (höhö) unhandlichem Griff, zu kurze Knethaken, zu dünne Knethaken, die gleich verbiegen... die Liste der Beschwerden ist gefühlt endlos.
Ja meine Güte, ich möchte doch nur einen Handrührgerät kaufen!!! Und das ganze hat mich schon so sehr in den entnervten Wahnsinn getrieben, dass ich nun am Ende drüber blogge, um nicht mit einem Handrührgerät (extra langes Kabel, extra viel Watt und scharfe Rührhaken) Amok zu laufen. Grrrr!
Der Überfluss lähmt mich. Manchmal wäre es für mich einfacher, eine Wahl zu treffen, wenn man weniger Möglichkeiten hätte. Es würde wirklich helfen, schlicht keine minderwertige Billigware zu produzieren sondern nur vernünftige Produkte. Dann hat man auch langfristig etwas von denen. Aber nein, immer wieder kurzlebigen Plunder verticken bringt wahrscheinlich mehr Gewinne. Die Welt ist manchmal ein absurder Ort.
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Sonntag, 5. Mai 2019
Warum einfach, wenn es auch anders geht
Freitag, 21. Juli 2017
Digital Detox: ein unfreiwilliger Selbstversuch
Immer wieder liest man, dass Leute sich jetzt mal für eine Woche von den sozialen Medien verabschieden; sich mal so richtig Digital Detox gönnen. Nicht immer die längst nicht mehr chronologische Timeline refreshen und nicht jeden Pups, den sie lassen, in den Instastories festhalten müssen. Kann ich mir ja vorstellen, dass sowas sehr anstrengend ist und man davon mal eine Pause braucht. Was ich aber nicht mehr verstehen kann ist, dass alle den Digital Detox so sehr preisen. Denn ich hatte unfreiwillig drei Tage Digital Detox und kann nun sagen, dass es ein Luxus ist, sich sowas leisten zu können.
Ich habe mein Handy verloren. Einfach beim eiligen Radeln zum Hörsaal aus der Tasche gerutscht und erst am Ziel angekommen ist mir dann aufgefallen, dass etwas fehlt. Mit Hilfe des Laptops habe ich sofort das Telefon lokalisiert - laut der Karte in einem Wohnhaus, an dem ich nicht mal vorbei gekommen war. Der nicht so ehrliche Finder hat es direkt ausgeschaltet, sodass man weder eine Nachricht an ihn senden oder die Daten des Geräts löschen konnte. Denn dafür hätte es ja eine Internetverbindung gebraucht. Tjo, das war es dann wohl mit diesem Gerät. Und so stand ich plötzlich ohne Telefon da.
Die SIM Karte war schnell gesperrt, Ersatz dafür sowie ein neues Gerät ließen sich Dank Internet auch schnell organisieren. Blieben nur noch ein paar Tage ohne Handy zu überstehen. Kann ja nicht so schwer sein - dachte ich mir. Dann probiere ich den Digital Detox, von dem alle immer so schwärmen, wohl mal aus!
So ein modernes Mobilfunkgerät ist so viel mehr als das, was der Name beschreibt. Für mich ist es mein Kalender, mein Notizbuch, mein Lehrbuch für die Vorbereitung aufs Staatsexamen, mein mP3 Player, meine Kamera, mein Stadtplan, mein Wecker, meine Taschenlampe und damit irgendwie ein sehr zentrales Element für die Organisation meines Lebens. Natürlich hat es auch eine Unterhaltungsfunktion durch soziale Medien, Netflix oder die Podcast App, doch auf diese kann man auch mal für ein paar Tage verzichten.
Aber was soll man tun, wenn man keine Wahl hat? Man kann so richtig am eigenen Leib spüren, wie aufgeschmissen man ohne dieses kleine kluge Gerät ist.
Stehe beim Arzt, möchte mir einen neuen Termin machen - leider keinen Kalender dabei! Termin auf gut Glück vereinbart mit dem Versprechen, zurückzurufen, sollte man zuhause feststellen, dass er doch nicht passt. Wird nur schwer ohne Handy. Weil - wer hat denn noch ein Festnetztelefon daheim?
Am Bahnhof angekommen und genau die Bahn verpasst, die ich eigentlich erreichen wollte. Jetzt mal kurz checken, was die effizienteste Lösung ist, an den Zielort zu kommen. Ach ja - kein mobiles Internet. Das wird also nix mit der flexiblen intelligenten Routenplanung...
Neues Telefon bestellt und es an die Packstation liefern lassen. Die Vorfreude steigt, es daraus zu befreien. Es gibt nur ein Problem: um die mTAN zu empfangen braucht man ein Smartphone. Es ist zum Heulen!
Dank meines smartphonebesitzenden Freundes konnte ich letztlich doch mein Paket aus der Packstation retten und die unfreiwillige Internetkarenz beenden. Oh happy day!
Und was ist nun das Fazit zum Digital Detox?
Sagen wir so: der längerfristige Verzicht auf Nahrung heißt auch nur dann Fasten, wenn die Alternative nicht Hungern wäre.
Solange man freiwillig auf sein Telefon oder bestimmte Apps darauf verzichtet, kann das bestimmt das eigene Leben für eine Weile bereichern, weil man weniger abgelenkt ist. Doch wenn man es für Anrufe, Routenplanung oder Kalenderfunktion braucht, kann man das Telefon dann trotz Nichtbeachten der tausend ungelesenen Instagramnachrichten aus der Tasche ziehen und für diese nützlichen Funktionen einsetzen. Aber dafür muss man auch keinen Digital Detox verkünden, da man mit genug Selbstbeherrschung auch so seinen Konsum von Social Media oder das permanente Herumdaddeln auf dem Smartphone sein lassen kann. Theoretisch.
Für mich vereint mein Handy sehr viele Funktionen in sich, auf die ich nicht verzichten möchte und letztendlich auch langfristig nicht könnte. Mir selbst diese ganzen Möglichkeiten absichtlich vorzuenthalten, wäre einfach nur dämlich.
Und weil auch schon der analoge Detox mit abführenden Kräutertees zum Entschlacken Blödsinn ist, kann ich hiermit den Digital Detox auch offiziell zum schwachsinnigen Luxusprojekt erklären. Irgendwas muss man wohl machen, wenn man sonst keine Probleme hat.
Ich habe mein Handy verloren. Einfach beim eiligen Radeln zum Hörsaal aus der Tasche gerutscht und erst am Ziel angekommen ist mir dann aufgefallen, dass etwas fehlt. Mit Hilfe des Laptops habe ich sofort das Telefon lokalisiert - laut der Karte in einem Wohnhaus, an dem ich nicht mal vorbei gekommen war. Der nicht so ehrliche Finder hat es direkt ausgeschaltet, sodass man weder eine Nachricht an ihn senden oder die Daten des Geräts löschen konnte. Denn dafür hätte es ja eine Internetverbindung gebraucht. Tjo, das war es dann wohl mit diesem Gerät. Und so stand ich plötzlich ohne Telefon da.
Die SIM Karte war schnell gesperrt, Ersatz dafür sowie ein neues Gerät ließen sich Dank Internet auch schnell organisieren. Blieben nur noch ein paar Tage ohne Handy zu überstehen. Kann ja nicht so schwer sein - dachte ich mir. Dann probiere ich den Digital Detox, von dem alle immer so schwärmen, wohl mal aus!
So ein modernes Mobilfunkgerät ist so viel mehr als das, was der Name beschreibt. Für mich ist es mein Kalender, mein Notizbuch, mein Lehrbuch für die Vorbereitung aufs Staatsexamen, mein mP3 Player, meine Kamera, mein Stadtplan, mein Wecker, meine Taschenlampe und damit irgendwie ein sehr zentrales Element für die Organisation meines Lebens. Natürlich hat es auch eine Unterhaltungsfunktion durch soziale Medien, Netflix oder die Podcast App, doch auf diese kann man auch mal für ein paar Tage verzichten.
Aber was soll man tun, wenn man keine Wahl hat? Man kann so richtig am eigenen Leib spüren, wie aufgeschmissen man ohne dieses kleine kluge Gerät ist.
Stehe beim Arzt, möchte mir einen neuen Termin machen - leider keinen Kalender dabei! Termin auf gut Glück vereinbart mit dem Versprechen, zurückzurufen, sollte man zuhause feststellen, dass er doch nicht passt. Wird nur schwer ohne Handy. Weil - wer hat denn noch ein Festnetztelefon daheim?
Am Bahnhof angekommen und genau die Bahn verpasst, die ich eigentlich erreichen wollte. Jetzt mal kurz checken, was die effizienteste Lösung ist, an den Zielort zu kommen. Ach ja - kein mobiles Internet. Das wird also nix mit der flexiblen intelligenten Routenplanung...
Neues Telefon bestellt und es an die Packstation liefern lassen. Die Vorfreude steigt, es daraus zu befreien. Es gibt nur ein Problem: um die mTAN zu empfangen braucht man ein Smartphone. Es ist zum Heulen!
Dank meines smartphonebesitzenden Freundes konnte ich letztlich doch mein Paket aus der Packstation retten und die unfreiwillige Internetkarenz beenden. Oh happy day!
Und was ist nun das Fazit zum Digital Detox?
Sagen wir so: der längerfristige Verzicht auf Nahrung heißt auch nur dann Fasten, wenn die Alternative nicht Hungern wäre.
Solange man freiwillig auf sein Telefon oder bestimmte Apps darauf verzichtet, kann das bestimmt das eigene Leben für eine Weile bereichern, weil man weniger abgelenkt ist. Doch wenn man es für Anrufe, Routenplanung oder Kalenderfunktion braucht, kann man das Telefon dann trotz Nichtbeachten der tausend ungelesenen Instagramnachrichten aus der Tasche ziehen und für diese nützlichen Funktionen einsetzen. Aber dafür muss man auch keinen Digital Detox verkünden, da man mit genug Selbstbeherrschung auch so seinen Konsum von Social Media oder das permanente Herumdaddeln auf dem Smartphone sein lassen kann. Theoretisch.
Für mich vereint mein Handy sehr viele Funktionen in sich, auf die ich nicht verzichten möchte und letztendlich auch langfristig nicht könnte. Mir selbst diese ganzen Möglichkeiten absichtlich vorzuenthalten, wäre einfach nur dämlich.
Und weil auch schon der analoge Detox mit abführenden Kräutertees zum Entschlacken Blödsinn ist, kann ich hiermit den Digital Detox auch offiziell zum schwachsinnigen Luxusprojekt erklären. Irgendwas muss man wohl machen, wenn man sonst keine Probleme hat.
Dienstag, 29. März 2016
Warum ich Facebook hasse
Social Media ist eine Sache, die in den konventionellen Medien so langsam angekommen ist. Einer der am meisten in Zeitungen, Radio und wahrscheinlich auch Fernsehen zitierten Vertreter davon ist Facebook. Diese riesige Seite, auf der die jungen Menschen sich gern ihre Zeit vertreiben, mit ehemaligen Mitschülern in Kontakt bleiben, über die sie zu ihren Feiern einladen und über den aktuellen Stand ihrer Candy Crush Sucht berichten. Scheinbar lieben sie alle Facebook.
Im Gegensatz dazu kann ich ganz klar sagen, dass ich persönlich Facebook aufrichtig hasse. Nicht einmal unbedingt, weil sie all meine Daten für immer speichern und mich jeder Arsch, mit dem ich nicht unbedingt etwas zu tun haben möchte, dort finden kann, weil es ja leider angesagt ist, seinen Klarnamen als Nutzernamen zu verwenden. Wenn ich nichts poste, kann niemand etwas finden ganz egal ob es dort nun einen leeren Account mit meinem Namen gibt oder nicht.
Ich hasse Facebook dafür, dass es mir ein unglaublich schlechtes Gefühl gibt, sobald ich es auch nur öffne. Offen gesagt zögere ich es so lange es geht heraus, die Seite überhaupt nur aufzurufen.
Das Unwohlsein fängt bei mir schon beim Design der Seite an: Facebook ist ein wildes Wimmebild. Es blinken die Einladungen, Benachrichtigungen über Geburtstage, Posts in Gruppen und dann verschiebt sich auch noch dauernd in der Chatleiste die Anzeige der sich aktuell online befindenden Freunde. Links fordern irgendwelche Apps, Pokes und sonstiger Kleinkram Aufmerksamkeit. Aber wenn man wirklich einmal etwas sucht, findet man es natürlich nicht.
Ich hasse Facebook dafür, dass es mir ein unglaublich schlechtes Gefühl gibt, sobald ich es auch nur öffne. Offen gesagt zögere ich es so lange es geht heraus, die Seite überhaupt nur aufzurufen.
Das Unwohlsein fängt bei mir schon beim Design der Seite an: Facebook ist ein wildes Wimmebild. Es blinken die Einladungen, Benachrichtigungen über Geburtstage, Posts in Gruppen und dann verschiebt sich auch noch dauernd in der Chatleiste die Anzeige der sich aktuell online befindenden Freunde. Links fordern irgendwelche Apps, Pokes und sonstiger Kleinkram Aufmerksamkeit. Aber wenn man wirklich einmal etwas sucht, findet man es natürlich nicht.
Ignoriert man das störende Gedöns an den Seitenleisten sowie der Kopfzeile und versucht, die Posts seiner mehr oder weniger befreundeten Freunde zu lesen, muss man sich erst einmal durch die ganzen unwichtigen Informationen wühlen. Soundso hat jetzt ein neues Profilbild, irgendwer liked some random shit, hat neue Freunde, verlobt sich, hat Kinder, lässt einen Pups. Ich verstehe auf einer Seite, dass Facebook diese Informationen teilen möchte für den Fall, dass es bestimmte Nutzer interessiert, aber mich nervt das eigentlich nur. Weil es mich absolut nicht interessiert (Profilbild, Likes) oder auch weil es mir sofort ein ungutes Gefühl gibt (Verlobung, Freundschaften) würde ich diese Informationen gern abschalten können.
Dass allein das Besuchen von Facebook in mir so ein ungutes Gefühl auslöst, hat auch damit zu tun, dass dort jeder nur seine beste Seite und seine Erfolge zeigt. Wenn ich - am besten in der bequemen Haushose - vor dem PC sitze und lese, dass irgendwer sich gerade während seines unglaublich wilden Wanderurlaubs im Himalaya verlobt hat oder ein Stipendium bekommen hat, zweifle ich jedes mal an mir. Es ist keine Missgunst, kein Neid - ich fühle mich einfach nur schlecht und das lächerlicher Weise ohne wirklich einen Grund dafür zu haben. Man fühlt sich wie ein Versager im Vergleich zu all dem Glanz, den die sogenannten Freunde auf Facebook über sich verbreiten.
Auf Blogs, Twitter oder Instagram findet zumindest in meinen Kreisen bei weitem nicht so viel Selbstbeweihräucherung statt wie auf Facebook. Social Media heißt für mich eigentlich ein Teilen von spannenden, bildenden oder auch einfach nur witzigen Informationen mit oder auch ohne Mehrwert. Im Vergleich dazu ist Facebook gefühlt ein Portfolio der besten Momente im Leben einer Person. Nix Gammellook oder Nachrichten darüber, dass man nachdem man bis halb zwölf geschlafen hat nun Pizza bestellt.
Dazu kommt noch, dass ich mir meine Kreise auf Facebook komplett anders als auf anderen Social Media Seiten zusammengestellt habe. Wenn ich jemandem auf Twitter, Instagram oder seinem Blog folge, dann weil derjenige mir sympathisch ist, mich inspiriert oder in irgendeiner Form einen Mehrwert bietet. Auf Facebook "befreundet" man sich teilweise aus Gruppenzwang mit Kommilitonen, alten Schulfreunden oder wird im schlimmsten und bei mir häufigsten Fall durch andere als Freund angefragt. Und zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich diese Anfragen immer akzeptiere, wenn ich im realen Leben die entsprechende Person wirklich kenne. Eine Ablehnung der Anfrage käme mir vor wie eine unterschwellig aggressive Geste, weshalb ich das auch nie mache. So viel zum Thema Nein sagen können.
Und so komme ich dazu, auf Facebook hauptsächlich von Leuten umgeben zu sein, mit den ich weder ernsthaft befreundet bin noch gerne Zeit mit ihnen verbringen würde. Dementsprechend sehr interessiert mich dann auch ihr neues Profilbild.
Ja und wenn ich den Laden so sehr hasse, warum habe ich dann noch immer einen Account?
Die Frage ist absolut berechtigt.
Facebook ist leider die Hauptinformationsquelle für alles, was das Studium betrifft. Prüfungsfragen aus den letzten Semestern werden gepostet, an Termine erinnert, Veranstaltungen bekannt gegeben. Komplett ohne Facebook ist man schlicht und einfach raus und wäre abhängig davon, dass andere einem verraten, wo die Semesterauftaktsparty stattfindet und ab wann man sich zum Sonographiekurs einschreiben kann. Ich finde es sehr schade, dass ich mich deshalb weiter damit herum ärgern muss.
Facebook ist leider die Hauptinformationsquelle für alles, was das Studium betrifft. Prüfungsfragen aus den letzten Semestern werden gepostet, an Termine erinnert, Veranstaltungen bekannt gegeben. Komplett ohne Facebook ist man schlicht und einfach raus und wäre abhängig davon, dass andere einem verraten, wo die Semesterauftaktsparty stattfindet und ab wann man sich zum Sonographiekurs einschreiben kann. Ich finde es sehr schade, dass ich mich deshalb weiter damit herum ärgern muss.
Mein eigener Facebookaccount ist absolut inaktiv, keine Posts, keine Bilder, ich like fast nichts. Einerseits, um andere nicht damit zu belästigen, dass mein Kram in ihrer Timeline erscheint, andererseits, weil ich nicht möchte, dass jeder weiß, was ich like. Meine Favs auf Twitter werden schließlich auch nicht gleich allen mitgeteilt und das finde ich gut so.
Spoiler: dieser Blog wird von mir nie eine Facebook Fanpage bekommen.
Ich könnte nun alle, mit denen ich befreundet bin ohne dass sie mir tatsächlich besonders nahe ständen einfach entfreunden und dann meine Ruhe genießen während ich in den Semestergruppen noch die nötigen Informationen erhalte. So angenehm dieses Szenario mir aber erscheint: ich werde es wahrscheinlich nicht tun. Schließlich möchte ich niemand offen verärgern und ertrage daher nervige Posts oder vermeide Facebook so lange es geht in der Hoffnung, dass mir dort keiner eine dringende Nachricht schickt. Ich versuche nur neue Facebookfreundschaften mit Menschen, die ich im echten Leben nicht ohne Magenschmerzen als Freunde bezeichnen kann, zu vermeiden.
Für mich persönlich ist Facebook purer Stress und gleichzeitig leider eine notwendige Informationsquelle. Es kann auch interessant bis nützlich sein, dort über ehemalige Mitschüler und neue Bekanntschaften mehr Informationen zu bekommen, doch das war es dann auch mit meinen positiven Assoziationen zu Facebook. Es hat sicher Vorteile für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, doch ich persönlich kann nicht verstehen, weshalb jemand privat Facebook wirklich gerne nutzen würde.
Nutzt ihr Facebook und falls ja: tut ihr das mit Freude?
Ach und… bekommt man eigentlich eine Nachricht, wenn einem jemand die Facebook Freundschaft kündigt?
Dienstag, 12. Januar 2016
Detox-Detox
Neues Jahr, neues Glück, neues ich. Das liest man gerade gefühlt überall. Ein großer Wunsch bei vielen ist es, gesünder zu leben. Mehr Sport, weniger Alkohol, mehr Gemüse essen. Mal so richtig detoxen.
Detox ist ein Wort, das ich sehr zwiegespalten betrachte.
Detox ist ohne Zweifel momentan Trend. Es gibt Detox Tees, Detox Pulver, Detox Kur Anleitungen, Detox Fußpads, Detox Saftkuren, die regelmäßig Fruchtpürees liefern und noch viel mehr. Sie alle haben es sich auf die Fahne geschrieben, dem Anwender die "Toxine" aus dem Körper zu spülen. So richtig detoxifizieren; entgiften. Genauere wissenschaftliche biochemische Angaben, was für Toxine das sein sollen, habe ich nirgendwo gefunden.
Es gibt viele Formen von Entgiftung, die der gesunde Körper täglich von allein vollzieht ohne dass wir dazu viel beitragen müssen. Es werden Stoffwechselendprodukte wie zum Beispiel Harnstoff oder Bilirubin über Urin und Kot ausgeschieden, der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wird souverän von den Nieren gemanaged und die Lunge kümmert sich darum, dass CO2 abgeatmet wird, während die Leber falls nötig Medikamente und Drogen abbaut.
Wenn das nicht funktioniert, weil die einzelnen Organe beeinträchtigt sind, müssen ihre Funktionen unterstützt werden. Klassisches Beispiel ist die Dialyse als Nierenersatzverfahren oder die Beatmung und Sauerstoffgabe bis hin zur ECMO, wenn die Lunge es aus einem der zahlreichen möglichen Gründe nicht schafft, ihre Funktion zu erfüllen.
Krankenhäuser sind darauf spezialisiert, Patienten mit nicht funktionierenden Organen zu entgiften. Aber machen sie das je mit Fußpads, Grünkohl-Smoothies oder Detox-Badesalzen? Nein. Und das hat nicht nur den Grund, dass Kräutertees mit dem stolzen Preis von 25 Euro pro 100g von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden, sondern dass die einfach nicht entgiften.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Tees und Kräutertee ist ein großartiges Getränk. Bloß es ist einfach nur ein Getränk und kein Detox-Wundermittel.
Warum berichten nun aber so viele Detoxgläubige unter den Angeboten der Kräutertees für 25 Euro pro 100g so begeistert, dass sie sich jetzt viel fitter fühlen und 1 Kilogramm abgenommen haben seitdem sie den Tee trinken und den Ernährungshinweisen aus der Teepackung folgen? Ganz einfach: Wenn man vorher vor allem süße Cola getrunken und dazu in aller Eile Tiefkühlpizza vorm Fernseher inhaliert hat, macht es schon einen großen kalorischen Unterschied, wenn man nun nur noch Kräutertee säuft und dazwischen seine rohköstlich veganen Salate mit püriertem Grünkohl runter spült. Die Ernährungsumstellung würde aber auch effektiv sein, wenn man dazu den preiswerten Kräutertee seiner Wahl aus dem Supermarkt seines Vertrauens trinken würde.
Aber klar: wenn ich schon so viel Geld für einen schnöden Tee ausgegeben hätte, würde ich mich auch verpflichtet fühlen, dessen Empfehlungen für die gesunde Lebensweise zu befolgen, um die maximalen Erfolge für mein Geld zu bekommen.
Alles, was die Menschen dazu bringt, sich bewusster zu ernähren, sich zu bewegen und Tee statt Zuckerwasser zu trinken ist eine gute Sache. Trotzdem fühlt es sich unglaublich falsch an zu beobachten, wie Firmen unverhältnismäßig viel Geld für normale Lebensmittel verlangen, nur weil sie die Verpackung hübsch gestaltet und "Detox" drauf gedruckt haben. Klar kann ich mir drei Tage lang täglich fünf frische Smoothies für insgesamt 150€ liefern lassen. Oder ich spare mir einen Großteil davon und püriere selbst mein Obst. Großer Nachteil: es fehlt natürlich die wunderhübsche Smoothieflasche für meine Detox-Instagrambilder.
Also: glaubt nicht an diese Detox Versprechen! Der wirkliche Detox wäre es, die "Toxine", deren Konsum wir kontrollieren können, auszulassen. Sprich nicht Rauchen und nicht so viel Alkohol beziehungsweise theoretisch am besten keinen trinken und so weiter. Und wenn man es bereits getan hat, dann hilft der Ablasshandel für Sünden im Umgang mit dem eigenen Körper, den die ganzen Detoxprodukte letztlich darstellen, auch nicht mehr. Oder wie stellt ihr euch das konkret vor, wie Tees, Fußpads und Smoothies Teer aus der Lunge entfernen und Doppelstrangbrüche in der DNA reparieren?
Grundsätzlich versucht die Detox-Bewegung einfach eine gesunde ausgewogene Lebensweise anzupreisen und das ist prinzipiell super. Jedoch benötigt gesunde Ernährung, die falls man so hart ist auch Grünkohlsmoothies enthalten kann, keine zusätzlichen Detoxprodukte. Diese Erkenntnis vermarktet sich nur leider so schlecht und bringt keinen Gewinn.
Regelmäßiger Stuhlgang und Wasser lassen sind mehr Detox als diese Produkte dem Körper je bieten könnten.
So, fertig geschimpft. Mein Geist fühlt sich jetzt sehr detoxed an.
Detox ist ein Wort, das ich sehr zwiegespalten betrachte.
Detox ist ohne Zweifel momentan Trend. Es gibt Detox Tees, Detox Pulver, Detox Kur Anleitungen, Detox Fußpads, Detox Saftkuren, die regelmäßig Fruchtpürees liefern und noch viel mehr. Sie alle haben es sich auf die Fahne geschrieben, dem Anwender die "Toxine" aus dem Körper zu spülen. So richtig detoxifizieren; entgiften. Genauere wissenschaftliche biochemische Angaben, was für Toxine das sein sollen, habe ich nirgendwo gefunden.
Es gibt viele Formen von Entgiftung, die der gesunde Körper täglich von allein vollzieht ohne dass wir dazu viel beitragen müssen. Es werden Stoffwechselendprodukte wie zum Beispiel Harnstoff oder Bilirubin über Urin und Kot ausgeschieden, der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wird souverän von den Nieren gemanaged und die Lunge kümmert sich darum, dass CO2 abgeatmet wird, während die Leber falls nötig Medikamente und Drogen abbaut.
Wenn das nicht funktioniert, weil die einzelnen Organe beeinträchtigt sind, müssen ihre Funktionen unterstützt werden. Klassisches Beispiel ist die Dialyse als Nierenersatzverfahren oder die Beatmung und Sauerstoffgabe bis hin zur ECMO, wenn die Lunge es aus einem der zahlreichen möglichen Gründe nicht schafft, ihre Funktion zu erfüllen.
Krankenhäuser sind darauf spezialisiert, Patienten mit nicht funktionierenden Organen zu entgiften. Aber machen sie das je mit Fußpads, Grünkohl-Smoothies oder Detox-Badesalzen? Nein. Und das hat nicht nur den Grund, dass Kräutertees mit dem stolzen Preis von 25 Euro pro 100g von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden, sondern dass die einfach nicht entgiften.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Tees und Kräutertee ist ein großartiges Getränk. Bloß es ist einfach nur ein Getränk und kein Detox-Wundermittel.
Warum berichten nun aber so viele Detoxgläubige unter den Angeboten der Kräutertees für 25 Euro pro 100g so begeistert, dass sie sich jetzt viel fitter fühlen und 1 Kilogramm abgenommen haben seitdem sie den Tee trinken und den Ernährungshinweisen aus der Teepackung folgen? Ganz einfach: Wenn man vorher vor allem süße Cola getrunken und dazu in aller Eile Tiefkühlpizza vorm Fernseher inhaliert hat, macht es schon einen großen kalorischen Unterschied, wenn man nun nur noch Kräutertee säuft und dazwischen seine rohköstlich veganen Salate mit püriertem Grünkohl runter spült. Die Ernährungsumstellung würde aber auch effektiv sein, wenn man dazu den preiswerten Kräutertee seiner Wahl aus dem Supermarkt seines Vertrauens trinken würde.
Aber klar: wenn ich schon so viel Geld für einen schnöden Tee ausgegeben hätte, würde ich mich auch verpflichtet fühlen, dessen Empfehlungen für die gesunde Lebensweise zu befolgen, um die maximalen Erfolge für mein Geld zu bekommen.
Alles, was die Menschen dazu bringt, sich bewusster zu ernähren, sich zu bewegen und Tee statt Zuckerwasser zu trinken ist eine gute Sache. Trotzdem fühlt es sich unglaublich falsch an zu beobachten, wie Firmen unverhältnismäßig viel Geld für normale Lebensmittel verlangen, nur weil sie die Verpackung hübsch gestaltet und "Detox" drauf gedruckt haben. Klar kann ich mir drei Tage lang täglich fünf frische Smoothies für insgesamt 150€ liefern lassen. Oder ich spare mir einen Großteil davon und püriere selbst mein Obst. Großer Nachteil: es fehlt natürlich die wunderhübsche Smoothieflasche für meine Detox-Instagrambilder.
Also: glaubt nicht an diese Detox Versprechen! Der wirkliche Detox wäre es, die "Toxine", deren Konsum wir kontrollieren können, auszulassen. Sprich nicht Rauchen und nicht so viel Alkohol beziehungsweise theoretisch am besten keinen trinken und so weiter. Und wenn man es bereits getan hat, dann hilft der Ablasshandel für Sünden im Umgang mit dem eigenen Körper, den die ganzen Detoxprodukte letztlich darstellen, auch nicht mehr. Oder wie stellt ihr euch das konkret vor, wie Tees, Fußpads und Smoothies Teer aus der Lunge entfernen und Doppelstrangbrüche in der DNA reparieren?
Grundsätzlich versucht die Detox-Bewegung einfach eine gesunde ausgewogene Lebensweise anzupreisen und das ist prinzipiell super. Jedoch benötigt gesunde Ernährung, die falls man so hart ist auch Grünkohlsmoothies enthalten kann, keine zusätzlichen Detoxprodukte. Diese Erkenntnis vermarktet sich nur leider so schlecht und bringt keinen Gewinn.
Regelmäßiger Stuhlgang und Wasser lassen sind mehr Detox als diese Produkte dem Körper je bieten könnten.
So, fertig geschimpft. Mein Geist fühlt sich jetzt sehr detoxed an.
Donnerstag, 25. September 2014
Und alle Zehennägel rollen sich hoch
Seit Ewigkeiten mal wieder ein bisschen auf Facebook herum gestöbert, ehemalige Mitschüler ein bisschen gestalkt, weil ich wissen wollte, was die jetzt eigentlich so treiben.
Aha, der studiert, die andere macht eine Ausbildung zur Bürokauffrau…uh, die nächste hat sogar schon ein Kind! Gleich mal ein paar Bilder des Kindes, die sie einfach postet anschauen. Schon niedlich das kleine.
Und dann unter einem Kinderbild ein Link zu einem Blog. Zeit zum Aufwachen, es geht um Impfungen. Mhm, klingt ja schon mal interessant und so, als wären da Impfgegner aktiv. Gleich mal anklicken.
Und wirklich: ich lag ganz richtig mit meiner Vermutung.
Ein Forscher, der ehemals an Impfungen gearbeitet hat, wird interviewt. Er erzählt, wie verunreinigt die ganzen Impfstoffe sind. Er erklärt, dass gar nicht bewiesen ist, dass Geimpfte wirklich geschützt sind. Auch wenn man gegen Masern geimpft wurde und sie nicht bekommen hat, lag das ja vielleicht auch nur daran, dass man keinen Kontakt zu dem Virus hatte. Und wenn man gesund lebt und glücklich ist - der Geist macht nämlich den Großteil des Immunsystems aus; muss man wissen - bekommt man die Krankheit auch ohne Impfung nicht.
Und sowieso: Impfungen verursachen Autismus, Impfungen lösen die Krankheit aus, vor der sie schützen sollen und wenn das Kind durch die Impfung schon nicht autistisch wird, dann werden dadurch zumindest seine geistigen Möglichkeiten eingeschränkt. Aufmerksamkeitsstörungen, Wutanfälle oder einfach nicht im Vollbesitz der geistigen Fähigkeiten? Das muss an der Impfung liegen!
Eine Infektion durchzumachen, lässt das Kind stark werden und reifen, jawoll. Ein paar sterben vielleicht, ein paar haben vielleicht Komplikationen (bei Mumps beispielsweise Hirnhautentzündung oder Hodenentzündung, die zu Unfruchtbarkeit führen kann) aber hey: das Kind ist daran gewachsen und gereift!
Impfungen sind Gift, die Pharmaindustrie verheimlicht das aber, denn schließlich verdient sie Geld damit. Und abgesehen davon wirken Impfungen auch sowieso nicht schützend.
Natürlich dürfen in so einem Artikel ein paar willkürlich eingestreute Bilder von kranken, Mitleid erregenden Kindern nicht fehlen. Erste Assoziation: Oh Gott, die armen Kinder wurden geimpft und sind jetzt todkrank! Aber nein: das Kind auf dem ersten Bild hat Pocken. Wäre ihm mit Impfung nicht passiert. Das schreibt man in so einem Artikel aber nicht drunter.
Die anderen zwei Bilder sind nicht mal beschriftet. Some random schwer kranke Kinder einfach um dem Text Nachdruck zu verleihen.
Beim Lesen des Artikels haben sich mir die Zehennägel hoch gerollt. Wer verbreitet so einen pseudowissenschaftlichen Mist, dessen Ziel es primär ist, Panik zu machen?!
Impfungen sind eine unheimlich geniale Sache, denn sie ermöglichen es, präventiv dafür zu sorgen, dass man gar nicht erst erkrankt. Das ist noch ein Stück besser als das perfekte Medikament, dass die schon eingetretene Krankheit zuverlässig und sicher heilt.
Warum sollte ich auf diese geniale Erfindung freiwillig verzichten? Klar, so eine Nadel im Arm ist nicht das angenehmste, was ich mir vorstellen kann, danach vielleicht einen Tag leichter Schmerz im Muskel, in den injiziert wurde - aber lieber das als sich tatsächlich in Tetanus Krämpfen zu winden nur weil ich mir bei der Gartenarbeit an einem morschen Holzstück eine Verletzung zugezogen habe.
Was auch großartig an Impfungen ist: wenn die Bevölkerung größtenteils geimpft ist, wird sich für den Fall, dass es doch mal ein Kind mit Masern im Kindergarten gibt, der geimpfte Teil dessen Kontaktpersonen nicht anstecken. Damit schützt man auch die Ungeimpften in gewisser Weise vor weiterer Verbreitung der Masern, weil man sich ja nicht ansteckt und infektiös wird, wenn man geimpft wurde. Das funktioniert aber auch nur solange der Großteil der Bevölkerung die schützenden Impfungen erhält. Herdenschutz nennt sich das.
Ich verstehe nicht wirklich, wie sich solche Impfgegner an ihren Behauptungen festhalten können. Es erinnert mich an übertriebenen religiösen Wahn. Die Erde ist eine Scheibe und Impfungen machen krank. Vielleicht ist es die Angst vor den Dingen, die man nicht genau versteht.
Ich finde es sehr schade, dass mit solchen Artikeln die Angst bewusst geschürt wird. Statt aufzuklären, was für Vorteile und auch Risiken Impfungen bieten, wird einfach eine Panik machende Verschwörungstheorie aufgetischt. Es macht mich wütend, so etwas zu lesen aber gleichzeitig auch einfach traurig, wenn ich daran denke, dass genau solche Artikel Eltern vielleicht dazu bringen, ihr Kind nicht impfen zu lassen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr den Artikel, der mich so verärgert hat hier lesen. Ich übernehme keine Garantie für die danach entstehenden Schäden, wenn ihr vor Wut, dass solch ein Schwachsinn verbreitet wird, schwere Gegenstände durchs Zimmer werft.
Wie steht ihr zu dem Thema?
Apfelkern
Aha, der studiert, die andere macht eine Ausbildung zur Bürokauffrau…uh, die nächste hat sogar schon ein Kind! Gleich mal ein paar Bilder des Kindes, die sie einfach postet anschauen. Schon niedlich das kleine.
Und dann unter einem Kinderbild ein Link zu einem Blog. Zeit zum Aufwachen, es geht um Impfungen. Mhm, klingt ja schon mal interessant und so, als wären da Impfgegner aktiv. Gleich mal anklicken.
Und wirklich: ich lag ganz richtig mit meiner Vermutung.
Ein Forscher, der ehemals an Impfungen gearbeitet hat, wird interviewt. Er erzählt, wie verunreinigt die ganzen Impfstoffe sind. Er erklärt, dass gar nicht bewiesen ist, dass Geimpfte wirklich geschützt sind. Auch wenn man gegen Masern geimpft wurde und sie nicht bekommen hat, lag das ja vielleicht auch nur daran, dass man keinen Kontakt zu dem Virus hatte. Und wenn man gesund lebt und glücklich ist - der Geist macht nämlich den Großteil des Immunsystems aus; muss man wissen - bekommt man die Krankheit auch ohne Impfung nicht.
Und sowieso: Impfungen verursachen Autismus, Impfungen lösen die Krankheit aus, vor der sie schützen sollen und wenn das Kind durch die Impfung schon nicht autistisch wird, dann werden dadurch zumindest seine geistigen Möglichkeiten eingeschränkt. Aufmerksamkeitsstörungen, Wutanfälle oder einfach nicht im Vollbesitz der geistigen Fähigkeiten? Das muss an der Impfung liegen!
Eine Infektion durchzumachen, lässt das Kind stark werden und reifen, jawoll. Ein paar sterben vielleicht, ein paar haben vielleicht Komplikationen (bei Mumps beispielsweise Hirnhautentzündung oder Hodenentzündung, die zu Unfruchtbarkeit führen kann) aber hey: das Kind ist daran gewachsen und gereift!
Impfungen sind Gift, die Pharmaindustrie verheimlicht das aber, denn schließlich verdient sie Geld damit. Und abgesehen davon wirken Impfungen auch sowieso nicht schützend.
Natürlich dürfen in so einem Artikel ein paar willkürlich eingestreute Bilder von kranken, Mitleid erregenden Kindern nicht fehlen. Erste Assoziation: Oh Gott, die armen Kinder wurden geimpft und sind jetzt todkrank! Aber nein: das Kind auf dem ersten Bild hat Pocken. Wäre ihm mit Impfung nicht passiert. Das schreibt man in so einem Artikel aber nicht drunter.
Die anderen zwei Bilder sind nicht mal beschriftet. Some random schwer kranke Kinder einfach um dem Text Nachdruck zu verleihen.
Beim Lesen des Artikels haben sich mir die Zehennägel hoch gerollt. Wer verbreitet so einen pseudowissenschaftlichen Mist, dessen Ziel es primär ist, Panik zu machen?!
Impfungen sind eine unheimlich geniale Sache, denn sie ermöglichen es, präventiv dafür zu sorgen, dass man gar nicht erst erkrankt. Das ist noch ein Stück besser als das perfekte Medikament, dass die schon eingetretene Krankheit zuverlässig und sicher heilt.
Warum sollte ich auf diese geniale Erfindung freiwillig verzichten? Klar, so eine Nadel im Arm ist nicht das angenehmste, was ich mir vorstellen kann, danach vielleicht einen Tag leichter Schmerz im Muskel, in den injiziert wurde - aber lieber das als sich tatsächlich in Tetanus Krämpfen zu winden nur weil ich mir bei der Gartenarbeit an einem morschen Holzstück eine Verletzung zugezogen habe.
Was auch großartig an Impfungen ist: wenn die Bevölkerung größtenteils geimpft ist, wird sich für den Fall, dass es doch mal ein Kind mit Masern im Kindergarten gibt, der geimpfte Teil dessen Kontaktpersonen nicht anstecken. Damit schützt man auch die Ungeimpften in gewisser Weise vor weiterer Verbreitung der Masern, weil man sich ja nicht ansteckt und infektiös wird, wenn man geimpft wurde. Das funktioniert aber auch nur solange der Großteil der Bevölkerung die schützenden Impfungen erhält. Herdenschutz nennt sich das.
Ich verstehe nicht wirklich, wie sich solche Impfgegner an ihren Behauptungen festhalten können. Es erinnert mich an übertriebenen religiösen Wahn. Die Erde ist eine Scheibe und Impfungen machen krank. Vielleicht ist es die Angst vor den Dingen, die man nicht genau versteht.
Ich finde es sehr schade, dass mit solchen Artikeln die Angst bewusst geschürt wird. Statt aufzuklären, was für Vorteile und auch Risiken Impfungen bieten, wird einfach eine Panik machende Verschwörungstheorie aufgetischt. Es macht mich wütend, so etwas zu lesen aber gleichzeitig auch einfach traurig, wenn ich daran denke, dass genau solche Artikel Eltern vielleicht dazu bringen, ihr Kind nicht impfen zu lassen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr den Artikel, der mich so verärgert hat hier lesen. Ich übernehme keine Garantie für die danach entstehenden Schäden, wenn ihr vor Wut, dass solch ein Schwachsinn verbreitet wird, schwere Gegenstände durchs Zimmer werft.
Wie steht ihr zu dem Thema?
Apfelkern
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Soziale Zwänge 2 .0
Oft habe ich das Gefühl, dass wenige öffentliche Einrichtungen wirklich im Internet aktiv sind, aber wenn sie genau das irgendwann doch einmal versuchen, dann meistens über genau einen Weg: Facebook.
Schließlich sind ja eh alle, die man über das Internet für sich gewinnen könnte da angemeldet.
Also klatscht man einfach mal willkürlich auf jede Werbung unten das Logo hin, das einem verrät, dass dein Optiker bei Facebook erreichbar ist und du sofort Fan der Facebookseite deines Supermarktes werden solltest.
Es klingt übertrieben, doch das ist es nicht. Seht euch einmal bei den großen Werbeplakaten um, betrachtet Einblendungen in Fernsehsendungen - es sind immer wieder Verweise auf die Facebookpräsenz. Auch deine Krabbelgruppe ist jetzt auf Facebook zu finden!
Mich nervt das einfach nur. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich keinen Account bei besagtem Netzwerk habe. Als alle begannen, sich dort anzumelden, tat ich genau das nicht, weil ich ein allgemeines Misstrauen gegen dieses Internet hegte. Das habe ich inzwischen längst hinter mir gelassen und trotzdem empfinde ich Facebook noch immer als dubios.
Warum noch mal sollte ich mich da anmelden, wo vorher für denkende Wesen gehaltene Mitmenschen ihre Partybilder vom Wochenende veröffentlichen, die Selbstdarstellung ausgiebig zelebrieren und auch keine Scheu haben, Videos zu verlinken, die sie bei der Weihnachtsfeier mit Wichtelmütze betrunken halb den Boden wischend, halb über den Wischmopp stolpernd zeigen?
Ja, ich habe einen gewissen Hang zum Stalking und sobald man im Freundeskreis Personen mit eigenem Account bei Facebook hat, kann man sich auch schon einmal ansehen, wie sich denn die Mitschüler im Netz präsentieren. Nachher wünscht man sich dann nur noch, nicht so neugierig gewesen zu sein, denn das Fremdschämen kann genau so schmerzhaft sein wie diese reflexartigen Schläge mit der flachen Hand gegen die Stirn.
Während des Abiturs wurde viel via Facebook koordiniert. Termine geteilt, Facebookgruppen hielten die Schüler auf dem aktuellen Informationsstand zum Ablauf des letzten Schultages und auch Bilder ließen sich darüber prima verteilen. Insofern man denn einen Account hat.
Was ziere ich mich denn auch so, mich da anzumelden? Was über eine Milliarde Menschen vor mir bereits getan haben kann doch nicht falsch sein!
Trotzdem bin ich sehr skeptisch. Ich habe keine Lust auf ein Netzwerk, das meine Daten ewig speichert, das immer wieder hübsche Dinge mit den Nutzerdaten anstellt, die dann in den Medien als Skandal betitelt werden.
Ich brauche diese Selbstpräsentation auch nicht für mein Ego (das wird ja Dank Blog, Twitter und Podcast ausreichend gehätschelt) und ich muss mir genauso wenig das Posieren anderer ansehen.
Klar, ich kann ja mein Profil nur Freunden zugänglich machen, muss keine Bilder von mir posten und kann meinen Datenfluss sowieso kontrollieren, aber - NEIN!
Hab' ich nicht, will ich nicht, mach' ich nicht. Punkt.
In den ersten Tagen an der Uni hat sich auch schon herauskristallisiert, dass bevorzugt über Facebook geplant wird.
"Wie halten wir innerhalb der Lerngruppe Kontakt?" - Facebook
"Wie erreiche ich die studentischen Mentoren?" - Facebook
"Wie komme ich an Karten für die Semesterauftaktsparty?" - Facebook
Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen. Ich habe das Gefühl, dass in dieser Gesellschaft nahezu von "jungen Menschen" erwartet wird, dass sie Facebooknutzer sind oder wenigstens bereit sind, sofort einer zu werden.
Anders kann ich mir nicht erklären, warum so viel darüber organisiert wird. Dabei wäre es leicht möglich, das auch über Mails oder zumindest anderen allen zugänglichen Plattformen abzuwickeln.
Ja, die Masse meiner Gleichaltrigen ist bei diesem unsäglichen Facebook registriert aber das heißt für mich nicht, dass ich es ebenso muss. Mich stört einfach, dass sich aus der Ablehnung der Facebooknutzung inzwischen sogar eine Art Isolation ergeben kann.
Ich muss atmen, Mehrwertsteuer zahlen und die StVO einhalten aber es ist lange noch keine Pflicht, sich bei Facebook anzumelden. Offiziell zumindest.
Interessant finde ich, dass selbst diejenigen, die sich generell wenig für das Internet interessieren, bei Facebook dennoch sehr häufig aktiv sind. Social Media allgemein nein aber Facebook geht dann doch wieder. Dinge, die man nicht verstehen muss.
Ähnlich verhält es sich mit WhatsApp - nahezu jeder mit Smartphone nutzt den Dienst, um kostengünstig Nachrichten zu wechseln. Soweit so gut, doch mich schreckt doch ab, dass man mich häufiger als nur mehrfach vor der Unsicherheit des Dienstes warnte. Sicher kann es wirklich nicht sein, wenn laut einem Post die Telefonnummer der Nutzername und IMEI beziehungsweise WiFi-MAC als Identifikation reichen. Daher ist die Anleitung, wie man einen WhatsApp Account kapert zu meinem Erstaunen sogar für mich als Durchschnittsuser verständlich. Das spricht wirklich nicht unbedingt für die Sicherheit des Ganzen.
Dennoch überlege ich ernsthaft, mir zumindest dort einen Account zuzulegen, um mit Kommilitonen kommunizieren zu können und nicht jedes Mal kostenpflichtige SMS senden zu müssen.
Anscheinend muss man manchmal die Entscheidungen der Masse mitmachen obwohl man stark bezweifelt, dass das die richtigen Entscheidungen sind, um sich nicht zu sehr zu isolieren. Soziale Zwänge 2.0 eben.
Apfelkern
Schließlich sind ja eh alle, die man über das Internet für sich gewinnen könnte da angemeldet.
Also klatscht man einfach mal willkürlich auf jede Werbung unten das Logo hin, das einem verrät, dass dein Optiker bei Facebook erreichbar ist und du sofort Fan der Facebookseite deines Supermarktes werden solltest.
Es klingt übertrieben, doch das ist es nicht. Seht euch einmal bei den großen Werbeplakaten um, betrachtet Einblendungen in Fernsehsendungen - es sind immer wieder Verweise auf die Facebookpräsenz. Auch deine Krabbelgruppe ist jetzt auf Facebook zu finden!
Mich nervt das einfach nur. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich keinen Account bei besagtem Netzwerk habe. Als alle begannen, sich dort anzumelden, tat ich genau das nicht, weil ich ein allgemeines Misstrauen gegen dieses Internet hegte. Das habe ich inzwischen längst hinter mir gelassen und trotzdem empfinde ich Facebook noch immer als dubios.
Warum noch mal sollte ich mich da anmelden, wo vorher für denkende Wesen gehaltene Mitmenschen ihre Partybilder vom Wochenende veröffentlichen, die Selbstdarstellung ausgiebig zelebrieren und auch keine Scheu haben, Videos zu verlinken, die sie bei der Weihnachtsfeier mit Wichtelmütze betrunken halb den Boden wischend, halb über den Wischmopp stolpernd zeigen?
Ja, ich habe einen gewissen Hang zum Stalking und sobald man im Freundeskreis Personen mit eigenem Account bei Facebook hat, kann man sich auch schon einmal ansehen, wie sich denn die Mitschüler im Netz präsentieren. Nachher wünscht man sich dann nur noch, nicht so neugierig gewesen zu sein, denn das Fremdschämen kann genau so schmerzhaft sein wie diese reflexartigen Schläge mit der flachen Hand gegen die Stirn.
Während des Abiturs wurde viel via Facebook koordiniert. Termine geteilt, Facebookgruppen hielten die Schüler auf dem aktuellen Informationsstand zum Ablauf des letzten Schultages und auch Bilder ließen sich darüber prima verteilen. Insofern man denn einen Account hat.
Was ziere ich mich denn auch so, mich da anzumelden? Was über eine Milliarde Menschen vor mir bereits getan haben kann doch nicht falsch sein!
Trotzdem bin ich sehr skeptisch. Ich habe keine Lust auf ein Netzwerk, das meine Daten ewig speichert, das immer wieder hübsche Dinge mit den Nutzerdaten anstellt, die dann in den Medien als Skandal betitelt werden.
Ich brauche diese Selbstpräsentation auch nicht für mein Ego (das wird ja Dank Blog, Twitter und Podcast ausreichend gehätschelt) und ich muss mir genauso wenig das Posieren anderer ansehen.
Klar, ich kann ja mein Profil nur Freunden zugänglich machen, muss keine Bilder von mir posten und kann meinen Datenfluss sowieso kontrollieren, aber - NEIN!
Hab' ich nicht, will ich nicht, mach' ich nicht. Punkt.
In den ersten Tagen an der Uni hat sich auch schon herauskristallisiert, dass bevorzugt über Facebook geplant wird.
"Wie halten wir innerhalb der Lerngruppe Kontakt?" - Facebook
"Wie erreiche ich die studentischen Mentoren?" - Facebook
"Wie komme ich an Karten für die Semesterauftaktsparty?" - Facebook
Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen. Ich habe das Gefühl, dass in dieser Gesellschaft nahezu von "jungen Menschen" erwartet wird, dass sie Facebooknutzer sind oder wenigstens bereit sind, sofort einer zu werden.
Anders kann ich mir nicht erklären, warum so viel darüber organisiert wird. Dabei wäre es leicht möglich, das auch über Mails oder zumindest anderen allen zugänglichen Plattformen abzuwickeln.
Ja, die Masse meiner Gleichaltrigen ist bei diesem unsäglichen Facebook registriert aber das heißt für mich nicht, dass ich es ebenso muss. Mich stört einfach, dass sich aus der Ablehnung der Facebooknutzung inzwischen sogar eine Art Isolation ergeben kann.
Ich muss atmen, Mehrwertsteuer zahlen und die StVO einhalten aber es ist lange noch keine Pflicht, sich bei Facebook anzumelden. Offiziell zumindest.
Interessant finde ich, dass selbst diejenigen, die sich generell wenig für das Internet interessieren, bei Facebook dennoch sehr häufig aktiv sind. Social Media allgemein nein aber Facebook geht dann doch wieder. Dinge, die man nicht verstehen muss.
Ähnlich verhält es sich mit WhatsApp - nahezu jeder mit Smartphone nutzt den Dienst, um kostengünstig Nachrichten zu wechseln. Soweit so gut, doch mich schreckt doch ab, dass man mich häufiger als nur mehrfach vor der Unsicherheit des Dienstes warnte. Sicher kann es wirklich nicht sein, wenn laut einem Post die Telefonnummer der Nutzername und IMEI beziehungsweise WiFi-MAC als Identifikation reichen. Daher ist die Anleitung, wie man einen WhatsApp Account kapert zu meinem Erstaunen sogar für mich als Durchschnittsuser verständlich. Das spricht wirklich nicht unbedingt für die Sicherheit des Ganzen.
Dennoch überlege ich ernsthaft, mir zumindest dort einen Account zuzulegen, um mit Kommilitonen kommunizieren zu können und nicht jedes Mal kostenpflichtige SMS senden zu müssen.
Anscheinend muss man manchmal die Entscheidungen der Masse mitmachen obwohl man stark bezweifelt, dass das die richtigen Entscheidungen sind, um sich nicht zu sehr zu isolieren. Soziale Zwänge 2.0 eben.
Apfelkern
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Mittwoch, 10. Oktober 2012
Zwischen die Tellerränder geschaut
Die moderne Lebensmittelindustrie macht eine Menge Dinge möglich über die man einfach nur den Kopf schütteln kann. Von diversen Fertiggerichten, die in der Mikrowelle zu etwas halbwegs Verdaulichem zusammenschmelzen über Scheibenfrischkäse bis hin zu rosa Hello Kitty Muffins. Oder Kochbeutelreis. Wer bitte kommt auf die Idee, Plastik in seinem Essen auszukochen?
Und das sind noch nicht die übelsten Absurditäten. Oft frage ich mich einfach, wer den Kram denn kauft. Dass es solche Menschen gibt steht nicht zur Diskussion, denn ohne entsprechende Zielgruppe gäbe es diese ganzen Produkte auch nicht.
Viele Produkte sollen den Alltag einfach erleichtern, doch auch wenn sie das tun und eine gewisse Zeitersparnis bringen, ist das geschmackliche Ergebnis einfach nicht das Gleiche. Beispiel Sprühsahne: sie lässt sich deutlich schneller auf den Teller bringen als selbstgeschlagene Sahne und schmeckt aber einfach nicht halb so gut, denn für mich schmeckt sie nicht, wie Schlagsahne schmecken sollte. Allein die Konsistenz ist ganz anders und dann dazu diese extreme Süße…Danke nein. Davon abgesehen macht mich schon deren verdächtig lange Haltbarkeit skeptisch. Was man dafür wohl reingepanscht hat…
Ob man Fertigprodukte mag oder nicht ist sicherlich Geschmacks- sowie Gewohnheitssache, doch gesünder ist es nicht. Allein die ganzen Zusatzstoffe, die für die versprochene einheitliche Haltbarkeit, Konsistenz, Optik, Geruch und Geschmack sorgen spart man sich, indem man einfach die frischen Produkte verwendet.
Natürlich sind auch frische Produkte nicht komplett frei von jeglichem, was ungesund sein könnte. Weitere Zusatzstoffe machen das aber auch nicht besser.
Besonders stark gefärbte Lebensmittel stoßen mich auf den ersten Blick ab.
Wenn der Waldmeistersirup giftgrün leuchtet möchte ich ihn nicht mehr trinken. Kindern grellblaues Eis zu geben finde ich abartig.
Die Farbe sagt einem doch bereits, dass dieses Zeug alles andere als natürlich ist. Für mich ist eine so leuchtende Farbe allein ein klares Signal, das nicht essbar oder gar potentiell giftig bedeutet.
Es war mir ein Rätsel, wie das blaue, grüne, orange und sonst wie gefärbte Powerade Zeug verkauft werden konnte. Leckeres Wasser mit Aromastoffen, Süßstoff, Konservierungsstoffen, einer ordentlichen Menge Farbstoffen und sicher noch ein paar zugesetzten Vitaminen fürs gute Gewissen.
W-i-d-e-r-l-i-c-h!
Warum zur Hölle ist so offensichtlich gefärbter und durchweg synthetischer Kram wie Bubble Tea beliebt? Was treibt einen dazu, freiwillig violette Macarons, himmelblau dekorierte Cupcakes oder gar diesen unsäglichen Regenbogenkuchen zu essen? Besagter Regenbogen- oder gern auch Papageienkuchen genannt ist ein Rührkuchen, dessen Teig mit allem durchgefärbt wurde, das der Giftschrank hergab und so mit wundervolle Streifenoptik in allen Farben des Regenbogens erstrahlt.
Ob solche Kuchen als Deko ansprechend sind lässt sich diskutieren, aber als Speise kommt er nicht infrage. Schreit da nicht jeder verbliebende Instinkt auf, dass man das um der eigenen Gesundheit Willen besser nicht essen sollte?!
Manchmal kommt es mir so vor, als wäre ich ziemlich allein mit dieser Abneigung gegenüber derart stark gefärbten Speisen. Ich kann mich gut erinnern, im Kindergarten immer die einzige gewesen zu sein, die sämtliche Smarties außer den braunen verschmähte, weil sie mir einfach alarmierend bunt vorkamen.
Klar gibt es auch natürliche Wege, Lebensmittel farbig zu bekommen. Rote Beete, Spinat, Curcuma, oder Sepia sind beliebt für eben diesen Zweck. Trotzdem erreicht man damit kaum die Farbintensität, die sich mit synthetischen Farbstoffen zaubern lässt.
Ich vermeide soweit wie möglich besagte colorierte Speisen. Mir ist schon klar, dass ich damit insgesamt wenig bewirke, aber immerhin erspare ich meinem Körper eine gewisse Menge an synthetischen sicher wenig gesunden Zusatzstoffen. Es reicht ja, was da an suspekten Weichmachern, Hormonen, Medikamentenrückständen, Pestizidspuren, Aromastoffen, Konservierungsstoffen und weiß der Geier was noch in den alltäglichen Produkten wie Milch, Brot oder einfach nur dem Leitungswasser stecken.
Man kann es mit der Panik auch übertreiben - klar. Es gibt unzählige reißerische und sich empörende Berichte, Bücher und Dokumentationen darüber. Da macht ein Blogpost mehr oder weniger auch keinen Unterschied.
Sicher mag es Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn man gegen Massentierhaltung, Grundwasserverseuchung und ähnliches in Aktionsgruppen und Demos vorgeht, aber wichtig ist es erst einmal, mit sich selbst anzufangen. Einfach die zwanzig Minuten nehmen, etwas selbst zu kochen statt sich etwas fertig gekauftes aufzuwärmen. Das kostet mehr Zeit, richtig. Aber die ist es mir wert, selbst bestimmen zu können, was ich in mein Essen gebe. Außerdem empfinde ich das Kochen nicht als Last, da ich diese Tätigkeit als sehr entspannend wahrnehme. Einerseits sind Kochsendungen und Kochblogs groß im Kommen und trotzdem sind wir gefühlt dennoch eine Gesellschaft, die lieber fix anrührt und aufwärmt als wirklich selbst zu kochen.
Unsere Beziehung zum Essen ist in gewisser Weise gestört; wir haben eine verzerrte Wahrnehmung, erwarten übertriebene Perfektion und Einheitlichkeit, stumpfen aber ab, was den Geschmackssinn angeht und konsumieren Dinge, die unsere Urgroßeltern wahrscheinlich nicht einmal mehr als Essen erkennen würden. Wir konsumieren zu viel, verschwenden und halten das für normal. Davon will ich mich auch ganz klar nicht ausnehmen.
Den Spruch "du bist, was du isst", kann ich an der Stelle zwar bringen, doch bin ich selbst längst wie gesagt nicht der vegane Rohköstler, der seine Ernährung im Alltag wirklich ausnahmslos nachhaltig und gesund gestaltet und dementsprechend hier entsprechend predigen kann ohne sich dabei für eigene Lebensweisen kritisieren lassen zu müssen. Obwohl - solche Predigten bewirken sowieso oft eher ein Verschließen der Ohren vor dem Thema, da keiner sich gern belehrt fühlt. Man muss selbst erkennen, dass etwas schief läuft, um wirklich etwas ändern zu wollen und zu können.
Wie auch immer. Zu glauben, zukünftig alles selbst anzubauen ist utopisch - wir können uns nicht mehr komplett von der Lebensmittelindustrie lösen, doch ein wenig mehr Skepsis und Aufmerksamkeit beim Einkauf und der Zubereitung von Lebensmitteln an den Tag zu legen, wäre nicht schlecht.
Die Zivilisation hat viele Errungenschaften mit sich gebracht, aber ob man das, was sie mit den Lebensmitteln anstellen, Errungenschaft nennen kann, wage ich zu bezweifeln.
Apfelkern
So und das ist übrigens das, was mir durch den Kopf geht, wenn mir zu viele der von mir gelesenen Kochblogs bunte Lebensmittel in die Timeline posten.
Und das sind noch nicht die übelsten Absurditäten. Oft frage ich mich einfach, wer den Kram denn kauft. Dass es solche Menschen gibt steht nicht zur Diskussion, denn ohne entsprechende Zielgruppe gäbe es diese ganzen Produkte auch nicht.
Viele Produkte sollen den Alltag einfach erleichtern, doch auch wenn sie das tun und eine gewisse Zeitersparnis bringen, ist das geschmackliche Ergebnis einfach nicht das Gleiche. Beispiel Sprühsahne: sie lässt sich deutlich schneller auf den Teller bringen als selbstgeschlagene Sahne und schmeckt aber einfach nicht halb so gut, denn für mich schmeckt sie nicht, wie Schlagsahne schmecken sollte. Allein die Konsistenz ist ganz anders und dann dazu diese extreme Süße…Danke nein. Davon abgesehen macht mich schon deren verdächtig lange Haltbarkeit skeptisch. Was man dafür wohl reingepanscht hat…
Ob man Fertigprodukte mag oder nicht ist sicherlich Geschmacks- sowie Gewohnheitssache, doch gesünder ist es nicht. Allein die ganzen Zusatzstoffe, die für die versprochene einheitliche Haltbarkeit, Konsistenz, Optik, Geruch und Geschmack sorgen spart man sich, indem man einfach die frischen Produkte verwendet.
Natürlich sind auch frische Produkte nicht komplett frei von jeglichem, was ungesund sein könnte. Weitere Zusatzstoffe machen das aber auch nicht besser.
Besonders stark gefärbte Lebensmittel stoßen mich auf den ersten Blick ab.
Wenn der Waldmeistersirup giftgrün leuchtet möchte ich ihn nicht mehr trinken. Kindern grellblaues Eis zu geben finde ich abartig.
Die Farbe sagt einem doch bereits, dass dieses Zeug alles andere als natürlich ist. Für mich ist eine so leuchtende Farbe allein ein klares Signal, das nicht essbar oder gar potentiell giftig bedeutet.
Es war mir ein Rätsel, wie das blaue, grüne, orange und sonst wie gefärbte Powerade Zeug verkauft werden konnte. Leckeres Wasser mit Aromastoffen, Süßstoff, Konservierungsstoffen, einer ordentlichen Menge Farbstoffen und sicher noch ein paar zugesetzten Vitaminen fürs gute Gewissen.
W-i-d-e-r-l-i-c-h!
Warum zur Hölle ist so offensichtlich gefärbter und durchweg synthetischer Kram wie Bubble Tea beliebt? Was treibt einen dazu, freiwillig violette Macarons, himmelblau dekorierte Cupcakes oder gar diesen unsäglichen Regenbogenkuchen zu essen? Besagter Regenbogen- oder gern auch Papageienkuchen genannt ist ein Rührkuchen, dessen Teig mit allem durchgefärbt wurde, das der Giftschrank hergab und so mit wundervolle Streifenoptik in allen Farben des Regenbogens erstrahlt.
Ob solche Kuchen als Deko ansprechend sind lässt sich diskutieren, aber als Speise kommt er nicht infrage. Schreit da nicht jeder verbliebende Instinkt auf, dass man das um der eigenen Gesundheit Willen besser nicht essen sollte?!
Manchmal kommt es mir so vor, als wäre ich ziemlich allein mit dieser Abneigung gegenüber derart stark gefärbten Speisen. Ich kann mich gut erinnern, im Kindergarten immer die einzige gewesen zu sein, die sämtliche Smarties außer den braunen verschmähte, weil sie mir einfach alarmierend bunt vorkamen.
Klar gibt es auch natürliche Wege, Lebensmittel farbig zu bekommen. Rote Beete, Spinat, Curcuma, oder Sepia sind beliebt für eben diesen Zweck. Trotzdem erreicht man damit kaum die Farbintensität, die sich mit synthetischen Farbstoffen zaubern lässt.
Ich vermeide soweit wie möglich besagte colorierte Speisen. Mir ist schon klar, dass ich damit insgesamt wenig bewirke, aber immerhin erspare ich meinem Körper eine gewisse Menge an synthetischen sicher wenig gesunden Zusatzstoffen. Es reicht ja, was da an suspekten Weichmachern, Hormonen, Medikamentenrückständen, Pestizidspuren, Aromastoffen, Konservierungsstoffen und weiß der Geier was noch in den alltäglichen Produkten wie Milch, Brot oder einfach nur dem Leitungswasser stecken.
Man kann es mit der Panik auch übertreiben - klar. Es gibt unzählige reißerische und sich empörende Berichte, Bücher und Dokumentationen darüber. Da macht ein Blogpost mehr oder weniger auch keinen Unterschied.
Sicher mag es Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn man gegen Massentierhaltung, Grundwasserverseuchung und ähnliches in Aktionsgruppen und Demos vorgeht, aber wichtig ist es erst einmal, mit sich selbst anzufangen. Einfach die zwanzig Minuten nehmen, etwas selbst zu kochen statt sich etwas fertig gekauftes aufzuwärmen. Das kostet mehr Zeit, richtig. Aber die ist es mir wert, selbst bestimmen zu können, was ich in mein Essen gebe. Außerdem empfinde ich das Kochen nicht als Last, da ich diese Tätigkeit als sehr entspannend wahrnehme. Einerseits sind Kochsendungen und Kochblogs groß im Kommen und trotzdem sind wir gefühlt dennoch eine Gesellschaft, die lieber fix anrührt und aufwärmt als wirklich selbst zu kochen.
Unsere Beziehung zum Essen ist in gewisser Weise gestört; wir haben eine verzerrte Wahrnehmung, erwarten übertriebene Perfektion und Einheitlichkeit, stumpfen aber ab, was den Geschmackssinn angeht und konsumieren Dinge, die unsere Urgroßeltern wahrscheinlich nicht einmal mehr als Essen erkennen würden. Wir konsumieren zu viel, verschwenden und halten das für normal. Davon will ich mich auch ganz klar nicht ausnehmen.
Den Spruch "du bist, was du isst", kann ich an der Stelle zwar bringen, doch bin ich selbst längst wie gesagt nicht der vegane Rohköstler, der seine Ernährung im Alltag wirklich ausnahmslos nachhaltig und gesund gestaltet und dementsprechend hier entsprechend predigen kann ohne sich dabei für eigene Lebensweisen kritisieren lassen zu müssen. Obwohl - solche Predigten bewirken sowieso oft eher ein Verschließen der Ohren vor dem Thema, da keiner sich gern belehrt fühlt. Man muss selbst erkennen, dass etwas schief läuft, um wirklich etwas ändern zu wollen und zu können.
Wie auch immer. Zu glauben, zukünftig alles selbst anzubauen ist utopisch - wir können uns nicht mehr komplett von der Lebensmittelindustrie lösen, doch ein wenig mehr Skepsis und Aufmerksamkeit beim Einkauf und der Zubereitung von Lebensmitteln an den Tag zu legen, wäre nicht schlecht.
Die Zivilisation hat viele Errungenschaften mit sich gebracht, aber ob man das, was sie mit den Lebensmitteln anstellen, Errungenschaft nennen kann, wage ich zu bezweifeln.
Apfelkern
So und das ist übrigens das, was mir durch den Kopf geht, wenn mir zu viele der von mir gelesenen Kochblogs bunte Lebensmittel in die Timeline posten.
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Sonntag, 19. August 2012
Beige Gefühle
Dunkle erinnere ich mich, dass Beige einst als Farbe der älteren Menschen und biederen Personen galt. Die Jugend dagegen bevorzugt leuchtendere Farben, lebendigere Farben statt das nahezu farblose, nichts sagende Beige. Irgendwas eben - Hauptsache nicht Beige.
Diese Farbe war für mich schon immer ein eindeutiges Zeichen für das zunehmende Alter seines Trägers. Heißt es denn nicht, dass die Kleidung mit dem Alter immer beiger wird und die Schuhe immer braune? Daher war Beige für mich nie eine Farbe, sondern viel mehr eine Lebenseinstellung.
Und jetzt kommt das, was mich extrem verwirrt: ich sehe seit einiger Zeit extrem oft junge Leute mit beigen Hosen, Mänteln, Shirts und sonstiger Kleidung dieser Farbe umherlaufen. Was ist passiert?!
Die von mir als so altbacken empfundene Farbe ist zum Favoriten der Designer, Fashionblogger, Modeopfer und Konsorten geworden. Sie ist ja so distinguiert und sophisticated - und hipp.
Also tragen nicht nur die Mitmenschen 50+ Beige, sondern auch meine Altersgenossen. Kamelfarbene Hosen belagern ganze H&M Filialen (gut, den Verdacht, dass H&M für hässlich und modern stehen könnte, habe ich schon seit einer Weile), sandfarbene Shirts an jungen Frauen kreuzen meinen Weg und stören mein Weltbild.
Natürlich bringt es junge Menschen nicht um, sich in Beige zu kleiden und klar ist es eine engstirnige und nicht zu haltende Erwartung, dass nur ältere Menschen Beige tragen und doch…
Ich denke, es liegt nicht einmal daran, dass alle plötzlich eine Liebe zu dieser Farbe entdeckt haben, sondern viel mehr, dass sie aktuell so verstärkt in den Geschäften angeboten wird und man kann nur das kaufen, was auf dem Markt ist. Mit steigendem Beigeanteil in den Geschäften erhöht sich ganz klar auch die Wahrscheinlichkeit, ein Teil dieser Farbe zu erwerben.
Vor zwei oder drei Jahren waren die so verstärkt angebotenen Farben, Violett und Türkis, was ich anfangs gut und dann irgendwann wegen der ständigen Überflutung mit diesen Farben nahezu nervig fand. Das hat sich inzwischen auch gelegt und genauso wird auch der Trend zu der Trenchcoatfarbe schlechthin vergehen. Hoffentlich.
Kleidung ist hauptsächlich dazu da, warm zu halten, praktisch zu sein und natürlich auch dabei möglichst vorteilhaft auszusehen. Wegen des ersten Eindrucks und vielleicht auch der Wirkung auf das andere Geschlecht. Es geht für mich darum, dass Kleidung bequem ist und ich mich darin wohl fühle. Wenn sie auch noch schmeichelhaft aussieht ist es umso besser.
Für neue Modetrends hatte ich nie ein besonderes Interesse - warum auch? Meistens gefielen sie nicht und ich trage doch nichts, das mir gar nicht gefällt nur weil es modern ist. Außerdem erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit, dass man wenn man sich den Trenddikaturen ergibt, genauso aussieht wie alle anderen, die dem Saisontrend folgen. Und das will man ja auch nicht.
Während ich so fein über das altersschwache Beige herzog, fiel mir auf, dass mein Blog ja auch einen gewissen Beigeanteil vorweist. Super, dass einem aber auch immer auffallen muss, dass man im Glashaus sitzt, nachdem man mit Steinen geworfen hat. Aber wenigstens ist meine Kleidung noch nicht beige. Moment mal - was macht das noch in diesem Satz?!
Apfelkern
Diese Farbe war für mich schon immer ein eindeutiges Zeichen für das zunehmende Alter seines Trägers. Heißt es denn nicht, dass die Kleidung mit dem Alter immer beiger wird und die Schuhe immer braune? Daher war Beige für mich nie eine Farbe, sondern viel mehr eine Lebenseinstellung.
Und jetzt kommt das, was mich extrem verwirrt: ich sehe seit einiger Zeit extrem oft junge Leute mit beigen Hosen, Mänteln, Shirts und sonstiger Kleidung dieser Farbe umherlaufen. Was ist passiert?!
Die von mir als so altbacken empfundene Farbe ist zum Favoriten der Designer, Fashionblogger, Modeopfer und Konsorten geworden. Sie ist ja so distinguiert und sophisticated - und hipp.
Also tragen nicht nur die Mitmenschen 50+ Beige, sondern auch meine Altersgenossen. Kamelfarbene Hosen belagern ganze H&M Filialen (gut, den Verdacht, dass H&M für hässlich und modern stehen könnte, habe ich schon seit einer Weile), sandfarbene Shirts an jungen Frauen kreuzen meinen Weg und stören mein Weltbild.
Natürlich bringt es junge Menschen nicht um, sich in Beige zu kleiden und klar ist es eine engstirnige und nicht zu haltende Erwartung, dass nur ältere Menschen Beige tragen und doch…
Ich denke, es liegt nicht einmal daran, dass alle plötzlich eine Liebe zu dieser Farbe entdeckt haben, sondern viel mehr, dass sie aktuell so verstärkt in den Geschäften angeboten wird und man kann nur das kaufen, was auf dem Markt ist. Mit steigendem Beigeanteil in den Geschäften erhöht sich ganz klar auch die Wahrscheinlichkeit, ein Teil dieser Farbe zu erwerben.
Vor zwei oder drei Jahren waren die so verstärkt angebotenen Farben, Violett und Türkis, was ich anfangs gut und dann irgendwann wegen der ständigen Überflutung mit diesen Farben nahezu nervig fand. Das hat sich inzwischen auch gelegt und genauso wird auch der Trend zu der Trenchcoatfarbe schlechthin vergehen. Hoffentlich.
Kleidung ist hauptsächlich dazu da, warm zu halten, praktisch zu sein und natürlich auch dabei möglichst vorteilhaft auszusehen. Wegen des ersten Eindrucks und vielleicht auch der Wirkung auf das andere Geschlecht. Es geht für mich darum, dass Kleidung bequem ist und ich mich darin wohl fühle. Wenn sie auch noch schmeichelhaft aussieht ist es umso besser.
Für neue Modetrends hatte ich nie ein besonderes Interesse - warum auch? Meistens gefielen sie nicht und ich trage doch nichts, das mir gar nicht gefällt nur weil es modern ist. Außerdem erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit, dass man wenn man sich den Trenddikaturen ergibt, genauso aussieht wie alle anderen, die dem Saisontrend folgen. Und das will man ja auch nicht.
Während ich so fein über das altersschwache Beige herzog, fiel mir auf, dass mein Blog ja auch einen gewissen Beigeanteil vorweist. Super, dass einem aber auch immer auffallen muss, dass man im Glashaus sitzt, nachdem man mit Steinen geworfen hat. Aber wenigstens ist meine Kleidung noch nicht beige. Moment mal - was macht das noch in diesem Satz?!
Apfelkern
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Freitag, 22. Juni 2012
Die Sache mit den Fußballgroßereignissen
Heute um spätestens 20.45 Uhr wird sich wahrscheinlich der Großteil der Deutschen in Fankluft gekleidet vor einem Bildschirm oder einer Leinwand versammelt haben, Grillgut konsumieren, Bierkästen leeren und dabei enthusiastisch in die Vuvuzela keuchen und so die Laute eines während des Balzgesangs verendenden Wales nachahmen. Nach jedem Tor vermutet man wegen der krachenden Raketenschüsse den Weltuntergang oder zumindest beim Erklingen der unkontrollierten Schreie der Nachbarn die Zombieapokalypse. Jedes zweite Auto hat sich mindestens ein Fähnchen angesteckt, Carbikini übergestreift und die Deutschlandfahne auf der Kofferraumablage drapiert. Demnächst kommen auch die Ampeln in Schwarz-Rot-Gold daher und beim nächsten Stau hupen alle zusammen die Nationalhymne.
Und was sagt uns dieses Verhalten der Bevölkerung? Rauschmittel im Leitungswasser? Nein, es ist EM. Und da sind wir eben alle Fußballexperten oder wenigstens Fans, egal ob wir Fußball eigentlich mögen oder nicht.
Ich bin allgemein kein großer Fan des Fußballs, umher rennende Menschen zu beobachten, die einen Ball in ein Tor befördern wollen sind einfach nicht besonders spannend. Klar, nackt aufs Feld stürmende Fans, Eigentore und blutige Fouls können das ganze schon deutlich interessanter machen, doch solche Aktionen kommen nicht häufig genug vor, als dass es sich lohnte, darauf zu warten.
Selbst aktiv zu sein betrachte ich als viel sinnvoller; spielt man selbst Fußball, ist es wirklich ein Spiel, das Spaß bringt. Warum man andere Leute dabei mit Begeisterung beobachtet, ist mir jedoch ein Rätsel.
Die alljährlichen Fußballspiele, Turniere und das Auf- und Absteigen aus Liga XY lässt sich gut ignorieren, doch bei Großereignissen wie WM und EM gibt es kaum ein Entkommen vor der um sich greifenden Fußballeuphorie. Da wird gewettet, mit Rabatten und Fanartikeln im Einzelhandel um sich geschmissen, Gewinnspiele veranstaltet als gäbe es kein Morgen mehr und vor allem auch die Medien davon überflutet und wichtigere oder schlicht interessantere Meldungen verdrängt. Super.
Ganz ehrlich: es ist doch noch immer Fußball. Na gut, jetzt kommen die Mannschaften nicht mehr nur aus Düsseldorf und Bremen, sondern aus Portugal und Schweden, doch davon abgesehen ändert sich nicht viel. Die Spiele sind noch genauso wenig interessant.
Mit dem Gedanken scheine ich recht allein dazustehen, was mich sehr wundert. Warum mutieren plötzlich alle zum Fan? Heucheln sie das alle, um ja nicht aufzufallen? Der Gruppenzwang könnte schuld sein; der Drang, mitreden zu wollen. Fußball als Sozialisierungsmaßnahme? Nicht für mich.
Auch wenn alle das DSDS Finale sehen, würde ich mir es nicht antun wollen, nur um danach darüber sprechen zu können.
Es müsste auch längst eine Sättigung auftreten, so oft wie EM und WM sich abwechseln. Bis auf die teilnehmenden Länder gibt es doch keine wirklichen Unterschiede und man sollte irgendwann genug davon haben. Das Ergebnis ist auch jedes Mal das gleiche: irgendeiner gewinnt, wobei es völlig gleich ist, welches Land diese Mannschaft nun stellte. Na gut, die Trikotfarben sind je nach Mannschaft anders.
Warum man daraus nun ein so riesiges Event machen kann - keine Ahnung. Öffentliches Massenzusammenrotten mit Bier und Fähnchen nennt man Public Viewing und noch dazu für unglaublich hipp. Ah ja. Ob man nun einen vernünftigen Sitzplatz und guten Blick auf die Leinwand hatte ist ja auch egal, solange das Gemeinschaftsgefühl und die Nähe aka das Zusammenquetschen und sich gegenseitig mit Fanchorälen das Gehör ruinieren gegeben sind.
Wenn Public Viewing denn wie korrekt aus dem Englischen übersetzt wenigstens eine Leichenschau wäre - ich fände es deutlich interessanter als irgendwelche durchgestylten vollkommen überbezahlte Typen neunzig Minuten oder gar mehr übers Feld rennen und dabei schwitzen zu sehen. Und den Ball natürlich, um ihn nicht zu vergessen.
Wer wirklich Fan der Sportart ist, soll diese Wettbewerbe gern genießen, doch es müssen nicht plötzlich alle so tun, als wären sie Hardcore-Fan der ersten Stunde. Es nervt dank Überdosis des Ganzen einfach nur noch.
Einen Vorteil hat der ganze EM-Wahnsinn dennoch: während der Partien und ganz besonders der Deutschlandspiele versammeln sich alle vorm Fernseher, sodass man zumindest ungestört ist, wenn man es vom Grölen und Zuprosten der Fans absieht.
Apfelkern
Und was sagt uns dieses Verhalten der Bevölkerung? Rauschmittel im Leitungswasser? Nein, es ist EM. Und da sind wir eben alle Fußballexperten oder wenigstens Fans, egal ob wir Fußball eigentlich mögen oder nicht.
Ich bin allgemein kein großer Fan des Fußballs, umher rennende Menschen zu beobachten, die einen Ball in ein Tor befördern wollen sind einfach nicht besonders spannend. Klar, nackt aufs Feld stürmende Fans, Eigentore und blutige Fouls können das ganze schon deutlich interessanter machen, doch solche Aktionen kommen nicht häufig genug vor, als dass es sich lohnte, darauf zu warten.
Selbst aktiv zu sein betrachte ich als viel sinnvoller; spielt man selbst Fußball, ist es wirklich ein Spiel, das Spaß bringt. Warum man andere Leute dabei mit Begeisterung beobachtet, ist mir jedoch ein Rätsel.
Die alljährlichen Fußballspiele, Turniere und das Auf- und Absteigen aus Liga XY lässt sich gut ignorieren, doch bei Großereignissen wie WM und EM gibt es kaum ein Entkommen vor der um sich greifenden Fußballeuphorie. Da wird gewettet, mit Rabatten und Fanartikeln im Einzelhandel um sich geschmissen, Gewinnspiele veranstaltet als gäbe es kein Morgen mehr und vor allem auch die Medien davon überflutet und wichtigere oder schlicht interessantere Meldungen verdrängt. Super.
Ganz ehrlich: es ist doch noch immer Fußball. Na gut, jetzt kommen die Mannschaften nicht mehr nur aus Düsseldorf und Bremen, sondern aus Portugal und Schweden, doch davon abgesehen ändert sich nicht viel. Die Spiele sind noch genauso wenig interessant.
Mit dem Gedanken scheine ich recht allein dazustehen, was mich sehr wundert. Warum mutieren plötzlich alle zum Fan? Heucheln sie das alle, um ja nicht aufzufallen? Der Gruppenzwang könnte schuld sein; der Drang, mitreden zu wollen. Fußball als Sozialisierungsmaßnahme? Nicht für mich.
Auch wenn alle das DSDS Finale sehen, würde ich mir es nicht antun wollen, nur um danach darüber sprechen zu können.
Es müsste auch längst eine Sättigung auftreten, so oft wie EM und WM sich abwechseln. Bis auf die teilnehmenden Länder gibt es doch keine wirklichen Unterschiede und man sollte irgendwann genug davon haben. Das Ergebnis ist auch jedes Mal das gleiche: irgendeiner gewinnt, wobei es völlig gleich ist, welches Land diese Mannschaft nun stellte. Na gut, die Trikotfarben sind je nach Mannschaft anders.
Warum man daraus nun ein so riesiges Event machen kann - keine Ahnung. Öffentliches Massenzusammenrotten mit Bier und Fähnchen nennt man Public Viewing und noch dazu für unglaublich hipp. Ah ja. Ob man nun einen vernünftigen Sitzplatz und guten Blick auf die Leinwand hatte ist ja auch egal, solange das Gemeinschaftsgefühl und die Nähe aka das Zusammenquetschen und sich gegenseitig mit Fanchorälen das Gehör ruinieren gegeben sind.
Wenn Public Viewing denn wie korrekt aus dem Englischen übersetzt wenigstens eine Leichenschau wäre - ich fände es deutlich interessanter als irgendwelche durchgestylten vollkommen überbezahlte Typen neunzig Minuten oder gar mehr übers Feld rennen und dabei schwitzen zu sehen. Und den Ball natürlich, um ihn nicht zu vergessen.
Wer wirklich Fan der Sportart ist, soll diese Wettbewerbe gern genießen, doch es müssen nicht plötzlich alle so tun, als wären sie Hardcore-Fan der ersten Stunde. Es nervt dank Überdosis des Ganzen einfach nur noch.
Einen Vorteil hat der ganze EM-Wahnsinn dennoch: während der Partien und ganz besonders der Deutschlandspiele versammeln sich alle vorm Fernseher, sodass man zumindest ungestört ist, wenn man es vom Grölen und Zuprosten der Fans absieht.
Apfelkern
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Freitag, 13. Januar 2012
Your Eyes But Better
Wie gewagt und selbstbewusst.
Die tägliche Dosis Bindehautentzündung aus der Kosmetikschublade. Ganz typgerecht gestaltbar mit verschiedenen Rot-, Pink- und Rosatönen kann nun jeder verweint aussehen, ohne eine Träne vergießen zu müssen.
In seiner dezenten und natürlichen Schönheit zählt roter Lidschatten ganz klar zu den Nude Looks; der Art von Make-up, die auf den ersten Blick die Trägerin wie ungeschminkt und dennoch bezaubernd erscheinen lässt.
Informiert euch auf dem Beautyblog eures Vertrauens über diesen grandiosen aktuellen Trend und greift dann umgehend zum Pinsel. Eure Freunde und Bekannten werden begeistert sein.
Die Suche nach dem perfekten Rot für euer Auge könnte zwar ein wenig Zeit kosten, doch der Aufwand wird sich lohnen.
Und ein kleiner Tipp von mir: falls ihr noch keinen roten Lidschatten besitzt, könnt ihr natürlich auch Rouge dafür verwenden. Rote Wangen sind eh von gestern, heute müssen es rote Augen sein.
Freitag, 16. September 2011
Sind denn hier alle schief gewickelt?
Auf meinem Nachttisch liegt keine Vogue. Auch die Freundin, Petra, Brigritte und wie die Damen sonst noch heißen finden keine Unterkunft bei mir.
In Wartezimmern, Flugzeugen oder wo auch immer man sie kostenlos lesen kann, greife ich aber gern zu ihnen, um mich über aktuelle Trends zu informieren. Allerdings nicht, um mich dann entsprechend der saisonalen Mode zu kleiden, sondern um mich über auffällig wenig attraktive Trends aufzuregen. Und in dieser Kategorie bin ich wieder fündig geworden.
Es geht um die asymmetrischen Haarschnitte. Die Prominenz hat es vorgemacht und sich mit schiefem Schnitt aus dem Haus gewagt. Und weil es bei Rihanna und Victoria Beckham soooooo toll aussah, möchte Otto Normalverbraucher das nun auch.Und genau deshalb muss ich mir nun fast täglich Frauen mit dieser Kombination von Haar und Ohrschmuck ansehen:
Zurück zum Thema.
Nein, harmonisch wirkt es nicht und da hilft es auch nicht, wenn man die asymmetrischen Ohrringe komplementär zur Frisur anbringt. Es wirkt einfach immer als wäre dem Friseur die Schere ausgerutscht und er hätte die Haarpracht nicht mehr einheitlich geschnippelt bekommen, ohne daraus eine Kurzhaarfrisur zu machen. Und da die meisten nur den Mut aufbringen, sich auf der halben Kopffläche vom langen Haar zu verabschieden, bleibt es asymmetrisch. Entweder oder solange ihr nicht wollt, dass es wie gewollt und nicht getraut aussieht.
Dieses Anti-Paar Ohrringe (man nennt so etwas heutzutage auch Patchwork), das natürlich schrecklich individuell ist, lässt mich immer traurig an meine Single Ohrringe denken, deren Partner verloren gegangen sind. Natürlich ist das eine Möglichkeit, sie wieder aus der Schublade zu holen - es sieht nur leider völlig, nun ja, schief aus.
Sich daran erinnernd, dass symmetrische Gesichter als am schönsten empfunden werden, weiß ich nun nicht, ob diese Trends wirklich optimal für die Frau sind.
Ausnahmen wären natürlich Gesichter, die von Natur aus schief sind. Da kann man ja ganz wunderbar den Schwerpunkt mit einem Schlag Asymmetrie verlagern. Und es so noch schiefer wirken lassen.
Gegen Off-Shoulder Shirts wird hier übrigens nicht gestänkert, denn die gefallen mir sehr. Obwohl sie asymmetrisch sind. Vielleicht sollte ich meine Meinung darüber noch einmal revidieren.
Aber irgendwie sind sie so verspielt-lässig und doch reizend, dass mir kein Kontrapunkt einfällt. Oh doch - man friert an der freigelegten Schulter sicher ganz hervorragend.,
Letzter Lästerpunkt wären die extralangen Ketten mit den wilden Anhängern. Ist ja toll, dass man alles an einer Kette befestigen kann. Aber muss es denn nun wirklich ein Stuhl sein?
Doch wenn es pseudo-hippie-spacig-einzigartig wirken soll, dann kann in der Massenproduktion gern auch mal das Möbel an die Kette gelegt werden.
Also denkt daran: wenn ihr hip sein wollte, hängt euch eine Gießkanne oder gern auch eine Torte um. Tropfen und kleckern geht ihr aber bitte woanders.
Apfelkern
In Wartezimmern, Flugzeugen oder wo auch immer man sie kostenlos lesen kann, greife ich aber gern zu ihnen, um mich über aktuelle Trends zu informieren. Allerdings nicht, um mich dann entsprechend der saisonalen Mode zu kleiden, sondern um mich über auffällig wenig attraktive Trends aufzuregen. Und in dieser Kategorie bin ich wieder fündig geworden.
Es geht um die asymmetrischen Haarschnitte. Die Prominenz hat es vorgemacht und sich mit schiefem Schnitt aus dem Haus gewagt. Und weil es bei Rihanna und Victoria Beckham soooooo toll aussah, möchte Otto Normalverbraucher das nun auch.Und genau deshalb muss ich mir nun fast täglich Frauen mit dieser Kombination von Haar und Ohrschmuck ansehen:
Zurück zum Thema.
Nein, harmonisch wirkt es nicht und da hilft es auch nicht, wenn man die asymmetrischen Ohrringe komplementär zur Frisur anbringt. Es wirkt einfach immer als wäre dem Friseur die Schere ausgerutscht und er hätte die Haarpracht nicht mehr einheitlich geschnippelt bekommen, ohne daraus eine Kurzhaarfrisur zu machen. Und da die meisten nur den Mut aufbringen, sich auf der halben Kopffläche vom langen Haar zu verabschieden, bleibt es asymmetrisch. Entweder oder solange ihr nicht wollt, dass es wie gewollt und nicht getraut aussieht.
Dieses Anti-Paar Ohrringe (man nennt so etwas heutzutage auch Patchwork), das natürlich schrecklich individuell ist, lässt mich immer traurig an meine Single Ohrringe denken, deren Partner verloren gegangen sind. Natürlich ist das eine Möglichkeit, sie wieder aus der Schublade zu holen - es sieht nur leider völlig, nun ja, schief aus.
Sich daran erinnernd, dass symmetrische Gesichter als am schönsten empfunden werden, weiß ich nun nicht, ob diese Trends wirklich optimal für die Frau sind.
Ausnahmen wären natürlich Gesichter, die von Natur aus schief sind. Da kann man ja ganz wunderbar den Schwerpunkt mit einem Schlag Asymmetrie verlagern. Und es so noch schiefer wirken lassen.
Gegen Off-Shoulder Shirts wird hier übrigens nicht gestänkert, denn die gefallen mir sehr. Obwohl sie asymmetrisch sind. Vielleicht sollte ich meine Meinung darüber noch einmal revidieren.
Aber irgendwie sind sie so verspielt-lässig und doch reizend, dass mir kein Kontrapunkt einfällt. Oh doch - man friert an der freigelegten Schulter sicher ganz hervorragend.,
Letzter Lästerpunkt wären die extralangen Ketten mit den wilden Anhängern. Ist ja toll, dass man alles an einer Kette befestigen kann. Aber muss es denn nun wirklich ein Stuhl sein?
Doch wenn es pseudo-hippie-spacig-einzigartig wirken soll, dann kann in der Massenproduktion gern auch mal das Möbel an die Kette gelegt werden.
Also denkt daran: wenn ihr hip sein wollte, hängt euch eine Gießkanne oder gern auch eine Torte um. Tropfen und kleckern geht ihr aber bitte woanders.
Apfelkern
Donnerstag, 21. Juli 2011
Die Tussi der Saison
Jede Saison hat ihre Trends. Nachdem ich schon die Durchschnittstussi für den Frühling gezeichnet habe, stelle ich nun die Version für den Sommer vor.
Vorher noch einmal zur Erinnerung der Frühjahrslook mit Blazer, Leggins, Streberbrille und Wedges.
Und nun das aktuelle Modell, welches langsam aber sicher den Business-Chic verdrängt.
Hier trägt unsere zart gebräunte Schönheit das bereits geächtete Maxikleid in einer wunderbaren Farb- und Musterkombination. Dazu passend kombiniert sie massiven Ethno-Hippie-Schmuck aus Holz und Perlen. Nicht fehlen darf ein Gesteinsbrocken am Finger.
Der rutschende Strohhut verleiht dem Outfit einen sommerlichen Touch. Die Sonnenbrille, natürlich von Ray-Ban, schützt die zarten Äuglein vor Sonne und verbirgt zugleich die Schatten der letzten Partynacht und den genervten Blick.
Die Lippen sind im angesagten Nude-Look geschminkt, denn der Blickfang sind die mit orangem Bronzing Puder bestäubten Wangen.
An den Füßen sitzen scheuernde Zehensandalen, natürlich auch getrimmt auf Öko/Hippi/Vintage/Ethno. Denn um so auszusehen muss man nicht wissen, was es bedeutet. Auch Wedges hätten hier wunderbar gepasst.
Und so stolpert sie zwischen lockenden Sale Schildern und Starbucks umher, wobei sie natürlich und entspannt wirkt. Bis sie wieder einmal auf den Saum des überlangen Kleides tritt, der gewichtige Statementschmuck sie nach unten reißt und sie aus den Zehensandalen schlappt.
Vorher noch einmal zur Erinnerung der Frühjahrslook mit Blazer, Leggins, Streberbrille und Wedges.
Und nun das aktuelle Modell, welches langsam aber sicher den Business-Chic verdrängt.
Hier trägt unsere zart gebräunte Schönheit das bereits geächtete Maxikleid in einer wunderbaren Farb- und Musterkombination. Dazu passend kombiniert sie massiven Ethno-Hippie-Schmuck aus Holz und Perlen. Nicht fehlen darf ein Gesteinsbrocken am Finger.
Der rutschende Strohhut verleiht dem Outfit einen sommerlichen Touch. Die Sonnenbrille, natürlich von Ray-Ban, schützt die zarten Äuglein vor Sonne und verbirgt zugleich die Schatten der letzten Partynacht und den genervten Blick.
Die Lippen sind im angesagten Nude-Look geschminkt, denn der Blickfang sind die mit orangem Bronzing Puder bestäubten Wangen.
An den Füßen sitzen scheuernde Zehensandalen, natürlich auch getrimmt auf Öko/Hippi/Vintage/Ethno. Denn um so auszusehen muss man nicht wissen, was es bedeutet. Auch Wedges hätten hier wunderbar gepasst.
Und so stolpert sie zwischen lockenden Sale Schildern und Starbucks umher, wobei sie natürlich und entspannt wirkt. Bis sie wieder einmal auf den Saum des überlangen Kleides tritt, der gewichtige Statementschmuck sie nach unten reißt und sie aus den Zehensandalen schlappt.
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Samstag, 9. Juli 2011
In jeder Hinsicht maximal
Ein Blick in das H&M eures Vertrauens und schon wisst ihr es: Maxikleider sind Trend.
Nur zur Info: das sind die vielfarbig bedruckten Stoffröhren (gerne auch mit so hübsche Kombinationen wie violett und lavaorange in Blütenform), die oben ein wenig gerafft werden, um gerade so an der Brust zu halten. Obwohl, ich habe die Teile schon oft genug rutschen sehen.
Klar, man kann ja auch zwei Fädchen annähen und sie Träger nennen. Doch die helfen wenig, wenn man mit seiner Hippie-Riemchensandale auf den viel zu langen Rockteil tritt und sich damit selbst das Kleid herunterzieht. Alles schon gesehen.
Wer hat das Gerücht in die Welt gesetzt, es wäre elegant oder erotisch, sich minütlich das rutschende Kleid wieder hochzuziehen?
Eigentlich mag ich lange Kleider und Röcke. Allerdings sollten sie nicht so auffällig günstig gefertigt worden sein und zweitens sollte bitte sehr nicht jeder mit diesen Teilen umherlaufen. Es ist in London schon fast lächerlich gewesen: gefühlt 70% der unter 35 jährigen Frauen in Freizeitkleidung lief im Maxikleid umher. Oft genug im gleichen Modell. So viel zur Individualität dieses Styles.
In die Oberteile passen ohne dass sie umgehend wieder herausrutschen grundsätzlich nur Brüste der Körbchengrößen A oder B . Man kann ja eh keinen BH unter dem Fetzchen verstecken und geht deshalb ganz ohne los. Das macht es für größere Brustumfänge eher unangenehm, doch zum Glück entsteht das Problem gar nicht, da oben so stark an Stoff geknausert wird, dass wie erwähnt größere Brüste keine Chance haben, von den Stoffstückchen verhüllt zu werden.
Was den Maxikleidern oben fehlt holen sie unten herum zwar wieder nach, doch eigentlich macht das alles nur noch schlimmer.
Die modisch gewordenen Gardinenderivate verschlucken auch noch jegliches Anzeichen einer schlanken Taille. Unterhalb der Brust bauscht und flattert es gewaltig und trägt dick auf, was den Körperumfang betrifft. Ständig weiß man die Gefahr, auf den Saum zu latschen wie das Damokles Schwert über sich schweben.
Immerhin sind die hässlichen Dinger recyclebar. Genug Stoff für viel Kreativität ist ja dran.
Apfelkern
Klar, man kann ja auch zwei Fädchen annähen und sie Träger nennen. Doch die helfen wenig, wenn man mit seiner Hippie-Riemchensandale auf den viel zu langen Rockteil tritt und sich damit selbst das Kleid herunterzieht. Alles schon gesehen.
Wer hat das Gerücht in die Welt gesetzt, es wäre elegant oder erotisch, sich minütlich das rutschende Kleid wieder hochzuziehen?
Eigentlich mag ich lange Kleider und Röcke. Allerdings sollten sie nicht so auffällig günstig gefertigt worden sein und zweitens sollte bitte sehr nicht jeder mit diesen Teilen umherlaufen. Es ist in London schon fast lächerlich gewesen: gefühlt 70% der unter 35 jährigen Frauen in Freizeitkleidung lief im Maxikleid umher. Oft genug im gleichen Modell. So viel zur Individualität dieses Styles.
In die Oberteile passen ohne dass sie umgehend wieder herausrutschen grundsätzlich nur Brüste der Körbchengrößen A oder B . Man kann ja eh keinen BH unter dem Fetzchen verstecken und geht deshalb ganz ohne los. Das macht es für größere Brustumfänge eher unangenehm, doch zum Glück entsteht das Problem gar nicht, da oben so stark an Stoff geknausert wird, dass wie erwähnt größere Brüste keine Chance haben, von den Stoffstückchen verhüllt zu werden.
Was den Maxikleidern oben fehlt holen sie unten herum zwar wieder nach, doch eigentlich macht das alles nur noch schlimmer.
Die modisch gewordenen Gardinenderivate verschlucken auch noch jegliches Anzeichen einer schlanken Taille. Unterhalb der Brust bauscht und flattert es gewaltig und trägt dick auf, was den Körperumfang betrifft. Ständig weiß man die Gefahr, auf den Saum zu latschen wie das Damokles Schwert über sich schweben.
Immerhin sind die hässlichen Dinger recyclebar. Genug Stoff für viel Kreativität ist ja dran.
Apfelkern
Montag, 13. Juni 2011
Ich geb dir gleich Statement
Ist es nicht auffällig, dass der Schmuck des durchschnittlichen weiblichen Erdenbürgers der westlichen Hemisphäre momentan mehr als 50g pro Stück wiegt? Das liegt wohl daran, dass man mit den Teilen ein gewichtiges Statement mit sich herumträgt.
Statementringe, Statementketten - pardon, es heißt Statement Necklace- Hauptsache der Klunker ist groß. Felsbrocken am Finger sind très chic - man kann zwar nichts mehr vernünftig anfassen, die Hand zu heben ist doppelt so anstrengend und man muss aufpassen, sich nicht selbst mit dem Klumpen zu kratzen, aber was soll's - selbst Prometheus trug schon einen Brocken Kaukasus am Finger. Da wird die Alltagsuntauglichkeit des Schmucks schnell unwichtig.
Es bleibt aber nicht bei der Dekoration der Hände. Auch der Hals trägt gernt ein paar Pfund mehr. Und so lässt sich auch da ganz hervorragend ein Statement anbringen.
Doch: welches Statement, das heißt Äußerung; Erklärung macht man denn eigentlich durch überproportional großen Schmuck?
Wie wäre es mit: ich versuche mich als modebewusst darzustellen, kaufe alles, was H&M und Zara im Angebot haben und kreire damit meinen ganz individuellen Stil und schreibe darüber in meinem Blog, um meinen Weg zur Stilikone zu dokumentieren
In einigen Jahren werden wir uns wohl schockiert fragen, wie man so etwas denn gut finden und zur Krönung auch noch tragen konnte, so wie man heute schon über die Dauerwellen, Plateauschuhe und bunten Stirnbänder der 80er Jahre denkt. Wenn sie nicht zufällig wie die neonfarbenen Leggings wieder modern geworden sind.
Apfelkern
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| via; adaptiert |
Doch: welches Statement, das heißt Äußerung; Erklärung macht man denn eigentlich durch überproportional großen Schmuck?
Wie wäre es mit: ich versuche mich als modebewusst darzustellen, kaufe alles, was H&M und Zara im Angebot haben und kreire damit meinen ganz individuellen Stil und schreibe darüber in meinem Blog, um meinen Weg zur Stilikone zu dokumentieren
In einigen Jahren werden wir uns wohl schockiert fragen, wie man so etwas denn gut finden und zur Krönung auch noch tragen konnte, so wie man heute schon über die Dauerwellen, Plateauschuhe und bunten Stirnbänder der 80er Jahre denkt. Wenn sie nicht zufällig wie die neonfarbenen Leggings wieder modern geworden sind.
Apfelkern
Sonntag, 5. Juni 2011
Frau Doktor Petal Blossom Rainbow bitte!
Wenn die Berühmtheiten aus Funk und Fernsehen Nachwuchs bekommen, reagiere ich oft kopfschüttelnd oder gar mit Lachanfällen auf die Namen ihrer Kinder. Denn sie wirken oft künstlich zusammengestellt (Stichwort lächerliche Doppelnamen), lassen nicht einmal das Geschlecht des Kindes erkennen oder wurden von Lebensmitteln abgeschaut, sodass das Kindchen Pfirsich heißen muss.
Was ursprünglich ein Trend unter Prominenten war, greift nun auch auf den Rest der Menschheit über. 1890 waren laut www.beliebte-vornamen.de die beliebtesten Vornamen in Deutschland Anna und Karl, 1950 Brigitte und Peter, 1990 Julia und Jan und 2010 Mia und Leon. So schlimm scheinen letztere nicht zu sein, doch man muss bedenken, dass Dank eines Zweitnamens häufig Kombinationen wie Fynn Luca oder Mia Céline herauskommen. Das passiert, wenn man sich etwas ganz besonderes für den Namen seines Kindes ausdenken will und dann doch durchschnittliches kreiert.
Auf besagtem Volksfest durfte ich auch in den Genuss eines weiteren unharmonischen Doppelnamens kommen:
"Laura Jane, jetzt komm doch endlich mal!", hieß es da.
Ein sehr aktuelles Beispiel wäre Pink, die ihrem Töchterchen den Namen Willow Sage gegeben hat. Hört sich vergleichsweise harmlos an, aber wenn man überlegt, dass es Weide Salbei heißt, kann man das Kind nur bedauern. Nicole Kidman nannte ihre Tochter Sunday Rose (Sonntagsrose), was von der Zusammenstellung her eher an Sonntagsbraten erinnert und Till Schweigers Tochter heißt Emma Tiger, wobei der Name Emma allein auch eindeutig besser gewesen wäre. Zu nennen wären auch die Käsenamen á la Jimmy Blue, der ein Parallelismus zu dem aromatischen Blauschimmelkäse Bavaria Blu ist. Auch Emma Tiger darf mal einen Käsenamen haben und spielt so in Keinohrhasen die kleine Cheyenne-Blue. Eltern, die ihre Kinder Cheyenne/Chayenne oder ähnlich, gern auch mit exotisch wirkenden Akzenten dekoriert, haben offensichtlich zu lange ins Gewürzregal geschaut.
Es geht weiter mit Jamie Oliver, einer der wichtigsten Vertreter der grausamen Kindernamen. Ich präsentiere seine drei Töchter: Daisy Boo, Poppy Honey Rosie und Petal Blossom Rainbow. Sein Sohn: Buddy Bear Maurice
Ich bin sprachlos, das kann doch wohl nur ein mieser Scherz sein! Wenn Petal Blossom Rainbow sich später einmal umbennen lassen möchte habe ich vollstes Verständnis. Ich finde, es sollte ein Gesetz geben, das Willensfreiheit hin oder her verbietet, seine Kinder Mohn Honig Röschen oder Kumpel Bär Maurice zu nennen. Denn die Kinder müssen ein Leben lang unter den lächerlichen Namen leiden und werden einfach nicht ernst genommen.
Solange sie noch klein und niedlich sind mag es ja ganz bezaubernd sein, Aber sollten sie später einmal nicht in die Unterhaltungsindustrie einsteigen, sondern Zahnarzt werden, ist ein Schild mit der Aufschrift "Dr. med. dent. Buddy Bear Maurice Oliver" ziemlich peinlich.
Ach ja, den Namen Chantal halte ich übrigens immer für einen Witz, weil er sehr häufig als Synonym für eine Tussi, deren Eltern aus der Vorstadt einen kosmopolitisch klingenden Namen wollten, verwendet wird. Ich kann einfach nicht glauben, dass Menschen ihre Kinder trotzdem wirklich so genannt haben.
Und hier noch die skurrilsten Kindernamen der "Stars", die ich gefunden habe:
Rapperin M.I.A. nannte ihren Sohn Ikhyd. Für mich hört sich das an wie ein Tippfehler.
Katie Prices Tochter leidet unter dem Namen Princess Tiaamii, der sich aus den Namen der Mütter von Katie und ihrem Mann (Amy und Thea) zusammensetzt. Nette Idee aber mangelhafte Umsetzung.
Joaquin Phoenix heißt eigentlich Leaf (Laubblatt), da seine Eltern Anhänger der Hippiekultur waren und daher naturinspirierte Namen wählten. Leaf setzte der Schmach ein ende und taufte sich selbst um.
Was ursprünglich ein Trend unter Prominenten war, greift nun auch auf den Rest der Menschheit über. 1890 waren laut www.beliebte-vornamen.de die beliebtesten Vornamen in Deutschland Anna und Karl, 1950 Brigitte und Peter, 1990 Julia und Jan und 2010 Mia und Leon. So schlimm scheinen letztere nicht zu sein, doch man muss bedenken, dass Dank eines Zweitnamens häufig Kombinationen wie Fynn Luca oder Mia Céline herauskommen. Das passiert, wenn man sich etwas ganz besonderes für den Namen seines Kindes ausdenken will und dann doch durchschnittliches kreiert.
Auf besagtem Volksfest durfte ich auch in den Genuss eines weiteren unharmonischen Doppelnamens kommen:
"Laura Jane, jetzt komm doch endlich mal!", hieß es da.
Ein sehr aktuelles Beispiel wäre Pink, die ihrem Töchterchen den Namen Willow Sage gegeben hat. Hört sich vergleichsweise harmlos an, aber wenn man überlegt, dass es Weide Salbei heißt, kann man das Kind nur bedauern. Nicole Kidman nannte ihre Tochter Sunday Rose (Sonntagsrose), was von der Zusammenstellung her eher an Sonntagsbraten erinnert und Till Schweigers Tochter heißt Emma Tiger, wobei der Name Emma allein auch eindeutig besser gewesen wäre. Zu nennen wären auch die Käsenamen á la Jimmy Blue, der ein Parallelismus zu dem aromatischen Blauschimmelkäse Bavaria Blu ist. Auch Emma Tiger darf mal einen Käsenamen haben und spielt so in Keinohrhasen die kleine Cheyenne-Blue. Eltern, die ihre Kinder Cheyenne/Chayenne oder ähnlich, gern auch mit exotisch wirkenden Akzenten dekoriert, haben offensichtlich zu lange ins Gewürzregal geschaut.
Es geht weiter mit Jamie Oliver, einer der wichtigsten Vertreter der grausamen Kindernamen. Ich präsentiere seine drei Töchter: Daisy Boo, Poppy Honey Rosie und Petal Blossom Rainbow. Sein Sohn: Buddy Bear Maurice
Ich bin sprachlos, das kann doch wohl nur ein mieser Scherz sein! Wenn Petal Blossom Rainbow sich später einmal umbennen lassen möchte habe ich vollstes Verständnis. Ich finde, es sollte ein Gesetz geben, das Willensfreiheit hin oder her verbietet, seine Kinder Mohn Honig Röschen oder Kumpel Bär Maurice zu nennen. Denn die Kinder müssen ein Leben lang unter den lächerlichen Namen leiden und werden einfach nicht ernst genommen.
Solange sie noch klein und niedlich sind mag es ja ganz bezaubernd sein, Aber sollten sie später einmal nicht in die Unterhaltungsindustrie einsteigen, sondern Zahnarzt werden, ist ein Schild mit der Aufschrift "Dr. med. dent. Buddy Bear Maurice Oliver" ziemlich peinlich.
Ach ja, den Namen Chantal halte ich übrigens immer für einen Witz, weil er sehr häufig als Synonym für eine Tussi, deren Eltern aus der Vorstadt einen kosmopolitisch klingenden Namen wollten, verwendet wird. Ich kann einfach nicht glauben, dass Menschen ihre Kinder trotzdem wirklich so genannt haben.
Und hier noch die skurrilsten Kindernamen der "Stars", die ich gefunden habe:
Rapperin M.I.A. nannte ihren Sohn Ikhyd. Für mich hört sich das an wie ein Tippfehler.
Katie Prices Tochter leidet unter dem Namen Princess Tiaamii, der sich aus den Namen der Mütter von Katie und ihrem Mann (Amy und Thea) zusammensetzt. Nette Idee aber mangelhafte Umsetzung.
Joaquin Phoenix heißt eigentlich Leaf (Laubblatt), da seine Eltern Anhänger der Hippiekultur waren und daher naturinspirierte Namen wählten. Leaf setzte der Schmach ein ende und taufte sich selbst um.
Nicht von er Natur, sondern von den Superman Comics inspiriert nannte Nicolas Cage seinen Sohn Khal-el Coppola. Was ist, wenn der Kleine Superman Comics blöd findet?
Moon Unit (Mondeinheit) ist die Tochter von Frank Zappa. Mein Beileid dazu.
Fazit:
Liebe werdende Eltern, bitte spart an künstlich wirkender Exotik und lasst die Bindestriche, Akzente und die zwanzig Zweitnamen weg. Kann ein Kind nicht einfach auch nur einen Namen haben, der schon beim ersten Mal verständlich ist und nicht erst buchstabiert werden muss? Damit wäre das Kind inzwischen auch schon etwas außergewöhnliches und seinen Eltern irgendwann auch sehr dankbar.
Wie sang schon Johnny Cash so treffend? Life ain't easy for a boy named Sue.
Apfelkern
Liebe werdende Eltern, bitte spart an künstlich wirkender Exotik und lasst die Bindestriche, Akzente und die zwanzig Zweitnamen weg. Kann ein Kind nicht einfach auch nur einen Namen haben, der schon beim ersten Mal verständlich ist und nicht erst buchstabiert werden muss? Damit wäre das Kind inzwischen auch schon etwas außergewöhnliches und seinen Eltern irgendwann auch sehr dankbar.
Wie sang schon Johnny Cash so treffend? Life ain't easy for a boy named Sue.
Apfelkern
Dienstag, 31. Mai 2011
Unblogg it
Bestimmte Themen tauchen immer und immer wieder in der Bloggersphäre auf und einige davon klicke ich inzwischen genervt weg. Und da ich kürzlich High Fidelity gelesen habe, muss ich jetzt auch meine Top 10 der nervigsten Postthemen aufstellen.
Falls die Liste gut ist kann ich sie ja an RTL weitersenden. Denn die machen nur allzu gern ganze Sendungen mit diesem ˝hema.
1.NOTD aka Nails Of The Day
Warum verspürt gefühlt jeder zweite Blogger den Drang, die Keratinplatten auf seinen digitis farbenfroh anzupinseln und in die Kamera zu halten?
Anfangs ist es ja recht unterhaltsam und vor allem geistig leicht verdaulich, doch irgendwann kollabiert die Netzhaut. Außerdem interessiert es mich nicht wirklich, da die meisten Lacke nicht mehr erhältlich sind, ich mir die Nägel sowieso maximal mit Klarlack bepinsele und sämtliche NOTDs letztendlich gleich aussehen.
Außerdem kann es auch nicht besonders förderlich für die Nägel sein, täglich mit Nagellackentferner abgeschrubbt und sofort neu versiegelt zu werden.
Und nein: ein FOTD ist keine Alternative. Denn es ist genauso nichtssagend und wirkt als ob der entsprechende Blogger nur seine Quote an täglichen Posts erfüllen wollen würde. Zudem kann ich mir bei so manchem farbenreichen Kunstwerk nicht vorstellen, dass die entsprechende Person so das Haus verlassen würde.
2. Werbung
Ist ja wirklich toll, dass Blogger xyz vom Onlineshop schnaufgrauf kostenfrei zu Probezwecken einen 20€ Gutschein bekommt. Doch lesen möchte ich die vom Shop als Bedingung für den Gutschein vorgeschriebenen Posts darüber nicht. Beim ersten oder zweiten Post über einen Anbieter ist es noch informativ, doch dann bin ich einfach nur noch genervt davon, wie die Blogger bestochen werden.
Teilweise gelange ich sogar zu dem Punkt der Erkenntnis, dass es in dem Blog nicht mehr um die Meinung des Bloggers geht, sondern dass er zu einer Werbeplattform für einen oder auch gleich mehreren Anbietern verkommen ist.
Merke: Hinter dem Button Monetisieren lauern Seelenfänger, mit denen nicht alle umgehen können.
3. Das Kalkwand Phänomen
OMG - ich bin solch ein Bleichgesicht, dass nicht einmal die hellste Foundation in 000001 Arctic Snow zu meinem Teint passt. Keiner versteht mich, denn ich bin die einzige bleiche Person in der westlichen Hemisphäre.
Ich würde ja Mitleid haben, wenn ich dieses Problem nicht auf fast jedem Beautyblog geschildert bekommen würde. Auch ich bin nicht gerade von der Sonne geküsst was meine Hautfarbe angeht und damit eine von vielen. Inzwischen hat natürlich auch die Kosmetikindustrie die Nachfrage nach hellen Produkten zur optischen Teintverbesserung erkannt und sich darauf eingestellt.
Also will ich kein Gejammer mehr hören.
Sattdessen würde ich lieber einmal den umgekehrten Fall hören. Das wäre aber verständlicher, denn ich habe noch nie dunkelbraune Foundation und Puder für dunkle Hauttypen gesehen. Und dabei denke ich nicht an die Jünger der Sonnenbank sondern an Negride.
4. Freitagsfüller
Oder Montagsfüller. Oder Donnerstagsfüller - es ist immer das gleiche Prinzip: ein paar Wortgruppen werden vorgegeben und der Blogger muss entsprechend seiner momentanen Stimmung ergänzen. Meist wird das wenig kreativ abgehandelt und mit unbedeutenden Fakten gefüllt. Aber der Blogger hat mal wieder seinen Post pro Tag geschafft
Toll ist ein Freitagsfüller nur, wenn der Schreiber dessen sich etwas lustiges einfallen lässt und das ganze Prozedere nicht zu ernst nimmt.
Eigentlich wollte ich die Liste ja auf zehn Punkte ausdehnen, aber die Dinge, die mich wirklich stören sind schon genannt worden. Daher wird die Kategorie bei Bedarf erweitert.
Ich möchte hiermit nur erwähnen, was mich an Blogs generell nervt und keine Hasskommentare ernten. Und erst recht keine anonymen.
Denn ich befürworte es, seine Meinung auszusprechen, doch sollte man sich auch zu seiner Stellung bekennen.
Apfelkern
Falls die Liste gut ist kann ich sie ja an RTL weitersenden. Denn die machen nur allzu gern ganze Sendungen mit diesem ˝hema.
1.NOTD aka Nails Of The Day
Warum verspürt gefühlt jeder zweite Blogger den Drang, die Keratinplatten auf seinen digitis farbenfroh anzupinseln und in die Kamera zu halten?
Anfangs ist es ja recht unterhaltsam und vor allem geistig leicht verdaulich, doch irgendwann kollabiert die Netzhaut. Außerdem interessiert es mich nicht wirklich, da die meisten Lacke nicht mehr erhältlich sind, ich mir die Nägel sowieso maximal mit Klarlack bepinsele und sämtliche NOTDs letztendlich gleich aussehen.
Außerdem kann es auch nicht besonders förderlich für die Nägel sein, täglich mit Nagellackentferner abgeschrubbt und sofort neu versiegelt zu werden.
Und nein: ein FOTD ist keine Alternative. Denn es ist genauso nichtssagend und wirkt als ob der entsprechende Blogger nur seine Quote an täglichen Posts erfüllen wollen würde. Zudem kann ich mir bei so manchem farbenreichen Kunstwerk nicht vorstellen, dass die entsprechende Person so das Haus verlassen würde.
2. Werbung
Ist ja wirklich toll, dass Blogger xyz vom Onlineshop schnaufgrauf kostenfrei zu Probezwecken einen 20€ Gutschein bekommt. Doch lesen möchte ich die vom Shop als Bedingung für den Gutschein vorgeschriebenen Posts darüber nicht. Beim ersten oder zweiten Post über einen Anbieter ist es noch informativ, doch dann bin ich einfach nur noch genervt davon, wie die Blogger bestochen werden.
Teilweise gelange ich sogar zu dem Punkt der Erkenntnis, dass es in dem Blog nicht mehr um die Meinung des Bloggers geht, sondern dass er zu einer Werbeplattform für einen oder auch gleich mehreren Anbietern verkommen ist.
Merke: Hinter dem Button Monetisieren lauern Seelenfänger, mit denen nicht alle umgehen können.
3. Das Kalkwand Phänomen
OMG - ich bin solch ein Bleichgesicht, dass nicht einmal die hellste Foundation in 000001 Arctic Snow zu meinem Teint passt. Keiner versteht mich, denn ich bin die einzige bleiche Person in der westlichen Hemisphäre.
Ich würde ja Mitleid haben, wenn ich dieses Problem nicht auf fast jedem Beautyblog geschildert bekommen würde. Auch ich bin nicht gerade von der Sonne geküsst was meine Hautfarbe angeht und damit eine von vielen. Inzwischen hat natürlich auch die Kosmetikindustrie die Nachfrage nach hellen Produkten zur optischen Teintverbesserung erkannt und sich darauf eingestellt.
Also will ich kein Gejammer mehr hören.
Sattdessen würde ich lieber einmal den umgekehrten Fall hören. Das wäre aber verständlicher, denn ich habe noch nie dunkelbraune Foundation und Puder für dunkle Hauttypen gesehen. Und dabei denke ich nicht an die Jünger der Sonnenbank sondern an Negride.
4. Freitagsfüller
Oder Montagsfüller. Oder Donnerstagsfüller - es ist immer das gleiche Prinzip: ein paar Wortgruppen werden vorgegeben und der Blogger muss entsprechend seiner momentanen Stimmung ergänzen. Meist wird das wenig kreativ abgehandelt und mit unbedeutenden Fakten gefüllt. Aber der Blogger hat mal wieder seinen Post pro Tag geschafft
Toll ist ein Freitagsfüller nur, wenn der Schreiber dessen sich etwas lustiges einfallen lässt und das ganze Prozedere nicht zu ernst nimmt.
Eigentlich wollte ich die Liste ja auf zehn Punkte ausdehnen, aber die Dinge, die mich wirklich stören sind schon genannt worden. Daher wird die Kategorie bei Bedarf erweitert.
Ich möchte hiermit nur erwähnen, was mich an Blogs generell nervt und keine Hasskommentare ernten. Und erst recht keine anonymen.
Denn ich befürworte es, seine Meinung auszusprechen, doch sollte man sich auch zu seiner Stellung bekennen.
Apfelkern
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Donnerstag, 19. Mai 2011
Springanzüge
Was soll das überhaupt sein, so ein Jumpsuit, fragen sich Unwissende. Praktische Berufskleidung für Fallschirmspringer vielleicht?
Nein, es sind diese unförmigen Overalls in Sackform, die garantiert die Silhouette jeder Frau ruinieren. Dieser hochmoderne Sack lässt die Oberweite optisch verschwinden, bauscht die Taille auf und verdoppelt den Umfang der Oberschenkel. Besonders trendig ist der Look abgeschnürter Klumpen auf Stelzen, den Sie durch die simple Hinzugabe eines engen schmalen Gürtels und dem Tragen von High Heels erreichen. Mit gemusterten Jumpsuits können Sie sogar als stylische Birne in Blümchengardine spazieren gehen.
Da H&M mehr als wir von Trends und Mode versteht, zeigen sie uns freundlicherweise auch noch, wie man mit einem schlabbrigen Monstermantel den Jumpsuit wundervoll in Szene setzen kann. Danke schön dafür.
Im Ernst: eine Gruppe könnte wirklich von diesen mutierten Overalls profitieren - die Nonnen. Denn wenn sie so verunstaltet aussehen, macht sich bestimmt kein lüsterner Mann mehr an sie heran.
Apfelkern
Dienstag, 17. Mai 2011
Ego Tattoos
Hallo Menschheit!
Tattoos sind modern, fast jeder hat inzwischen eins oder mehr davon. So viel zur Individualität von Tattoos. Meistens finde ich sie schrecklich aber manchmal unterstreichen sie auch die Persönlichkeit ihres Trägers.
Eine Art von Tattoo finde ich aber uneingeschränkt furchtbar: die Ego Tattoos. Das sind die auf dem Handgelenk gestochenen Bildchen oder Schriftzüge, die so ausgerichtet sind, dass nur der Tätowierte selbst sie lesen kann. Das ist Egoismus.
Wofür macht man sie denn überhaupt, wenn sowieso niemand sie erkennen kann?!
Also: was bitte soll nur der Tätowierte lesen können? Vielleicht ein paar unerlässliche chemische und mathematische Formeln für den Beruf oder wichtige Telephonnummern? Wie wäre es mit dem Namen der Schwiegermutter, den man ständig vergisst? Oder einfach auch ein bisschen Werbung; möglicherweise für einen Blog. Das ist ja schon fast wieder okay, wenn es nur www.apfelkern.blogspot.com ist.
Aber sonst: Finger weg davon.
Apfelkern
Tattoos sind modern, fast jeder hat inzwischen eins oder mehr davon. So viel zur Individualität von Tattoos. Meistens finde ich sie schrecklich aber manchmal unterstreichen sie auch die Persönlichkeit ihres Trägers.
Eine Art von Tattoo finde ich aber uneingeschränkt furchtbar: die Ego Tattoos. Das sind die auf dem Handgelenk gestochenen Bildchen oder Schriftzüge, die so ausgerichtet sind, dass nur der Tätowierte selbst sie lesen kann. Das ist Egoismus.
Wofür macht man sie denn überhaupt, wenn sowieso niemand sie erkennen kann?!
Also: was bitte soll nur der Tätowierte lesen können? Vielleicht ein paar unerlässliche chemische und mathematische Formeln für den Beruf oder wichtige Telephonnummern? Wie wäre es mit dem Namen der Schwiegermutter, den man ständig vergisst? Oder einfach auch ein bisschen Werbung; möglicherweise für einen Blog. Das ist ja schon fast wieder okay, wenn es nur www.apfelkern.blogspot.com ist.
Aber sonst: Finger weg davon.
Apfelkern
Mittwoch, 4. Mai 2011
Mona Lisa 2.0
Jetzt, da ihr wisst, dass ich ein zweiter Da Vinci bin, versteht ihr sicher auch, dass ich meiner Berufung folgen und die Mona Lisa verbessern musste.
Es war ja nicht mehr mitanzusehen, wie angestaubt sie inzwischen aussah. Also habe ich ihr das gegeben, was die modebewusste Frau von heute braucht.
Zuerst ein paar chirurgische Eingriffe zur Verbesserung ihrer Ästhetik. Mit dem vollen Dekolleté und diesem Gesicht könnte sie es zur Stilikone bringen. Doch dazu braucht sie noch etwas geschmackvoll dezenten Schmuck. Auch ein so hinreißend rattenähnliches lebendiges Accessoire wie dieses Hündleinchen ist unverzichtbar für den modernen Look. Weil natürliche Fingernägel einfach öde sind, bekommt mein Meisterwerk die obligatorischen Kunststoffkrallen.
Nun darf an Make Up natürlich nicht gespart werden und braune Haare sind einfach too natural um schön zu sein. Glücklicherweise kann man mit ausreichend Wasserstoffperoxid Abhilfe schaffen. Jetzt nur noch die gebleichte und daher strohige Mähne in eine hübsche Frisur bringen et voilà!:
Ich habe die Verkörperung des heutigen Schönheitsideales geschaffen.
Da Vinci 2.0 /Apfelkern
Es war ja nicht mehr mitanzusehen, wie angestaubt sie inzwischen aussah. Also habe ich ihr das gegeben, was die modebewusste Frau von heute braucht.
Zuerst ein paar chirurgische Eingriffe zur Verbesserung ihrer Ästhetik. Mit dem vollen Dekolleté und diesem Gesicht könnte sie es zur Stilikone bringen. Doch dazu braucht sie noch etwas geschmackvoll dezenten Schmuck. Auch ein so hinreißend rattenähnliches lebendiges Accessoire wie dieses Hündleinchen ist unverzichtbar für den modernen Look. Weil natürliche Fingernägel einfach öde sind, bekommt mein Meisterwerk die obligatorischen Kunststoffkrallen.
Nun darf an Make Up natürlich nicht gespart werden und braune Haare sind einfach too natural um schön zu sein. Glücklicherweise kann man mit ausreichend Wasserstoffperoxid Abhilfe schaffen. Jetzt nur noch die gebleichte und daher strohige Mähne in eine hübsche Frisur bringen et voilà!:
Ich habe die Verkörperung des heutigen Schönheitsideales geschaffen.
Da Vinci 2.0 /Apfelkern
Dienstag, 26. April 2011
Streberbrillen
Sicher ist es euch schon aufgefallen, dass zurzeit gefühlt die Hälfte der Bevölkerung unter dreißig mit einer dieser übergroßen Brillen mit dicken Rahmen im Nerdstyle rumläuft. Das betrifft sogar einige männliche Wesen. Und beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass nur die zur Selbstinszenierung neigenden Trendsetter diese Brillen tragen.
Würden nämlich Personen, die sowieso als überdurchschnittlich schlau angesehen werden solche Nasenfahrräder im Intelligenzbestienstyle tragen, würden sie erst recht als Streber abgestempelt werden. Echte Nerds tragen nämlich randlose Brillen, damit sie nicht so auffallen. Siehe Steve Jobs.
Fazit:
Streber tragen keine mit einem Streberdasein assoziierten Brillen. Hornbrille und Compañeros sind heutzutage ein klares Indiz für all die Möchtegern-Victoria-Beckhams.
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| Meine Pauschalisierung der Möchtegern-Trendsetterin |
Dabei gilt es zu beachten, dass nicht gleich alle Personen mit den besprochenen Brillen auf alten Familienbildern modebesessen sind. Es gab einfach keine anderen Modelle.
Und der Großteil mit solchen Brillen im Rentenalter (was meinen eigenen Opa einschließt) trägt diese Brillen nur aus wehmütiger Sehnsucht nach den „guten alten Zeiten“ anstatt aus Gründen des Modebewusstseins.
Es schwingt zwischen den Zeilen mit – ich finde diesen Trend vollkommen absurd. Außerdem wundere ich mich als Brillenträgerin (wegen extremer Kurzsichtigkeit und nicht weil ich mein Gesicht interessanter wirken lassen will), weshalb nun alle, die sich vorher Kontaktlinsen besorgt haben, unbedingt diese Brillen tragen wollen.
Und mal ehrlich: wir können auch schön sein, ohne gleich jeden Trend zwanghaft zu befolgen.
Selbst wenn ich momentan noch in den luftleeren Raum hinein poste frage ich euch als Stellvertreter der Menschheit:
Was denkt ihr über diese Laune der Mode?
Apfelkern
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