Samstag, 4. Juni 2011

Crashkurs: Volksfest

Feste sind eine feine Sache. Man zieht mit der ganzen Familie los, um sich in der prallen Sonne mit Karussell, Crêpes und Bratwurst zu vergnügen. Und auch ich durfte heute als Teil besagter Familie dabei sein. Wirklich genießen konnte ich das ganze Spektakel jedoch nicht, da mich die Menschen um mich herum zu sehr ablenkten. Ein Querschnitt der Gesellschaft war auf der Wiese versammelt. Also begann ich zu observieren.

Da gab es die jungen Familien mit den verwöhnten Einzelkinder, die regelmäßig von Wutanfällen geschüttelt wurden. Junge Pärchen fielen übereinander in der Öffentlichkeit her, ältere Pärchen zankten.
Die Rentner redeten meistens überhaupt nicht miteinander, bis es zu einer Kaufentscheidung kam und Opi die Geldbörse zücken durfte.

Auch die 12-14 jährigen teilten sich eindeutig in Gruppen. Zu nennen wären die fetten Mädchen mit riesigem Ausschnitt und zu enger Hotpants. Häufiges Accessoire dazu war eine Bratwurst, deren Soße sie gleichmäßig auf der Bauchfalte verteilten. Wenig entfernt sammelten sich die dürren Mädels mit Haltungschaden, die alle das Potenzial zum Fashion Blogger hatten und sich an ihre Smartphones klammerten als würde sie ihnen jemand wegnehmen wollen. Die männlichen Wesen gleichen Alters sind in die hippen und die chaotischen zu unterscheiden. Erster Typ ist berühmt berüchtigt mit seinen zu großen Kleidungsstücken, dem Basecap, das den Kopf nur knapp berührt und einen großen Hohlraum schafft, sodass der träger doppelt so groß wirkt (es könnte natürlich auch ein Belüftungssystem sein, was bei den aktuellen Temperaturen verständlich ist). Unverzichtbar sind natürlich Markenturnschuhe, Sonnenbrille, überproportional großer Modeschmuck, eine Zigarette und laut plärrende Musik mit uunverständlichenm Textgebrabbel .
Der Typ Chaot war deutlich seltener aber auffällig, da er in Gruppen auftrat und Budenbesitzer durch ewiges Suchen nach Kleingeld und Versuche eines Gesprächsaufbaus nervte. Gelegentlich versuchten sie Softeis anzuzünden oder auch einmal aus Langeweile ein Loch in einen der Müllbeutel zu säbeln.

So unterschiedlich die Menschen waren - eines war doch etwa der Hälfte gemein: eine oder gleich mehrere Tätowierungen. Nicht selten unscharf, nichtssagend und ausgeblichen. Die sommerliche Hitze brachte alle zum Vorschein.

Dieser Anblick stimmte mich wenig hoffnungsvoll: kreischende, fette Kinder, zurückschreiende und wenig intelligent wirkende Eltern, stumpfsinnig nebeneinander herlaufende Rentner. Ist das unsere Gesellschaft?
Ich denke und hoffe, dass ich nur eine Auswahl davon gesehen habe. Es war trotzdem ziemlich erschreckend und lehrt mich, zukünftig solchen Festivitäten fern zu bleiben. Diese ganzen Achterbahnen/Breakdances/wie auch immer mag ich sowieso nicht.

Früher (genau, in den guten alten Zeiten) kann das doch nicht auch so gewesen sein! Und was ist eigentlich mit all den normalen Menschen passiert?


Apfelkern.

Kommentare:

  1. Ich hab generell was gegen Menschenmassen und wenn es dazu noch extrem heiß ist, könnte ich durchdrehen. Observieren tu ich auch gern, besonders Jugendliche, um mich dann erneut über diese aufzuregen.

    Das neue Design ist anders, aber auch gut.

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  2. Ich finde dein Desgin total chic, aber irgendwie kann man es gar nicht lesen, wo man den Kommentar hinterlassen kann o.O

    Ich mag zuuuu große Menschenansammlungen nicht ... und Leute beobachten ist eh super ;-D

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  3. ohjaaaa ich weiß zu genau was du meinst ;) Ich glaube die normalen Menschen haben gelernt sich von solchen veranstaltungen fern zu halten und die Zeit lieber an schöneren Plätzen zu verbringen. ;)

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  4. @Venus
    Beim Erstellen des Designs ist mir gar nicht aufgefallen, dass die kommentaranzeige weiß und damit unsichtbar geworden ist. Danke für den Tipp. Jetzt sollte das ganze rot sein.

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