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Montag, 20. Mai 2013

Alle haarlos und in Butter

Als alter Filmmuffel, der noch viel aufzuholen hat, sah ich mir letztens 300 an. Nicht mein Lieblingsfilm aber er lässt sich gut ansehen, besonders wenn man auf Antike und epische Schlachten steht. Außerdem gab es noch jede Menge Muskelberge zu sehen. Wie mir aufgefallen ist unbehaarte Muskelberge.
Nanu, gehört denn auf die Brust eines echten harten Barbaren beziehungsweise in dem Fall Spartiaten nicht auch flauschiges Brusthaar? Anscheinend nicht. Es versteckt doch bloß die mühevoll antrainierten Muskeln. Aber von der Muskelpräsentation im Film abgesehen: will ich so ein glattes Kerlchen? Das ist doch kein für voll zu nehmender Mann.
Trotzdem: Mann scheint heute glatt sein zu müssen, denn in Werbung, Filmen aber auch im richtigen Leben lassen auffällig viele Männer tiefer blicken ohne dabei Brusthaar zu zeigen. Alle glatt gemacht.

Der Somme steht vor der Tür. Zeit für kürzere Kleidung und damit für nahezu alle Frauen spätestens jetzt Zeit, ihrer Körperbehaarung zu Leibe zu rücken. Inzwischen alles ganz normal. Unrasierte Frauenbeine fallen auf, sind ungewöhnlich und werden dann auch gern mit abwertenden oder gar angewiderten Blicken kommentiert. Wie abartig! So unnatürlich - oh, Moment. Wenn nicht unnatürlich dann halt unzivilisiert.

Ich wusste - und ja, das ist ernst gemeint - lange nicht, dass man sich die Körperhaare entfernen soll. Meine Eltern leben mir das nicht vor, in der Grundschule spielte das Thema damals keine Rolle. Erst als ich aufs Gymnasium gewechselt war fiel mir auf, dass die anderen Mädchen erstaunlich wenig Haare auf den Beinen hatten im Vergleich mit meinen gleichmäßig hell behaarten Beinen. Spielform der Natur dachte ich und hakte das Thema ab.
Irgendwann kam ich so ungefähr in der achten Klasse- Bravo und Werbung - zur Erkenntnis, dass die anderen Mädchen nicht aufgrund einer genetischen Variante haarlose Beine hatten, sondern nachhalfen. Krasse Scheiße was die Menschheit sich nur so ausdenkt, Klein-Apfelkern war damals sehr erstaunt.

Ich belas mich. Wikipedia, Werbetexte, Bibliothek - was ich halt zum Thema Enthaarung bekam. Schließlich will man wissen, was man sich da antun könnte. Irgendwann wagte ich mich in ein Kosmetikstudio und lies mir die Beine wachsen, da ich viel zu faul wäre, alle paar Tage nachzurasieren. Das Ergebnis faszinierte mich sehr. Also wurde ein Epilierer besorgt, um das selbst erledigen zu können ohne jedes Mal die Kosmetikerin zu bereichern. Achseln und Beine werden seitdem enthaart, Standard - im Falle der Beine allerdings nur im Sommer.
Im Winter erklärte ich meine Beine immer zum Schutzgebiet und ließ sie mit dem Epilierer in Frieden. Denn was stören mich die paar hellen Fusseln? So ein Drama um Körperhaare zu machen erschien und erscheint mir albern.
Denn was ist denn schlimm daran, wenn die Beine einer Frau nicht perfekt glatt sind? Es beeinträchtigt nicht, schmerzt nicht. Daher kann ich mir doch zumindest im Winter die Zeit dafür sparen. Vielleicht wärmt es ja sogar noch.
Das mache ich nicht, wenn ich in einer Beziehung bin, doch für mich allein muss ich die Beine nicht enthaaren. Um die Achseln wird sich ganzjährig gekümmert.
Ich habe mich also brav dem Willen der Kosmetikindustrie und dem Bild, das man uns als Ideal vorlebt, gefügt.
Obwohl: ich bin ganz rebellisch und enthaare mir die Unterarme nicht. Warum auch? Da gibt es nicht viel zu entfernen. Und der Intimbereich? Ohne Haare fühlt man sich doch ganz nackt und schutzlos, wenn man nackt ist!

Und das sollen die Männer jetzt auch machen müssen? Wie sähe denn ein Hugh Jackmann ohne diese männlich behaarte Brust aus? Gleich mal nur halb so heiß. Und Sean Connery? Wahrscheinlich so metrosexuell und geschniegelt wie ein David Beckham. Wollen wir das heute? Und wenn ja warum? Vermittelt es ein Bild von mehr Stärke, Überlegenheit? Dann wahrscheinlich nur, wenn die Überlegenheit darin besteht, nicht männlich auszusehen. Hygienische Gründe sehe ich auch nicht unbedingt als Ursache, denn bei normaler Körperpflege ist das heutzutage kein Problem.
Bleiben noch Gründe wie dass es gesellschaftlich nicht akzeptiert beziehungsweise nicht angesehen wird, "wie ein Wilder" Haare auf der Brust zu haben.

Ich weiß nicht, was ich von diesen Trends halten soll. Ein Bärenfell dicht wie eine Isolierschicht aus Glasfaserwolle ist nicht das erotischteste, was ich mir an einem Mann vorstellen kann. Glatte Frauenbeine gefallen mir optisch besser als die selben mit langen Haaren. Und trotzdem: machen wir uns nicht viel zu viele Gedanken darum?
Es gibt Leute, die sich den ganzen Tag lang unwohl fühlen, weil sie wissen, dass ihre Beine nicht frisch rasiert sondern leicht stoppelig sind. Sollte unser Selbstwertgefühl davon abhängen? Finde ich nicht. Hört sich eher so an, als würde man sich in die Sache hinein steigern.
Wenn Enthaarung zum Wohlbefinden beiträgt - okay. Sobald Wohlbefinden anfängt, davon abhängig zu sein, stimmt etwas nicht mehr.

Es war schon in der Antike Brauch, sich einige Teile der Körperbehaarung zu entfernen, im Islam hat es ebenso Tradition. Aber es war vielleicht nicht so zwanghaft wie heute. Ein bis aufs Haupthaar haarloser Körper wirkt doch so kindlich. Alles Ideale von verkappten Pädophilen auch Erwachsene so zu gestalten? Teil eines Körperkults?

Das Thema beschäftigt mich jeden Sommer wieder. Irgendwann muss man sich ja vielleicht auch nicht mehr damit beschäftigen, wenn sie nach kernlosen Trauben und Melonen auch haarlose Menschen gezüchtet haben...
Abgesehen davon, dass das a) Zukunftsmusik und b) überspitzt ist:
Wie geht ihr damit um? Alles ab, voll der Hippie oder Zwischenlösung? Wann habt ihr mitbekommen, dass die Gesellschaft von euch glatte Haut erwartet?

Ach und: Spartiaten hatten bestimmt Haare auf der Brust.

Apfelkern

Freitag, 16. September 2011

Sind denn hier alle schief gewickelt?

Auf meinem Nachttisch liegt keine Vogue. Auch die Freundin, Petra, Brigritte und wie die Damen sonst noch heißen finden keine Unterkunft bei mir.
In Wartezimmern, Flugzeugen oder wo auch immer man sie kostenlos lesen kann, greife ich aber gern zu ihnen, um mich über aktuelle Trends zu informieren. Allerdings nicht, um mich dann entsprechend der saisonalen Mode zu kleiden, sondern um mich über auffällig wenig attraktive Trends aufzuregen. Und in dieser Kategorie bin ich wieder fündig geworden.

Es geht um die asymmetrischen Haarschnitte. Die Prominenz hat es vorgemacht und sich mit schiefem Schnitt aus dem Haus gewagt. Und weil es bei Rihanna und Victoria Beckham soooooo toll aussah, möchte Otto Normalverbraucher das nun auch.Und genau deshalb muss ich mir nun fast täglich Frauen mit dieser Kombination von Haar und Ohrschmuck ansehen:

Zuerst: Ich musste es leider leicht blaustichig stellen, denn sonst wäre das Rouge verschwunden. Das konnte ich natürlich nicht zulassen - ich finde Rouge nämlich echt knorke. Seit ich die Instant-Wangenröte benutze, werde ich nicht mehr täglich wegen meiner Gesichtsfarbe -0001 Kalkwand gefragt, ob ich krank bin.
Auf lange Sicht knabbert es auch sehr an der Selbstsicherheit sich routiniert mit "Nein, ich bin so ! " verteidigen zu müssen.

Zurück zum Thema.
Nein, harmonisch wirkt es nicht und da hilft es auch nicht, wenn man die asymmetrischen Ohrringe komplementär zur Frisur anbringt. Es wirkt einfach immer als wäre dem Friseur die Schere ausgerutscht und er hätte die Haarpracht nicht mehr einheitlich geschnippelt bekommen, ohne daraus eine Kurzhaarfrisur zu machen. Und da die meisten nur den Mut aufbringen, sich auf der halben Kopffläche vom langen Haar zu verabschieden, bleibt es asymmetrisch. Entweder oder solange ihr nicht wollt, dass es wie gewollt und nicht getraut aussieht.

Dieses Anti-Paar Ohrringe (man nennt so etwas heutzutage auch  Patchwork), das natürlich schrecklich individuell ist, lässt mich immer traurig an meine Single Ohrringe denken, deren Partner verloren gegangen sind. Natürlich ist das eine Möglichkeit, sie wieder aus der Schublade zu holen - es sieht nur leider völlig, nun  ja, schief aus.
Sich daran erinnernd, dass symmetrische Gesichter als am schönsten empfunden werden, weiß ich nun nicht, ob diese Trends wirklich optimal für die Frau sind.
Ausnahmen wären natürlich Gesichter, die von Natur aus schief sind. Da kann man ja ganz wunderbar den Schwerpunkt mit einem Schlag Asymmetrie verlagern. Und es so noch schiefer wirken lassen.

Gegen Off-Shoulder Shirts wird hier übrigens nicht gestänkert, denn die gefallen mir sehr. Obwohl sie asymmetrisch sind. Vielleicht sollte ich meine Meinung darüber noch einmal revidieren.
Aber irgendwie sind sie so verspielt-lässig und doch reizend, dass mir kein Kontrapunkt einfällt. Oh doch - man friert an der freigelegten Schulter sicher ganz hervorragend.,

Letzter Lästerpunkt wären die extralangen Ketten mit den wilden Anhängern. Ist ja toll, dass man alles an einer Kette befestigen kann. Aber muss es denn nun wirklich ein Stuhl sein?
Doch wenn es pseudo-hippie-spacig-einzigartig wirken soll, dann kann in der Massenproduktion gern auch mal das Möbel an die Kette gelegt werden.
Also denkt daran: wenn ihr hip sein wollte, hängt euch eine Gießkanne oder gern auch eine Torte um. Tropfen und kleckern geht ihr aber bitte woanders.

Apfelkern

Mittwoch, 14. September 2011

Maschentaschen

Es ist immer wieder das gleiche zu Geburtstagen von Freunden - man hat selten eine Idee, was man verschenken möchte. Zu viel darf es nicht sein und zu wenig auch nicht. Am besten etwas persönliches. Und konkrete Wünsche geben ja auch nur noch die wenigsten ab, denn Mensch möchte überrascht werden.
Äääähhhmm. Keine Idee hatte ich auch zum aktuellen Geburtstagsfest. Bis auf ein paar Haarspangen
hatte ich noch nichts.

Und da ich gerne während des Fernsehens oder eher Videoansehens am PC gern etwas "nützliches" mache, begann ich einfach ein wenig zu stricken. Schließlich war mir klar, dass aus dem entstandenem Stück dunkelblauen Stoffes eine Tasche werden musste.
Von Oma habe ich mir ein wenig Stoff besorgt. Geplant war eigentlich ein nichtssagend geblümter Stoff in einer dezenten Farbe und geworden ist es oranger, glänzender Tischdeckenstoff mit eingewebtem Rosenmuster.

Diesen habe ich an den blauen genäht, die nun doppelte Stofflage gefaltet und in dieser Position befestigt. Anschließend habe ich noch Träger mit gefühlt zehn Metern Sternzwirn sehr fest angenäht, in der Hoffnung, dass sie nicht reißen werden. Aber da die Tasche relativ klein ist, müsste die Beschenkte schon Feldsteine transportieren, um mit möglichst großem Gewicht in kleinem Volumen die Tasche von ihren Trägern zu trennen.
Obwohl, ich traue ihr das zu...

Abschließend fügte ich noch eine Schlaufe und einen Knopf hinzu, damit das Täschlein auch verschlossen werden kann. Nun seid ihr neugierig und wollt es sehen? Okay. Aber bitte sehr keine Beschwerden über die Bilder, denn die wurden zwei Minuten bevor ich eilig das Haus verließ, um zu Bahn zu hetzen aufgenommen. Nein, ich habe kein Problem mit meiner Zeitplanung. Maximal ein kleines.



  


 


Ich hoffe, dass sie viel Freude damit hat und ihr scheint das Präsent tatsächlich zu gefallen. Es ist schön, individuelle Geschenke zu machen und es ist noch schöner, wenn sie auch gewürdigt werden. So freute es mich sehr, dass sie sich die von mir dazu geschenkten Haarspangen gleich ansteckte. Allerdings sah es mit allen gleichzeitig doch ein wenig nach Pfingstochse aus.

Muss ich mir jetzt Sorgen machen, weil sie sich die Tasche nicht sofort begeistert über den Kopf gestülpt hat oder hatte sie nur Angst, die Haarpracht (soll heißen die Spangen) zu ruinieren?

Apfelkern

Samstag, 13. August 2011

Kraut im Haar

Nachdem der gestrige Post ordentlich Diskussionsmaterial geliefert hat, geht es heute deutlich harmloser zu.

Ich habe ein paar Blümchen gehäkelt und auf Haarspangen befestigt. Sie sind ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin. Ihr Haar ist dunkelbraun, sodass die Spangen kaum noch sichtbar sein sollten.



Und natürlich ein Tragefoto, weil alle das so sehr lieben.

Ich finde die Blümchen ziemlich niedlich. Und sie passen super in den aktuell trendigen Ethno Style.
Okay, letzteres ist mir hinsichtlich der Kleiderwahl ziemlich egal aber ich wurde davon inspiriert.

Apfelkern

Dienstag, 9. August 2011

Viertel nach elf in deutschen Haarkürzereien

Heute war ich beim Friseur. So fängt für viele Mädchen angeblich ein klassischer Albtraum an, ich komme allerdings erstaunlich gut damit klar. Dachte ich.

Als ich ankam (Skandal - ich war ungeschminkt!) war die Haarschneiderin, die meine Frisur für gewöhnlich richtet dabei einer Frau Farbe ins Haar zu pinseln. Das erstaunte mich sehr, denn ich war pünktlich und hatte einen Termin. Sie nickte entschuldigend und so wusch mir eine  Auszubildende das Haar.

Das Mädel hatte ich schon bei meinem letzten Termin vor einem halben Jahr bemerkt. Damals war ihr Haar noch sehr lang, zu stark blondiert und irgendwie langweilig. Soll heißen, es hing einfach nur glatt herab. Das trage ich zwar täglich auch, doch ich habe auch keine Ambitionen, anderen Haarschnitte zu verkaufen.
Nun war ihr Haar noch extremer gebleicht, fast weiß und asymmetrisch geschnitten. Eine Seite noch immer sehr lang und die andere raspelkurz. Sah aus wie Ich probiere mal was ganz neues, möchte mich aber nicht völlig von meiner langen Haarpracht trennen.

 Ich weiß nicht warum Friseurinnen glauben, auffällig asymmetrische Schnitte wären toll. Es sieht einfach nur von jeder Seite auf eine andere Art merkwürdig und von vorne beziehungsweise hinten schrecklich aus.

Sie versuchte die Höhe des Waschbeckens einzustellen. Endergebnis war ein viel zu niedriges Becken. Ich wollte doch nicht horizontal liegen. Egal, ich nickte die Frage nach dem Wohlbefinden ab.
Das Wasser war viel zu kalt. Auf das obligatorische "stimmt die Temperatur so?" antwortete ich mit ja. Aber ich bin ja ein ruhiger und gutmütiger Mensch, sodass ich mich nicht beschwerte.  Beim Waschen überflutete sie meinen Gehörgang. Wie gesagt, ich bin sehr duldsam und nicht auf Zank aus. Immerhin tupfte sie mal kurz mit dem Handtuch an mein Ohr. Davon ließ sich das Wasser darin allerdings wenig beeindrucken. Immerhin kam ich danach zu meiner Haarbändigerin.

Die übliche Frisur? Nicken. Also bekam ich wieder meinen Stufenschnitt und musste nicht einmal mit ihr reden.
Bis sie spontan darauf zu sprechen kam, dass meine Mutter ihr bei ihrem Friseurbesuch erzählt hätte, wie splissig mein Haar geworden sei. Klar, das passiert, wenn man zwischen den Friseurbesuchen ein halbes Jahr Pause einschiebt. Ich wusste ja selbst, dass ich die Gräfin von und zu Spliss war, doch musste Mutti alles ausplaudern?!
Tja, das hat man davon, zum gleichen Friseur wie die Mutter und die Schwester zu gehen.

Wenigstens schnitt sie die besprochenen Splissspitzen ab.

Mehr oder weniger zufrieden - ich ärgerte mich dann doch, der Auszubildenden nicht gesagt zu haben, was sie hätte anders machen sollen - kam ich in einer kurzen Regenpause trocken nach Hause. Reaktion meiner Mutter: Oh, sie hat ja kaum was abgeschnitten - Bitte was?! Mindestens sechs Zentimeter sind weggeschnippelt worden!
Reaktion meiner Schwester: Öde. Sieht ja aus wie immer - Ach nee. Hätte ich etwas "neues" ausprobiert hätte es nur geheißen, dass ich mich total verändert hätte (ja,ja, das ist der schlechte Einfluss meiner Freunde) oder sie doch eh nur kopiere.

Gelernt habe ich, dass nicht der Friseurbesuch selbst als so schrecklich negativ empfunden wird (geflutetes Ohr hin oder her), sondern die Reaktion der restlichen Menschheit auf die Veränderung. Und in meinem Fall war sie eh nur minimal.

Den Tag kann es mir trotzdem nicht ruinieren, denn heute Abend gehe ich mit Karo zu einem Konzert von Placebo in einem kleinen Club in Berlin. Dann fliegen die Haare sowieso wieder völlig durcheinander.

Apfelkern

Donnerstag, 28. Juli 2011

Direkt über dem Guckloch

Dort befindet sich ein länglicher Streifen mit Haar. Es soll eigentlich nur unser empfindliches Auge vor herumfliegenden Partikeln und Fremdkörpern schützen. Das scheint aber vielen nicht klar zu sein, denn es ist ein regelrechter Kult um diese paar Häarchen entstanden. Manche nennen es Braue, andere sagen liebevoll Problemzone.
fig. 1 natürliche Braue
Mindestens eintausend Beiträge mit dem Thema Die Biographie meiner Augenbrauen habe ich so schon auf Blogs gelesen. Und ich bin schockiert.


Die klassische Bloggerbraue wurde ab dem 13. oder 14. Lebensjahr mit radikalen Methoden völlig oder wenigstens nahezu vernichtet. Denn alle richtigen Frauen machen das so. Das behaupten zumindest die Medien mit ihren Weltstars und Beautytipps. Wenn die Freundin ihre Augenbrauen ausreißt, kann man das selbst auch. Statt des Haars malt man sich einfach eine schiefe Linie übers Auge und meint, das wäre schick. Schließlich ist auch die Mona Lisa mit nackter Haut über dem Auge zum weltweit gepriesenen Schönheitsideal geworden.
fig. 2 extrem gerupfte Braue

Ehrlich gesagt sieht es einfach nur bescheuert aus. Denn selten werden die zarten Linien symmetrisch. Außerdem sind sie grässlich unnatürlich (was man bereits aus 15 Metern Entfernung erkennen kann), weil sie schlicht zu klein sind. Glaubt ihr, das Auge wirkt dadurch größer? Schwachsinn, es sieht höchstens dämlich aus.

Das denken sich dann im Regelfall auch die Mütter der entsprechenden Bloggerin und verstecken die Pinzette. Damit hat das Töchterchen erst einmal einen Grund beleidigt zu sein, denn sie darf keinen Krieg gegen ihren Körper mehr führen. Zumindest, was die Brauen betrifft.
Irgendwann hat die gute Mutter dann Mitleid und schleift die pubertierende Tochter in ein Kosmetikstudio, wo die Braue mit diversen abenteuerlichen Techniken professionell gerichtet wird. Nun sind alle beteiligten Partien zufrieden. Mutter freut sich, dass ihr Kind wieder ein Paar Brauen hat und ihr Liebling dankt ihr, dass sie endlich wieder ihre Brauen umgestalten durfte.
fig. 3 die idealisierte Braue

Dieser Zustand der Glückseligkeit währt allerdings nur kurz, weil die hinterhältigen Häarchen einfach so wieder wachsen. Da Mutti aber nicht bereit ist, ein regelmäßiges Profirupfing zu finanzieren, schnappt sich der Patient einfach selbst wieder das Werkzeug. Nach dem wilden Niedermähen der Braue kommt dann aber häufig die Erkenntnis, dass die Kosmetikerin das so nicht gemacht hat. Verzweiflung tritt ein und mit ihr der Traum von der perfekten Braue. Man lässt geduldig wieder wachsen, zupft selbst, ist unzufrieden. Schablonen und unnützer Krempel wie Brauenpuder, Brauengel und Brauensonstewas kommen zum Einsatz und doch sieht es nicht so aus, wie man es in Erinnerung hat.

Meistens ist das auch das Endstadium der Odyssee um die Brauenform. Nur wenige Individuen erreichen eine Zufriedenheit mit ihnen, meist sind es die Männer.
Ist aber dann doch eine Bloggerin mit ihren Augenbrauen glücklich (diese können übrigens immer noch allen anderen merkwürdig erscheinen), so verkündet sie das normalerweise regelmäßig und wünscht dafür auch Lob und Beweihräucherung von allen Seiten. Natürlich schreibt sie auch gern ein Tutorial, wie man solche perfekten Brauen bekommen kann. Aber dieses wird uns letztendlich nur eines sagen: lasst eure Brauen wie sie sind und entfernt maximal die stark von dem natürlichen Bogen abweichenden Häarchen. Allerdings weiß sie das auf einem viel anspruchsvollerem Niveau auszudrücken.



Mittwoch, 4. Mai 2011

Mona Lisa 2.0

Jetzt, da ihr wisst, dass ich ein zweiter Da Vinci bin, versteht ihr sicher auch, dass ich meiner Berufung folgen und die Mona Lisa verbessern musste.
Es war ja nicht mehr mitanzusehen, wie angestaubt sie inzwischen aussah. Also habe ich ihr das gegeben, was die modebewusste Frau von heute braucht.



Zuerst ein paar chirurgische Eingriffe zur Verbesserung ihrer Ästhetik. Mit dem vollen Dekolleté und diesem Gesicht könnte sie es zur Stilikone bringen. Doch dazu braucht sie noch etwas geschmackvoll dezenten Schmuck. Auch ein so hinreißend rattenähnliches lebendiges Accessoire wie dieses Hündleinchen ist unverzichtbar für den modernen Look. Weil natürliche Fingernägel einfach öde sind, bekommt mein Meisterwerk die obligatorischen Kunststoffkrallen.
Nun darf an Make Up natürlich nicht gespart werden und braune Haare sind einfach too natural um schön zu sein. Glücklicherweise kann man mit ausreichend Wasserstoffperoxid Abhilfe schaffen. Jetzt nur noch die gebleichte und daher strohige Mähne in eine hübsche Frisur bringen et voilà!:

Ich habe die Verkörperung des heutigen Schönheitsideales geschaffen.

Da Vinci 2.0 /Apfelkern

Donnerstag, 28. April 2011

Bunte Haare

Ein kleiner Nachtrag zu meiner kleinkarierten Ansicht zum Thema Haupthaar.

Noch ist die Farbe frisch...
Neben dem einfarbigen Färben des Schopfes hat man ja auch noch die Möglichkeit Mehrfarbigkeit auf den Kopf zu zaubern. Dabei meine ich jetzt nicht die hellbraunen Strähnchen im dunkelbraunen Haar sondern Extremes wie die dunklen Strähnen im platinblond gefärbtem Haar. Denn das sieht in meinen Augen wie ein Härtefall einer Pigmentstörung aus.

Außerdem sind für mich auch farbige Strähnen, die meist auf schwarz gefärbtem Haar zu finden sind, nicht das Optimum. Ist das Farbwunder noch neu sieht es leuchtend bunt und gut aus. Doch nach einigen Wäschen hat sich das Schwarz je nach Ausgangsfarbe in einen bräunlich-schwarzen Ton verwandelt und die ehemals grüne Strähne ist ein gelblich blonder Streifen geworden.

Wenn die Farbexplosion auf dem Kopf zum Typ des Trägers passt und gut gepflegt ist, kann es hübsch aussehen. Die andere Hälfte der Personen mit farbigen Haarpartien ist für die Negativansichten über diesen Trend verantwortlich.

Aber realistisch betrachtet gibt es wesentlich wichtigere Dinge als Haare.  Mit den Worten des Alten Fritz': es soll jeder nach seiner Façon selig werden.

Apfelkern

Mittwoch, 27. April 2011

Man will immer das, was man nicht hat


Einen Gruß an die Menschheit und speziell an meine Lieblingsleserin, die mich zu diesem Post inspiriert hat.

Es ist auffällig, dass sich die Frauen mit von Natur aus braunen Haaren diese häufig blondieren und Naturblonde dagegen die Haare dunkel färben. Denn warum sollte man auch noch die Farbkreation von Mutter Natur spazieren führen, wenn es Wella gibt?

Meine pseudowissenschaftliche Haartypenliste
Wer färbt eigentlich? Ich habe mich mal umgeschaut und festgestellt, dass sich hauptsächlich Frauen die Haare färben, Männer tragen meistens ihre Naturhaarfarbe und ihr Haar wäre ihnen auch nicht wichtig genug, um sich Sorgen um die Farbe zu machen. Obwohl bei der jüngeren männlichen Generation in den modebewussten Kreisen Farbveränderungen durchaus vorkommen. Bei den Frauen überdecken eigentlich alle  bis zu einem gewissen (höheren) Alter eine einsetzende graue Haarfarbe. Dafür habe ich volles Verständnis und würde selbst bei grauen Haaren auch meiner Naturfarbe entsprechend färben (lassen) und ab 65+ dann zu meiner grauen oder dann auch schon weißen Pracht stehen.

Zurück zu den jungen Damen, die sich ihre noch nicht ergrauten Schöpfe colorieren. Manchmal wirken die Gefärbten nach der Veränderung wirklich frischer und ihre Vorzüge werden durch die neue Haarfarbe betont.
Doch in 70% der Fälle denke ich mir nur, die Natur hat sich schon was dabei gedacht, als sie uns unsere Haarfarbe gab. Dann laufen plötzlich die natürlich Blonden mit schwarzer Mähne herum und wirken dadurch streng und alt, weil der Kontrast zu ihrer entsprechend der (Natur-)Haarfarbe blassen Haut zu stark ist. Oder der mediterrane Typ trägt eine befremdlich blonde Haarpracht zur Schau.

Sowieso finde ich unnatürliche Varianten wie Asiaten oder südländische Typen,die eigentlich  dunkelbraunes oder schwarzes Haar haben mit blondiertem Schopf vollkommen unschön. Denn bei jedem Blick darauf denke ich nur, wie unpassend es wirkt.

Mein eigenes naturfarbenes und  langweilig glattes Haar
Also lasst uns zu unserer Naturhaarfarbe stehen. Denn nur diese ist wirklich individuell. Das Casting Crème Gloss in Glossy Chocolates 535 kann sich jeder auf den Kopf schmieren und anschließend ein Dutzend andere mit der gleichen Haarfarbe treffen. Außerdem weiß man nie, wie das Endergebnis wird, ein gewisses Risiko ist beim Färben immer mit dabei. Und selbst beim gelungensten Farbergebnis kommt irgendwann die Bruchkante zwischen Naturhaar und gefärbtem Haar zum Vorschein - der gefürchtete Ansatz. Allein aus diesem Grund habe ich noch nie mein Haar gefärbt.


Es gibt aber nicht nur ungezählte Variationen in der Farbe sondern auch in der Form des Haares. Dank Glätteisen und Lockenstab sowie Haarspray ist heutzutage eine Menge Spielraum zur Veränderung gegeben. Ich selbst habe glattes Haar und träume von sanften Wellen. Und mit dem Wunsch bin ich unter den Lockenlosen nicht allein. Doch fragt man einen Lockenkopf, so würde dieser in den meisten Fällen antworten, dass er seidig glattes Haar vorzieht.

Denn es gilt: man will immer das, was man nicht hat.

Apfelkern