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Donnerstag, 24. November 2016

Man muss nicht immer versuchen, ein Einhorn zu werden

Ich habe ein Hämatom mitten auf der Nase. So in etwa münzgroß, richtig direkt auf der Nasenwurzel zwischen den Augen. Man könnte meinen, dass es in meinem Umfeld keinen mehr gäbe, der mich noch nicht darauf angesprochen hätte.
Tatsächlich ist es aber bis auf meiner Mutter noch niemandem aufgefallen. Verrückt, oder?!

Da hat man quasi ein leuchtendes Schild im Gesicht und trotzdem schauen alle darüber hinweg. Wie blind können Menschen nur für das sein können, was sie direkt vor Augen haben!
Während ich weiter darüber nachdachte, was Menschen alles nicht bemerken, weil sie so angestrengt über die Dinge nachgrübeln, wurde mir klar, dass ich selbst nicht ansatzweise besser bin. Vielleicht nicht unbedingt, was das Entdecken von Hämatomen im Gesicht meiner Mitmenschen geht, sondern vielmehr, wenn es zum Thema Selbstkritik kommt. Ständig fokussiert man nur auf das negative, alles andere wird übersehen.

Da wäre zum Beispiel der Post zum Thema Selbstbild des Körpers. Da wäre auch mein ständiges Grübeln, warum alle so glücklich und selbstsicher wirken und gefühlt nur ich dauernd an mir zweifle und sehe, was ich alles nicht kann und darüber dann die Gedanken kreisen lasse, um mich gezielt und sicher in Panik und Verzweiflung zu manövrieren. Klassiker zu diesem Stichwort wäre das Thema, dass ich mich inzwischen am Ende des Studiums befinde und damit regulär keine zwei Jahre mehr habe, bevor ich dann offiziell mit einem Schildchen, das mich als Arzt zu erkennen gibt, vor den Patienten trete. Dabei gibt es so unendlich viel, was ich noch nicht oder - noch viel schlimmer - nicht mehr weiß. #omgichwerdesiealleumbringen

Mit all den Dingen im Sinn, die an mir nicht perfekt sondern verbesserungsbedürftig sind, mache ich Pläne in meinen Gedanken. Dinge, die ich lernen muss, Punkte, die ich ändern sollte und so entwerfe ich Schritt für Schritt das Idealbild meiner Selbst, das ich in ein paar Jahren sein möchte. Es erscheint mir dann mit jeder weiteren Minute, die ich in diese Art der Planung investiere, dass ich noch desorganisierter, ungebildeter, tollpatschiger, selbstunsicherer und langweiliger wäre, als es tatsächlich zutrifft. Es tut nicht gut, immer nur die Fehler heraus zu picken und auf ihnen herum zu hacken.

Der Song In My Mind von Amanda Palmer fasst dieses ständige Streben nach einem perfekten Selbst in der Zukunft perfekt zusammen. Das Bewusstsein über die eigenen Fehler führt zu Unzufriedenheit mit der Gegenwart, die in Rastlosigkeit übergeht und leicht zu viel zu viel Verbitterung der eigenen Person gegenüber verleitet.
Wir sollten es öfter so machen wie Amanda, die, nachdem sie in ihrem Song ihre ganzen unrealistischen, alten Vorstellungen und Ansprüche an sich selbst mit der tatsächlichen Entwicklung verglichen hat, nach anfänglicher Frustration erkennt, dass man so wie man ist bereits viel erreicht hat und auch mal für einen Moment ruhig durchatmen sollte, um der Erkenntnis eine Chance zu geben, dass man auch im Hier und Jetzt genau der Mensch sein könnte, der man in diesem Moment sein möchte. Dass es gut ist, der Mensch zu sein, zu dem man sich entwickelt hat.



Veränderung und Bewegung nach vorn ist wichtig im Leben. Trotzdem sollte man sich einmal zurücklehnen und mit ein wenig Abstand erkennen, dass man eben nicht nur in Richtung Zukunft voran arbeiten muss, um irgendwann eventuell dem Ideal von einem selbst zu entsprechen. Es gibt nämlich mehr als das große ganze Bild und mit diesem Wissen können wir im Alltag die Augen öffnen, um die kleinen Dinge zu sehen. Die Hämatome auf den Nasen unserer Mitmenschen, unsere kleinen Erfolgsmomente und die täglich aufblitzenden Momente des Glücks. Dass wir nicht nur immer weiter ackern müssen, um ein Endziel zu erreichen, sondern dass wir auch schon ganz viele Dinge geschafft und erlebt haben und darüber glücklich sein können, uns zu dem entwickelt zu haben, was wir sind.  Denn es lebt sich viel schöner, wenn man nicht übersieht, was in der Gegenwart passiert und wie gut das Jetzt eigentlich ist. Ich vergesse nur immer zu gern, mich selbst daran zu erinnern.

Oder wie Amanda Palmer es so schön auf den Punkt bringt:
Fuck yes - I'm exactly the person that I want to be!

Sonntag, 13. März 2016

Take a walk in high shoes

Während ich kürzlich meine Schuhe sortiert habe, fiel mir auf, dass ich gar keine High Heels besitze. Es ist nicht so, dass ich sie je vermisst hätte aber heißt es nicht immer, jede Frau bräuchte ein paar hohe Schuhe?

Schließlich sind die Dinger ja angeblich unglaublich sexy. Vom attraktiven Laufstegmodel über das schlagkräftige Bond Girl bis hin zu Dr. Houses erfolgreicher und intelligenter Kollegin Dr. Cuddy tragen gefühlt alle einflussreichen Frauen in Machtspositionen in der Presse oder den Medien hohe Schuhe. Wer es schafft, auf solchen Mörderteilen zu laufen, muss sein Leben ja offenbar im Griff haben.

Aber diese Wunderwaffen mit dem 10 Zentimeter Absatz, die richtig eingesetzt sicher zu wirklichen Waffen werden können, verleihen nicht nur eine Aura von Selbstsicherheit und Kontrolle, sondern bringen - wie wir dank der Boulevardmagazine im Wartezimmer ja alle wissen -  auch den Po vorteilhaft zur Geltung. Dem ist Frau sicher nicht abgeneigt - besonders mit dem Wissen über ihre daraus resultierende Wirkung auf Männer.

Klingt ja alles ganz nett aber ehrlich: je länger ich über wirklich hohe Absatzschuhe nachdenke, desto bescheuerter kommt es mir vor, überhaupt welche tragen zu wollen.
Denn wer kann darin schon wirklich gut laufen? Im Alltag behindern sie die eigene Beweglichkeit genauso wie zu besonderen Anlässen. Ich hätte keine Lust, morgens früher aufzustehen, weil ich mit den High Heels für jeden Weg länger brauche.
Dabei denke ich noch nicht mal daran, wie es wohl sein muss, den ganzen Tag darin zu verbringen und immer mehr zu fühlen, wie unnatürlich das Körpergewicht plötzlich fast allein auf dem Vorfuß lastet statt sich gleichmäßig zu verteilen. Nach einer Stunde darin muss es sich schon unerträglich anfühlen, nachdem man sich durchgängig mehrere Stunden darin bewegt hat, gleicht es wahrscheinlich Folter. Es gibt immer diese Frauen, die jedem erzählen, wie unglaublich bequem ihre Plateauschuhe mit 14cm Absatz wären aber unter uns: glaubt ihnen das wirklich jemand? Vor allem, dass sie mit den Schuhen vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben und im Club die Tanzfläche meiden, macht es unglaubwürdig. In mir sträubt sich einfach alles, wenn man mir weis machen will, dass so ein Schuh, der den Fuß in einer absolut unnatürlichen Fehlhaltung fixiert, bequem sein soll.

Bei der Wahl von Bekleidung und Schuhen ist mir wichtig, dass sie bequem, funktional und langfristig pflegeleicht sind. Natürlich möchte ich dann in meiner Kleidung nicht so verwahrlost aussehen wie Robinson Crusoe nach fünf Jahren Insel, halte es aber dabei trotzdem eher schlicht und praktisch. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich keinen wirklichen Gefallen an Mode finde und nicht einsehe, meinen Comfort und die Beweglichkeit zwecks des Aussehens einzuschränken. Damit bin ich einfach kein Kandidat für High Heels geschweige denn würde ich etwas anziehen, was dazu nicht lächerlich aussähe. Jeans, Shirt, Strickjacke, Wetterjacke, Rucksack und hohe Schuhe sind einfach keine gute Kombination. Das ist selbst mir als absoluter Fashiontrottel klar.

Abgesehen davon würde ich auch nicht riskieren wollen, langfristig meine Füße zu schädigen nur weil ich sie in solche Schuhe zwänge. Schließlich möchte ich noch mein ganzes Leben auf ihnen herum laufen und das am liebsten, ohne dabei extreme Schmerzen zu haben. Von Gelenken über Wadenmuskulatur bis hin zur Wirbelsäule wird auch alles, was noch an den Füßen hängt, dankbar sein, nicht auf extremen Absätzen laufen zu müssen. Davon profitiere ich in meinen Augen viel mehr als durch die eventuelle Wirkung der High Heels auf andere.
Mein persönliches Fazit lautet, dass sehr hohe Absatzschuhe völlig unnötig sind. Natürlich können sie gut aussehen, kleine Frauen deutlich größer wirken lassen und unsere Mitmenschen beeindrucken, gleichzeitig sind sie aber einfach eine Art Einschränkung, die man sich selbst freiwillig zufügt, eine Unfallgefahr und auf die Dauer einfach schädlich für die Gesundheit der eigenen Füße. Nebenbei sind sie auch noch hochgefährlich für die Füße anderer, sollte man mit den Stelzen diese versehentlich durchbohren.

Als relativ große Frau kann ich leicht sagen, dass ich keine High Heels brauche. Ich habe in meinem Alltag eh keine Situation, in der ich sie tragen könnte, ohne mir albern vorzukommen. Vom Abiball habe ich noch ein Paar Sandaletten mit 4 cm Absatz und auch wenn das keine wirklichen High Heels sind (dazu müssten sie nämlich mehr als 8,9 cm Absatzhöhe haben) reicht das mir für all die Hochzeiten und besonderen Feiern, zu denen ich eingeladen werde. Sollten sie aber irgendwann abgenutzt und kaputt sein, möchte ich sie nicht durch andere hohe Schuhe ersetzen, da flache Schuhe beziehungsweise welche mit winzigem Absatz so unendlich viel bequemer sind.
Denn sein wir ehrlich: das Beste am Tragen von Absatzschuhen ist es, sie endlich wieder ausziehen zu können.

Freitag, 25. Dezember 2015

Lackschaden

Alle Jahre wieder zu Weihnachten hole ich den Nagellack aus der Schublade. Völlig ungelenk versuche ich mir dann die Keratinplatten meiner Finger zu bemalen. Jedes Jahr fluche ich über mein nicht unbedingt perfektes Werk und laufe dann in der Hektik des Weihnachtsabends mit den Händen wedelnd umher und hoffe, dass der Lack dadurch früher trocknet.
Wenn man das Zeug schon mal hat, muss man es ja auch benutzen.

Nagellack kann richtig schön aussehen und es gibt so unendlich viele ansprechende Farben. Dennoch lackiere ich mir nur genau ein mal im Jahr die Nägel. Das liegt nicht allein daran, dass ich ein bisschen zu kurz geratene Finger habe als dass sie unglaublich elegant wirken könnten, sondern daran, dass ich das Gefühl habe, mit lackierten Nägeln nichts machen zu können.

Am schlimmsten ist es, wenn er frisch aufgetragen ist.
Nur nichts anfassen! Sicherheitsabstand zu den Nägeln halten, bitte! Hände immer hoch halten für mindestens 30 Minuten!
Am Ende dieser völlig lächerlichen Prozedur habe ich dann doch immer einen Delle im Lack auf den Fingern. Ich kann es einfach nicht.


Auch wenn der Lack getrocknet ist werde ich das Gefühl nicht los, dass es damit anders ist und ich viel vorsichtiger agiere.

Teig kneten? Geht nicht, da kommen nur Lacksplitter ins Gebäck und das möchte niemand. 

Umtopfen, Abwaschen, Putzen? Vergiss es, ich habe mir nicht umsonst so viel Mühe beim Lackieren gegeben!

Eine klemmende Schachtel mit Hilfe des Nagels öffnen oder Preisetiketten abkratzen? Hahaha - NEIN!

Ich trage fast täglich Lippenstift und habe in keiner Weise das Gefühl, dass es mich im Alltag beeinträchtigt oder ich darauf speziell Rücksicht nehmen muss. Sobald ich aber Nagellack auftrage behandle ich meine Hände wie zwei rohe Eier. Bloß nichts anfassen und wenn am besten nur mit abgespreizten Fingern.
Nagellack und ich sind einfach nicht kompatibel. Ich bin immer wieder erstaunt, wie andere mit Nagellack an den Fingern noch immer mit den Händen arbeiten können.
Für mich ist aber klar: entweder ich dekoriere meine Hände oder ich kann sie benutzen.

Zum Glück kann man den Nagellack auch in Bastelprojekten verarbeiten. Und man kann mit lackierten Fingern gerade so noch Tastaturen benutzen und stricken.
Fühlt ihr euch manchmal durch Kosmetik im Alltag beeinträchtigt?

Samstag, 14. Juni 2014

Umweltbewusst und perfekt für die Zombieapokalypse

Schon eine Weile überlege ich, ob ich über dieses Thema schreiben soll. Vielleicht wirkt es ja einfach nur komisch, die paar Männer unter meinen Lesern können damit auch eher nicht so viel anfangen. Trotzdem möchte ich darüber schreiben, denn dass andere Bloggerinnen sich getraut haben, das Thema anzusprechen, hat für mich einiges verändert. Genau genommen war es eine Art kleine Revolution für mich. Es geht um Menstruationstassen.

Menstruationstassen?! Als ich zum ersten Mal davon gelesen habe, wusste ich auch nicht so richtig, was ich mir eigentlich darunter vorstellen soll und wozu das gut sein soll - immerhin gab es doch schon die für mich bis dato ultimative Lösung zum Thema Monatshygiene in Form von Tampons. 
Kurze Erklärung: Menstruationstassen sind kleine Becher aus Silikon oder Thermoplastischem Elastomer (TPE), die ähnlich wie Tampons eingeführt werden und das abfließende Blut auffangen. Klingt schon ein wenig merkwürdig.

Nach der Lektüre von Erbses wirklich wunderbar geschriebenem Artikel, der bei mir sehr viele Unklarheiten beseitigt hat, war ich interessiert, so ein zugegeben schon ein wenig komisches Te
il auszuprobieren. Denn die Vorteile gegenüber Tampons sind wirklich riesig.

Zuerst einmal der Kostenfaktor: Tampons sind verdammt teuer (wenn man die guten von o.b. kauft, sind das pro Packung mit 56 Stück locker vier Euro) und angesichts des monatlichen Verbrauchs ist das wirklich kein Vergnügen insofern es überhaupt eines ist. Eine Menstruationstasse hingegen kann man mehrere Jahre lang verwenden und nach jedem Zyklus einmal in Wasser zur Reinigung auskochen.

Die Verpackung 
Dass man sie wiederverwenden kann sorgt auch dafür, dass man einerseits der Umwelt etwas Gutes tut indem man deutlich weniger Müll produziert aber andererseits muss man nicht immer wenn man unterwegs ist oder bei Freunden übernachtet, einen Mülleimer suchen, in dem man möglichst unauffällig seine benutzen Hygieneartikel entsorgen kann. Und auch das stille Hoffen, der Mülleimer würde rechtzeitig entsorgt, um ein baldiges Stinken zu vermeiden, kann man sich mit einer Menstruationstasse sparen.

Überhaupt: es ist wunderbar, nicht immer Unmengen von Tampons mit sich herum zu tragen, weil man sicher gehen will, unterwegs nicht plötzlich ohne da zu stehen. Seitdem ich die Menstruationstasse nutze, fällt mir während meiner Regel auch nicht mindestens einmal am Tag zufällig mein Reservetampon aus der Hosentasche und sorgt für peinliche Situationen.
Ich denke, dass auch für Reisen Menstruationstassen unglaublich praktisch sind: einerseits muss man nicht sicherheitshalber große Vorräte davon einpacken und andererseits fällt kein Müll an, den man nicht immer problemlos (z.B. auf Wanderungen, Toiletten ohne Mülleimer) entsorgen kann.

Da eine Menstruationstasse viel mehr Blut (mein kleines Modell schafft z.B. 25ml) auffangen kann als ein Tampon oder eine Binde, hat man sie bei normaler Blutung auch lange Zeit (10 Stunden sind bei mir problemlos drin) einfach seine Ruhe und muss nicht alle drei Stunden für einen Boxenstopp mit Reifenwechsel aufs Klo huschen. Wenn ihr wisst, was ich meine.

Richtig eingesetzt spürt man die Menstruationstasse genauso wenig wie einen Tampon und so schränkt sie einen in keiner Weise in den Alltagsaktivitäten ein. Sport ist kein Problem und selbst beim Schwimmen sind sie im Vergleich zu Tampons die deutlich bessere Lösung: es hängt keine Schnur raus, die sich schön mit Wasser vollsaugen kann.

Apropos vollsaugen: so ein Tampon absorbiert sämtliche vaginale Flüssigkeit. Also nicht nur das Blut sondern auch die Flüssigkeit, die unter anderem unsere Schleimhäute feucht hält und dafür sorgt, dass die vor Infektion schützende Standortflora und der leicht saure pH Wert erhalten bleibt. Und diese wahllose Absorption jeglicher Flüssigkeit durch einen Tampons kann wirklich unangenehm sein.
Eine Menstruationstasse dagegen fängt einfach nur direkt unter dem Muttermund das aus der Gebärmutter kommende Blut auf ohne auch nur - wie auch angesichts des Materials - im Geringsten das Wohlergehen der Schleimhäute zu stören.
Durch diese Alternative zu Tampons kann ich nun auch endlich die in den regulären Tampons enthaltenen Schadstoffe (Formaldehyd, Rückstände des Chlors vom Bleichen der Tampons… ) umgehen und gibt gleichzeitig Bakterien und Pilzen keinen schön warmen blutgetränkten Nährboden, sich zu vermehren.

Ein Größenvergleich
Aber jetzt weg von den ganzen Vorteilen und hin zu den genauen Daten. Ich habe eine Menstruationstasse der Firma Lunette und bin damit sehr zufrieden. Es gibt noch viele weitere Hersteller mit leicht unterschiedlichen Formen, Materialien, Größen und Farbvarianten - je nach Bedürfnissen, Anatomie und auch Anzahl der vaginalen Geburten. Da kann ich euch nur wiederholt ans Herz legen, Erbses Artikel zu dem Thema zu lesen, denn darin stellt sie auch sehr viele verschiedene Modelle vor.
Prinzipiell bestehen die Tassen immer aus einer Art Kelch mit Stiel oder kleinem "Griff" zum leichteren Entfernen. Meine Lunette ist 47mm hoch und hat einen Durchmesser von 41mm. Das ist natürlich größer als ein kleiner Tampon aber da sowohl die Tasse als auch das eigene Gewebe flexibel sind fügt sich das alles problemlos ein.
Natürlich kostet so eine Menstruationstasse am Anfang mehr als eine Packung Tampons, doch innerhalb weniger Monate haben sich die Kosten wieder amortisiert. Je nach Modell bekommt man für 15 bis 30 Euro eine solche Tasse. Wie gesagt: im ersten Moment klingt es viel aber die Kosten gleichen sich schnell wieder aus und ganz abgesehen davon ist es einfach eine viel angenehmere Form der Monatshygiene, die unglaublich viele Vorteile mit sich bringt.

Und sollte es mal zu einer Zombieapokalypse kommen, kann man seine Menstruationstasse entspannt weiter verwenden ohne Angst zu haben, nächsten Monat plötzlich keine Tampons und Binden mehr in den Supermarktruinen zu finden. Aber auch ohne Apokalypse würde ich keine fusseligen Tampons und erst recht keine Binden mehr verwenden wollen, wo ich doch inzwischen weiß, dass es da eine für mich sehr viel bessere Form der Monatshygiene gibt. Je länger ich die Tasse benutze, umso glücklicher bin ich, dass ich auf diese Form der Monatshygiene umgestiegen bin und deshalb möchte ich auch die Information, dass es so etwas überhaupt gibt durch diesen Artikel weiter tragen.

Apfelkern

Samstag, 15. September 2012

Die liebe Kriegsbemalung

Für viele Frauen gehört es zum Alltag, sich morgens oder vor dem Verlassen des Hauses allgemein zu schminken. Hautprobleme kaschieren, Akzente setzen, Vorteilhaftes betonen. Oder auch: ein wenig Abdeckzeugs, Puder, Mascara sowie Rouge und schon sieht man nicht mehr aus wie ein Zombie.

Nicht mehr wie ein Zombie aussehen…das setzt ja voraus, dass man ungeschminkt tatsächlich wie ein Zombie aussieht. Aber mal ehrlich: auch wenn sich da gern mal ein Pickel oder weniger bloßstellend und dafür fast euphemisierend "Unreinheit" genannt zeigt, die Augenringe fröhlich grüßen und der Teint ein wenig fahl ist sieht man noch lange nicht wie ein Zombie aus. Viel mehr wie ein Mensch. Alles ganz normal also.
Männer haben auch Augenringe, Pickel und ähnlichen Spaß aus dem gleichen Schubfach und trotzdem verbringen sie keine Zeit damit, das mit geschicktem Auftrag von Make-up zu verbergen. Einfach, weil Make-up für Männer in der Gesellschaft nicht vorgesehen ist. Natürlich werden Schauspieler, männliche Models, Moderatoren und sonstige Darsteller für das Rampenlicht hergerichtet, aber im Alltag hat es sich trotzdem meinen täglichen Beobachtungen zufolge für diese Wesen mit Y-Chromosom nicht durchgesetzt, sich anzupinseln.

Mir geht es gar nicht darum, ein Statement abzugeben, wie ungerecht oder schrecklich ich es doch finde, dass Männer sich anders als Frauen nicht schminken müssen. Vor allem, weil müssen die komplett falsche Bezeichnung ist. Wir müssen atmen, Steuern zahlen und sterben, doch zum Auftragen von dekorativer Kosmetik zwingt uns niemand. Und so schminkt sich auch nicht jede Frau.
Vielleicht, weil sie nicht weiß, wie sie es anstellen soll, weil sie keinen Sinn darin sieht oder weil sie  weil sie es einfach nicht schön findet.

Aber mal weg von den Gedanken ans eigene Geschlecht und dessen Einstellung zu Kosmetik: wie sehen eigentlich Männer die Selbstbemalung der Frauen? Schließlich macht man das ja angeblich nur um seine Attraktivität also die Anziehungskraft auf das andere Geschlecht zu erhöhen.
Ich habe erlebt, dass viele Männer sagen, sie mögen es gar nicht, wenn Frauen sich schminken. Auch Nagellack ist denjenigen oft ein Graus. Künstlich, übertrieben, unecht, unattraktiv.
Dann gibt es wiederum auch diejenigen, die dezentes Make-up mögen. Die Sache mit dem Problemstellen kaschieren und Vorzüge unterstreichen.

Ich glaube, dass letztgenannte Gruppe sehr realistisch denkt. Denn meiner Ansicht nach ist das Ziel dekorativer Kosmetik nicht, sich eine neue Fassade aufzuspachteln um in diesem Aufzug inkognito unter Menschen gehen zu können, sondern sich vorteilhafter zu präsentieren und den Eindruck auf andere zu optimieren. Das - so sehe ich das - ist umso wirksamer, umso dezenter die Hilfsmittel eingesetzt werden und umso natürlicher dann das Endergebnis wirkt. Wie ungeschminkt nur besser. Ganz klar ist in diesem Fall bei genauem Hinsehen auch erkennbar, dass Make-up benutzt wurde, aber eben nur bei wirklich genauem Hinsehen.
Und da es eben nicht sofort erkennbar ist, dass diejenige nicht ungeschminkt ist, kommt es so vielleicht auch zu der Meinung der Männer, die meinen, dass ungeschminkte Gesichter das Nonplusultra wären. Vielleicht sind sie es ja für denjenigen auch. Immerhin will ich nicht behaupten, mit Kosmetik dekorierte Antlitze wären die Krone der Schöpfung.

Abgelehnt wird wohl die Variante von Make-up, bei der gleich auf den ersten Blick sich der Fakt, dass die Augenbrauen aufgemalt und die glitzrig bestäubten Wangen nicht natürlichen Ursprungs sind ins Bewusstsein drängt. Ich selbst weiß nicht, was Frauen außerhalb der Karnevalszeit oder ähnlichen Anlässen zu so auffälligen Schminkexperimenten veranlasst, aber was Geschmackssache ist, muss ja nicht jeder schön finden. Ich bin lediglich der Ansicht, dass die meisten zu auffällige, das heißt sichtbar nicht natürliche Farbtupfer im Gesicht und die am liebsten gleich in großer Anzahl, nicht unbedingt schön findet.

Ganz abgesehen vom optischen Aspekt: ich kann mir auch gut vorstellen, dass vielen Männern der Gedanke, dass nach dem Küssen sich rote Spuren durch ihr Gesicht ziehen und nach dem Berühren der Wange der Putz aus Foundation, Puder und Rouge in Brocken herabbröselt, missfällt. Kann ich verstehen.
Daher würde ich mich bei einem Date oder ähnlichen Anlässen zwar mit dem Schminken zurückhalten, doch auch nicht ganz darauf verzichten, wenn ich denn selbst Gefallen daran finde. Außerdem sollte man so akzeptiert werden, wie man ist. Wenn der Mann null Toleranz für Make-up zeigt und erwartet, dass man es für ihn komplett sein lässt, zeugt das für mich auch von mangelnder Kompromissbereitschaft und gäbe einen Negativpunkt auf der imaginären Traummannliste, wenn er erwartet, dass ich mich für ihn verstelle.
Moment mal - ist es denn nicht eigentlich schon eine Form des Verstellens; der Täuschung, Make-up zu benutzen und damit den anderen eine im besten Fall optimierte Variante seines Äußeren zu zeigen?
Wir tricksen so viel im Alltag - von das Bäuchlein versteckender Kleidung bis hin zu Notlügen - dass es in meinen Augen auf einen Aspekt mehr auch nicht ankommt. Im Ernst: würde man für jeden das Innere nach außen krempeln, würde man sich extrem verletzlich zeigen und das würde auf Dauer auch nicht gut gehen. Menschen sind leider nun einmal nicht immer nur liebenswert und freundlich zueinander.

Generell ist es sowieso Geschmackssache, ob man dekorative Kosmetik gern sieht oder verwendet. Notwendig ist sie nicht, doch ich benutze sie regelmäßig und das sogar mit gewissem Vergnügen. Es ist schön, ohne großen Aufwand seine vorteilhaften Züge betonen zu können. Es kann das Selbstbewusstsein stärken, wenn man weiß, dass die "Rötung" auf dem Kinn, die eigentlich Pickel heißt, nicht das ist, was anderen zuerst ins Auge springt, wenn sie einem begegnen, sondern sie eher die betonten Augen bemerken. Was ich sagen will: ich schminke mich nicht nur für andere, sondern auch für mich selbst.
Es ist eine Art Schutz, den man aufbaut; im psychischen Sinne. Eine vernünftiges Äußeres sorgt oft für einen guten ersten Eindruck. Für mich sollte das Make-up nicht so stark sein, dass es sich in den Vordergrund drängt, doch es sollte schon eine sichtbare Verbesserung der Erscheinung sein.
Und selbst wenn die Verbesserung nur eingebildet beziehungsweise für Außenstehende nahezu nicht bemerkbar ist, hilft sie schon, sich sicherer zu fühlen und auch so zu agieren.

Es gibt Frauen, die sich weigern, anderen ihr ungeschminktes Gesicht zu zeigen. Das erlebte ich sogar schon während einer Klassenfahrt, bei der dann nach dem Abschminken das Licht im Mädchenzimmer unbedingt aus sein musste, da ja sonst jemand bei dem schockierenden Anblick des quasi nackten Gesichtes einer 16-Jährigen zu Schaden kommen könnte.
Dies ist ein Verhalten, das ich nicht nachvollziehen kann. Es ist albern. Ich gehe ungeschminkt aus dem Haus, sterbe selbst nicht daran und auch andere sind meines Wissens nach noch nicht ohnmächtig geworden, nachdem sie ein blasses Gesicht und blond bewimperte Nacktmullaugen gesehen haben. Warum auch.

Es ist ein Spiel mit der Optik, mehr nicht. Man kann sich Mühe geben, die ungeschminkte Wahrheit zu verbergen, doch spätestens auf der Bettkante ist man eh nackt und ungeschminkt.

Apfelkern

Sonntag, 19. August 2012

Beige Gefühle

Dunkle erinnere ich mich, dass Beige einst als Farbe der älteren Menschen und biederen Personen galt. Die Jugend dagegen bevorzugt leuchtendere Farben, lebendigere Farben statt das nahezu farblose, nichts sagende Beige. Irgendwas eben - Hauptsache nicht Beige.

Diese Farbe war für mich schon immer ein eindeutiges Zeichen für das zunehmende Alter seines Trägers. Heißt es denn nicht, dass die Kleidung mit dem Alter immer beiger wird und die Schuhe immer braune? Daher war Beige für mich nie eine Farbe, sondern viel mehr eine Lebenseinstellung.
Und jetzt kommt das, was mich extrem verwirrt: ich sehe seit einiger Zeit extrem oft junge Leute mit beigen Hosen, Mänteln, Shirts und sonstiger Kleidung dieser Farbe umherlaufen. Was ist passiert?!

Die von mir als so altbacken empfundene Farbe ist zum Favoriten der Designer, Fashionblogger, Modeopfer und Konsorten geworden. Sie ist ja so distinguiert und sophisticated - und hipp.

Also tragen nicht nur die Mitmenschen 50+ Beige, sondern auch meine Altersgenossen. Kamelfarbene Hosen belagern ganze H&M Filialen (gut, den Verdacht, dass H&M für hässlich und modern stehen könnte, habe ich schon seit einer Weile), sandfarbene Shirts an jungen Frauen kreuzen meinen Weg und stören mein Weltbild.
Natürlich bringt es junge Menschen nicht um, sich in Beige zu kleiden und klar ist es eine engstirnige und nicht zu haltende Erwartung, dass nur ältere Menschen Beige tragen und doch…

Ich denke, es liegt nicht einmal daran, dass alle plötzlich eine Liebe zu dieser Farbe entdeckt haben, sondern viel mehr, dass sie aktuell so verstärkt in den Geschäften angeboten wird und man kann nur das kaufen, was auf dem Markt ist. Mit steigendem Beigeanteil in den Geschäften erhöht sich ganz klar auch die Wahrscheinlichkeit, ein Teil dieser Farbe zu erwerben.

Vor zwei oder drei Jahren waren die so verstärkt angebotenen Farben, Violett und Türkis, was ich anfangs gut und dann irgendwann wegen der ständigen Überflutung mit diesen Farben nahezu nervig  fand. Das hat sich inzwischen auch gelegt und genauso wird auch der Trend zu der Trenchcoatfarbe schlechthin vergehen. Hoffentlich.

Kleidung ist hauptsächlich dazu da, warm zu halten, praktisch zu sein und natürlich auch dabei möglichst vorteilhaft auszusehen. Wegen des ersten Eindrucks und vielleicht auch der Wirkung auf das andere Geschlecht. Es geht für mich darum, dass Kleidung bequem ist und ich mich darin wohl fühle. Wenn sie auch noch schmeichelhaft aussieht ist es umso besser.
Für neue Modetrends hatte ich nie ein besonderes Interesse - warum auch? Meistens gefielen sie nicht und ich trage doch nichts, das mir gar nicht gefällt nur weil es modern ist. Außerdem erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit, dass man wenn man sich den Trenddikaturen ergibt, genauso aussieht wie alle anderen, die dem Saisontrend folgen. Und das will man ja auch nicht.

Während ich so fein über das altersschwache Beige herzog, fiel mir auf, dass mein Blog ja auch einen gewissen Beigeanteil vorweist. Super, dass einem aber auch immer auffallen muss, dass man im Glashaus sitzt, nachdem man mit Steinen geworfen hat. Aber wenigstens ist meine Kleidung noch nicht beige. Moment mal - was macht das noch in diesem Satz?!

Apfelkern

Montag, 21. Mai 2012

An die Leine, Birne!

Mir ist aufgefallen, dass sich durch meine letzten Post ein dezenter Bildermangel zieht. Und um die Leser dadurch nicht zu sehr damit zu langweilen, dass es beim schnellen Scrollen immer nur Text zu sehen gibt, habe ich beschlossen, das ein wenig auszugleichen. Wie gut, dass ich kürzlich etwas zusammengewerkelt habe, das sich vorzeigen lässt.

Zum Geburtstag habe ich einer Freundin unter anderem einen Kettenanhänger gehäkelt, da ich solche selbstgemachten Geschenke als Zeichen, dass man sich nicht nur mit ein wenig Geld ins nächste Geschäft bewegt, sondern sich Zeit für ein besonderes persönliches Geschenk genommen hat, sehr schätze. Außerdem ist es bei Ideenlosigkeit bezüglich der Geschenke meiner Meinung nach die bessere Lösung, statt eines Gutscheins etwas selbst zusammenzubasteln.
Dass sich das Geburtstagskind (Jubilarin klingt in meinen Ohren schon zu sehr nach biblisch hohem Alter...) über dieses Geschenk gefreut hat, bestätigt diesen Gedanken für mich.

Zur Herstellung habe ich zuerst die hellgrüne Grundform gehäkelt, mit einem Kreis beginnend, langsam Maschen zunehmend und nach Überschreitung des breitesten Punktes wieder abnehmend. Das Zauberwort für Letztgenanntes, gelernt auf diversen sicherlich elitären Häkelblogs, lautet invisible decrease.
Bevor ich die entstandene Hohlform durch Zusammenziehen der Fäden abschloss, habe ich sie mit Watte ausgestopft. Die Blätter häkelte ich, indem ich ... ähm, vergessen. Rein theoretisch müsste ich entlang einer Reihe Luftmaschen einfach ganz normal entlanggehäkelt und dann langsam die Anzahl der Maschen reduziert haben. Während ich die Blätter arbeitete, war jedoch der Podcast, den ich dabei hörte, einfach spannender und daher ist die Erinnerung an die Herstellung der Blätter eingeschränkt. Momentan habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich es mit Anleitungen wie dieser nicht zum großen Häkelguru bringe...

Wie auch immer: die Blätter habe ich an die Birnenform angenäht, eine Drahtschlaufe hindurchgezogen und aus Stabilitätsgründen im Boden der Birne verankert. Zuletzt habe ich das Band durch die Schlaufe gezogen und verknotet. Fertig.

Jetzt noch einmal das Werk in aller Pracht:


Da habt ihr die Bilder. Und ja, ich weiß, dass ihr mich jetzt anhand der Handlinien identifizieren werdet.

Apfelkern

Samstag, 19. Mai 2012

Odyssee zwischen Ladenzeilen

Abiturprüfungen überlebt und schon steht der nächste Grund zur Panik auf der Matte: der Abiball.
Der Abend aller Abende, ein unvergessliches Ereignis, der Höhepunkt deiner Jugend, du wirst deinen Enkeln noch davon erzählen - teilweise klingen die euphorischen Stimmen ja schon so, als stünde meine Hochzeit bevor. Ein Kleid, passende Schuhe, perfekt sitzende Frisur, Maniküre und Make-up. Habe ich nicht gerade noch gegen übertriebenes Styling bei Jugendweihen gestänkert? Gerade musste ich feststellen, dass ich beim Stylingmarathon Abiball dabei bin.

Gerüchten zufolge genießen Frauen das Einkaufen, Shopping ist angeblich eine ihrer liebsten Freizeitbeschäftigungen. Eine Aussage, die ich noch nie nachvollziehen konnte. Man streift lange durch die Läden, findet abgeschreckt von den neusten Trends in fünf Stunden drei Teile und macht sich danach frustriert, unterzuckert und dehydriert auf schmerzenden Füßen auf den Heimweg. Und wo war jetzt die Stelle, die mich daran begeistern sollte?
Mit dem Gedanken an meine übliche Shoppingbegeisterung im Hinterkopf graute es mir schon vor dem Kauf des Kleides für den Abiball. Schließlich werden Bilder davon noch ewig in den Familienalben kleben und Erinnerungen daran sollen gern wiederaufgewärmt werden. Und dazu gehört auch ein schönes Kleid.

Allein den Gedanken daran, ein Kleid für diesen Anlass kaufen zu müssen, erschreckte mich seit Jahren. Ich bin doch schon bei alltäglichen Kleidungsstücken ein komplizierter Kunde, der nicht jeden H&M-Trend mag und letztendlich immer wieder die Sachen, die er schon hat nur in neu sucht - wie sollte das dann erst mit einem Ballkleid werden?
Aber ich habe ja zum Glück noch Zeit, bis ich eines kaufen muss, dachte ich ... und irgendwann war es nun die Zeit, sich auf die Jagd nach dem Kleid zu begeben. Oh je.

Meine Vorstellung davon war wenig klar: keine Rüschen, Glitzer maximal dezent, irgendwas klassisches, als Farbe Rot, Blau, Grün, Violett oder Schwarz; eventuell auch eine Zwischenfarbe davon und vor allem etwas nicht zu pompöses, das man wieder einmal anziehen kann. Bloß kein langes Ballkleid.

Drei Stunden und gefühlte dreißig Geschäfte später war klar, dass man sich auf einen Kompromiss einlassen müsste, um fündig zu werden. Kurze sackartige Kleidchen, unvorteilhafte Oberteile auf schön geschnittenem Unterteil und anders herum, schöner Schnitt, wenig schmeichelnde Farbe und so viel mehr führten schließlich dazu, dass ich mich anders als geplant auch bei den bodenlangen Ballkleidern umsah. Ach, doch bei den Ballkleidern gelandet? 

Der nächste Probiermarathon folgte. Zu lang, zu glänzender Stoff, zu aufreizende Schnürung, trägerlos und rutschend ... es war ermüdend. Als ich schon völlig abgestumpft ein weiteres Kleid probierte, stellte ich fest, dass ich es bis ins letzte Detail mochte. Nein, dass ich das noch erleben durfte!
Es wurde gekauft, erleichtert, endlich eines gefunden zu haben. Völlig erschöpft und vom Schienenersatzverkehr zusätzlich gebeutelt wurde der Heimweg angetreten, froh, ein Kleid zu haben und bemüht zu verdrängen, dass allein schon der Schuhkauf die nächste Odyssee werden wird.
Egal, wenn ich beides erst einmal habe, kann ich es in dieser Kombination bei den Hochzeiten, Doktortitelverleihungen und Opernbesuchen, die in den nächsten Jahren anstehen, anziehen.

Man will sich nicht völlig verkleiden und gleichzeitig auch nicht zu wenig festlich angezogen erscheinen. Warum kommen wir nicht einfach alle in Jeans und Shirt? Das würde uns den Shoppinghorror zumindest ersparen. Ja ja, es nähme dem Anlass den festlichen Charakter.
Aber man kann seine Tage auch angenehmer verbringen als mit Einkäufen zwischen lärmenden und schubsenden Menschenmengen in grell ausgeleuchteten Läden.

Und warum sind dann Frauen angeblich so wild darauf? Wahrscheinlich ist das genauso ein Fehler in der Untersuchung wie der hohe Eisengehalt des Spinats. Eine bessere Erklärung dafür habe ich zumindest nicht.

Apfelkern



Freitag, 18. Mai 2012

Die Angst vorm Rufmord durch Schleifchen

Wofür bloggt man? Um Gedanken auszutauschen, Empfehlungen zu geben, von Dingen abzuraten, Anleitungen verbreiten, kostenlose Produkte abzusahnen, um andere Blogger kennen zu lernen - welchen Grund auch immer man hat, über Anerkennung und Lob für das, was man macht, wird sich der Blogger immer freuen. Diese erfreulichen Rückmeldungen erhält man oft durch die Kommentare, doch auch über Blogawards. Genau dieser Fall ist für mich schon vor einer Weile eingetreten. E.T. - nein, nicht der Außerirdische - hat mich mit dem Schleifchen Award geehrt.

Ich habe mich sehr gefreut, dass sie meinen Blog für einen Award würdig hält. Als ich jedoch ihrem Link auf ihren Blog folgte und dort feststellte, dass es sich bei dem Award um einen rosanen Schleifchen-Award handelte, war ich ein wenig erstaunt.
Das ist doch kein Beautyblog voller Rüschen und Glitter! Statt rosa Schleifchen würden doch viel besser Äxte, Dosentelephone und Bücher hierherpassen! Kurz spielte ich mit dem Gedanken, einen so kitschigen Award nicht anzunehmen. Ich und rosa Schleifen ... das passt ja ähnlich gut zusammen wie Fön und Badewanne oder Kalk und Salzsäure.

Aber nach einer akuten Phase der grollenden Gedanken über glitzrigen Kitsch, wurde mir klar, dass es hier nicht um den Charakter des Awards geht, sondern um den Fakt, dass mich jemand mit einem bedacht hat. Und dabei ist es egal, ob die Auszeichnung nun mit schweizer Bergblumen oder rosa Schleifchen verziert ist. Die inneren Werte sind doch bekanntlich das, worauf es ankommt.
Außerdem steht auf diesem Exemplar sogar, mein Blog wäre wundervoll. Worte, die das Bloggerherz höher schlagen lassen.

Ich bedanke mich noch einmal bei E.T. für den Award und dafür, dass ich dadurch gezwungen war, mich mit der eigenen Oberflächlichkeit auseinanderzusetzen.

Nun liegt es in der Natur eines Awards, dass er weitergegeben werden muss. Ich habe mich bei der Wahl der Awardempfänger doch ein wenig von dessen Farbe beeinflussen lassen...

Zuerst würde ich ihn gern an die sympathische Caro mit der roten Lippe weiterreichen. Für deine Mails, die mir immer ein Lächeln entlocken und natürlich das Treffen mit dem wilden Menschenfresser.

Nicht vergessen werden sollte Jules, Freundin des Nagellacks, der Ratten und der Sonne. Na gut, das mit der Sonne habe ich mir gerade ausgedacht. Aber mit rosa Schleifchen sollte sie zurecht kommen, denn sie mag ja auch rosa Nagellack, obwohl ich mich nicht konkret daran erinnern kann, dass sie welchen trug. Aber wer metallicbraunen Nagellack trägt, dem ist bekanntlich alles zuzutrauen.

Der quirlig-kreativen Julie würde ich auch gern diesen Award verleihen, weil ihre bunten Posts immer eine Aufmunterung sind und ihre Zeichnungen so unerträglich niedlich, dass man schon vom Ansehen einen Zuckerschock bekommt.

Ich hoffe sehr, dass ihr anders als ich beim Anblick des Awards nicht sofort von der Rosaphobie ergriffen werdet. Wäre ja auch albern, Angst vor einer Farbe zu haben.


Apfelkern

Mittwoch, 28. März 2012

Bauarbeiter trifft Feinstrumpfhose

Die letzten Schultage sind eher erfüllt von Albereien und Spaß als von ernsthaftem Unterricht. Entsprechend des Tagesmottos gekleidet kommen die Schüler mal als Penner oder auch als Rentner und verwirren damit die jüngeren Schüler und amüsieren sich über ihre lustige Kleidung.
Auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund des klassischen Karnevals bin, genieße ich diese Möglichkeit für alberne Verkleidungen sehr und komme zum Thema Geschlechtertausch auch gern im Blaumann mit Bauhelm. Ich habe kein Problem damit, mich in diesem Zusammenhang auch einmal einmal zum Obst zu machen, denn ich bin ja nicht allein in meiner ulkigen Kleidung. Ist man aber nicht mehr sicher im Pulk der anderen Verkleideten, taucht das Gefühl des Unbehagens auf.

Jeden Morgen durfte ich mir seit Beginn der Mottowoche das Lachen der Bauarbeiter und anderer Passanten auf dem Schulweg anhören. Na ja, es sieht schon ein wenig komisch aus, wenn jemand in zerschlissener leuchtend violetter Jogginghose und am nächsten Tag mit Blaumann und Helm im Fahrradkorb an ihnen vorbeirauscht. Zumindest kann ich ihre Belustigung nachvollziehen; mir ginge es ja nicht anders.

Das heutige Thema war "Beach and Bed" (yeah, wir sind so damn modern 'cuz we know English, bro!), wobei ich mich für die variante "Bed" entschied. Schließlich ist es einfacher, einfach direkt aus dem Bett zu fallen und loszufahren als sich irgendwelches Strandzeug zusammensuchen zu müssen.
Meine Schlafanzüge erschienen mir aber recht langweilig, da sie teilweise fast wie normale Oberteile beziehungsweise Hosen aussahen und entschlossen, etwas weniger langweiliges zu tragen, wählte ich ein knielanges fliederfarbenes flattriges Satinnachthemd. Oh ja.
Das allein reichte bei den aktuellen Temperaturen nicht, weshalb ich noch eine Feinstrumphose, eine kurze Schlafanzughose, die unter dem Nachthemd fast völlig verdeckt war und zu tiefe Einblicke verhinderte sowie ein einfaches Shirt darunter anzog. Ein paar selbstgestrickte Wollsocken und Hauspantoffeln, ein Kissen und ein Kuscheltier dazu, fertig.
Um den Bauarbeitern nicht wieder die tägliche Lachnummer bieten zu müssen, zog ich für den Weg einfach einen Rock und Stiefel an und versteckte das Nachthemd unter dem Mantel. So sah man nichts von der Verkleidung.

Als ich schließlich die Baustelle passierte, erntete ich kein Lachen. Nein, man pfiff mir nach.
Ungehobelte Bauarbeiter, sobald sie einen Rock sehen drehen sie durch. Na ja, passiert.
Wenig später überholte ich einen Rentner, der langsam vor sich hinzuckelnd Fiffi ausführte. Und was tat er? Richtig, er pfiff mir durch die Dritten hitnerher. Als dann auch noch an einer Bushaltestelle  ein Mann mittleren Alters mir auffällig hinterherstarrte und tatsächlich einen Pfiff abließ, hatte ich die Nase gestrichen voll.

Nur weil ich einen Rock trage, bin ich doch nicht von jetzt auf sofort zu einem dummen Stück willigen Fleisches geworden. Es kann ja sein, dass die Herren in diesem Jahr noch keine Frau mit Rock beobachten konnten und sich daher über meinen Anblick freuten, doch hinterherpfeifen müssen sie mir deshalb noch lange nicht. Dieses offensichtliche Zeigen der Begierde degradiert meiner Meinung nach die Frauen. Komplimente sind etwas wunderbares und ich freue mich natürlich, wenn mir jemand ein solches macht, doch es kommt sehr auf die Art des Komplimentes und denjenigen, der es verteilt an. Ein reines Hinterherpfeifen sagt nur, dass derjenige mir jetzt gern in den Hintern kneifen oder an die Brust fassen wollte. Sehr primitiv und oberflächlich. Degradierend.
Lüsterne Bauarbeiter und sabbernde Rentner gehören nicht unbedingt zu meiner Zielgruppe, doch natürlich fragte ich mich, was die Reaktionen auslöste. Den Rock habe ich schon so oft getragen und nie gab es derartige Rückmeldungen. Allerdings sollte erwähnt werden, dass ich mich bisher stets für eine blickdichte dunkle Strumpfhose entschieden habe, sodass dieses Mal ein Drittel des Unterschenkels und das Knie zu sehen waren. Wie aufregend.
Da kenne ich persönlich noch viel kürzere Röcke.

Wuhuhuuu: Beine!
Reicht denn ein wenig allein von einer Feinstrumpfhose bedeckte Haut, um Männer in hirnlose hinterherpfeifende Zombies mit Speichelfaden zu verwandeln?

Vielleicht kann ich ja dann noch ein paar männliche Leser gewinnen - nach meinem Wissen habe ich erst vier - und damit den aktuell verlorenen Leser ausgleichen.
Irgendwozu muss diese scheinbar instinktive Reaktion auf sichtbare Haut ja auch gut sein.

Selbst attraktiven Männern würde ich nicht hinterherpfeifen oder  etwas derartiges rufen wollen, da ich es auch für mich als bloßstellend empfände und ich so vermutete, dass es ihm nicht anders ginge. Vielleicht ist derjenige ja auch bereits vergeben und das recht rüde Kompliment damit eh sinnlos und unpassend.
Jemanden wegen seines Aussehens in ein Gespräch zu verwickeln und dann ein ehrliches und möglichst nicht zu primitives Kompliment zu machen (geiler Arsch, Süße!) ist meiner Ansicht nach völlig legitim, vor allem, da man es dann auch nicht quer über die Straße brüllt.

Und jetzt sagt mir nicht, es läge allein an der Kleidung, die den Mann quasi zwingt, so zu reagieren. Das erinnert mich sehr an die Argumentation, Frauen hätten selbst Schuld an dem unverständlichen und zu verurteilenden Verbrechen der Vergewaltigung, wenn sie nicht in Sack und Asche gekleidet aus dem Haus gingen.

Ich versuche die Rufe als Kompliment zu nehmen und nicht als Ansage, dass man(n) mich als bloßes Stück Fleisch betrachtet. Trotzdem werde ich vorerst wieder zu blickdichten Strumphosen übergehen. Nein, vorsichtshalber erst einmal nur Hosen.

Apfelkern

Mittwoch, 1. Februar 2012

TAG: Wenn ein schwarzes Loch...

Was würdet ihr tun, wenn in eurem Badezimmer ein schwarzes Loch auftauchte und Stück für Stück dessen Inventar verschlucken würde? Ich würde völlig begeistert sein, denn wer erhält schon einmal die Möglichkeit, ein solches Mysterium hautnah zu erleben. Allerdings wüsste ich nicht wirklich, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Videos für die Nachwelt aufnehmen? Stephen Hawking eine Mail über das alles verschlingende Phänomen unter meinem Waschbecken schreiben? Aus dem Haus rennen?

Einen Großteil der im Netz anzutreffenden Schönheiten würde anscheinend ihre Kosmetiksammlung retten, denn deren Verlust scheint eine große Bedrohung für sie darzustellen. Diese Angst zeigt sich in einem TAG, bei dem man zehn Kosmetikartikel aufzählen soll, die man SOFORT wieder kaufen würde wenn die eigene Schminkkollektion plötzlich verdunstete.

Beim Verschwinden meines Badezimmerinventars würde ich meine Zahnbürste, eine Haarbürste und meinen Schmuck (Echtsilber - das ist meine Wertanlage für die Zukunft!) am meisten vermissen. Die Kosmetik zu verlieren ist natürlich blöd, doch ich würde keinen Schreikrampf bekommen. Denn das Betonen der eigenen Vorzüge durch ein wenig Herumgepinsel ist zwar gut geeignet, um nicht völlig fertig auszusehen, obwohl man es ist und dadurch, dass es eine Herausforderung ist, das ganze Geschmiere möglichst natürlich aussehen zu lassen, bereitet es mir auch Freude, wenn es gelungen ist, doch überlebenswichtig ist es nicht. Das heißt aber nicht, dass ich keinen Spaß daran hätte, mich ein wenig zu schminken.

Weil mein letzter liebevoll geschriebener Beitrag über den Roman Dracula so wenig Kommentare (drei - zwei davon von der selben Person und einer davon nicht mal zum Artikel!) bekommen hat und mein Fazit war, dass ihr momentan keine langen Texte lesen wollt, ist meine Konsequenz ein Artikel über Kosmetik. So mainstream, so oberflächlich. Aber wer nicht lesen wil, muss Bilder ertragen. Muhahaha!

Welche Kosmetik würde ich also wirklich vermissen und SOFORT (ob das Haus nun brennt oder nicht) wieder kaufen?

1. Abdeckcreme aka Concealer.
Ihr wisst schon - eine hautfarbene Substanz, die man über gerötete Stellen im Gesicht pappen kann. Damit ich nicht ständig Rot sehen muss.

Allseits bekannt und beliebt ist die Alverde Camouflage. Nun ja,  aktuell ist die hellste Nuance schon zu dunkel für mich. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich kein Rot ins Gesicht wagt, wo es nicht hingehört.


2.Wimperntusche
Ohne diese sind meine blonden Wimperchen unsichtbar. Dieser Zustand mag zwar für Harry Potter und die U.S. Army erstrebenswert sein, doch weibliche Augen ohne sichtbare Wimpern erscheinen mir seltsam. Also benutze ich Mascara.


Aktuell ist das eine wasserfeste von Catrice, weil ich auch mal wasserfeste Wimperntusche testen wollte. Fazit: verschmiert über den Tag nicht, sieht ziemlich natürlich aus ABER lässt sich schlecht abschminken; auch mit Make-Up Entferner.
Lieber mag ich die Lashes to Kill Mascara des gleichen Herstellers, allein schon wegen des Namens.
Achtung: meine Wimpern sind tödlich! An diesem Witz könnte ich mich nahezu endlos erfreuen



3.Rouge!
Damit ich nicht leichenblass aussehe und gefragt werde, ob ich krank sei kommt Rouge auf die Wangen.
Mein absoluter Favorit:

Blush Soufflé von essence in einem matten Rosa. Was soll ich sagen? Ich liebe dieses Zeug! Es glitzert nicht, lässt sich gut auftragen, bleibt lange wo es sein soll ohne zu verblassen und ist vor allem nicht so leuchtend Pink, dass es künstlich aussieht.
Bald ist es leer und exakt das gleiche Modell werde ich nicht mehr bekommen, da es nur limitiert verkauft wurde. Aber ich habe Hoffnung: essence nimmt ein ähnliches Rouge ins Sortiment. Hoffen wir mal, dass es genauso matt und rosa und toll ist.

Moment: habe ich Rosa gerade mit toll assoziiert? Nun ja, Wangen sind einfach eher rosa als grün. Schade aber auch.

4. Puder
Damit ich nicht stärker glänze als ein Baustellenscheinwerfer wird das Zeug einmal über das komplette Gesicht gestäubt. Mein aktuelles Puder habe ich geerbt von meiner Schwester. Für sie war es ein Fehlkauf, da es zu hell für sie ist und so kam es zu mir.

Ob ich nun zufrieden bin? Es ist ein Puder und die Farbe entspricht in etwa meiner Hautfarbe, es sieht nicht auffällig künstlich sondern einfach natürlich nur nicht glänzend (=matt!) aus.. Noch was? Es ... lässt sich gut auftragen. Gott, nach welchen Kriterien beurteilt man Puder noch?
Egal, wenn es mal irgendwann leer ist, werde ich mich aber nach einem anderen umsehen.


5. Lipstain
An mir mag ich rote Lippen sehr gern und habe zum Glück die Lipstains von Catrice entdeckt. Einmal aufgetragen halten sie den ganzen Tag lang und sind dabei kussecht, das heißt sie färben nicht ab oder verschmieren. Natürlich verblasst die Farbe mit der Zeit, doch das macht sie unauffällig.


Und mit der Filzspitze ist der Auftrag auch sehr unkompliziert. Das schaffe sogar ich.


6.Lippenbalsam
Trockene Lippen sind einfach unangenehm und nervig, weshalb ich fast immer einen Lippenbalsam bei mir trage. Mein Balsam ist vom Imker und duftet deshalb schön nach Honig.
Auch über den Lipstain gebe ich gern ein wenig von der Lippenpflege.


Da gibt es nichts mehr zu ergänzen.

Und nun habe ich an dekorativer Kosmetik nichts mehr zu ergänzen. Lidschatten benutze ich zwar gelegentlich; bevorzugt in neutralen, matten Brauntönen; aber sie sind nicht das, was ich zuerst vor dem Sog des schwarzen Loches retten wollen würde.

Aber es sollten doch 10 Kosmetika werden...

7.Teebaumcreme
Seit bestimmt schon neun Jahren habe ich die Teebaumölcreme von Arya Laya in Gebrauch. Für Insektenstiche, Pickel, Ausschlag, Kratzer, Rötungen und so ziemlich alle Hautirritationen ist sie bei mir die ultimative Waffe. Sicher habe ich in dieser Zeit schon fünfzehn Döschen davon geleert und bin begeistert. Auf dass sie nie aus dem Sortiment genommen wird.


Und ja, das aktuell benutzte Tiegelchen ist bald leer. Der Ersatz steht schon bereit.
Diese Creme gibt es z.B. im Reformhaus.

8. Peeling
Einmal in der Woche wird das Gesicht "geschält" und zwar mit dem Peeling von Hildegard Braukman. Es riecht ganz zart nach Pfirsich und enthält sanfte, kleine Peelingpartikel aus gemahlenen Pfirsichkernen. Nach der Anwendung ist die Haut wirklich sehr glatt und vor allem nicht ausgetrocknet. Bestimmt schon über ein Jahr ist das Peeling in Gebrauch und wird von mir deshalb als sehr ergiebig eingestuft.


Wie sagt der Guru? " Dafür gibt es eine Kaufempfehlung von mir".

9.Handcreme
Auch schon ewig mein Favorit ist die Kamillenhandcreme von Florena.

Pflegt toll, riecht angenehm natürlich, was mir sehr wichtig ist, da ich diese offensichtlich künstlichen Fruchtdüfte gar nicht mag und ist auch nicht übermäßig teuer.
Besonders nach dem Abwaschen schätze ich Handcreme sehr.


10. Haarbürste

Mit einer Haarbürste liegt man nie falsch. Die abgebildete Holzbürste mit Wildschweinborsten von Ebelin ist wirklich die genialste Bürste, die ich je hatte. Sie ziept (wie lange habe ich dieses Wort nicht mehr gebraucht!) nicht und lädt das Haar auch nicht elektrisch auf, was ich sehr schätze.


Und sie entwirrt nebenbei auch noch das Haar. Krass, oder?

Puh, fertig.
Und man denkt, die Bloggerei über Kosmetik wäre ein stumpfsinniges Hobby. Nein, es ist hochkomplex: man muss sich um Lieblingsprodukte ausgiebig Gedanken machen, vernünftige Bilder davon aufnehmen und auch noch auch noch darüber bestimmte Fragen beantwortend schreiben. Außerdem: könnt ihr euch vorstellen, wie schwer es ist, etwas farbgetreu zu fotografieren oder überhaupt das Auge beim Knipsen eines Make-Ups zu treffen?

Das wäre mir doch auf die Dauer viel zu anstrengend.
Also lest doch die Posts und kommentiert, damit ich nicht in Nervosität verfallen muss, da ich denke, dass das Thema meines Beitrags völlig am Interesse meiner Leser vorbeigeht und nur um euch auf zu rütteln solche Posts machen muss.

Apfelkern

Ach und ... ich tagge niemanden. Das möchte ich keiner Seele zumuten.


Freitag, 13. Januar 2012

Your Eyes But Better


Verführerisch schlug sie die mit vollen Wimpern besetzten Lider nach unten und entblößte dabei ein leuchtendes Rot auf diesen.
Wie gewagt und selbstbewusst.

Die tägliche Dosis Bindehautentzündung aus der Kosmetikschublade. Ganz typgerecht gestaltbar mit verschiedenen Rot-, Pink- und Rosatönen kann nun jeder verweint aussehen, ohne eine Träne vergießen zu müssen.

In seiner dezenten und natürlichen Schönheit zählt roter Lidschatten ganz klar zu den Nude Looks; der Art von Make-up, die auf den ersten Blick die Trägerin wie ungeschminkt und dennoch bezaubernd erscheinen lässt.
Informiert euch auf dem Beautyblog eures Vertrauens über diesen grandiosen aktuellen Trend und greift dann umgehend zum Pinsel. Eure Freunde und Bekannten werden begeistert sein.
Die Suche nach dem perfekten Rot für euer Auge könnte zwar ein wenig Zeit kosten, doch der Aufwand wird sich lohnen.

Und ein kleiner Tipp von mir: falls ihr noch keinen roten Lidschatten besitzt, könnt ihr natürlich auch Rouge dafür verwenden. Rote Wangen sind eh von gestern, heute müssen es rote Augen sein.

Dienstag, 8. November 2011

That's the old shit!

Neue dekorative Kosmetik auf Blogs vorzustellen ist inzwischen ein alter Hut. Daher habe ich mich entschieden, als Ausgleich mal die ganz alten Schminksachen von Mutti und Oma aus dem Schrank zu wühlen. Daheim fand sich nichts, da doch tatsächlich alles ordentlich entsorgt wurde, doch im persönlichen Krisengebiet der Familie wurde ich fündig.

Heute drei antike Stücke. Geschichtsträchtig, abgenutzt, überlagert.
Ich beginne mit dem wahrscheinlich ältesten davon: einem Lippenstift. Es handelt sich dabei um die Farbe Kirsch hell von Reichert. Als meine Mutter ein Kind war, war der Lippenstift bereits nicht mehr der jüngste.
Das ist das gute Stück

Deckname: Reichert Kirsch hell

Wirklich hell ist der Lippenstift in der Packung nicht. Aufgemalt dagegen schon.
Tragebilder gibt es nicht. Denn das gebrechliche Stück riecht schon ein wenig intensiver als man es gerne hat. Nach mindestens vierzig Jahren Lagerung ist das auch kein Wunder.

Das nächste Produkt ist schon wesentlich neuer,  denn hier sind Hersteller, Inhalt und auch der Produktname in mehreren Sprachen angegeben. Aufgehoben wurde es vermutlich nur wegen der wunderschönen Verpackung, denn das Produkt selbst wurde fast nie benutzt.

Ein Rouge! Oh, ich mag Rouge. Die Verpackung dieses prächtigen Exemplares erinnert mich aus irgendeinem Grund an das alte Ägypten.

Enthalten ist im hübschen Döschen  das "Face and Body Make Up Poudre Ambree" von Avon und davon gleich ganze 20g. Was man mit dem Bernsteinpüree so anfängt wusste nie jemand. Es ist ein loses Puder mit einer Farbe zwischen Rot und Braun. Moment, ich schmier es euch mal zur Veranschaulichung auf meinem Arm breit. Denn es ist ja nicht nur ein "Face Poudre" sondern auch ein "Body Poudre". Damit die Schlüsselbeine immer gut durchblutet aussehen einfach mit einem Pinsel in gewünschter Intensität auftragen.


Erst Braun und dann zum Glück doch ein schöner Rosenholzton. Perfekt für Wange und Wade.



Das Zeug, das nun übrigens durch das ganze Zimmer fliegt, könnte man trotz seines fortgeschrittenen Alters noch benutzen, wenn man mit losem Rouge zurecht käme. Allerdings bestäube ich nur meine Umgebung und weniger mich selbst, sodass es als Badezimmerdekor gerne bleiben darf aber nicht benutzt wird.

Und als würde ich nun lose herumfliegende Kosmetika mögen ist auch Fundstück Nummer drei alles andere als kompakt.

Schwefelhaltiger Puder vom VEB Leipziger Arzneimittel mit dem klangvollen Namen Sulfoderm.Verwirrende Produktbezeichnungen wie Pas des copper waren gestern -  zeitgemäße Kosmetika heißen ganz effizient nach ihrem Inhalt nur dass es intelligent in antiken Fremdsprachen verschlüsselt wird. 
Zurück zum Thema: die Verpackung ist schon sehr abgegriffen und auch schon gut geleert - da mochte jemand das Zeug.


Ganz professionell habe ich die Packung auch von hinten geknipst. 
Damals klangen auch die Herstellerversprechen anders - es sind nämlich sicherheitshalber gar keine da.


So sieht die Öffnung aus. Mit Sieb ist es schon wesentlich praktischer als beim Rouge mit dem gähnenden schwarzen Loch, das sichtbar wird, sobald man den Deckel abnimmt. 
Sofort reizt der überwältigende Schwefelgeruch die Nasenschleimhaut, sodass ich ein Niesen nicht unterdrücken kann. Anstatt zu helfen hat das Niesen nur noch mehr Puder aufgewirbelt. Na toll. Willkommen in der schwefeligen Hölle.

Und da es nun sowieso überall nach dem Puder riecht, klatsche ich es mir wagemutig auf den Arm. Ich bin überrascht, dass die Farbe so hell ist. Aber mein Arm ist ja auch noch gebräunt.
Im Ernst - wieso ist dieses Teufelszeug heller als ich? Pöh, nicht okay.



Verblendet sieht die Welt doch schon wieder ganz anders aus und nun passt die Farbe auch zu meiner Haut. Der Effekt ist aber minimal - ein paar helle Flusen zwischen den Häarchen auf meinem Arm. Für mich ist keine Mattierung und auch kein Weichzeichnereffekt zu sehen. Vielleicht waren diese Herstellerversprechen vor zwanzig Jahren einfach noch nicht erfunden worden.

Dennoch ist das Produkt wegen seines unerträglich schwefeligen Geruchs kein Nachkaufprodukt für mich. Selbst nach eine Lüftungsorgie wird es wohl noch riechen als hätte ein Hexenzirkel hier getagt.

Eigentlich ist diese Entscheidung sowieso egal - denn Lippenstift, Rouge und Puder sind schon seit mindestens zwanzig Jahren nicht mehr erhältlich.

Apfelkern

Montag, 24. Oktober 2011

Kneipenklänge

Während die Zeitzeugin sich über das Thema dieser Woche des Projekts 52 freut, kann ich nur laut aufstöhnen. Denn welche Musik soll ich mit dem Thema Kneipe oder Bar verbinden, wenn ich diese bisher nahezu erfolgreich gemieden habe?

Einen schönen Abend mit Freunden assoziiere ich nicht mir einer Bar, da diese für mich eher mit Zigarettenrauch (einer der abstoßendsten Gerüche meiner Meinung nach), überteuerten Getränken, Enge, Hitze und unglaublich laut redenden und später betrunken gröhlenden Menschen verbunden ist. Klingt nach Klischee und ist es wohl auch, ich weiß.
Unter einem schönen Abend mit Freunden verstehe ich eher eine Kochorgie mit Lachkrämpfen auf die ein toller Film und literweise Tee folgen.Während des Films wird gestrickt und geredet, sodass einzelne darauf bestehen, zurück zu spulen, damit uns auch ja kein Dialog durch die Lappen geht. Gelegentlich werden auch Cocktails gemischt. Meistens bin sogar ich diejenige, die den Vorschlag anbringt, ein wenig Barkeeper zu spielen. Ich sollte mir Gedanken darüber machen...
Irgendwann nach Ende des Films und ausgiebigen Gesprächen tritt man dann die Heimreise im Dunkeln an oder übernachtet gleich in der Wohnung des Gastgebers.

Und da ich keine spezielle Musik mit diesen Weiberabenden verbinde, muss die Assoziationskette anders aufgebaut werden.
Was stelle ich mir unter  dem Begriff Bar vor? Es taucht vor meinem inneren Auge sofort das klassische Bild aus Westernfilmen auf: ein Saloon (mit den schwingenden Türen natürlich), der innen holzgetäfelt ist,  an der Seite ein langer hölzernen Tresen hat, Tische und - ein Klavier.

Daran sitzt ein unterbezahlter Pianist, den der Barbesitzer mit ein paar gelegentlichen Whiskys auf Kosten des Hauses bei Laune hält und der den ganzen Tag lang auf dem alten Holzklavier vor sich hin spielt.
So - und jetzt muss ich nur noch die passende Musik bei Youtube finden.
Leichter gesagt als getan. Ich fand heraus, dass ich nach dem Klang der alten Pianos aus der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende suchte.

Schließlich entschied ich mich für folgendes Video, da die Stücke stark meinen Vorstellungen entsprachen und es fast hypnotisierend ist, die kleinen Hämmerchen während des Spielens zu beobachten.



Wie schön es dahin plätschert! Ja, so klingt es für mich wahrscheinlich in einer Bar. Eventuell rührt diese Neigung zu Musik im Westernstyle daher, dass ich nicht unbedingt Bier mag aber Whisky nicht ganz abgeneigt bin. Aber nur ein bisschen...

Apfelkern

Freitag, 30. September 2011

Klopf die Pfanne!

Dass ich in Momenten großer Langeweile gerne Beautyblogs lese, ist kein Geheimnis mehr.

Und in einem solchen Moment stieß ich irgendwo auf einen Post zum Thema Hit the pan.
Weil sie schon das zwanzigste Rouge in ihrem Schrank aufstapeln musste, beschloss die bloggende Schönheit, vor einem neuen Kauf erst einmal die vorhandenen Produkte zu leeren und eventuell dann erst neues Zeug zu kaufen. Hit the pan ist dabei ein Schlüsselbegriff und bezeichnet ein Stadium, in dem schon so viel Produkt verbraucht ist, dass der Boden des Döschens sichtbar wird.

Das sieht dann wie folgt aus:

Und weil die Bezeichnung sehr einprägsam ist, will sie einfach nicht mehr aus meinem Bewusstsein weichen.
Was denkt Apfelkern, wenn der Alnatura Brotaufstrich Rote Beete Meerrettich sich leert?  Hit the pan!
Was denkt sich Apfelkern, sobald sie sämtliches Wasser aus der Regentonne zum Gießen verbraucht hat? Hit the pan!
Und falls der Laptopakku leer wird? Hit the pan!

Ich glaube, bezüglich dieser Formulierung bin ich nicht mehr ganz knusper - ich könnte sie einfach ständig verwenden. Leider versteht mich in meinem beautybloggerarmen Umkreis nur keiner, wenn ich beim Anblick meiner leeren Tintenpatrone freudig "Hit the pan!" rufe.

Sagt ruhig, dass es euch mit irgendwelchen Ausdrücken ähnlich ergeht, damit ich mich nicht so völlig von der Pfanne geklopft fühle.

Hit the pan!

Apfelkern

Sonntag, 18. September 2011

Meine MAC Produkte

Mit Stolz schreibt die Bloggerin über die Produkte, die mit dem Schriftzug MAC bedruckt sind und von ihr gehortet werden.
Klassische Aussage: Meinen Lippie MAC Cindy liiiiebe ich über alles! Ich bin so froh, dass ich ihn noch ergattert habe. Hab schon voll Angst, dass er leer wird, weil ich hab kein Back Up.

Und in den Kommentaren gibt es anschließend immer reichlich Anerkennung dafür, dass man einen Haufen Geld für 8g in Form gepresste Maisstärke mit Farbpigmenten ausgegeben hat. Das möchte ich natürlich auch.

Zuerst möchte ich euch mein ältestes MAC Produkt aus einer Uralt-LE (sprich: Längeneinheit) vorstellen. Zwölf Jährchen hat es schon auf dem Buckel, aber überlagert ist es noch nicht. Lediglich ein paar Macken sind im Laufe der Zeit entstanden.

Hier einmal die geschlossene Palette:


Mir gefällt besonders die hochwertige Verarbeitung und das niedliche Äpfelchen.
Sicher wollt ihr auch sehen, was in der Palette drin ist.


Nun ja, es handelt sich um die klassischen MAC Lidschattenfarben Club, Satin Taupe, Phloof! sowie Woodwinked. Damals war die Auswahl einfach noch beschränkter.

 Daher aber ich etwas später zwei blaue Schätzchen von MAC gekauft und trage sie regelmäßig.

Und wieder kann ich nur von der hochwertigen Verarbeitung schwärmen und den Preis dieses High End Produktes daher verkraften.


MAC bietet natürlich nicht nur Dekoratives, sondern auch Pflegeprodukte und in diese Kategorie fällt folgendes Schätzchen:



 In diesem Fall bin nicht ich zum MAC Counter meines Vertrauens gestiefelt, sondern mein Vater. Ich weiß, dass ihr nun erstaunt seid. Aber ich hätte es ihm auch nie zugetraut. Es war wieder der gute Ruf der Marke. Und es ist tatsächlich so wischfest, wie der Name Pro Longwear verspricht.

Zuletzt kommt meine neueste MAC Palette. Die alte erbrachte einfach nicht mehr die gewünschte Leistung und wird daher ab sofort von meinem neuen kleinen Liebling unterstützt:


Sie ist so wunderbar. ♥
Ich verwende sie fast täglich, doch noch bin ich etwas zögerlich, da ich sie keines Falls beschädigen möchte.

Noch einmal von hinten. Ich könnte die Palette den ganzen Tag anstarren.

 Und weil man natürlich die Fingerabdrücke auf der schwarzen Oberfläche sieht, poliere ich das gute Stück regelmäßig.

Hoffentlich gefallen euch meine MAC Produkte. Sie stammen bis auf die Uralt-Palette alle aus dem Standardsortiment und sollten noch erhältlich sein.

Schon komisch, dass man uns alles, worauf MAC steht, so teuer verkaufen kann. Da wittere ich doch eine Verschwörung.

Welche MAC Produkte habt ihr?
Seid ihr zufrieden damit?



XOXO (was auch immer das heißt, aber das schreiben ja alle, die hip sind)

Apfelkern

Freitag, 16. September 2011

Sind denn hier alle schief gewickelt?

Auf meinem Nachttisch liegt keine Vogue. Auch die Freundin, Petra, Brigritte und wie die Damen sonst noch heißen finden keine Unterkunft bei mir.
In Wartezimmern, Flugzeugen oder wo auch immer man sie kostenlos lesen kann, greife ich aber gern zu ihnen, um mich über aktuelle Trends zu informieren. Allerdings nicht, um mich dann entsprechend der saisonalen Mode zu kleiden, sondern um mich über auffällig wenig attraktive Trends aufzuregen. Und in dieser Kategorie bin ich wieder fündig geworden.

Es geht um die asymmetrischen Haarschnitte. Die Prominenz hat es vorgemacht und sich mit schiefem Schnitt aus dem Haus gewagt. Und weil es bei Rihanna und Victoria Beckham soooooo toll aussah, möchte Otto Normalverbraucher das nun auch.Und genau deshalb muss ich mir nun fast täglich Frauen mit dieser Kombination von Haar und Ohrschmuck ansehen:

Zuerst: Ich musste es leider leicht blaustichig stellen, denn sonst wäre das Rouge verschwunden. Das konnte ich natürlich nicht zulassen - ich finde Rouge nämlich echt knorke. Seit ich die Instant-Wangenröte benutze, werde ich nicht mehr täglich wegen meiner Gesichtsfarbe -0001 Kalkwand gefragt, ob ich krank bin.
Auf lange Sicht knabbert es auch sehr an der Selbstsicherheit sich routiniert mit "Nein, ich bin so ! " verteidigen zu müssen.

Zurück zum Thema.
Nein, harmonisch wirkt es nicht und da hilft es auch nicht, wenn man die asymmetrischen Ohrringe komplementär zur Frisur anbringt. Es wirkt einfach immer als wäre dem Friseur die Schere ausgerutscht und er hätte die Haarpracht nicht mehr einheitlich geschnippelt bekommen, ohne daraus eine Kurzhaarfrisur zu machen. Und da die meisten nur den Mut aufbringen, sich auf der halben Kopffläche vom langen Haar zu verabschieden, bleibt es asymmetrisch. Entweder oder solange ihr nicht wollt, dass es wie gewollt und nicht getraut aussieht.

Dieses Anti-Paar Ohrringe (man nennt so etwas heutzutage auch  Patchwork), das natürlich schrecklich individuell ist, lässt mich immer traurig an meine Single Ohrringe denken, deren Partner verloren gegangen sind. Natürlich ist das eine Möglichkeit, sie wieder aus der Schublade zu holen - es sieht nur leider völlig, nun  ja, schief aus.
Sich daran erinnernd, dass symmetrische Gesichter als am schönsten empfunden werden, weiß ich nun nicht, ob diese Trends wirklich optimal für die Frau sind.
Ausnahmen wären natürlich Gesichter, die von Natur aus schief sind. Da kann man ja ganz wunderbar den Schwerpunkt mit einem Schlag Asymmetrie verlagern. Und es so noch schiefer wirken lassen.

Gegen Off-Shoulder Shirts wird hier übrigens nicht gestänkert, denn die gefallen mir sehr. Obwohl sie asymmetrisch sind. Vielleicht sollte ich meine Meinung darüber noch einmal revidieren.
Aber irgendwie sind sie so verspielt-lässig und doch reizend, dass mir kein Kontrapunkt einfällt. Oh doch - man friert an der freigelegten Schulter sicher ganz hervorragend.,

Letzter Lästerpunkt wären die extralangen Ketten mit den wilden Anhängern. Ist ja toll, dass man alles an einer Kette befestigen kann. Aber muss es denn nun wirklich ein Stuhl sein?
Doch wenn es pseudo-hippie-spacig-einzigartig wirken soll, dann kann in der Massenproduktion gern auch mal das Möbel an die Kette gelegt werden.
Also denkt daran: wenn ihr hip sein wollte, hängt euch eine Gießkanne oder gern auch eine Torte um. Tropfen und kleckern geht ihr aber bitte woanders.

Apfelkern

Mittwoch, 14. September 2011

Maschentaschen

Es ist immer wieder das gleiche zu Geburtstagen von Freunden - man hat selten eine Idee, was man verschenken möchte. Zu viel darf es nicht sein und zu wenig auch nicht. Am besten etwas persönliches. Und konkrete Wünsche geben ja auch nur noch die wenigsten ab, denn Mensch möchte überrascht werden.
Äääähhhmm. Keine Idee hatte ich auch zum aktuellen Geburtstagsfest. Bis auf ein paar Haarspangen
hatte ich noch nichts.

Und da ich gerne während des Fernsehens oder eher Videoansehens am PC gern etwas "nützliches" mache, begann ich einfach ein wenig zu stricken. Schließlich war mir klar, dass aus dem entstandenem Stück dunkelblauen Stoffes eine Tasche werden musste.
Von Oma habe ich mir ein wenig Stoff besorgt. Geplant war eigentlich ein nichtssagend geblümter Stoff in einer dezenten Farbe und geworden ist es oranger, glänzender Tischdeckenstoff mit eingewebtem Rosenmuster.

Diesen habe ich an den blauen genäht, die nun doppelte Stofflage gefaltet und in dieser Position befestigt. Anschließend habe ich noch Träger mit gefühlt zehn Metern Sternzwirn sehr fest angenäht, in der Hoffnung, dass sie nicht reißen werden. Aber da die Tasche relativ klein ist, müsste die Beschenkte schon Feldsteine transportieren, um mit möglichst großem Gewicht in kleinem Volumen die Tasche von ihren Trägern zu trennen.
Obwohl, ich traue ihr das zu...

Abschließend fügte ich noch eine Schlaufe und einen Knopf hinzu, damit das Täschlein auch verschlossen werden kann. Nun seid ihr neugierig und wollt es sehen? Okay. Aber bitte sehr keine Beschwerden über die Bilder, denn die wurden zwei Minuten bevor ich eilig das Haus verließ, um zu Bahn zu hetzen aufgenommen. Nein, ich habe kein Problem mit meiner Zeitplanung. Maximal ein kleines.



  


 


Ich hoffe, dass sie viel Freude damit hat und ihr scheint das Präsent tatsächlich zu gefallen. Es ist schön, individuelle Geschenke zu machen und es ist noch schöner, wenn sie auch gewürdigt werden. So freute es mich sehr, dass sie sich die von mir dazu geschenkten Haarspangen gleich ansteckte. Allerdings sah es mit allen gleichzeitig doch ein wenig nach Pfingstochse aus.

Muss ich mir jetzt Sorgen machen, weil sie sich die Tasche nicht sofort begeistert über den Kopf gestülpt hat oder hatte sie nur Angst, die Haarpracht (soll heißen die Spangen) zu ruinieren?

Apfelkern