Montag, 24. März 2014

Nur ein Alter haben kann ja jeder

Manchmal liest man etwas, wird stutzig wegen einer Kleinigkeit und liest noch einmal. Da ist den Journalisten der Berliner Zeitung gleich zwei mal ein witziger Fehler unterlaufen, der auf unauffällige Weise auffällig ist. Wahrscheinlich wäre es ein lustigeres Suchspiel für euch gewesen, wenn ich besagte Fehler nicht gleich umkringelt hätte aber nun ja. Da war mein guter Wille, euch die Suche zu erleichtern einfach zu groß.


Nachdem ich den Artikel über großartige Emma Watson entdeckte, kam gleich am Tag darauf der nächste mit einem Fehler gleicher Art gespickte Artikel. Ob es eine Art Suchspiel der Zeitung war?

Wer genau Lorde ist, kann ich nicht sagen. Die Tochter von Madonna ist es jedenfalls nicht, denn die heißt Lourdes.
Mein Freund meinte nach einem kurzen Blick übrigens, dass die gute Lorde aussähe als wäre sie 50 - wegen der Haare und des Make-ups. Da haben die von der Zeitung wirklich netter geschätzt, was ihr Alter angeht auch wenn sie sich nicht auf eine Zahl einigen konnten.


So genau weiß man ja meistens nicht, wie alt die Stars jetzt sind und selbst wenn mir von den Klatschzeitungen eine falsche Zahl vorgesetzt würde, bliebe es wahrscheinlich von mir unbemerkt insofern es nicht völlig absurde Werte sind. Aber zwei verschiedene Altersangaben in einem Text zu machen, ist schon ein bisschen blöd aber dennoch sehr unterhaltsam.

Das kommt davon, wenn Frauen ihr wahres Alter nicht verraten können und immer falsche Angaben machen. Oder davon, dass jemand bei der Zeitung überarbeitet ist und zu wenig Kaffee bekommt.

Apfelkern

Montag, 17. März 2014

Liegen lernen

Ich habe Semesterferien und zum ersten Mal seit Beginn meines Studiums vor immerhin schon drei Semestern kein Pflegepraktikum aka 40 Stunden Woche mit Schichtdienst in den Ferien. Seit nicht ganz einer Woche habe ich auch meine Benachrichtigung, dass ich sämtliche Prüfungen des dritten Semesters bestanden habe und ergo nicht für den zweiten Prüfungstermin lernen muss. Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, alle Viere von sich zu strecken und die Auszeit zu genießen, die so schnell auch nicht wiederkommen wird.

Trotz des Wissens, dass ich noch knapp einen Monat absolut frei habe, kann ich nicht einfach mal einen Tag entspannt im Bett verbringen. Frühaufsteher bin ich eh und so fällt die Sache mit den halben Tag verschlafen sowieso aus.
Wenn ich am Ende des Tages darüber nachdenke, was ich an dem Tag geschafft habe und nichts nennen kann, ärgert mich das sehr. Etwas schaffen, bedeutet, etwas produktives getan zu haben. Aufgeräumt, Sport gemacht, Freunde getroffen, einen Blogpost geschrieben, etwas besichtigt und erlebt, etwas neues gelernt zu haben - das bedeutet für mich, den Tag nicht verschwendet zu haben. Habe ich bloß einen Film gesehen, Blogs gelesen und herum gegammelt, macht mich das ungemein unzufrieden. Ist es aber nicht genau das, was man in den Ferien machen sollte?

Einfach mal morgens liegen bleiben und den ganzen Tag gar nichts tun - ich kann es einfach nicht! Um ganz ehrlich zu sein, will ich es vielleicht aber auch gar nicht. Ich habe Freude daran, etwas zu schaffen und produktiv zu sein. Es erfüllt mich mit sehr viel mehr Zufriedenheit als die Zeit zu "verschwenden".
Auch im Urlaub auf Reisen mag ich es lieber, mir Sehenswürdigkeiten anzusehen, aktiv zu sein und schöne Momente mit meinen Mitreisenden zu erleben als nur den ganzen Tag am Strand zu liegen. Nicht dass ihr denkt, ich würde keinen Strandurlaub mögen - ich möchte bloß nicht den ganzen Tag nur stupide am Strand liegen, sondern schnorcheln, lesen, kommunizieren, lachen, den Strand erkunden und etwas erleben.

Es gibt Menschen, die einen absoluten Gammeltag brauchen, um Kraft zu schöpfen. Ich bin einfach der Typ Mensch, der seine Kraft daraus zieht, Dinge zu tun, die ihm Freude bereiten und sich dann daran zu erfreuen, was er geschafft hat.
Prag besucht, regelmäßig für den Halbmarathon trainieren, sich zu nötigem Kleidungskauf aufgerafft, Freunde getroffen, die Leipziger Buchmesse besucht, Bücher gelesen wie nichts, weil ich genau weiß, dass ich bald wieder ein Semester lang nicht dazu komme - rückblickend bin ich mit den bisherigen freien Tagen genau wegen solcher Aktivitäten sehr zufrieden.

Ach ja, Bücher…
Früher - das meint zu Schulzeiten - habe ich wirklich viele Bücher in kurzer Zeit verschlungen. Heute habe ich wenn ich denn mal die Zeit dazu habe, dabei eine Art schlechtes Gewissen, wenn ich den Großteil des Tages nichts anderes tue als zu lesen. Schließlich ist die freie Zeit insgesamt weniger geworden und will daher besser genutzt werden. Und sie zu großen Teilen allein mit Büchern zu verbringen ist vielleicht nicht die beste Nutzungsmöglichkeit - schließlich gibt es noch so unendlich viele Dinge, die ich auch gern tun würde.

Wahrscheinlich muss ich ein wenig von meinem Nützlichkeitswahn absehen - manchmal muss man sich einfach eine Auszeit gönnen und darf dann auch mal den halben Tag lang nur lesen. Gleichzeitig bin ich aber auch froh über meinen Drang, etwas zu tun, denn der bewahrt mich davor, zu bereuen, dass ich meine Zeit nur verschwendet habe und hilft mir, Dinge erledigt zu kommen.

Wie geht es euch - könnt ihr euch einfach einen Tag nur entspannen ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen oder geht es euch wie mir, dass ihr noch lernen müsst, einmal ruhig zu liegen ohne gleich die nächste Aktion zu planen? Entspannung ist anscheinend nicht jedem in die Wiege gelegt aber was für den einen Entspannung ist, muss es noch lange nicht für einen anderen sein.

Apfelkern

P.S.: Die ToDo Liste für Morgen steht.

Sonntag, 9. März 2014

Prag - Empfehlung für eine Städtereise

Jetzt bin ich schon seit über eine Woche zurück aus Prag und habe noch immer nicht darüber geschrieben. Einerseits möchte ich unglaublich gern meine Erfahrungen und Erinnerungen mit euch teilen und andererseits ist es auch nicht wirklich einfach, das umzusetzen. Passende Bilder finden, Gedanken ordnen und bloß nicht zu viel unverständlich-schwärmerisches Zeug brabbeln.


Um es kurz zu machen: Die vier Tage in Prag waren großartig! Die Stadt ist absolut sehenswert und hat eine eigene tolle Atmosphäre und obendrein war der ganze Spaß nicht übermäßig teuer.

Meine fünf liebsten Erlebnisse des Urlaubs fasse ich zu meiner Prag Top 5 zusammen. Entweder nutzt ihr das als Tipp, was ihr besuchen könnt, wenn ihr mal in Prag seid oder als Information um zu wissen, weshalb ihr euch besonders ärgern müsst, noch nicht in Prag gewesen zu sein.

Tipp vorneweg: man erreicht in der Stadt alles gut zu Fuß und mit einer Karte kommt man selbst mit mäßig gutem Orientierungssinn überall hin. Wir hatten ein drei Tage gültiges Ticket für 310 Kronen, sodass wir sowohl die drei U-Bahn Linien als auch die Straßenbahnen nutzen konnten ohne jedes Mal ein Ticket lösen zu müssen. Das ist besonders praktisch, da man zum Beispiel in den Straßenbahnen gar nicht die Möglichkeit hat, dort ein Ticket zu kaufen.

Die Rolltreppen zu den U-Bahnen sind im Vergleich zu unseren luschigen deutschen Rolltreppen unglaublich steil. Nervenkitzel auf den Rolltreppen des Todes garantiert.


1 Karlsbrücke
Wahrscheinlich ist die Karlsbrücke DER Touristenhotspot überhaupt in Prag. Auch wenn Orte, die so berühmt sind wie diese 520m lange Brücke, letztendlich in der Realität oft enttäuschend sind, ist es in diesem Fall nicht so.
Die Karlsbrücke ist voller Leben: ein bunter Trubel aus Touristen und Straßenhändlern. Nicht umsonst gibt es die Redensart, dass es so turbulent zugehe wie auf der Prager Brücke. Wenn ihr mal schnell auf die andere Seite der Moldau wollt, ist sie absolut die falsche Wahl aber der Ausblick von der Karlsbrücke über die Moldau auf die anderen Brücken und die Burg ist einfach grandios. Bei Nacht solltet ihr euch noch einmal auf die Brücke wagen, da sie durch die Beleuchtung noch einmal an Schönheit gewinnt.
Auch architektonisch ist es ein beeindruckendes Bauwerk. Die heutige Karlsbrücke ist der Nachfolger einer Holzbrücke, die etwa 200 Jahre an dieser Stelle gestanden hatte, bis sie zusammen brach. Karl IV. ließ anschließend eine besonders stabile Brücke errichten, an der über 100 Jahre gebaut wurde. Bis zum ersten Weltkrieg fuhr sogar eine Straßenbahnlinie über die Karlsbrücke und den Menschenmassen hält sie noch heute statt.

Gut zu erreichen ist sie von der U-Bahn Station Staroměstská aus




2 Jüdisches Viertel
Ein Tipp, den ich gern bekommen hätte, bevor ich an einem Samstag versucht habe, das jüdische Viertel zu besichtigen, wäre, dass jeden Samstag der heilige Ruhetag der Juden namens Sabbat ist. So standen wir vor dem verschlossenen Jüdischen Friedhof, vor geschlossenen Museen und vollen Synagogen, in die man aber als Tourist nicht herein kam.
Also wurde am Sonntag ein weiterer Anlauf unternommen, das Jüdische Viertel zu besuchen und dieser war auch erfolgreich. Es gibt Kombitickets für diverse Synagogen, eine Zeremonienhalle, den Jüdischen Friedhof und andere Sehenswürdigkeiten. Wenn man dieses Ticket nicht gerade am berühmten Jüdischen Friedhof kauft, muss man dafür auch nicht lange Schlange stehen. Für unser Kombiticket, das uns zum kleinen Rundgang berechtigt, der die Maiselsynagoge, die Pinkassynagoge, den Jüdischen Friedhof, die Zeremoniehalle, die Spanische Synagoge und die Kalusensynagoge beinhaltet, zahlten wir als Studenten je 200 Kronen also etwa 7,30€.
Mir hat gefallen, dass man viel über den Alltag und die Kultur der Juden Prags gelernt hat. Der Friedhof war einfach beeindruckend mit den verwitterten, windschiefen Grabsteinen, die sich dicht an dicht drängten.
Nahe des Jüdischen Friedhofs gibt es kleine Stände, an denen Schmuck, Karten oder auch böhmisches Bleikristallglas verkauft werden. Die Verkäufer ließen auch mit sich verhandeln und so lässt sich dort ein günstiges Andenken erstehen.

Die Häuser selbst unterschieden sich in dem Viertel kaum vom restlichen Prag, was aber auch daran liegen kann, dass Ende des 19. Jahrhunderts ein Großteil der ursprünglichen Ghettoarchitektur durch Mietshäuser ersetzt wurde.
Genau  wie die Karlsbrücke, kann man das Jüdische Viertel von der U-Bahn Station Staroměstská aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichen.



3 Altstädter Ring
An diesem belebten Platz gibt es nicht nur Stände mit dem süßen Hefegebäck namens Trdelník (ruhig probieren - es schmeckt wirklich gut obwohl es laut Reiseführer nicht wirklich ein traditionelles tschechisches Gebäck ist), das in Prag gefühlt an jeder Ecke verkauft wird, sondern eine Vielzahl alter und sehenswerter Gebäude. Da wäre zum Beispiel das Altstädter Rathaus mit der Astronomischen Uhr. Zu jeder vollen Stunden öffnen sich kleine Türchen, durch die man Apostelfiguren heraus schauen sehen kann. Nicht erst kurz vor der vollen Stunde zu kommen sichert Plätze, von denen aus man auch wirklich einen guten Blick auf die Uhr hat.

Der ganze Altstädter Ring ist bunt und reich an schönen Fassaden. In der Mitte des Platzes steht unübersehbar ein Denkmal zu Ehren des 1422 hier hingerichteten Anführers der Hussiten Jan Hus.
Ein Platz, der zum Verweilen, Beobachten und zum Genießen der Atmosphäre einlädt.
Das Altstädter Rathaus wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und zur Erinnerung wurde eine Seite nicht komplett restauriert. Sieht ein wenig merkwürdig aus, wie die verschiedenen zwei Hälften des Gebäudes zusammengefügt sind.


Man erreicht ihn sowohl von der U-Bahn Station Staroměstská als auch der Station Náměstí republiky aus zu Fuß in wenigen Minuten.



Das Altstädter Rathaus


Die Astronomische Uhr
4 Prager Burg
Die Burg thront majestätisch über der Stadt und dieser Anblick ist besonders von der Karlsbrücke aus beeindruckend anzusehen. Sie liegt anders als der Großteil der Stadt auf der östlichen Seite der Moldau und bildet einen Teil der sogenannten Kleinseite Prags.
Zu jeder vollen Stunde gibt es Wachwechsel an den Toren zur Burg, die durchaus sehenswert sind.
Die Prager Burg ist übrigens nicht eine Burg im klassischen Sinne, sondern eher eine Ansammlung von verschiedenen Gebäuden. So gehören die hohen Türme beispielsweise zum St. Veits Dom, dessen Besichtigung auch möglich ist aber als noch viel schöner empfand ich die von außen sichtbare Architektur.

Hier gibt es wieder ein Kombiticket. Für ein Ticket der kleinen Runde, haben wir je 125 Kronen also etwa 4,57 Euro bezahlt.
Auch wenn der Veits Dom und die St. Georgs Basilika durchaus ihren Reiz haben, ist das Innere der "Burg" selbst ein wenig enttäuschend gewesen. Allerdings liegt auch das Goldene Gässchen auf dem Gelände der Burg, welches absolut sehenswert ist. Ein Klassiker unter den Sehenswürdigkeiten.
Das Goldene Gässchen besteht aus im 16. Jahrhundert an die Burgmauer gebauten Häuschen, in denen die Handwerker und Wachen der Burg Unterkunft fanden.

Einige der Häuser sind so eingerichtet, wie sie es entsprechend dem dort wohnhaften Handwerker wohl damals waren, andere hingegen sind Souvenirläden.
Ganz besonders enttäuscht war ich, dass im Haus Nummer 22, in dem Franz Kafka ein Jahr lang gelebt und geschrieben war, einfach bloß ein langweiliger, durchschnittlicher Touristen Shop war. Da hätte man wirklich mehr aus dem Haus und seiner Historie machen können!

Mein persönlicher Höhepunkt des Besuches der Prager Burg, war die Aussicht, die man von dort aus über die Moldau mit ihren ganzen Brücken und die Dächer der Stadt hatte.

Wenn man wie wir es gemacht haben von der Karlsbrücke aus zur Burg läuft, kann man schon während des Aufstieges die immer besser werdende Aussicht über die Stadt genießen.

Der St. Veits Dom


Das Goldene Gässchen

5 Franz Kafka Museum
Franz Kafka ist einer der berühmtesten Prager Schriftsteller und genau so wird er dort auch vermarktet. Da ist es nur logisch, dass es auch ein entsprechendes Museum gibt. Im Gegensatz zu dem enttäuschenden Kafka Haus im Goldenen Gässchen, wird im Kafka Museum dessen persönlicher und auch literarischer Werdegang gut und vor allem interessant aufgearbeitet dargestellt. Ich persönlich habe nach dem Besuch des kleinen Museums definitiv Lust bekommen, eines seiner Werke zu lesen.

Der Eintritt kostet ermäßigt 120 Kronen. Das Museum findet ihr in der Straße Cihelná 2b, die wie auch die Burg auf der Kleinseite liegt.


Für gute Verpflegung ist immer gesorgt
Eine weitere Empfehlung von mir ist es, einfach einmal gemütlich durch die Stadt zu schlendern, die Fassaden und das Menschengetümmel zu betrachten und dabei vielleicht etwas zu entdecken.
Schön ist ein Spaziergang auf der Insel Kampa, die man von der Brücke "Most Legií"(direkt eine Brücke weiter von der Karlsbrücke) aus erreicht. Das Wetter war überraschend sonnig wenn auch trotzdem kalt. Jedoch schien das die einheimischen Damen nicht davon abzuhalten, in sehr kurzen Röcken und High Heels umher zu laufen während mir schon in Jeans manchmal etwas kühl war. Die Frostbeule in mir war höchst beeindruckt.

Freunde des Bieres kommen hier sicher auch auf ihre Kosten und selbst wenn man kein Bier mag, kann man immer noch tschechisches Gulasch, Kofola - die tschechische Variante von Cola, die im Gegensatz zu dieser mir sogar geschmeckt hat - oder auch Oblaten kosten.
Trdlník!
Beim Thema Oblaten, Waffeln und Co. : Probiert mal die Fidorka Taler, die es zum Beispiel in den Supermärkten gibt. Nachdem Connü mir gezeigt hat, was für furchtbar leckere Dinger das sind, habe ich mir gleich eine Ration davon mitgenommen, die aber inzwischen auch dahin hist. Ich sollte mir definitiv tschechische Freunde suchen, die mich regelmäßig damit beliefern...

FIDORKA! *sabber*
Dieses Posten von so vielen Bildern ist ja mal wirklich anstrengend. Ich glaube, ich eigne mich nicht als ständig Bilder veröffentlichender Blogger.

Dennoch hoffe ich, dass ich euch einen kleinen Eindruck von Prag vermitteln konnte und ein wenig Lust gemacht habe, die Stadt zu besuchen.

Apfelkern

Dienstag, 25. Februar 2014

Frühlingsgefühle

Heute früh bin ich wach geworden und es war richtig hell. Nicht dieses morgendliche Nebelgrau sondern helles Sonnenlicht schien aus dem Fenster entgegen. Da hat man im Gegensatz zu den Wintermonaten mit ihrem kalten Dunkel draußen gleich Lust aufzustehen.

Ich merke, wie viel beschwingter ich bin. Mit dem sonnigeren Wetter habe ich mehr Lust, mich zu bewegen. Irgendwo kommt der Drang auf, mich von altem Zeug zu trennen. Ich habe das gleich genutzt, um ein paar Fächer auszuräumen und Dinge, die ich eh nicht mehr benutze, einfach weg zu werfen. Ein sehr befreiendes Gefühl. Der Frühling kommt und das Alte muss weichen.

Während ich die Sonnenstrahlen und meinen Aktivitätsdrang genieße, blüht ein Strauß von kleinen Zweigen, die eigentlich bloß Deko eines Tulpenstraußes waren, in seiner Vase vor ich hin und bringt die frische Frühlingsstimmung zu mir ins Zimmer. Allein diese kleinen blühenden Zweige, die ich eher zufällig vor dem Kompost bewahrt habe als die welken Tulpen entsorgt wurden, machen mich auf gewisse Weise glücklich. Sie sind so wunderbar minimalistisch und zart und stehen irgendwie auch dafür, wie der Frühling langsam über den Winter siegt.

Ich möchte meine Freunde treffen, mich bewegen, was erleben, reisen. Im Moment fühle ich mich sehr frei und glücklich. Der Prüfungsstress ist vergessen und ich denke nicht mehr mit einem Seufzen angesichts des Berges zu lernenden Wissens an mein Studium, sondern kann wieder uneingeschränkt fasziniert sein vom Wunderwerk des menschlichen Körpers. Und vor allem kommt langsam auch wieder die Vorfreude aufs nächste Semester trotz aller dazu gehörenden Prüfungen.

Aktuell höre ich das Album "The First Days Of Spring" von Noah And The Whale gefühlt in Dauerschleife. Es ist mein persönliches Frühlingsalbum mit seiner zarten Melancholie, die zwar so überhaupt nicht meine gegenwärtige Stimmung widerspiegelt aber mich an die anderen glücklichen Frühlinge erinnert, in denen ich es gehört habe. Es erinnert mich an meine Schulzeit, wie ich zum ersten Mal auf Karos Blog über das Album gelesen und es mir aus der Bibliothek geliehen habe.
Das Album habe ich sofort in mein Herz geschlossen und hole es jedes Frühjahr aufs Neue heraus. Und auch, wenn mal alles doof ist oder der Liebeskummer einen überfällt, tut die Musik dieses Werkes so unglaublich gut.

Zum ersten mal in diesem Jahr habe ich meine Inlineskater wieder ausgepackt und bin einige Kilometer gefahren. Auch wenn es noch kalt war und meine Ohren ordentlich frieren mussten, habe ich es sehr genossen. Wahrscheinlich sollte ich mir nächstes Mal ein Stirnband aufsetzen. Auf Rollen bin ich eben doch locker 10km/h schneller als joggend und dementsprechend kühlt der Fahrtwind mehr.
Auf dem Weg zur Skater-Strecke bin ich an meiner Grundschule vorbei gekommen und habe mich erst einmal richtig alt gefühlt. Gott - wie ewig ist es her, dass ich in der Grundschule war!
Nach dem ersten Schock, wurde mir aber bewusst, dass das einfach der Lauf des Lebens ist, dass ich inzwischen mich deutlich weiter entwickelt habe und einiges geschafft habe und es nicht wirklich etwas gibt, dem ich nachtrauern muss. Sowohl damals als auch heute bin ich glücklich.

In ein paar Tagen geht es auf nach Prag, ich bin schon sehr gespannt, was ich alles erleben werde. Ich genieße die Frühlingszeit sehr und schöpfe Kraft für das kommende Semester und all die Anforderungen, die das Leben sonst noch bereit hält.
Als ich versucht habe, meine frühlingshaften blühenden Zweige für euch zu fotografieren, habe ich festgestellt, dass ich kein Bild machen kann, dass auch wirklich das wiedergibt, was ich darstellen möchte. Jeder muss den Frühling selbst erleben. Und deshalb - geht mal raus und erfreut euch an der wunderschönen Jahreszeit.

Apfelkern

Freitag, 21. Februar 2014

Das Gegenteil von Beziehung ist nicht Einsamkeit

Erinnert ihr euch noch an den Freitag vor genau einer Woche? Die Twitter-Timeline war voll von Paaren, die einander ihre Liebe beteuerten, die perfekte Beziehung priesen. Auf der anderen Seite gab es die Singles, die murrten, dass dieser Tag eh bloß Konsumscheiße wäre, die keiner braucht und sich entweder darüber ausließen, wie blöd das Dasein als Single ist oder dass sie so einen Kram wie Beziehungen gar nicht bräuchten.

Es gab einige unter den Singles, die so sehr jammerten, dass es wirkte, als könne man ohne Partner nur einsam und unglücklich sein. Allerdings sehe ich das ganz und gar nicht so, dass alle Singles zwangsweise einsam unglücklich sein müssen.

Zuerst einmal sollte man sich bewusst werden, dass es einen großen Unterschied zwischen den Adjektiven einsam und allein gibt.
Allein heißt bloß, dass sich gerade niemand in der Nähe befindet, zu dem man engen Kontakt hat. Trotzdem kann man viele Freunde haben, die in dem betrachteten Moment einfach nicht anwesend sind beziehungsweise nicht mit einem über andere Wege interagieren. Ab und zu allein zu sein empfinde ich sogar als angenehm um mich ein wenig zu sammeln und mich mir selbst zu widmen.
Allein ist ein temporärer Zustand, der beendet ist sobald die vorhandenen Freunde durch die Tür herein kommen.

Einsam dagegen heißt, dass nicht nur niemand in diesem Moment für einen da ist, sondern dass es wirklich niemanden gibt, der es in einem anderen Moment tun würde. Kein Partner, keine Freunde, keine Bekannten, keine Geschwister und keine Familie, denen man sich anvertrauen und denen gegenüber man ganz so sein könnte, wie man ist - das bedeutet einsam zu sein. Und das ist meiner Meinung nach kein Status, der wirklich häufig ist und vor allem nichts, das man als Single zwangsläufig erlebt.
Im Gegenteil: es gibt viele zufriedene Singles, die ihre Zeit mit ihren Freunden verbringen, es sich selbst gemütlich machen und einfach genießen, unabhängig ihre Zeit einteilen und wenn sie Lust haben auch mal einen Flirt zu erwidern.

Wenn ich so an meine Zeit als Single während der kompletten Schulzeit denke: klar hätte ich manchmal gern einen Partner gehabt, mit dem man lachen und kuscheln kann. Um euch jetzt aber mal so richtig zu schockieren: ich war absolut glücklich als Single und der Valentinstag war mir Schnuppe. Nachdem ich gesehen hatte, was einige Mitschüler an Stress wegen Trennungen, Seitensprüngen, nicht erwiderter Verliebtheit und ähnlichem hatten, kann ich nur sagen, dass ich ein unglaublich entspanntes Leben hatte und eine Beziehung nicht wirklich vermisst habe. Und mich aus Verzweiflung irgendwem an den Hals zu werfen, nur um für die Statistik einen Freund zu haben, fand ich schon immer albern.

Die erste Beziehung kam dann eher ungeplant und das finde ich um ehrlich zu sein auch besser. Wenn jemand ganz verkrampft sucht, sich bei jedem Kellner, der zwei mal nett zu ihm war gleich einredet, dass da war draus werden könnte und wenn er nicht gerade dabei ist, die Jammerqualle zu geben und sich darüber auszuweinen, wie schlimm es als Single ist, alles anflirtet, was nicht den Partner an der Hand hat oder bei drei auf dem Baum ist, kann das auch nichts werden. Ein wenig wirkt so ein Verhalten, als würde derjenige geradezu nach einer Beziehung suchen als wäre es die letzte Chance, noch einmal jemanden abzubekommen und glücklich zu werden. Und ich glaube auch, dass so ein Verhalten viele potentielle Partner abschreckt.
Auch wenn die ganzen Partnervermittlungsportale etwas anderes behaupten: ich glaube, dass der Großteil der Beziehungen aus Zufällen entstehen und nicht aus Planung.

Es gibt noch etwas, das mir immer wieder auffällt. Viele der unglücklichen Singles sehnen sich so sehr danach, eine Beziehung zu haben, weil sie denken, dass sobald man einen Partner hat - zack! - alles perfekt ist. Wer mit sich selbst grundlegend unzufrieden ist und sich selbst als Person weder schätzt noch mag, kann meiner Meinung nach auch mit einer Beziehung nicht glücklich sein, solange er nicht mit sich selbst in zumindest grundlegender Harmonie ist.
Es ist zwar so ein alter Hut, doch trotzdem kann ich nicht anders als dem Spruch zuzustimmen: Wer sich selbst nicht liebt, kann auch anderen keine Liebe geben.

Ach und: sich einzureden, mit einer Beziehung wäre Upgrade von Langeweile, Unzufriedenheit und Selbstunsicherheit als Single zu Selbstbewusstsein und Zufriedenheit als vergebene Person sofort geschehen, ist auch Selbsttäuschung. Man kann sich zwar verändern, bleibt aber im Grunde egal ob in Beziehung oder nicht die gleiche Person. Das ist vielen bewusst und daher vermute ich auch, dass so offensichtlich unglückliche Singles es schwerer haben, einen Partner zu finden.

Was will ich euch damit nun sagen? Nehmt nicht jeden Valentinstag als Anlass, um gegen den Tag zu schimpfen und über euer Singledasein zu jammern. Seid gut zu euch selbst, unternehmt was schönes und macht euch keine Sorgen, dass mit euch etwas nicht stimmt, weil ihr in dem Moment vielleicht keinen Partner habt. Euer Zufall lässt einfach noch etwas auf sich warten.
Und bis er eintritt, sich ständig darüber zu ärgern und sich das Leben schwer zu machen hilft ja auch nicht.

Apfelkern

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ich bin nicht weg, ich war nur ein paar Prüfungen schreiben

Ich glaube, ich bin ein ziemlich mieser Blogger. Immer, wenn das reale Leben stressiger wird, ist das Bloggen so ziemlich das erste, was ich zu meiner Entlastung erst mal einstelle. Aber anders betrachtet: das reale Leben auf Eis legen, um Bloggen zu können, wäre erst recht schwachsinnig.
Und jetzt, wo die nervenzehrende Prüfungsphase vorbei ist, kann ich auch das Bloggen wieder aufnehmen.

Ach ja, die Prüfungsphase. So sehr ich das Medizinstudium auch mag und genieße all diese faszinierenden Dinge lernen zu dürfen, so sehr hasse ich diese fiese Prüfungsphase.
Bei mir ist das so organisiert, dass das Semester 16 Wochen lang ist und bis zum letzten Tag dieser Wochen die prüfungsrelevanten Vorlesungen. Seminare, Praktika und Untersuchungskurse stattfinden. Die schriftlichen Prüfungen sowie die mündlich-praktische folgen in der Woche darauf.
In diesem Semester war es besonders übel, da ich fünf Prüfungen - vier schriftliche Multiple Choice Klausuren und eine Anatomieprüfung - am Montag hatte und am Dienstag Morgen gleich meine mündliche Prüfung.

Das hat dafür gesorgt, dass ich schon seit Weihnachten mehr oder weniger am Lernen bin und in den zwei Wochen vor den Prüfungen eigentlich abgesehen von Essen, Schlafen, Uni, den Freund ab und zu sehen und zum Stressausgleich Sport machen, nicht viel anderes getan habe.
Nachdem ich die Vorlesungsunterlagen des Tages noch mal zusammengefasst hatte, ging es direkt ans Lernen. Trotzdem muss man aufpassen, dass man sich selbst nicht völlig verausgabt und sich selbst vernachlässigt in dieser Zeit.
Das war eine Phase, in der ich nur noch Ferien haben wollte. Man kann das Studium einfach nicht mehr genießen, wenn es nahezu den kompletten Tag ausfüllt und das mehrere Wochen lang.

Ich glaube, das schlimmste an den Prüfungen sind eh die Wochen davor. Man stopft Unmengen von Wissen in seinen Kopf, wiederholt den Stoff, damit sich ja nicht heimlich die Informationen wieder aus dem Gedächtnis schleichen und ist in ständiger Sorge, zum Prüfungszeitpunkt nicht genug zu wissen und durchzufallen.
Vor allem gegen Ende hatte ich das Gefühl, reines Bulimie-Lernen zu betreiben: Wissen in den Kopf stopfen, nur um es während der Prüfung vor dem Prüfer wieder heraus zu würgen.

Warum das planerisch von Seiten der Uni so gemacht wird, kann ich mir nicht erklären. Wollen sie die Belastbarkeit der Studenten ausreizen indem sie bis kurz vor ultimo neue prüfungsrelevante Dinge vermitteln? Pädagogisch wertvoll oder mit einem besonderen Lerneffekt behaftet kann es jedenfalls nicht sein.

In so einer Zeit hilft mir vor allem Sport als Ausgleich. Selbst wenn ich völlig fertig und die Konzentrationsfähigkeit nicht mehr vorhanden ist: nach 30 Minuten Pilates geht es mir besser und ich habe nicht mehr das Gefühl, gleich durchdrehen zu müssen.

Durchdrehen… generell wird es schlimmer, je näher die Prüfungen kommen. Ich bin absolut kein Prüfungsmensch, mache mich selbst nervöser, als ich sein müsste, kann am Tag vor der Prüfung nicht mehr schlafen.
Zum Glück bin ich aber niemand, der in der Prüfung selbst vor Panik fast kollabiert. Sobald ich in der Prüfungssituation bin, werde ich ganz ruhig und gefasst. Weil in dem Moment aufgeregt zu sein bringt eh nichts und vor allem, hat man den größten Aufwand an den Prüfungen in dem Moment hinter sich: das Lernen. Wissen, dass man sich angeeignet hat zu notieren ist leichter als es erst einmal zu erwerben. Obwohl, da kann auch noch einiges schief laufen.

Übrigens kann ich mündliche Prüfungen so gar nicht leiden, vor allem, wenn es Gruppenprüfungen sind. Es ist einfach der Gedanke, dass man im Falle eines Versagens sich nicht nur vor sich selbst sondern gleich vor einer Gruppe anderer Menschen blamiert.
Blöd nur, dass in meinem Studium zu eigentlich jedem Semesterabschluss auch eine mündlich - praktische Prüfung gehört.

Die Prüfungsphase des Studiums hat mich bis jetzt immer ziemlich erschöpft aber zufrieden hinsichtlich der Ergebnisse zurück gelassen. Direkt nach dem Ende der letzten Prüfung merke ich, wie meine Herzfrequenz wieder sinkt und ich ruhiger, freier atmen kann.

Und jetzt habe ich auch wieder den Kopf frei, zu bloggen. Ich bewundere Blogger, die in den stressigsten Situationen noch nebenbei ihren Blog am Laufen halten. Für mich funktioniert es einfach nicht, da ich einfach nicht den Nerv habe, mich noch hin zu setzen und mir zu überlegen, was ich schreiben könnte. Und bloggen nur um zu bloggen muss nicht sein.

Wie gut, dass ich jetzt wieder den Kopf frei habe, um etwas mehr Leben in den Blog zu bringen. Und nicht nur das: auch in mein Leben kann ich endlich wieder mehr Leben bringen.

Apfelkern