Manchmal liest man etwas, wird stutzig wegen einer Kleinigkeit und liest noch einmal. Da ist den Journalisten der Berliner Zeitung gleich zwei mal ein witziger Fehler unterlaufen, der auf unauffällige Weise auffällig ist. Wahrscheinlich wäre es ein lustigeres Suchspiel für euch gewesen, wenn ich besagte Fehler nicht gleich umkringelt hätte aber nun ja. Da war mein guter Wille, euch die Suche zu erleichtern einfach zu groß.
Nachdem ich den Artikel über großartige Emma Watson entdeckte, kam gleich am Tag darauf der nächste mit einem Fehler gleicher Art gespickte Artikel. Ob es eine Art Suchspiel der Zeitung war?
Wer genau Lorde ist, kann ich nicht sagen. Die Tochter von Madonna ist es jedenfalls nicht, denn die heißt Lourdes.
Mein Freund meinte nach einem kurzen Blick übrigens, dass die gute Lorde aussähe als wäre sie 50 - wegen der Haare und des Make-ups. Da haben die von der Zeitung wirklich netter geschätzt, was ihr Alter angeht auch wenn sie sich nicht auf eine Zahl einigen konnten.
So genau weiß man ja meistens nicht, wie alt die Stars jetzt sind und selbst wenn mir von den Klatschzeitungen eine falsche Zahl vorgesetzt würde, bliebe es wahrscheinlich von mir unbemerkt insofern es nicht völlig absurde Werte sind. Aber zwei verschiedene Altersangaben in einem Text zu machen, ist schon ein bisschen blöd aber dennoch sehr unterhaltsam.
Das kommt davon, wenn Frauen ihr wahres Alter nicht verraten können und immer falsche Angaben machen. Oder davon, dass jemand bei der Zeitung überarbeitet ist und zu wenig Kaffee bekommt.
Apfelkern
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Montag, 24. März 2014
Nur ein Alter haben kann ja jeder
Freitag, 9. März 2012
Verswerk
Mögt ihr Gedichte?
In der Kürze kann so viel verborgen werden, ein paar Zeilen, in die man ganze Geschichten hinein interpretieren kann. Prächtige Metaphern, kunstvolle Sprache, intensive Beschreibungen sind es, die ich an der Lyrik so schätze.
Allein Gedichte mit zu offensichtlichem Inhalt und zu nüchterner Sprache mag ich weniger. Gern grüble ich über den Inhalt von Gedichten, lese sie wieder und wieder, um die Gedanken des Autors zu erfassen um mich schließlich zu fragen, ob ich nicht einfach zu viel hineininterpretiere.
Nur einen Aspekt kann ich nicht leiden: Gedichte aufsagen zu müssen.
Es ist etwas sehr intimes für mich, ein Gedicht zu rezitieren. Schließlich besteht es aus den innersten Gedanken einer fremden Person und es ist schon sehr freizügig, dass diese ihre Gedanken überhaupt teilt. Da möchte man diese doch nicht laut äußern.
Nun soll ich aber eine Betonung dieser privaten Gedanken festlegen, sie repräsentieren.
Ich denke mir dabei stets, dass ich das Gedicht stark verfälsche. Vielleicht hat sich der Autor etwas ganz anderes beim Schreiben vorgestellt als das, was ich gerade wiedergebe.
Während man ein Gedicht laut spricht oder es sogar auswendig lernt, beschäftigt man sich intensiv mit diesem. Es erschließen sich einem vielleicht ganz neue Inhalte und dessen Sinn verändert sich im Zuge der eigenen Strukturierung der Verse und Strophen.
Dieser Erkenntnisprozess ist wichtig und doch würde man den für sich selbst erkannten Sinn anderen ungewollt aufdrängen, wenn man ihnen das Gedicht in der für sich selbst gefundenen Betonung wiedergibt. Man minimiert den Wert des Gedichtes für den anderen. Jedenfalls höre ich ungern Gedichte, die ich noch nicht ruhig lesen und für mich analysieren konnte.
Allein der Autor kann nach meiner Auffassung dem Werk die "richtige" Betonung geben, andererseits liegt der Reiz der Verse auch gerade in den unterschiedlichen Betonungen.
Wenn man es schließlich wagt, eine konkrete Betonung für die Verse zu bestimmen, sollte es wenigstens freiwillig geschehen, doch der Zwang zum Aufsagen vor der Klasse im Unterricht nimmt meiner Meinung nach den Gedichten ihren Zauber.
Nicht nur das: es ist bloßstellend. So empfand ich es zumindest am Mittwoch.
Seit ich in der achten oder neunten Klasse beim Aufsagen des Handschuhs vor Nervosität eine ganze Strophe ausließ, habe ich mich erfolgreich um das auswendige Präsentieren von Lyrik gedrückt. Weil ich fürchtete, dass mir wieder so ein Fehler unterlaufen würde. Die Abneigung gegen das allgemeine Rezitieren und die schlechte Erfahrung mit selbigen warenjahrelang ein gutes Team.
Es klappte am Mittwoch gut. Zwar war ich ordentlich aufgeregt und verdrehte sogar eine Zeile, korrigierte mich jedoch selbst und das meiner Meinung nach wichtigste; die Betonung; konnte ich so überbringen, wie es geplant war.
Es war dennoch bloßstellend, eine so intime Sache wie ein Gedicht vor dem kompletten Deutschkurs darzubieten. Die Hemmung, es zu tun ist zwar überwunden, doch das öffentliche Rezitieren von Gedichten ist mir noch immer suspekt,
Ich frage mich, ob es den jeweiligen Autoren unangenehm ist, andere so sehr in ihre persönlichsten Gedankenwelt einzuweihen. Sie teilen sie freiwillig und doch ist sicher eine gewisse Aufregung dabei, wie die Leser über das Gedicht und den Autor urteilen.
Selbst meine eigenen Gedichte teile ich aus diesem Grund ungern. Vielleicht will ich nur verhindern, dass man meinem Gefühlsleben zu nah kommt. Warum auch immer.Oder ich möchte nicht, dass jemand mein Werk besser versteht als ich selbst es mache.
Gruß,
Apfelkern
In der Kürze kann so viel verborgen werden, ein paar Zeilen, in die man ganze Geschichten hinein interpretieren kann. Prächtige Metaphern, kunstvolle Sprache, intensive Beschreibungen sind es, die ich an der Lyrik so schätze.
Allein Gedichte mit zu offensichtlichem Inhalt und zu nüchterner Sprache mag ich weniger. Gern grüble ich über den Inhalt von Gedichten, lese sie wieder und wieder, um die Gedanken des Autors zu erfassen um mich schließlich zu fragen, ob ich nicht einfach zu viel hineininterpretiere.
Nur einen Aspekt kann ich nicht leiden: Gedichte aufsagen zu müssen.
Es ist etwas sehr intimes für mich, ein Gedicht zu rezitieren. Schließlich besteht es aus den innersten Gedanken einer fremden Person und es ist schon sehr freizügig, dass diese ihre Gedanken überhaupt teilt. Da möchte man diese doch nicht laut äußern.
Nun soll ich aber eine Betonung dieser privaten Gedanken festlegen, sie repräsentieren.
Ich denke mir dabei stets, dass ich das Gedicht stark verfälsche. Vielleicht hat sich der Autor etwas ganz anderes beim Schreiben vorgestellt als das, was ich gerade wiedergebe.
Während man ein Gedicht laut spricht oder es sogar auswendig lernt, beschäftigt man sich intensiv mit diesem. Es erschließen sich einem vielleicht ganz neue Inhalte und dessen Sinn verändert sich im Zuge der eigenen Strukturierung der Verse und Strophen.
Dieser Erkenntnisprozess ist wichtig und doch würde man den für sich selbst erkannten Sinn anderen ungewollt aufdrängen, wenn man ihnen das Gedicht in der für sich selbst gefundenen Betonung wiedergibt. Man minimiert den Wert des Gedichtes für den anderen. Jedenfalls höre ich ungern Gedichte, die ich noch nicht ruhig lesen und für mich analysieren konnte.
Allein der Autor kann nach meiner Auffassung dem Werk die "richtige" Betonung geben, andererseits liegt der Reiz der Verse auch gerade in den unterschiedlichen Betonungen.
Wenn man es schließlich wagt, eine konkrete Betonung für die Verse zu bestimmen, sollte es wenigstens freiwillig geschehen, doch der Zwang zum Aufsagen vor der Klasse im Unterricht nimmt meiner Meinung nach den Gedichten ihren Zauber.
Nicht nur das: es ist bloßstellend. So empfand ich es zumindest am Mittwoch.
Seit ich in der achten oder neunten Klasse beim Aufsagen des Handschuhs vor Nervosität eine ganze Strophe ausließ, habe ich mich erfolgreich um das auswendige Präsentieren von Lyrik gedrückt. Weil ich fürchtete, dass mir wieder so ein Fehler unterlaufen würde. Die Abneigung gegen das allgemeine Rezitieren und die schlechte Erfahrung mit selbigen warenjahrelang ein gutes Team.
Es klappte am Mittwoch gut. Zwar war ich ordentlich aufgeregt und verdrehte sogar eine Zeile, korrigierte mich jedoch selbst und das meiner Meinung nach wichtigste; die Betonung; konnte ich so überbringen, wie es geplant war.
Es war dennoch bloßstellend, eine so intime Sache wie ein Gedicht vor dem kompletten Deutschkurs darzubieten. Die Hemmung, es zu tun ist zwar überwunden, doch das öffentliche Rezitieren von Gedichten ist mir noch immer suspekt,
Ich frage mich, ob es den jeweiligen Autoren unangenehm ist, andere so sehr in ihre persönlichsten Gedankenwelt einzuweihen. Sie teilen sie freiwillig und doch ist sicher eine gewisse Aufregung dabei, wie die Leser über das Gedicht und den Autor urteilen.
Selbst meine eigenen Gedichte teile ich aus diesem Grund ungern. Vielleicht will ich nur verhindern, dass man meinem Gefühlsleben zu nah kommt. Warum auch immer.Oder ich möchte nicht, dass jemand mein Werk besser versteht als ich selbst es mache.
Gruß,
Apfelkern
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Montag, 5. März 2012
Leseverhalten
Es gibt Bücher, die inhaliert man geradezu. In zwei oder drei Tagen hat man fünfhundert Seiten ausgelesen und wundert sich, dass es so schnell ging. Spannung, die zum Leserausch führt.
Nachdem man so einen Lektürerausch beendet hat, ist man völlig euphorisiert. Meist will ich dann gar kein neues Buch beginnen, sondern noch den Nachhall des Glücksgefühls des letzten Buches genießen.
Also die Freude ist zumindest groß, wenn man so sehr von einem Buch gefesselt wird, allerdings habe ich festgestellt, dass ich besonders wenn ich ein Buch in einem so rasanten Tempo gelesen habe, mich wenig später nur verschwommen daran erinnere.
Heißt das nun, dass man zwar kurzfristig regelrecht berauscht von dieser gierig-rasanten Lektüre ist, im Nachhinein aber wenig davon hat? Erst kauen, dann schlucken?
Ich erinnere mich genau, dass meine Eltern den vierten Band der Harry Potter Romane am Tag seines Erscheinens gekauft hatte. Zu diesem Zeitpunkt verharrte die komplette Familie in Lauerstellung, sich in einem unbeobachteten Moment das Buch zu schnappen. Um Streit zu vermeiden rationierten wir die Lesezeit: jeder bekam täglich eine Stunde lang das Buch.
Ich erinnere mich jetzt noch an die sehnsüchtigen Blicke auf die Uhr, die gezählten Minuten, bis ich erfahren konnte, wie es weiter geht. Es ist eine schöne Erinnerung, doch die Zeit des Wartens war grausam. Ich habe sicher zwei Wochen rationierter Lesezeit zum Beenden des Romans gebraucht, doch so erinnere ich mich noch immer sehr detailliert an die Handlung.
Im Gegensatz dazu hatte ich beim fünften Harry Potter Band unbegrenzten Zugang, ich durfte darin lesen so viel und so lang ich wollte. So verleibte ich mir das Buch in wenigen Tagen ein. Heute erinnere ich mich kaum noch, worum es darin ging.
Sollten wir nun unsere Lesezeit rationieren, um ein Buch bewusster zu genießen? Wenn ich genau weiß, dass ein Buch wunderbar sein wird, scheue ich mich manchmal, es zu beginnen, weil ich weiß, dass ich es gierig und wie gebannt durchlesen werde. Es erscheint mir als Verschwendung, gute Bücher regelrecht zu überfliegen und vor lauter Begeisterung die Hälfte wieder zu vergessen. Es ist ein Verbrechen an guten Werken, Frevel und Lästerung.
Doch wollen die Autoren nicht genau diesen Rausch bei uns Lesern erzielen?
Wahrscheinlich sind solche begeisternden Bücher jene, die man ein zweites Mal lesen sollte. Um ehrlich zu sein, lese ich Bücher sehr selten ein zweites Mal. In den eigenen Büchern blättere ich gern gedankenverloren, deren Geschichte nachhängend, lese sie aber allein aus Zeitgründen fast nie ein zweites Mal. Warum noch einmal die gleichen Worte aufnehmen, wenn ich in der selben Zeit neue Wörter und Gedanken erfassen könnte?
Ich bin wohl eine Leseratte - unersättlich und sich des Werts der Texte kaum bewusst. Mir ist klar, dass ich durch ein bewussteres, langsameres Lesen letztendlich vielleicht einen noch größeren Genuss und Lerneffekt aus meiner Lektüre ziehen könnte, doch sobald der Leserausch mich packt, bemühe ich mich nicht, ihm zu widerstehen.
Mein Trost ist, dass es so unendlich viele großartige Bücher gibt, dass ich sie selbst in Anfällen höchster Lesewut nie alle auch nur einmal in der Hand halten können werde.
Apfelkern
Nachdem man so einen Lektürerausch beendet hat, ist man völlig euphorisiert. Meist will ich dann gar kein neues Buch beginnen, sondern noch den Nachhall des Glücksgefühls des letzten Buches genießen.
Also die Freude ist zumindest groß, wenn man so sehr von einem Buch gefesselt wird, allerdings habe ich festgestellt, dass ich besonders wenn ich ein Buch in einem so rasanten Tempo gelesen habe, mich wenig später nur verschwommen daran erinnere.
Heißt das nun, dass man zwar kurzfristig regelrecht berauscht von dieser gierig-rasanten Lektüre ist, im Nachhinein aber wenig davon hat? Erst kauen, dann schlucken?
Ich erinnere mich genau, dass meine Eltern den vierten Band der Harry Potter Romane am Tag seines Erscheinens gekauft hatte. Zu diesem Zeitpunkt verharrte die komplette Familie in Lauerstellung, sich in einem unbeobachteten Moment das Buch zu schnappen. Um Streit zu vermeiden rationierten wir die Lesezeit: jeder bekam täglich eine Stunde lang das Buch.
Ich erinnere mich jetzt noch an die sehnsüchtigen Blicke auf die Uhr, die gezählten Minuten, bis ich erfahren konnte, wie es weiter geht. Es ist eine schöne Erinnerung, doch die Zeit des Wartens war grausam. Ich habe sicher zwei Wochen rationierter Lesezeit zum Beenden des Romans gebraucht, doch so erinnere ich mich noch immer sehr detailliert an die Handlung.
Im Gegensatz dazu hatte ich beim fünften Harry Potter Band unbegrenzten Zugang, ich durfte darin lesen so viel und so lang ich wollte. So verleibte ich mir das Buch in wenigen Tagen ein. Heute erinnere ich mich kaum noch, worum es darin ging.
Sollten wir nun unsere Lesezeit rationieren, um ein Buch bewusster zu genießen? Wenn ich genau weiß, dass ein Buch wunderbar sein wird, scheue ich mich manchmal, es zu beginnen, weil ich weiß, dass ich es gierig und wie gebannt durchlesen werde. Es erscheint mir als Verschwendung, gute Bücher regelrecht zu überfliegen und vor lauter Begeisterung die Hälfte wieder zu vergessen. Es ist ein Verbrechen an guten Werken, Frevel und Lästerung.
Doch wollen die Autoren nicht genau diesen Rausch bei uns Lesern erzielen?
Wahrscheinlich sind solche begeisternden Bücher jene, die man ein zweites Mal lesen sollte. Um ehrlich zu sein, lese ich Bücher sehr selten ein zweites Mal. In den eigenen Büchern blättere ich gern gedankenverloren, deren Geschichte nachhängend, lese sie aber allein aus Zeitgründen fast nie ein zweites Mal. Warum noch einmal die gleichen Worte aufnehmen, wenn ich in der selben Zeit neue Wörter und Gedanken erfassen könnte?
Ich bin wohl eine Leseratte - unersättlich und sich des Werts der Texte kaum bewusst. Mir ist klar, dass ich durch ein bewussteres, langsameres Lesen letztendlich vielleicht einen noch größeren Genuss und Lerneffekt aus meiner Lektüre ziehen könnte, doch sobald der Leserausch mich packt, bemühe ich mich nicht, ihm zu widerstehen.
Mein Trost ist, dass es so unendlich viele großartige Bücher gibt, dass ich sie selbst in Anfällen höchster Lesewut nie alle auch nur einmal in der Hand halten können werde.
Apfelkern
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Sonntag, 29. Januar 2012
Bauern und Fackeln
Einst sprach Annika zu mir:
"ich hab dracula schon vor einigen jahren gelesen und fands toll! würd mich freuen, eine kritik von dir zu lesen"
Und so dachte ich mir: warum nicht? Die Bloggerszene rezensiert, kritisiert und reviewt von ihrer Zahnpasta über Alben, Filme, Hundenahrung, Restaurants, Geschirrspültabs und Lippenstifte alles, was in ihr Blickfeld kommt und so kann auch ich mich diesem Trend nicht verschließen.
Dracula ist einer der bekanntesten Romane. Der Titel allein genügt, um gewisse Assoziationen auszulösen: Transsylvanien, ein altes Schloss, der Vampir Graf Dracula, Knoblauch, Bauern mit Fackeln und natürlich eine Menge Blut. Mit diesem Bild im Hinterkopf machte ich mich an die Lektüre und war zuerst wenig neugierig auf die Handlung. Denn schließlich wird man aktuell so sehr mit Vampirgeschichten überschwemmt, dass man die bekannteste davon zu kennen glaubt. Aber ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, worum genau es in dem Buch, dessen Titel alle kennen, eigentlich geht. Öhm, der Graf liegt tagsüber in einem Sarg in seinem transylvanischen Schloss und knabbert in der Nacht die Bauerntöchter an, woraufhin diese mit Fackeln und Mistgabeln zu seinem Schloss stürmen, um ihn zu vernichten?
Diese Annahmen stellten sich als völlig falsch heraus.
Nun gut, Dracula lebt tatsächlich auf einem Schloss in Transsylvanien, doch das ist auch das einzige, das mit meiner Vorstellung übereinstimmt.
Denn im Buch ruft der Graf den jungen britischen Anwalt Jonathan Harker zu sich, der ihm dabei helfen soll, den Erwerb eines Anwesens in Großbritannien zu organisieren und ihm dabei gleichzeitig Englisch beibringen, sodass er dieses perfekt beherrschend in Großbritannien nicht als Fremder auffällt. Als Jonathan Harker in Transsylvanien eintrifft, erlebt er den Aberglauben der Einheimischen und deren Entsetzen darüber, dass er sich freiwillig auf die Burg Dracula begibt. Anfangs hält er deren Warnungen für Humbug, doch nach einiger Zeit auf dem Schloss kommen auch ihm viele Dinge merkwürdig vor und schließlich erkennt er das wahre Wesen des Grafen. Er wird immer angsterfüllter und führt über seine Erlebnisse Tagebuch.
Schließlich lässt Dracula den britischen Anwalt zurück und macht sich in der Tat auf den Weg zur Insel Großbritannien, um sich dort neue Jagdgründe zu erschließen.
Der Schauplatz des Geschehens wird nach Whitby, eine mittelenglischen Küstenstadt verlegt. Dort lebt Jonathans Verlobte Mina und deren Freundin Lucy, welche Draculas schaurige Ankunft erleben. Kurz darauf erkrankt Lucy; ist schwach, müde und blass. Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt und so kann ihr von dem örtlichen Arzt und Leiter einer Nervenklinik Dr.Seward nicht geholfen werden. Im Gegenteil: die Krankheit verschlimmert sich und so ist Lucy bald ausgezehrt und schlafwandelt nachts durch die mondbeschienenen Gassen zur alten Abtei Whitbys. Die ihr in dieser Nacht folgende Mina beobachtet, wie sich dort eine dunkle Gestalt mit roten Augen über ihre Freundin beugt.
Dem Leser ist inzwischen klar, worunter Lucy leidet, doch die Protagonisten tappen im Dunklen, bis Dr. Seward aus Amsterdam den Arzt Van Helsing ruft, der allerlei merkwürdige Maßnahmen zur Heilung der Kranken unternimmt und so zum Beispiel Knoblauchblüten vor das Fenster und um Lucys Hals legt.
Derweil taucht Jonathan unter Amnesie leidend in einem Hamburger Kloster auf, wo er gepflegt wird. Die besorgte Mina eilt zu ihm; kurz darauf heiraten sie und kehren nach Whitby zurück. Dort kämpfen Dr. Seward und Van Helsing um Lucys Seele, jedoch erfolglos, denn diese stirbt wenig später. Das ist aber noch lange nicht ihr Ende, da sie als Wiedergängerin zurück kehrt und die Umgebung unsicher macht. Unter Van Helsings Leitung, der mittlerweile den Feunden die Existenz von Vampiren offenbart hat, wird Lucy "erlöst" und sie machen sich gemeinsam mit ihrem amerikanischen Freund Quincey Morris auf die Jagd nach Dracula.
Jonathans Tagebuch aus der Zeit seines Aufenthaltes in Transsylvaniens wird gelesen, sie recherchieren und notieren sämtliche Tageserlebnisse, um kein Detail zu missachten. Ein Patient von Dr. Sewards Nervenklinik namens Renfield ist ihnen bei ihrer Aufklärungsarbeit hilfreich, da er in seinem Wechsel zwischen Irrsinn und Klarheit das Befinden Draculas durch eine Verbindung zu diesem detektieren zu können scheint.
Mit dem gewonnenen Wissen schaffen sie es trotz einiger Rückschläge (unter anderem wird ein weiterer von ihnen Opfer von Draculas Hunger) Dracula zurück nach Transsylvanien zu vertreiben und folgen ihm sogar, um ihn endgültig zu vernichten. Es beginnt eine Verfolgungsjagd, deren Ausgang noch auf den letzten fünfzehn Seiten unklar war.
Das Buch gibt abwechselnd die Tagebucheinträge der Protagonisten wieder, sodass regelmäßig die Perspektive wechselt, was ich als sehr angenehm und spannungserhaltend empfunden habe. Auch der Schreibstil ist nicht übermäßig veraltet und dadurch schwer lesbar. Ausführliche Orts- und Personenbeschreibungen bieten dem Kopfkino Futter und führen zu Anfällen von Gänsehaut. So habe ich nach einer mitternächtlichen Lektüre dann doch lieber das Licht angeschaltet statt wie gewöhnlich im Dunkeln durch die Wohnung zu laufen.
Insgesamt war die Geschichte durchweg spannend, was unter anderem auch durch gelegentliche unerwartete Wendungen bedingt war.
Besonders gefreut habe ich mich auch, dass ich im letzten Jahr sogar den Ort Whitby besucht hatte und so in Gedanken genau vor mir sehen konnte, wie Lucy mondsüchtig die Anhöhe zur Klosterruine emporschwankt.
Bei meinem Besuch des Ortes habe ich zufällig ein Video der alten Abtei gedreht (hochprofessionell mit der Digitalkamera), welches ich nun einfüge, um euch einen kleinen Eindruck der Ruine zu geben. Über eine instabile Kameraführung und konsequentes Atmen im Hintergrund (hätte ich das eliminieren wollen hätte ich auch das Glockengeläut löschen müssen und das wollte ich nicht) möchte ich keine Kommentare lesen. Und ja, ich habe gelernt, dass es nicht ratsam ist, die Kamera dauernd zu drehen.
Vorweg noch einige Bilder des Städtchens Whitby. Es sieht überhaupt nicht wie der Sitz des Grauens aus.
Das Panorama der Stadt. Idyllisch steht die Ruine der alten Abtei auf einer Anhöhe an der Küste hinter der auch nicht mehr ganz jungen Kirche, davor drängen sich die typisch englischen Häuser mit Dutzenden von Schornsteinen auf den Hügel.
So sieht es dann aus, wenn man die unzähligen Treppen zur Abtei hinaufgestiegen ist.
Man steht direkt vor der alten Kirche umgeben von rauchgeschwärzten Grabsteinen und keltischen Kreuzen. Kein Wunder, dass Bram Stoker davon inspiriert wurde.
Ja, ja, das Video.
Inzwischen weiß ich übrigens wieder, dass das Rauschen im Hintergrund nicht mein Atem ist (denn SO schweratmig kann man kaum sein), sondern der Wind auf der Klippe.
Abschließen möchte ich mit dem Fazit, dass mir Bram Stokers Dracula sehr gefallen hat und ich es mit vier von fünf Punkten bewerten würde. Und warum dann nicht mit der vollen Punktzahl?
Weil das Werk nachdem ich es ausgelesen hatte kein richtiges anschließendes Nachgrübeln darüber bei mir ausgelöst hat. Mit dem Zuschlagen des Buches war auch das Nachdenken darüber beendet und da ich einen geistigen Nachhall meiner Lektüre mag, bekommt Dracula von mir in der Bewertung ein Pünktchen abgezogen.
Fertig. Ich hoffe, ich habe euch nicht zu viel des Inhalts verraten (neudeutsch: gespoilert) sondern Lust auf dieses Buch gemacht.
Gruß,
Apfelkern
"ich hab dracula schon vor einigen jahren gelesen und fands toll! würd mich freuen, eine kritik von dir zu lesen"
Und so dachte ich mir: warum nicht? Die Bloggerszene rezensiert, kritisiert und reviewt von ihrer Zahnpasta über Alben, Filme, Hundenahrung, Restaurants, Geschirrspültabs und Lippenstifte alles, was in ihr Blickfeld kommt und so kann auch ich mich diesem Trend nicht verschließen.
Dracula ist einer der bekanntesten Romane. Der Titel allein genügt, um gewisse Assoziationen auszulösen: Transsylvanien, ein altes Schloss, der Vampir Graf Dracula, Knoblauch, Bauern mit Fackeln und natürlich eine Menge Blut. Mit diesem Bild im Hinterkopf machte ich mich an die Lektüre und war zuerst wenig neugierig auf die Handlung. Denn schließlich wird man aktuell so sehr mit Vampirgeschichten überschwemmt, dass man die bekannteste davon zu kennen glaubt. Aber ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, worum genau es in dem Buch, dessen Titel alle kennen, eigentlich geht. Öhm, der Graf liegt tagsüber in einem Sarg in seinem transylvanischen Schloss und knabbert in der Nacht die Bauerntöchter an, woraufhin diese mit Fackeln und Mistgabeln zu seinem Schloss stürmen, um ihn zu vernichten?
Diese Annahmen stellten sich als völlig falsch heraus.
Nun gut, Dracula lebt tatsächlich auf einem Schloss in Transsylvanien, doch das ist auch das einzige, das mit meiner Vorstellung übereinstimmt.
Denn im Buch ruft der Graf den jungen britischen Anwalt Jonathan Harker zu sich, der ihm dabei helfen soll, den Erwerb eines Anwesens in Großbritannien zu organisieren und ihm dabei gleichzeitig Englisch beibringen, sodass er dieses perfekt beherrschend in Großbritannien nicht als Fremder auffällt. Als Jonathan Harker in Transsylvanien eintrifft, erlebt er den Aberglauben der Einheimischen und deren Entsetzen darüber, dass er sich freiwillig auf die Burg Dracula begibt. Anfangs hält er deren Warnungen für Humbug, doch nach einiger Zeit auf dem Schloss kommen auch ihm viele Dinge merkwürdig vor und schließlich erkennt er das wahre Wesen des Grafen. Er wird immer angsterfüllter und führt über seine Erlebnisse Tagebuch.
Schließlich lässt Dracula den britischen Anwalt zurück und macht sich in der Tat auf den Weg zur Insel Großbritannien, um sich dort neue Jagdgründe zu erschließen.
Der Schauplatz des Geschehens wird nach Whitby, eine mittelenglischen Küstenstadt verlegt. Dort lebt Jonathans Verlobte Mina und deren Freundin Lucy, welche Draculas schaurige Ankunft erleben. Kurz darauf erkrankt Lucy; ist schwach, müde und blass. Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt und so kann ihr von dem örtlichen Arzt und Leiter einer Nervenklinik Dr.Seward nicht geholfen werden. Im Gegenteil: die Krankheit verschlimmert sich und so ist Lucy bald ausgezehrt und schlafwandelt nachts durch die mondbeschienenen Gassen zur alten Abtei Whitbys. Die ihr in dieser Nacht folgende Mina beobachtet, wie sich dort eine dunkle Gestalt mit roten Augen über ihre Freundin beugt.
Dem Leser ist inzwischen klar, worunter Lucy leidet, doch die Protagonisten tappen im Dunklen, bis Dr. Seward aus Amsterdam den Arzt Van Helsing ruft, der allerlei merkwürdige Maßnahmen zur Heilung der Kranken unternimmt und so zum Beispiel Knoblauchblüten vor das Fenster und um Lucys Hals legt.
Derweil taucht Jonathan unter Amnesie leidend in einem Hamburger Kloster auf, wo er gepflegt wird. Die besorgte Mina eilt zu ihm; kurz darauf heiraten sie und kehren nach Whitby zurück. Dort kämpfen Dr. Seward und Van Helsing um Lucys Seele, jedoch erfolglos, denn diese stirbt wenig später. Das ist aber noch lange nicht ihr Ende, da sie als Wiedergängerin zurück kehrt und die Umgebung unsicher macht. Unter Van Helsings Leitung, der mittlerweile den Feunden die Existenz von Vampiren offenbart hat, wird Lucy "erlöst" und sie machen sich gemeinsam mit ihrem amerikanischen Freund Quincey Morris auf die Jagd nach Dracula.
Jonathans Tagebuch aus der Zeit seines Aufenthaltes in Transsylvaniens wird gelesen, sie recherchieren und notieren sämtliche Tageserlebnisse, um kein Detail zu missachten. Ein Patient von Dr. Sewards Nervenklinik namens Renfield ist ihnen bei ihrer Aufklärungsarbeit hilfreich, da er in seinem Wechsel zwischen Irrsinn und Klarheit das Befinden Draculas durch eine Verbindung zu diesem detektieren zu können scheint.
Mit dem gewonnenen Wissen schaffen sie es trotz einiger Rückschläge (unter anderem wird ein weiterer von ihnen Opfer von Draculas Hunger) Dracula zurück nach Transsylvanien zu vertreiben und folgen ihm sogar, um ihn endgültig zu vernichten. Es beginnt eine Verfolgungsjagd, deren Ausgang noch auf den letzten fünfzehn Seiten unklar war.
Das Buch gibt abwechselnd die Tagebucheinträge der Protagonisten wieder, sodass regelmäßig die Perspektive wechselt, was ich als sehr angenehm und spannungserhaltend empfunden habe. Auch der Schreibstil ist nicht übermäßig veraltet und dadurch schwer lesbar. Ausführliche Orts- und Personenbeschreibungen bieten dem Kopfkino Futter und führen zu Anfällen von Gänsehaut. So habe ich nach einer mitternächtlichen Lektüre dann doch lieber das Licht angeschaltet statt wie gewöhnlich im Dunkeln durch die Wohnung zu laufen.
Insgesamt war die Geschichte durchweg spannend, was unter anderem auch durch gelegentliche unerwartete Wendungen bedingt war.
Besonders gefreut habe ich mich auch, dass ich im letzten Jahr sogar den Ort Whitby besucht hatte und so in Gedanken genau vor mir sehen konnte, wie Lucy mondsüchtig die Anhöhe zur Klosterruine emporschwankt.
Bei meinem Besuch des Ortes habe ich zufällig ein Video der alten Abtei gedreht (hochprofessionell mit der Digitalkamera), welches ich nun einfüge, um euch einen kleinen Eindruck der Ruine zu geben. Über eine instabile Kameraführung und konsequentes Atmen im Hintergrund (hätte ich das eliminieren wollen hätte ich auch das Glockengeläut löschen müssen und das wollte ich nicht) möchte ich keine Kommentare lesen. Und ja, ich habe gelernt, dass es nicht ratsam ist, die Kamera dauernd zu drehen.
Vorweg noch einige Bilder des Städtchens Whitby. Es sieht überhaupt nicht wie der Sitz des Grauens aus.
Das Panorama der Stadt. Idyllisch steht die Ruine der alten Abtei auf einer Anhöhe an der Küste hinter der auch nicht mehr ganz jungen Kirche, davor drängen sich die typisch englischen Häuser mit Dutzenden von Schornsteinen auf den Hügel.
So sieht es dann aus, wenn man die unzähligen Treppen zur Abtei hinaufgestiegen ist.
Man steht direkt vor der alten Kirche umgeben von rauchgeschwärzten Grabsteinen und keltischen Kreuzen. Kein Wunder, dass Bram Stoker davon inspiriert wurde.
Ja, ja, das Video.
Inzwischen weiß ich übrigens wieder, dass das Rauschen im Hintergrund nicht mein Atem ist (denn SO schweratmig kann man kaum sein), sondern der Wind auf der Klippe.
Wowowow - ich habe
es tatsächlich geschafft, ein Video zu schneiden (bin Profi; ist ja
schon mein zweites....) UND es einzubetten! Na gut, mit dem Einbetten
hat es erst im zweiten Anlauf geklappt, da mir das Hochladen
beim ersten Versuch mehr als zwei Stunden gearbeitet hatte und kein
Ende in Sicht war. Immerhin fiel mir dann auf, dass nur Videos bis zu
100 MB einbaubar sind. Also fix zurück zu iMovie und runter mit der
Qualitätsstufe.
Hach bin ich froh, dass es geklappt hat. Auch wenn es nur bedingt zum Thema passt.Abschließen möchte ich mit dem Fazit, dass mir Bram Stokers Dracula sehr gefallen hat und ich es mit vier von fünf Punkten bewerten würde. Und warum dann nicht mit der vollen Punktzahl?
Weil das Werk nachdem ich es ausgelesen hatte kein richtiges anschließendes Nachgrübeln darüber bei mir ausgelöst hat. Mit dem Zuschlagen des Buches war auch das Nachdenken darüber beendet und da ich einen geistigen Nachhall meiner Lektüre mag, bekommt Dracula von mir in der Bewertung ein Pünktchen abgezogen.
Fertig. Ich hoffe, ich habe euch nicht zu viel des Inhalts verraten (neudeutsch: gespoilert) sondern Lust auf dieses Buch gemacht.
Gruß,
Apfelkern
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