...zumindest das ohne Laptop.
Neulich war ich noch ein paar Tage verreist. Schnell mal noch ein bisschen Urlaub haben, bevor das neue Semester beginnt. Für diese Tage habe ich meinen Laptop in Reparatur gegeben, denn durch zwei Jahre nahezu tägliches Umhertragen in der Umhängetasche und damit verbundenen Druck auf das wunderschöne leuchtende Hipster-Apfellogo, sah man den Apfel plötzlich auch auf dem Display bei hellem Hintergrund. Nicht so cool.
Zu meinem Glück hatte ich beim Kauf des Computers eine Versicherung abgeschlossen, die für drei Jahre nach dem Kauf diverse Reparaturen garantiert und diese ermöglichte es mir jetzt auch, den Bildschirm kostenlos wechseln zu lassen. Also: ich nach Amsterdam in den Urlaub, Laptop zur Reparatur und zu meiner Rückkehr war unsere Wiedervereinigung geplant. So viel zur Theorie.
In der Realität war ich dann wieder zu Hause aber mein Laptop noch auf dem OP Tisch. Sozusagen.
Na ja, kann ja nicht so schwer sein, ein paar Tage ohne Computer klar zu kommen - dachte ich.
Mal schnell Mails checken geht auch auf dem Handy, mal schnell antworten lässt es sich dann doch besser mit richtiger Tastatur.
Bloggen? Geht auf dem Handy nicht wirklich bequem. Ich mag es einfach nicht wirklich, lange Texte auf dem Telefon zu tippen.
Gut, dann mache ich eben eine Runde Sport. Youtube, Fitnessblender, Video auswählen. Ach ja, dafür braucht man ja auch einen Computer. Auf dem Handy kann man das Video natürlich auch abspielen, aber ob man dann auch mit hochrotem Kopf völlig außer Atem mit verrutschter Brille die Übungen auf dem kleinen Display genau erkennen kann, die einem dort vorgeturnt werden, ist eine andere Sache. Also dann auch kein Sport.
Wenn gar nichts geht, kann man noch immer einen Film ansehen. Oder eine Serie. Na dann mal auf zur Staffel drei von Game Of Thrones. Stimmt, da war ja was: ich habe keinen Computer.
Das Leben ohne Laptop ist definitiv ein anderes. Man erledigt damit so viel, dass man ohne wirklich aufgeschmissen ist. Ich gebe absolut zu, in dieser Hinsicht inzwischen von meinem Laptop abhängig zu sein.
Also habe ich mir den Laptop meiner Mutter geliehen, um mir mindestens meinen neuen Semesterstundenplan herunter zu laden und zu schauen, wie ich mit dem Gerät zurecht komme, da ich so wie es aussah, am ersten Tag des neuen Semesters damit in den Vorlesungen mitschreiben müsste.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass ich normalerweise ein MacBook nutze, meine Mutter allerdings ein ThinkPad mit Windows Nummer irgendwas als Betriebssystem hat. Es fing gleich damit an, dass die Kiste ewig startete, bevor sie mal an war. Die Tastatur war völlig ungewohnt, das Touchpad machte mich einfach nur fertig (reagiert kaum, ist ungenauer, völlig andere Gesten als sonst und wie zur Hölle scrollt man damit eigentlich?!) und nach nicht mal drei Stunden ohne Stromanschluss ging das Teil bei normalem Surfen im Internet ohne Videos anzusehen aus. Wie soll diese Akkulaufzeit für einen normalen Unitag reichen? Und warum benutzt man so einen Laptop eigentlich freiwillig? Vielleicht hat meine Mutter ja einfach andere Nutzungsansprüche.
Oder liegt es an mir verwöhntem Apple Menschen, dass ich auf einen Windows PC so allergisch reagiere?
Mir graute schon vor dem Moment, in dem ich mich mit dem Laptop in die Vorlesung setzen würde. Wie auch immer - Jammern hilft nicht und ich gab mir Mühe, mich an das Windows Ding zu gewöhnen, indem ich es in die Ecke legte und zur Aufmunterung auf analoge Literatur umstieg.
Dann erreichte mich die Nachricht, dass das Display getauscht worden war (dreifaches Yay!) und der Laptop sofort abgeholt werden könnte (zehnfaches Yay!). Und so kam es, dass ich dann doch wieder vor Semesterbeginn meinen Laptop in der Hand halte und unendlich erleichtert und glücklich darüber bin.
Diese zwei Tage ohne meinen geliebten (ja, so schlimm ist es tatsächlich schon) Laptop haben mir gezeigt, wie wichtig so ein Gerät im Alltag für mich ist. Schließlich mache ich damit gefühlt alles: Studium, Kommunikation, Bloggen, Unterhaltung, Sport, Online Banking, den Urlaub buchen, Zeug recherchieren und überhaupt. Es geht einfach nicht ohne.
Und ich habe gemerkt, wie wichtig es auch ist, das jeweilige Betriebssystem gut bedienen zu können. Nachdem ich seit Jahren privat nix mehr an einem Windows Rechner zu tun hatte sondern erst Ubuntu und dann immer OSX genutzt habe, fühle ich mich daran schon ein bisschen hilflos aber vor allem auch genervt. Daher schätze ich den Luxus, meinen eigenen Laptop wieder zu haben umso mehr und habe nicht vor, ihn so schnell wieder raus zu rücken.
Und, denkt ihr es gibt ein Leben ohne Computer?
Apfelkern
Montag, 13. Oktober 2014
Das Leben ist hart...
Donnerstag, 9. Oktober 2014
Carpe every diem
Woher wissen wir eigentlich, wann wir glücklich sind? Ob wir im Leben die richtigen Entscheidungen getroffen haben: richtige Ausbildung, richtiger Job, richtiger Partner, richtige Freunde, richtige Wohnung, richtiges Hobby, richtiges echtes Lebensglück?
Gibt es eigentlich dieses richtig? Und woran merkt man, dass man an diesem Punkt angekommen ist?
Als ich meine Prüfungen bestanden hatte und meine Famulatur (sprich Praktikum beim Arzt) beginnen konnte, war ich sehr glücklich. Mit dem Praktikum bin ich total zufrieden, die ganzen Tätigkeiten dort gefallen mir insgesamt einfach sehr und es gibt mir ein wirklich gutes Gefühl, anderen zu helfen wenn nicht sogar weiter helfen zu können. Am Ende des ersten Tages kam ich zum Schluss, Arzt müsste man sein. Was für ein toller Zufall, dass ich schon vier Semester Medizin studiert habe!
Auch wenn ich jetzt mit meiner Wahl des Studiums sehr zufrieden bin, ist es keine Garantie, dass es für immer so bleiben wird. Eigentlich gibt es für nichts eine Garantie.
Man hört manchmal von Paaren, die sich trennen, nachdem einer dem anderen einen Heiratsantrag gemacht hat. Klingt verrückt. Ich kann mir vorstellen, warum: es ist eine Möglichkeit, noch einmal umzudrehen bevor man sich völlig verrennt wenn man jetzt nicht glücklich war. Aber wer sagt denn, dass die Unzufriedenheit nicht nur ein temporäres Problem gewesen wäre und man durch die eine Entscheidung sich die eigene erfüllte Zukunft ruiniert hat? Andererseits hätte man sich auch in eine frustrierende Ehe stürzen können und sich nach zehn Jahren scheiden lassen mit dem Gedanken, so viele Jahre verschwendet zu haben.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass egal was man macht, man dauernd Fehlentscheidungen trifft.
Hätte ich mich neben die strickende junge Frau in der Bahn gesetzt und sie auf das gemeinsame Hobby angesprochen wären wir vielleicht die besten Freunde geworden. Hätte man ein bestimmtes Praktikum nicht besucht, über das der Großteil der Prüfungsfragen gestellt wurde, wäre man durch die Prüfung gefallen. Hätte ich den Geburtstag meiner Tante nicht geschwänzt, hätte ich meinen Freund nie kennen gelernt.
Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Zufällen und ständig gibt es neue Möglichkeiten von denen uns wahrscheinlich der Großteil entgeht. Allein schon darüber nachzudenken, welche Chancen man alle vergeben hat, ruiniert mir die Stimmung. Dieser alte Spruch, wenn eine Tür zu geht, öffnet sich eine neue, beschreibt das alles ziemlich gut. Man sollte nur nicht zu lange an allen Türen vorbei gehen, sodass man am Ende noch allein draußen steht.
Jetzt kann man sich selbst unter Druck setzen, bloß alle Chancen zu nutzen, die es gibt. Man könnte sich aber auch entspannt zurück lehnen und darauf setzen, dass die Zufälle, die einem zugedacht sind, schon eintreten werden und man durch eigene Initiative nur alles durcheinander bringt.
Wie man es auch macht - man macht es falsch.
Ich denke, dass wir jeden Tag so viele Chancen vergeben aber auch gleichzeitig so viele Chancen nutzen, dass es sich ausgleicht. Wir merken es nur nicht unbedingt, es sind oft kleine Dinge, die später Konsequenzen haben.
Dennoch: manchmal denke ich doch über die Möglichkeiten nach, die ich habe verstreichen lassen. Wäre mein Leben anders, wenn ich nicht so gehandelt hätte?
Moment - ich bin doch glücklich! Wäre es dann anders? Oder wäre ich viel zufriedener als jetzt? Man kann lange grübeln aber wird die Antwort nie erfahren.
Ich denke, zwanghaft alle sich einem bietenden Möglichkeiten zu nutzen, ist nicht die ultimative Lösung für alle Probleme. Trotzdem sollten wir nicht ganz vergessen, die kleinen Chancen, die uns täglich anlachen auch einmal zu ergreifen. Und wenn wir es nicht tun, dann ist es auch nicht schlimm.
Apfelkern
Gibt es eigentlich dieses richtig? Und woran merkt man, dass man an diesem Punkt angekommen ist?
Als ich meine Prüfungen bestanden hatte und meine Famulatur (sprich Praktikum beim Arzt) beginnen konnte, war ich sehr glücklich. Mit dem Praktikum bin ich total zufrieden, die ganzen Tätigkeiten dort gefallen mir insgesamt einfach sehr und es gibt mir ein wirklich gutes Gefühl, anderen zu helfen wenn nicht sogar weiter helfen zu können. Am Ende des ersten Tages kam ich zum Schluss, Arzt müsste man sein. Was für ein toller Zufall, dass ich schon vier Semester Medizin studiert habe!
Auch wenn ich jetzt mit meiner Wahl des Studiums sehr zufrieden bin, ist es keine Garantie, dass es für immer so bleiben wird. Eigentlich gibt es für nichts eine Garantie.
Man hört manchmal von Paaren, die sich trennen, nachdem einer dem anderen einen Heiratsantrag gemacht hat. Klingt verrückt. Ich kann mir vorstellen, warum: es ist eine Möglichkeit, noch einmal umzudrehen bevor man sich völlig verrennt wenn man jetzt nicht glücklich war. Aber wer sagt denn, dass die Unzufriedenheit nicht nur ein temporäres Problem gewesen wäre und man durch die eine Entscheidung sich die eigene erfüllte Zukunft ruiniert hat? Andererseits hätte man sich auch in eine frustrierende Ehe stürzen können und sich nach zehn Jahren scheiden lassen mit dem Gedanken, so viele Jahre verschwendet zu haben.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass egal was man macht, man dauernd Fehlentscheidungen trifft.
Hätte ich mich neben die strickende junge Frau in der Bahn gesetzt und sie auf das gemeinsame Hobby angesprochen wären wir vielleicht die besten Freunde geworden. Hätte man ein bestimmtes Praktikum nicht besucht, über das der Großteil der Prüfungsfragen gestellt wurde, wäre man durch die Prüfung gefallen. Hätte ich den Geburtstag meiner Tante nicht geschwänzt, hätte ich meinen Freund nie kennen gelernt.
Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Zufällen und ständig gibt es neue Möglichkeiten von denen uns wahrscheinlich der Großteil entgeht. Allein schon darüber nachzudenken, welche Chancen man alle vergeben hat, ruiniert mir die Stimmung. Dieser alte Spruch, wenn eine Tür zu geht, öffnet sich eine neue, beschreibt das alles ziemlich gut. Man sollte nur nicht zu lange an allen Türen vorbei gehen, sodass man am Ende noch allein draußen steht.
Jetzt kann man sich selbst unter Druck setzen, bloß alle Chancen zu nutzen, die es gibt. Man könnte sich aber auch entspannt zurück lehnen und darauf setzen, dass die Zufälle, die einem zugedacht sind, schon eintreten werden und man durch eigene Initiative nur alles durcheinander bringt.
Wie man es auch macht - man macht es falsch.
Ich denke, dass wir jeden Tag so viele Chancen vergeben aber auch gleichzeitig so viele Chancen nutzen, dass es sich ausgleicht. Wir merken es nur nicht unbedingt, es sind oft kleine Dinge, die später Konsequenzen haben.
Dennoch: manchmal denke ich doch über die Möglichkeiten nach, die ich habe verstreichen lassen. Wäre mein Leben anders, wenn ich nicht so gehandelt hätte?
Moment - ich bin doch glücklich! Wäre es dann anders? Oder wäre ich viel zufriedener als jetzt? Man kann lange grübeln aber wird die Antwort nie erfahren.
Ich denke, zwanghaft alle sich einem bietenden Möglichkeiten zu nutzen, ist nicht die ultimative Lösung für alle Probleme. Trotzdem sollten wir nicht ganz vergessen, die kleinen Chancen, die uns täglich anlachen auch einmal zu ergreifen. Und wenn wir es nicht tun, dann ist es auch nicht schlimm.
Apfelkern
Samstag, 4. Oktober 2014
Und du warst…?
Ganz normaler Tag, ich sitze in der Bahn. Schräg gegenüber sitzt ein Mann, der mir sehr bekannt vorkommt. Mhm, woher kenne ich ihn nur? Zu alt, um ein Mitschüler gewesen zu sein, zu jung, um ein Freund meiner Eltern zu sein. Kommilitone? Eher nicht. Mhm, Patient? Oder vielleicht ein Ingress Spieler an den ich mich jetzt nur nicht mehr explizit erinnern kann? Vielleicht kenne ich ihn ja doch nicht.
Er lächelt mich an und winkt dezent. Okay, ich kenne ihn wohl doch irgendwie. Bleibt nur zu hoffen, dass er nicht rüber kommt und sich unterhalten will, denn ich habe absolut keinen Plan, woher ich ihn kenne.
Solche Sachen sind mir wirklich peinlich. Wenn ich jemanden treffe, der wie selbstverständlich mit mir interagiert als würden wir uns kennen und ich kann das Gesicht einfach nicht zuordnen. Man könnte ja nachfragen, aber ehrlich: das ist mir mehr als nur unangenehm. Immerhin zeigt man dem Gegenüber damit ja in gewisser Weise, dass man ihn zwar wieder erkennt, aber nicht zuordnen kann und gibt ihm damit womöglich das Gefühl, nicht wichtig genug zu sein, sich den Namen zum Gesicht zu merken.
Ich merke jetzt, wo mein Praktikum beim Hausarzt nahezu vorbei ist, schon, dass ich beim Einkaufen im Dorf einige Gesichter der Patienten zu erkennen glaube. Das hat man davon, wenn man so leichtsinnig ist, in dem Dorf, in dem man wohnt ein Praktikum beim Hausarzt zu machen.
Interessanter Weise werde ich aber nicht oft von den Patienten wieder erkannt, was daran liegen kann, dass ich weder weiß gekleidet bin noch wie in der Praxis die Haare hoch gesteckt trage. Man glaubt es kaum aber die Frisur macht einen gewaltigen Unterschied, wenn es darum geht, jemanden wieder zu erkennen. Manchmal habe ich das schon ausgenutzt - zum Beispiel, wenn es kostenlose Proben gibt. Stichwort Grüne Woche oder Messen generell. Einmal ganz normal die Probierüte oder die Gewürzprobe abholen, etwas später mit hochgebundenen Haaren und ohne Brille wiederkommen. Hat bisher immer geklappt. Und ja, im Nachhinein finde ich sowas doch schon sehr beschämend.
Manchmal finde ich es ein wenig schade, Personen, die ich wieder zu erkennen glaube nicht darauf angesprochen zu haben, woher man sich kennen könnte. Vor allem, wenn ich vermute, dass es ein Kindergartenfreund ist oder generell eine Person, mit der man gute Erinnerungen verbindet. Es entgeht einem da wahrscheinlich viel. Und ich Trulla bin auch nahezu immer zu schüchtern mal einfach so auf gut Glück zu fragen, ob man sich kennt. Und selbst wenn es nicht so wäre: wirklich etwas zu verlieren hat man nicht.
Apfelkern
Er lächelt mich an und winkt dezent. Okay, ich kenne ihn wohl doch irgendwie. Bleibt nur zu hoffen, dass er nicht rüber kommt und sich unterhalten will, denn ich habe absolut keinen Plan, woher ich ihn kenne.
Solche Sachen sind mir wirklich peinlich. Wenn ich jemanden treffe, der wie selbstverständlich mit mir interagiert als würden wir uns kennen und ich kann das Gesicht einfach nicht zuordnen. Man könnte ja nachfragen, aber ehrlich: das ist mir mehr als nur unangenehm. Immerhin zeigt man dem Gegenüber damit ja in gewisser Weise, dass man ihn zwar wieder erkennt, aber nicht zuordnen kann und gibt ihm damit womöglich das Gefühl, nicht wichtig genug zu sein, sich den Namen zum Gesicht zu merken.
Ich merke jetzt, wo mein Praktikum beim Hausarzt nahezu vorbei ist, schon, dass ich beim Einkaufen im Dorf einige Gesichter der Patienten zu erkennen glaube. Das hat man davon, wenn man so leichtsinnig ist, in dem Dorf, in dem man wohnt ein Praktikum beim Hausarzt zu machen.
Interessanter Weise werde ich aber nicht oft von den Patienten wieder erkannt, was daran liegen kann, dass ich weder weiß gekleidet bin noch wie in der Praxis die Haare hoch gesteckt trage. Man glaubt es kaum aber die Frisur macht einen gewaltigen Unterschied, wenn es darum geht, jemanden wieder zu erkennen. Manchmal habe ich das schon ausgenutzt - zum Beispiel, wenn es kostenlose Proben gibt. Stichwort Grüne Woche oder Messen generell. Einmal ganz normal die Probierüte oder die Gewürzprobe abholen, etwas später mit hochgebundenen Haaren und ohne Brille wiederkommen. Hat bisher immer geklappt. Und ja, im Nachhinein finde ich sowas doch schon sehr beschämend.
Manchmal finde ich es ein wenig schade, Personen, die ich wieder zu erkennen glaube nicht darauf angesprochen zu haben, woher man sich kennen könnte. Vor allem, wenn ich vermute, dass es ein Kindergartenfreund ist oder generell eine Person, mit der man gute Erinnerungen verbindet. Es entgeht einem da wahrscheinlich viel. Und ich Trulla bin auch nahezu immer zu schüchtern mal einfach so auf gut Glück zu fragen, ob man sich kennt. Und selbst wenn es nicht so wäre: wirklich etwas zu verlieren hat man nicht.
Apfelkern
Donnerstag, 2. Oktober 2014
PMDD#16
In diesem Jahr habe ich gerade noch rechtzeitig durch einen Instagram Post von Anne mitbekommen, dass am 01. Oktober sprich gestern Picture My Day Day war. Und weil ich es schon die letzten Male verpasst habe, teilzunehmen, hatte ich nach meinen Einträgen zum PMDD#11 und PMDD#12 richtig Lust, wieder daran teilzunehmen. Gesagt getan.
Dieses Mal veranstaltet übrigens Chaosmacherin den PMDD.
6:00 Uhr, der Wecker klingelt. Ich bin früh aufgestanden obwohl dieses Draußen alles andere als verlockend aussah. Nass, kalt, dunkel. Hach ja, wie schön warm so ein Bett doch sein kann.
Waschen, ein bisschen Farbe ins Gesicht pinseln, Haare kämmen und versuchen halbwegs wach zu werden.
Zeit zum Frühstücken. Es gab Toast mit selbst gemachtem Holundergelee und Honig, dazu Malzkaffee oder auch Kinderkaffee, wie meine Oma ihn nennt. Wie auch immer - geht schneller als Tee und schmeckt aber zum Glück nicht zu sehr nach Kaffee, wenn man genug Milch hinein kippt.
Dann hab ich mich auf mein Fahrrad geschwungen und bin zur Hausarztpraxis geradelt, in der ich gerade eine Famulatur mache.
Schnell umziehen und die Jeans gegen die weiße Hose tauschen, weiße Schlappen an, Stethoskop in die Tasche gesteckt und es kann los gehen.
Phew, Patientenansturm am ersten Tag des Quartals überstanden. Weiße Hose aus, normale Kleidung an und zurück nach Hause.
Mittag kochen. Es gab Quinoa mit Zucchini und Mais in einer Kürbis-Kokosmilchsauce. Aka ich versuche das Beste aus dem, was an Gemüse noch da ist, zu machen. War sehr gut essbar.
Es folgt die Bloglektüre, die ich fotografisch nicht festgehalten habe. Ich sag es ja immer: ich könnte nie Blogger werden...
Zeit, den Kater ausgiebig zu streicheln, bis er schnurrend auf seinem Kissen einschläft.
Ein bisschen Sport muss sein. Die Videos von Fitnessblender haben sich in der letzen Zeit wirklich zu meinen Favoriten entwickelt, denn sie sind professionell, sehr übersichtlich und gut umsetzbar. In Sachen Training sind sie etwa genau so gut wie die so beliebten Videos von Blogilates aber im Gegensatz zu Blogilates wird man nicht das ganze Training lang mit Storys über den aktuellen Lieblingsnagellack oder das neue Taylor Swift Album berieselt, was ich sehr genieße. Probiert es einfach mal aus.
Mein Freund ist da! Begrüßungsknuddeln muss sein. Achtung, Fußcontent.
Er hat mich überredet, mit ihm in den Garten zu gehen und ein bisschen fleißig zu sein. Hier die erste selbst gezüchtete Möhre dieses Jahres aus dem Garten. Es wird auch die letzte sein, da bis auf diese die Möhren gar nicht gut gewachsen sind.
Äpfel pflücken und einkellern, ein paar welke Pflanzen entfernen und auf den Kompost befördern. Walnüsse hab ich auch noch gesammelt.
Zeit fürs Abendbrot. Ich liebe Maiswaffeln.
Es ist gar nicht so einfach, mit dem Kater zu spielen und ein tolles super niedliches Bild von ihm zu machen. Keine Ahnung, wie die anderen immer so unverwackelte Bilder im perfekten Moment von ihren Katzen hinbekommen.
Jetzt schau doch mal zur Kamera! So wirst du nie Topmodel!!!
Schon wieder Fußcontent. Was soll man auch tun, wenn man sein Gesicht nicht auf dem Blog zeigen will.
Ein bisschen Lesen, ein bisschen schwarzen Tee und dann versuchen, das einsetzende leichte Schnarchen des Freundes neben sich zu ignorieren.
Dann bin ich noch in eine Stricknadel getreten, was doch schon richtig weh getan hat aber nachdem ich versucht habe, das perfekte für den Picture My Day Day davon zu machen, hatte ich doch recht viel Spaß mit der Verletzung. Schade, dass ich im Moment des Unfalls vergessen habe, die im Fuß steckende Nadel zu fotografieren. Und ich glaube, ich erspare euch die leicht blutigen Bilder lieber.
So, Zeit zu schlafen. Na dann bis zum nächsten Picture My Day Day.
Apfelkern
Donnerstag, 25. September 2014
Und alle Zehennägel rollen sich hoch
Seit Ewigkeiten mal wieder ein bisschen auf Facebook herum gestöbert, ehemalige Mitschüler ein bisschen gestalkt, weil ich wissen wollte, was die jetzt eigentlich so treiben.
Aha, der studiert, die andere macht eine Ausbildung zur Bürokauffrau…uh, die nächste hat sogar schon ein Kind! Gleich mal ein paar Bilder des Kindes, die sie einfach postet anschauen. Schon niedlich das kleine.
Und dann unter einem Kinderbild ein Link zu einem Blog. Zeit zum Aufwachen, es geht um Impfungen. Mhm, klingt ja schon mal interessant und so, als wären da Impfgegner aktiv. Gleich mal anklicken.
Und wirklich: ich lag ganz richtig mit meiner Vermutung.
Ein Forscher, der ehemals an Impfungen gearbeitet hat, wird interviewt. Er erzählt, wie verunreinigt die ganzen Impfstoffe sind. Er erklärt, dass gar nicht bewiesen ist, dass Geimpfte wirklich geschützt sind. Auch wenn man gegen Masern geimpft wurde und sie nicht bekommen hat, lag das ja vielleicht auch nur daran, dass man keinen Kontakt zu dem Virus hatte. Und wenn man gesund lebt und glücklich ist - der Geist macht nämlich den Großteil des Immunsystems aus; muss man wissen - bekommt man die Krankheit auch ohne Impfung nicht.
Und sowieso: Impfungen verursachen Autismus, Impfungen lösen die Krankheit aus, vor der sie schützen sollen und wenn das Kind durch die Impfung schon nicht autistisch wird, dann werden dadurch zumindest seine geistigen Möglichkeiten eingeschränkt. Aufmerksamkeitsstörungen, Wutanfälle oder einfach nicht im Vollbesitz der geistigen Fähigkeiten? Das muss an der Impfung liegen!
Eine Infektion durchzumachen, lässt das Kind stark werden und reifen, jawoll. Ein paar sterben vielleicht, ein paar haben vielleicht Komplikationen (bei Mumps beispielsweise Hirnhautentzündung oder Hodenentzündung, die zu Unfruchtbarkeit führen kann) aber hey: das Kind ist daran gewachsen und gereift!
Impfungen sind Gift, die Pharmaindustrie verheimlicht das aber, denn schließlich verdient sie Geld damit. Und abgesehen davon wirken Impfungen auch sowieso nicht schützend.
Natürlich dürfen in so einem Artikel ein paar willkürlich eingestreute Bilder von kranken, Mitleid erregenden Kindern nicht fehlen. Erste Assoziation: Oh Gott, die armen Kinder wurden geimpft und sind jetzt todkrank! Aber nein: das Kind auf dem ersten Bild hat Pocken. Wäre ihm mit Impfung nicht passiert. Das schreibt man in so einem Artikel aber nicht drunter.
Die anderen zwei Bilder sind nicht mal beschriftet. Some random schwer kranke Kinder einfach um dem Text Nachdruck zu verleihen.
Beim Lesen des Artikels haben sich mir die Zehennägel hoch gerollt. Wer verbreitet so einen pseudowissenschaftlichen Mist, dessen Ziel es primär ist, Panik zu machen?!
Impfungen sind eine unheimlich geniale Sache, denn sie ermöglichen es, präventiv dafür zu sorgen, dass man gar nicht erst erkrankt. Das ist noch ein Stück besser als das perfekte Medikament, dass die schon eingetretene Krankheit zuverlässig und sicher heilt.
Warum sollte ich auf diese geniale Erfindung freiwillig verzichten? Klar, so eine Nadel im Arm ist nicht das angenehmste, was ich mir vorstellen kann, danach vielleicht einen Tag leichter Schmerz im Muskel, in den injiziert wurde - aber lieber das als sich tatsächlich in Tetanus Krämpfen zu winden nur weil ich mir bei der Gartenarbeit an einem morschen Holzstück eine Verletzung zugezogen habe.
Was auch großartig an Impfungen ist: wenn die Bevölkerung größtenteils geimpft ist, wird sich für den Fall, dass es doch mal ein Kind mit Masern im Kindergarten gibt, der geimpfte Teil dessen Kontaktpersonen nicht anstecken. Damit schützt man auch die Ungeimpften in gewisser Weise vor weiterer Verbreitung der Masern, weil man sich ja nicht ansteckt und infektiös wird, wenn man geimpft wurde. Das funktioniert aber auch nur solange der Großteil der Bevölkerung die schützenden Impfungen erhält. Herdenschutz nennt sich das.
Ich verstehe nicht wirklich, wie sich solche Impfgegner an ihren Behauptungen festhalten können. Es erinnert mich an übertriebenen religiösen Wahn. Die Erde ist eine Scheibe und Impfungen machen krank. Vielleicht ist es die Angst vor den Dingen, die man nicht genau versteht.
Ich finde es sehr schade, dass mit solchen Artikeln die Angst bewusst geschürt wird. Statt aufzuklären, was für Vorteile und auch Risiken Impfungen bieten, wird einfach eine Panik machende Verschwörungstheorie aufgetischt. Es macht mich wütend, so etwas zu lesen aber gleichzeitig auch einfach traurig, wenn ich daran denke, dass genau solche Artikel Eltern vielleicht dazu bringen, ihr Kind nicht impfen zu lassen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr den Artikel, der mich so verärgert hat hier lesen. Ich übernehme keine Garantie für die danach entstehenden Schäden, wenn ihr vor Wut, dass solch ein Schwachsinn verbreitet wird, schwere Gegenstände durchs Zimmer werft.
Wie steht ihr zu dem Thema?
Apfelkern
Aha, der studiert, die andere macht eine Ausbildung zur Bürokauffrau…uh, die nächste hat sogar schon ein Kind! Gleich mal ein paar Bilder des Kindes, die sie einfach postet anschauen. Schon niedlich das kleine.
Und dann unter einem Kinderbild ein Link zu einem Blog. Zeit zum Aufwachen, es geht um Impfungen. Mhm, klingt ja schon mal interessant und so, als wären da Impfgegner aktiv. Gleich mal anklicken.
Und wirklich: ich lag ganz richtig mit meiner Vermutung.
Ein Forscher, der ehemals an Impfungen gearbeitet hat, wird interviewt. Er erzählt, wie verunreinigt die ganzen Impfstoffe sind. Er erklärt, dass gar nicht bewiesen ist, dass Geimpfte wirklich geschützt sind. Auch wenn man gegen Masern geimpft wurde und sie nicht bekommen hat, lag das ja vielleicht auch nur daran, dass man keinen Kontakt zu dem Virus hatte. Und wenn man gesund lebt und glücklich ist - der Geist macht nämlich den Großteil des Immunsystems aus; muss man wissen - bekommt man die Krankheit auch ohne Impfung nicht.
Und sowieso: Impfungen verursachen Autismus, Impfungen lösen die Krankheit aus, vor der sie schützen sollen und wenn das Kind durch die Impfung schon nicht autistisch wird, dann werden dadurch zumindest seine geistigen Möglichkeiten eingeschränkt. Aufmerksamkeitsstörungen, Wutanfälle oder einfach nicht im Vollbesitz der geistigen Fähigkeiten? Das muss an der Impfung liegen!
Eine Infektion durchzumachen, lässt das Kind stark werden und reifen, jawoll. Ein paar sterben vielleicht, ein paar haben vielleicht Komplikationen (bei Mumps beispielsweise Hirnhautentzündung oder Hodenentzündung, die zu Unfruchtbarkeit führen kann) aber hey: das Kind ist daran gewachsen und gereift!
Impfungen sind Gift, die Pharmaindustrie verheimlicht das aber, denn schließlich verdient sie Geld damit. Und abgesehen davon wirken Impfungen auch sowieso nicht schützend.
Natürlich dürfen in so einem Artikel ein paar willkürlich eingestreute Bilder von kranken, Mitleid erregenden Kindern nicht fehlen. Erste Assoziation: Oh Gott, die armen Kinder wurden geimpft und sind jetzt todkrank! Aber nein: das Kind auf dem ersten Bild hat Pocken. Wäre ihm mit Impfung nicht passiert. Das schreibt man in so einem Artikel aber nicht drunter.
Die anderen zwei Bilder sind nicht mal beschriftet. Some random schwer kranke Kinder einfach um dem Text Nachdruck zu verleihen.
Beim Lesen des Artikels haben sich mir die Zehennägel hoch gerollt. Wer verbreitet so einen pseudowissenschaftlichen Mist, dessen Ziel es primär ist, Panik zu machen?!
Impfungen sind eine unheimlich geniale Sache, denn sie ermöglichen es, präventiv dafür zu sorgen, dass man gar nicht erst erkrankt. Das ist noch ein Stück besser als das perfekte Medikament, dass die schon eingetretene Krankheit zuverlässig und sicher heilt.
Warum sollte ich auf diese geniale Erfindung freiwillig verzichten? Klar, so eine Nadel im Arm ist nicht das angenehmste, was ich mir vorstellen kann, danach vielleicht einen Tag leichter Schmerz im Muskel, in den injiziert wurde - aber lieber das als sich tatsächlich in Tetanus Krämpfen zu winden nur weil ich mir bei der Gartenarbeit an einem morschen Holzstück eine Verletzung zugezogen habe.
Was auch großartig an Impfungen ist: wenn die Bevölkerung größtenteils geimpft ist, wird sich für den Fall, dass es doch mal ein Kind mit Masern im Kindergarten gibt, der geimpfte Teil dessen Kontaktpersonen nicht anstecken. Damit schützt man auch die Ungeimpften in gewisser Weise vor weiterer Verbreitung der Masern, weil man sich ja nicht ansteckt und infektiös wird, wenn man geimpft wurde. Das funktioniert aber auch nur solange der Großteil der Bevölkerung die schützenden Impfungen erhält. Herdenschutz nennt sich das.
Ich verstehe nicht wirklich, wie sich solche Impfgegner an ihren Behauptungen festhalten können. Es erinnert mich an übertriebenen religiösen Wahn. Die Erde ist eine Scheibe und Impfungen machen krank. Vielleicht ist es die Angst vor den Dingen, die man nicht genau versteht.
Ich finde es sehr schade, dass mit solchen Artikeln die Angst bewusst geschürt wird. Statt aufzuklären, was für Vorteile und auch Risiken Impfungen bieten, wird einfach eine Panik machende Verschwörungstheorie aufgetischt. Es macht mich wütend, so etwas zu lesen aber gleichzeitig auch einfach traurig, wenn ich daran denke, dass genau solche Artikel Eltern vielleicht dazu bringen, ihr Kind nicht impfen zu lassen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr den Artikel, der mich so verärgert hat hier lesen. Ich übernehme keine Garantie für die danach entstehenden Schäden, wenn ihr vor Wut, dass solch ein Schwachsinn verbreitet wird, schwere Gegenstände durchs Zimmer werft.
Wie steht ihr zu dem Thema?
Apfelkern
Dienstag, 16. September 2014
Das Spitze muss ins Rote
Also eins steht schon mal fest: die Eloquenz eines Fußballtrainers habe ich nicht und deshalb bitte ich schon mal um Verständnis für meinen heutigen Titel.
Was ich zum Glück besser kann als mir innovative Überschriften für meine Posts auszudenken, ist Blut abnehmen. Da ich das aktuell während der Famulatur täglich mache, hatte ich Anlass, ein wenig darüber nachzudenken.
Wahrscheinlich allen Menschen wird im Laufe ihres Lebens einmal Blut abgenommen und jeder erlebt es anders. Manche sind da ganz schmerzbefreit und entspannt, andere bekommen schon Panik, wenn man nur erwähnt, dass man gerne ein Blutbild machen würde.
Ich denke, die Angst vorm Blutabnehmen kommt einerseits oft daher, dass man es so gut wie noch nie erlebt hat und sich aber in der Zeit die Horrorgeschichten anderer angehört hat und seiner Fantasie freien Lauf gegeben hat, Angst davor zu entwickeln. Andererseits haben einige wirklich schlechte Erfahrungen gemacht, die vom blauen Fleck über mehrfaches Anstechen und herum stochern auf der Suche nach der Vene bis hin zu "spritzendem" Blut bei nicht entfernter Stauung gehen. Dann ist natürlich die Angst da, dass es wieder passiert.
Das macht es einem nicht leichter, wenn der Patient eh schon halb hysterisch wird angesichts der bevorstehenden Blutentnahme. Ich bin immer recht froh, dass sie dazu eh sitzen oder liegen und mir deshalb nicht einfach umkippen oder wegrennen können.
Wenn der Patient ruhig ist, bin ich selber immer auch viel entspannter weil ich weiß, dass ich falls ich im ersten Anlauf tatsächlich mal nicht die Vene treffen sollte, es einfach noch mal versuchen kann. Letztlich macht die große Aufregung es dem Angezapften und dem Anstechenden das Leben schwer.
Ich kann mich noch ziemlich gut an mein erstes Mal Blut abnehmen erinnern. Es war ein Praktikum im zweiten Semester, bei dem wir gegenseitig aneinander unser Glück versuchen konnten. Mein Partner war ein sportlicher Kommilitone mit Venen, die einem schon ohne Stauung quasi entgegen sprangen. Ein Träumchen. Entsprechend einfach traf ich auch das Gefäß sofort und war unendlich erleichtert. Er dagegen verzweifelte an meinen eher weniger gut sichtbaren aber durchaus tastbaren Venen in der Armbeuge. Obwohl er mehrfach die Kanüle in meinen Arm stach, fand er kein Blut.
Ihm war das sehr unangenehm aber ich war noch wie berauscht von meinem Erfolg auf der Suche nach Blut und fand es daher auch nicht so schlimm, dass er ein paar mehr Versuche an mir brauchte. Letztlich war er auch erfolgreich und alle erleichtert.
Es ist alles eine Frage der Übung und die Tipps der Schwestern, die schon seit Jahrzehnten Venen punktieren, sind Gold wert. Der Indianername von Schwester Inge ist nicht umsonst die, die bei jedem eine Vene trifft.
Eine große Erleichterung sind auch die im Gegensatz zu den Systemen mit starren Nadeln so gut zu führenden Butterfly Kanülen.
Selbst habe ich keine traumatischen Erlebnisse gehabt, als mir Blut entnommen wurde. Allein die großen Kanülen beim Blutspenden empfinde ich als recht unangenehm. Im Gegensatz zu den Kanülen für die Standardblutabnahmen haben die beim Blutspenden einen größeren Durchmesser und hinterlassen bei mir sogar winzig kleine Narben an denen die Haut quasi ausgestanzt wurde. Damit Blut abzunehmen ist wahrscheinlich auch noch mal ein bisschen anders.
Eine Sache, bei der mir immer ein bisschen anders wird, ist wenn jemand Blut entnimmt und dabei keine Handschuhe trägt. Warum sollte man auf diesen Selbstschutz verzichten und sich dem möglicherweise infektiösem Blut aussetzen?!
Das Argument, dass man mit Handschuhen nicht so gut tasten kann, ist in meinen Augen Schwachsinn insofern man denn passende Handschuhe hat. Im Normalfall kommt man nicht mit Blut in Kontakt aber was ist, wenn der Patient Blutverdünner nimmt, ewig nachblutet oder sonst irgendwas passiert? Dann muss ich mir deren Blut wirklich nicht in bei mir eventuell vorhandene kleine Hautwunden schmieren lassen und mich einem unnötigen Risiko aussetzen.
Auch wenn ich beim Blutspenden oder auch beim Hausarzt oft erlebt habe, dass mir von einer Person ohne Handschuhe Blut entnommen wird, trage ich immer welche, wenn ich selbst Venen ansteche. Wie heißt es so schön: No glove, no love!
Und was habt ihr schon so für schöne Sachen bei der Blutentnahme erlebt?
Apfelkern
Was ich zum Glück besser kann als mir innovative Überschriften für meine Posts auszudenken, ist Blut abnehmen. Da ich das aktuell während der Famulatur täglich mache, hatte ich Anlass, ein wenig darüber nachzudenken.
Wahrscheinlich allen Menschen wird im Laufe ihres Lebens einmal Blut abgenommen und jeder erlebt es anders. Manche sind da ganz schmerzbefreit und entspannt, andere bekommen schon Panik, wenn man nur erwähnt, dass man gerne ein Blutbild machen würde.
Ich denke, die Angst vorm Blutabnehmen kommt einerseits oft daher, dass man es so gut wie noch nie erlebt hat und sich aber in der Zeit die Horrorgeschichten anderer angehört hat und seiner Fantasie freien Lauf gegeben hat, Angst davor zu entwickeln. Andererseits haben einige wirklich schlechte Erfahrungen gemacht, die vom blauen Fleck über mehrfaches Anstechen und herum stochern auf der Suche nach der Vene bis hin zu "spritzendem" Blut bei nicht entfernter Stauung gehen. Dann ist natürlich die Angst da, dass es wieder passiert.
Das macht es einem nicht leichter, wenn der Patient eh schon halb hysterisch wird angesichts der bevorstehenden Blutentnahme. Ich bin immer recht froh, dass sie dazu eh sitzen oder liegen und mir deshalb nicht einfach umkippen oder wegrennen können.
Wenn der Patient ruhig ist, bin ich selber immer auch viel entspannter weil ich weiß, dass ich falls ich im ersten Anlauf tatsächlich mal nicht die Vene treffen sollte, es einfach noch mal versuchen kann. Letztlich macht die große Aufregung es dem Angezapften und dem Anstechenden das Leben schwer.
Ich kann mich noch ziemlich gut an mein erstes Mal Blut abnehmen erinnern. Es war ein Praktikum im zweiten Semester, bei dem wir gegenseitig aneinander unser Glück versuchen konnten. Mein Partner war ein sportlicher Kommilitone mit Venen, die einem schon ohne Stauung quasi entgegen sprangen. Ein Träumchen. Entsprechend einfach traf ich auch das Gefäß sofort und war unendlich erleichtert. Er dagegen verzweifelte an meinen eher weniger gut sichtbaren aber durchaus tastbaren Venen in der Armbeuge. Obwohl er mehrfach die Kanüle in meinen Arm stach, fand er kein Blut.
Ihm war das sehr unangenehm aber ich war noch wie berauscht von meinem Erfolg auf der Suche nach Blut und fand es daher auch nicht so schlimm, dass er ein paar mehr Versuche an mir brauchte. Letztlich war er auch erfolgreich und alle erleichtert.
Es ist alles eine Frage der Übung und die Tipps der Schwestern, die schon seit Jahrzehnten Venen punktieren, sind Gold wert. Der Indianername von Schwester Inge ist nicht umsonst die, die bei jedem eine Vene trifft.
Eine große Erleichterung sind auch die im Gegensatz zu den Systemen mit starren Nadeln so gut zu führenden Butterfly Kanülen.
Selbst habe ich keine traumatischen Erlebnisse gehabt, als mir Blut entnommen wurde. Allein die großen Kanülen beim Blutspenden empfinde ich als recht unangenehm. Im Gegensatz zu den Kanülen für die Standardblutabnahmen haben die beim Blutspenden einen größeren Durchmesser und hinterlassen bei mir sogar winzig kleine Narben an denen die Haut quasi ausgestanzt wurde. Damit Blut abzunehmen ist wahrscheinlich auch noch mal ein bisschen anders.
Eine Sache, bei der mir immer ein bisschen anders wird, ist wenn jemand Blut entnimmt und dabei keine Handschuhe trägt. Warum sollte man auf diesen Selbstschutz verzichten und sich dem möglicherweise infektiösem Blut aussetzen?!
Das Argument, dass man mit Handschuhen nicht so gut tasten kann, ist in meinen Augen Schwachsinn insofern man denn passende Handschuhe hat. Im Normalfall kommt man nicht mit Blut in Kontakt aber was ist, wenn der Patient Blutverdünner nimmt, ewig nachblutet oder sonst irgendwas passiert? Dann muss ich mir deren Blut wirklich nicht in bei mir eventuell vorhandene kleine Hautwunden schmieren lassen und mich einem unnötigen Risiko aussetzen.
Auch wenn ich beim Blutspenden oder auch beim Hausarzt oft erlebt habe, dass mir von einer Person ohne Handschuhe Blut entnommen wird, trage ich immer welche, wenn ich selbst Venen ansteche. Wie heißt es so schön: No glove, no love!
Und was habt ihr schon so für schöne Sachen bei der Blutentnahme erlebt?
Apfelkern
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