Sonntag, 14. August 2011

Ein Pferd für mich!

Die stinknormalen und inflationär vergebenen Blog Awards scheinen nichts für mich zu sein. Nach dem nichtexistenten Award hat Hobbystalkerin T. mir nun einen Trojaner untergeschoben, um mehr über mich zu erfahren: den Tell me about yourself Award. 
Danke schön dafür.

Aber an dessen einprägsamen Namen muss noch dringend gearbeitet werden.

Nun aber zu den großen Geheimnissen, die ich hier preisgeben soll. Schön mitschreiben, Google.

1.Es ist wunderbar, wildfremde Leute einfach anzulächeln. Meistens sind sie dann völlig verwirrt und fragen sich, ob sie mich kennen würden. Interessant, wie unterschiedlich Menaschen darauf reagieren: entweder völlig erfreut (meistens ältere Menschen) oder verunsichert bis aggressiv.


2.Ich gehe unheimlich gern in die Bibliothek, weil man einfach alles kostenlos mitnehmen darf. Okay, man muss es wieder zurück bringen. Trotzdem kann ich mir ein Leben ohne Bibliothek schwer vorstellen.

3 Ich hasse Zigaretten und ihren Geruch. Warum Menschen noch rauchen, obwohl sie wissen, dass es teuer ist, süchtig macht, Lebenszeit kostet und andere abstößt verstehe ich überhaupt nicht.
Auf einen Satz: Raucher stinken, bekommen jung Falten, gelbe Zähne und sterben früher.

4.Während eines Gewitters setze ich mich am liebsten auf unsere (überdachte) Schaukel und lese. Es wäre jetzt wieder soweit.

5. Es ist wunderbar, nachts nackt im See baden zu gehen. Denn es ist ein unvergleichlicher Nervenkitzel zu glauben, ganz allein mit allem, was sich im Dunkel unter einem  im Wasser befindet zu sein und dabei dem Mond entgegenzuschwimmen.
Dafür fahre ich nicht abends zum See, sondern nehme das Bad, wenn ich auf dem Boot meines Großvaters übernachte. Gut, dass es in einer abgelegenen Ecke steht.


6.Ich mag keine Kaugummis. Meistens schmecken sie schon nach kurzer Zeit nach ... nun ja, Gummi.
Und es stört mich sehr, im Gespräch mit anderen dauernd ihren Kaugummi zwischen den Zähnen kleben sehen zu müssen. Dazu auch noch das schrecklich katschende Geräusch. Ürgs.

7. In Anfällen von Langeweile lese ich wahllos Beautyblogs. Umso dämlicher desto besser.

So, das sollte reichen Schließlich muss ich ja noch Material für weitere Fragerunden aufsparen.
Nun bin ich an der Reihe anderen den Trojaner...äh ... Award unterzuschieben. Ich möchte den Award aber nicht wie üblich an drei oder mehr Blogs weiterreichen, damit das exponentielle Zuwachs seiner Ausbreitung zumindest ein wenig gestoppt wird.

Kurz: Venus, du bekommst ein paar Lorbeeren von mir.
Dein Blog gefällt mir, weil er sehr abwechslungsreich und immer wieder interessant ist. Außerdem hast du ihn dir nach den gefühlt endlosen Basteleien am Layout verdient.

Apfelkern


Samstag, 13. August 2011

Kraut im Haar

Nachdem der gestrige Post ordentlich Diskussionsmaterial geliefert hat, geht es heute deutlich harmloser zu.

Ich habe ein paar Blümchen gehäkelt und auf Haarspangen befestigt. Sie sind ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin. Ihr Haar ist dunkelbraun, sodass die Spangen kaum noch sichtbar sein sollten.



Und natürlich ein Tragefoto, weil alle das so sehr lieben.

Ich finde die Blümchen ziemlich niedlich. Und sie passen super in den aktuell trendigen Ethno Style.
Okay, letzteres ist mir hinsichtlich der Kleiderwahl ziemlich egal aber ich wurde davon inspiriert.

Apfelkern

Freitag, 12. August 2011

Thank God It's Friday

Vor kurzem hatte meine Schwester Geburtstag. Unter den Geschenken war auch das aktuelle Album von der liebreizenden Katy Perry. Gekauft von ahnunglosen Müttern, die sich durch bunte Perücken von dreiviertelnackten Musikerinnen auf dem Titel ablenken ließen und so glaubten, es wäre pädagogisch wertvoll, einem Kind dieses Werk zum 13. Geburtstag zu schenken.

Es kam wie es kommen musste: fröhlich Katys Lieder trällernd sprang das Kind durch das Wohnzimmer. Irgenwann war die Freude so groß, dass sie geteilt werden musste. So wurden mir die Liedchen vorgespielt und weckten in mir eine Frage: Weißt du eigentlich, was sie da überhaupt singt?!
Natürlich nicht.

Hier ihr der angeblich harmlose und kinderfreundliche Text des aktuellen Ohrwurms meines Schwesterchens:


There's a stranger in my bed,
Ein Fremder im Bett. Na ja, soll heutzutage ja öfter vorkommen. Also kein Grund zur Sorge
There's a pounding my head
Die Gefahren von Drogen und Alkohol sind allen bekannt. Aber das Sie soetwas machen, Frau Perry ... tststs
Glitter all over the room
Wer soll das Chaos wieder beseitigen ?!
Pink flamingos in the pool
Urgs - amerikanischer Kitsch. Aber immerhin mal eine harmlose Zeile.
I smell like a minibar
Nette Umschreibung für "meine Fahne riecht man drei Kilometer gegen den Wind"
DJ's passed out in the yard
Noch eine ohnmächtige Schnapsleiche im Garten.
Barbie's on the barbeque
Gestern wurde die Puppe noch liebevoll gebürstet und heute wird sie geröstet. So wird der Jugend von heute Gewalt als völlig normal dargestellt.

There's a hickey or a bruise
Knutschfleck oder Hämatom - ich fürchte es ist ersterer. Besorgniserregend, dass sie sich daran nicht erinnern kann.
Pictures of last night
Was da wohl so drauf ist...
Ended up online
Ja, die Partybilder wird dein zukünftiger Chef vor dem Bewerbungsgespräch sicher sehen und "like" klicken
I'm screwed
Stimmt, da ist sie jetzt am Arsch. Oho, ist das etwa ein Rest von Selbstreflektion?
Oh well
Blöd nur, dass ihr das auch egal ist
It's a black top blur
Alles schwarz und verschwommen. Fragt sich nur, ob sich das auf ihre Erinnerung oder die Bilder bezieht.
But I'm pretty sure it ruled
Ja klar, Hauptsache es war alles cool und hip. Typisch für diese oberflächlichen California Girls.
Damn
Korrekt.

Last Friday night
Letzten Freitag -oh, klingt noch nicht schlimm. Wird noch.
Yeah we danced on tabletops
Juhu, wir haben auf dem Tisch getanzt. Wie Mutti das wohl findet.
And we took too many shots
Aha, zu viele Schnäpse gesoffen. Aber bestimmt nicht guten Whisky oder Wodka sondern so ein buntes Likörzeug. Kein Wunder, dass sie von dem Fusel Kopfschmerzen bekommen hat.
Think we kissed but I forgot
Ich hätte auch nichts anderes als wildes Rumgeknutsche mit Fremden von ihr erwartet, nachdem ihr erster Hit I kissed a Girl hieß.

Last Friday night
Letzten Freitag - ich bin schon auf schlimmes eingestellt.
Yeah we maxed our credit cards
Toll, Kreditkarte überzogen. Was soll da das "yeah"? Ich würde mich jedenfalls darüber nicht freuen sondern eher in Panik verfallen.
And got kicked out of the bar
Aus dem Lokal geschmissen. Aber schön, dass du das alles so locker nehmen kannst.
So we hit the boulevard
Na dann saufen wir halt woanders weiter

Last Friday night
Langsam glaube ich, alle Saufgeschichten fangen so an: letzten Freitag/Samstag/Sonntag/Montag/...
We went streaking in the park
Wir sind durch den Park geflitzt. Klingt doch halbwegs vernünftig.
Skinny dipping in the dark
Nacktbaden im Dunkeln. Ist echt toll, mach ich auch gerne.
Then had a menage a trois

Schweinerei mit drei. Die Jugend sollte erst einmal klein anfangen. Sprich zu zweit.
Last Friday night
Ich ahne schlimmes.

Yeah I think we broke the law
Echt total knorke, so auf Abwege zu kommen. Hey, Gefängnisse sind ja auch all inclusive und coole Tattoos bekommt man dort auch.
Always say we're gonna stop-op
Und wir sagten uns immer, wir würden aufhören. Hört sich ganz so an, als wäre es bei dem guten Vorsatz geblieben. Selbstdisziplin ist also auch nicht die Stärke der guten Frau.
Whoa-oh-oah
Da ist uns wohl nichts mehr eingefallen. Egal, sinnloses Geträller kommt immer gut.

This Friday night

Oha, ein Parallelismus zu "last Friday Night". Erweckt den Eindruck, verhängnisvolles stünde bevor.
Do it all again
Man denkt, sie würde Konsequenzen aus dem Schlamassel vom letzten Freitag ziehen, aber nein: Lerneffekt gleich null.

This Friday night
Das Kreativitätslevel sinkt. also setzt man auf eindringliche Wiederholungen.
Do it all again
Ich kann mich auch wiederholen: Lerneffekt gleich null.
Im Normalfall selektiert die Natur diese dummen Individuen aus. In unserer Gesellschaft zelebrieren wir sie als Idole.

Trying to connect the dots
Ah, sie meint wohl diese Kinderbildchen. Oder ihr drogenbedingtes Blackout.
Don't know what to tell my boss
Wüsste ich an ihrer Stelle auch nicht. Immerhin ist noch ein wenig Schamgefühl da.
Think the city towed my car
Man hat also dein Auto abgeschleppt. Da sage ich mitleidslos: man fährt grundsätzlich nicht mit dem Auto zu Partys, bei denen solche Exzesse mit Rauschmitteln vorgesehen ist. Davon abgesehen wird sie wohl nüchtern  das Auto falsch geparkt haben. Eigene Blödheit.
Chandelier is on the floor
Liebe Kinder, vor unkontrollierbaren Feten hängt man immer den guten Kristalleuchter von Oma ab, bevor er sich selbst abhängt. Wenn ihr versteht, was ich meine.
Ripped my favorite party dress
Lass mich raten: es war kurz, eng, halbdurchsichtig und pink?

Warrants out for my arrest
Es liegt auch noch ein Haftbefehl gegen sie vor.Klingt, als wäre sie stolz darauf.Damit verbaut sie sich doch die gesamte Karriere!
Think I need a ginger ale
Wahrscheinlich.
That was such an epic fail

Wie die Faust auf's Auge: Epic Fail trifft es.

Pictures of last night
Ended up online
I'm screwed
Oh well
It's a blacked out blur
But I'm pretty sure it ruled
Damn
Kennen wir alles schon. Ist noch genauso bescheuert wie vorher.


Last Friday night
Yeah we danced on table tops
And we took too many shots
Think we kissed but I forgot
Laaangweilig! Oh, jetzt wirkt es auch schon bei mir und mich beeindrucken solche Exzesse kaum noch. 

Last Friday night
Yeah we maxed our credits card
And got kicked out of the bars
So we hit the boulevards
Fällt ihr nichts neues mehr ein oder sind ihr die anderen Schweinereien selbst zu peinlich, um sie laut herauszuposaunen?


Last Friday night
We went streaking in the park
Skinny dipping int he dark
Then had a menage a trois
Yeah I think we broke the law
Always say we're gonna stop-op
Oh whoa oh
Bekommt man mehr Geld für ein langes Lied oder weshalb muss die Menschheit diese Zeilen wiederholt vorgesungen bekommen?

This Friday night
Do it all again
Do it all again
 Sie hat wirklich nichts aus dem selbstbetitelten epic fail gelernt.
This Friday night
Do it all again
Do it all again
This Friday night
Da hält sich wohl jemand für ganz toll.

T.G.I.F.
Zur Erklärung: Thank God It's Friday.
T.G.I.F.
Merkwürdig, meine lieben prüden Amerinkaner. Zuerst legt man sich ein Purity Ring zu und will ewig und drei Tage keusch sein und dann hat man plötzlich  eine menage a trois,. Aber hey - sie kann sich ja eh an nichts mehr erinnern.
T.G.I.F.
Jetzt beruft sie sich auf Gott und täuscht vor, reumütig zu sein.
T.G.I.F.
Aber uns ist doch allen klar: nächsten Freitag wird sie alles noch einmal machen.
T.G.I.F.
Woher sie wohl die vielen Autos hat? Immerhin lässt sie ja wöchentlich eins abschleppen.
T.G.I.F.

Last Friday night
Yeah we danced on table tops
And we took too many shots
Think we kissed but I forgot

Last Friday night
Yeah we maxed our credit cards
And got kicked out of the bar
So we hit the boulevard

Last Friday night
We went streaking in the park
Skinny dipping in the dark
Then had a menage a trois


Last Friday night
Yeah I think we broke the law
Always say we're gonna stop
Oh-whoa-oh
This Friday night
Do it all again

Da der Text jetzt bekannt ist folgt nun die dazugehörige Melodie. Ziemlich empört hat mich auch der Applaus am Ende. Wer gratuliert denn bitte sehr auch noch zu einem solchen Fehlverhalten?!


Nachdem sie uns nun fröhlich ihre Exzesse vorgeträllert hat ist uns wohl allen klar: sie ist ganz schön versaut, eher aufreizend als liebreizend, eine Verführerin unschuldiger Kinderseelen. Wahrscheinlich denken unwissende zehnjährige bald es wäre normal, sich Eistüten auf Bikioberteile zu kleben und von Außerirdischen vergewaltigt zu werden. Sie ist eine Seelenfängerin, da bin ich mir sicher.

Wer sich als nur noch auszuwickelndes übergroßes Bonbon darstellt und dabei zufällig bestimmte erotisierende Signale aussendet denkt eiskalt nur eins: sex sells.


Ein Flop, die gute Frau Perry.

Denkt also nach, bevor ihr irgendwelche Lieder naiv nachsingt. Manche Leute achten nämlich doch auf den Text. Apropos: Rhiannas Rude Boy war ähnlich dreist gestrickt.


Apfelkern

Donnerstag, 11. August 2011

Phantombilder

Es geht weiter mit dem kleinen Bilderrätsel vom Sonntag, denn ich habe Monsikatzis Zeichnung im zweiten Anlauf erkannt.
Hier noch einmal die Regeln:

1. Zeichne einen allgemein bekannten und berühmten Charakter (fiktiv oder real)
Gerne können typische Kleidung und Haltung des Charakters berücksichtigt sein.
2. Poste es und fordere die Leser auf zu raten, wer abgebildet ist.
3. Wer in den Kommentaren zuerst die richtige Antwort nennt ist als nächstes damit an der Reihe innerhalb von maximal zwei Tagen ein eigenes Bild zu zeichnen, es zu posten und errraten zu lassen.


Und von Monsikatzi greife ich einfach die Idee auf, alle vorhergegangenen Bilder statt nur eines zu verlinken. Ich bin gespannt, wie lange das fortgesetzt werden wird.

1. Apfelkern mit der Queen
2. Zeitzeugin mit Wolverine
3. Monsikatzi mit einem unerkannt gebliebenen aber wunderschönen Castiel und dem sofort identifizierten Super Mario

Und nun mache ich weiter mit einem neuen Bildchen.

Aber vorher wird noch einmal die Zeichenkunst von Monsikatzi bewundert.


Okay, das sollte reichen. Hier das neue Phantombild:


Viel Freude beim Rätseln.

Apfelkern


Es ist wieder soweit

Seitdem ich es zum letzten Mal getan habe ist schon einige Zeit vergangen. Deshalb traue ich mich mal wieder, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Nicht, dass mir hier jemand vorwirft, einen Gewinnspielblog zu betreiben.

In Jules' Oase habe ich endlich ein wirklich liebevoll zusammengestelltes Gewinnpaket entdeckt. Denn Jules verlost nicht ihre Fehlkäufe oder kostenlose Testprodukte, sondern ließ ihre Leser abstimmen, welche Produkte sie wollen. Oh, ich habe noch nicht ewrwähnt, dass es sich bei dem Preis um einen Haufen Kosmetik handelt. Tja, wir sind halt alle ein bisschen Tussi. Und darum nehme ich auch teil.

Hier noch ein Bildchen des Preises:





Ihr seht ja schon - kein Grund mitzumachen. Denn das würde ja meine Gewinnchance reduzieren. Öchöm.

Darum gibt es jetzt ein kleines Spezialquiz, das ich T. widme: Ist der Apostroph in Jules' Oase richtig gesetzt?

a) ja
b) nö
c) Weiß ich doch nicht. Rechtschreibung ist mir echt zu doof.

Apfelkern

Dienstag, 9. August 2011

Viertel nach elf in deutschen Haarkürzereien

Heute war ich beim Friseur. So fängt für viele Mädchen angeblich ein klassischer Albtraum an, ich komme allerdings erstaunlich gut damit klar. Dachte ich.

Als ich ankam (Skandal - ich war ungeschminkt!) war die Haarschneiderin, die meine Frisur für gewöhnlich richtet dabei einer Frau Farbe ins Haar zu pinseln. Das erstaunte mich sehr, denn ich war pünktlich und hatte einen Termin. Sie nickte entschuldigend und so wusch mir eine  Auszubildende das Haar.

Das Mädel hatte ich schon bei meinem letzten Termin vor einem halben Jahr bemerkt. Damals war ihr Haar noch sehr lang, zu stark blondiert und irgendwie langweilig. Soll heißen, es hing einfach nur glatt herab. Das trage ich zwar täglich auch, doch ich habe auch keine Ambitionen, anderen Haarschnitte zu verkaufen.
Nun war ihr Haar noch extremer gebleicht, fast weiß und asymmetrisch geschnitten. Eine Seite noch immer sehr lang und die andere raspelkurz. Sah aus wie Ich probiere mal was ganz neues, möchte mich aber nicht völlig von meiner langen Haarpracht trennen.

 Ich weiß nicht warum Friseurinnen glauben, auffällig asymmetrische Schnitte wären toll. Es sieht einfach nur von jeder Seite auf eine andere Art merkwürdig und von vorne beziehungsweise hinten schrecklich aus.

Sie versuchte die Höhe des Waschbeckens einzustellen. Endergebnis war ein viel zu niedriges Becken. Ich wollte doch nicht horizontal liegen. Egal, ich nickte die Frage nach dem Wohlbefinden ab.
Das Wasser war viel zu kalt. Auf das obligatorische "stimmt die Temperatur so?" antwortete ich mit ja. Aber ich bin ja ein ruhiger und gutmütiger Mensch, sodass ich mich nicht beschwerte.  Beim Waschen überflutete sie meinen Gehörgang. Wie gesagt, ich bin sehr duldsam und nicht auf Zank aus. Immerhin tupfte sie mal kurz mit dem Handtuch an mein Ohr. Davon ließ sich das Wasser darin allerdings wenig beeindrucken. Immerhin kam ich danach zu meiner Haarbändigerin.

Die übliche Frisur? Nicken. Also bekam ich wieder meinen Stufenschnitt und musste nicht einmal mit ihr reden.
Bis sie spontan darauf zu sprechen kam, dass meine Mutter ihr bei ihrem Friseurbesuch erzählt hätte, wie splissig mein Haar geworden sei. Klar, das passiert, wenn man zwischen den Friseurbesuchen ein halbes Jahr Pause einschiebt. Ich wusste ja selbst, dass ich die Gräfin von und zu Spliss war, doch musste Mutti alles ausplaudern?!
Tja, das hat man davon, zum gleichen Friseur wie die Mutter und die Schwester zu gehen.

Wenigstens schnitt sie die besprochenen Splissspitzen ab.

Mehr oder weniger zufrieden - ich ärgerte mich dann doch, der Auszubildenden nicht gesagt zu haben, was sie hätte anders machen sollen - kam ich in einer kurzen Regenpause trocken nach Hause. Reaktion meiner Mutter: Oh, sie hat ja kaum was abgeschnitten - Bitte was?! Mindestens sechs Zentimeter sind weggeschnippelt worden!
Reaktion meiner Schwester: Öde. Sieht ja aus wie immer - Ach nee. Hätte ich etwas "neues" ausprobiert hätte es nur geheißen, dass ich mich total verändert hätte (ja,ja, das ist der schlechte Einfluss meiner Freunde) oder sie doch eh nur kopiere.

Gelernt habe ich, dass nicht der Friseurbesuch selbst als so schrecklich negativ empfunden wird (geflutetes Ohr hin oder her), sondern die Reaktion der restlichen Menschheit auf die Veränderung. Und in meinem Fall war sie eh nur minimal.

Den Tag kann es mir trotzdem nicht ruinieren, denn heute Abend gehe ich mit Karo zu einem Konzert von Placebo in einem kleinen Club in Berlin. Dann fliegen die Haare sowieso wieder völlig durcheinander.

Apfelkern