Samstag, 14. Juni 2014

Umweltbewusst und perfekt für die Zombieapokalypse

Schon eine Weile überlege ich, ob ich über dieses Thema schreiben soll. Vielleicht wirkt es ja einfach nur komisch, die paar Männer unter meinen Lesern können damit auch eher nicht so viel anfangen. Trotzdem möchte ich darüber schreiben, denn dass andere Bloggerinnen sich getraut haben, das Thema anzusprechen, hat für mich einiges verändert. Genau genommen war es eine Art kleine Revolution für mich. Es geht um Menstruationstassen.

Menstruationstassen?! Als ich zum ersten Mal davon gelesen habe, wusste ich auch nicht so richtig, was ich mir eigentlich darunter vorstellen soll und wozu das gut sein soll - immerhin gab es doch schon die für mich bis dato ultimative Lösung zum Thema Monatshygiene in Form von Tampons. 
Kurze Erklärung: Menstruationstassen sind kleine Becher aus Silikon oder Thermoplastischem Elastomer (TPE), die ähnlich wie Tampons eingeführt werden und das abfließende Blut auffangen. Klingt schon ein wenig merkwürdig.

Nach der Lektüre von Erbses wirklich wunderbar geschriebenem Artikel, der bei mir sehr viele Unklarheiten beseitigt hat, war ich interessiert, so ein zugegeben schon ein wenig komisches Te
il auszuprobieren. Denn die Vorteile gegenüber Tampons sind wirklich riesig.

Zuerst einmal der Kostenfaktor: Tampons sind verdammt teuer (wenn man die guten von o.b. kauft, sind das pro Packung mit 56 Stück locker vier Euro) und angesichts des monatlichen Verbrauchs ist das wirklich kein Vergnügen insofern es überhaupt eines ist. Eine Menstruationstasse hingegen kann man mehrere Jahre lang verwenden und nach jedem Zyklus einmal in Wasser zur Reinigung auskochen.

Die Verpackung 
Dass man sie wiederverwenden kann sorgt auch dafür, dass man einerseits der Umwelt etwas Gutes tut indem man deutlich weniger Müll produziert aber andererseits muss man nicht immer wenn man unterwegs ist oder bei Freunden übernachtet, einen Mülleimer suchen, in dem man möglichst unauffällig seine benutzen Hygieneartikel entsorgen kann. Und auch das stille Hoffen, der Mülleimer würde rechtzeitig entsorgt, um ein baldiges Stinken zu vermeiden, kann man sich mit einer Menstruationstasse sparen.

Überhaupt: es ist wunderbar, nicht immer Unmengen von Tampons mit sich herum zu tragen, weil man sicher gehen will, unterwegs nicht plötzlich ohne da zu stehen. Seitdem ich die Menstruationstasse nutze, fällt mir während meiner Regel auch nicht mindestens einmal am Tag zufällig mein Reservetampon aus der Hosentasche und sorgt für peinliche Situationen.
Ich denke, dass auch für Reisen Menstruationstassen unglaublich praktisch sind: einerseits muss man nicht sicherheitshalber große Vorräte davon einpacken und andererseits fällt kein Müll an, den man nicht immer problemlos (z.B. auf Wanderungen, Toiletten ohne Mülleimer) entsorgen kann.

Da eine Menstruationstasse viel mehr Blut (mein kleines Modell schafft z.B. 25ml) auffangen kann als ein Tampon oder eine Binde, hat man sie bei normaler Blutung auch lange Zeit (10 Stunden sind bei mir problemlos drin) einfach seine Ruhe und muss nicht alle drei Stunden für einen Boxenstopp mit Reifenwechsel aufs Klo huschen. Wenn ihr wisst, was ich meine.

Richtig eingesetzt spürt man die Menstruationstasse genauso wenig wie einen Tampon und so schränkt sie einen in keiner Weise in den Alltagsaktivitäten ein. Sport ist kein Problem und selbst beim Schwimmen sind sie im Vergleich zu Tampons die deutlich bessere Lösung: es hängt keine Schnur raus, die sich schön mit Wasser vollsaugen kann.

Apropos vollsaugen: so ein Tampon absorbiert sämtliche vaginale Flüssigkeit. Also nicht nur das Blut sondern auch die Flüssigkeit, die unter anderem unsere Schleimhäute feucht hält und dafür sorgt, dass die vor Infektion schützende Standortflora und der leicht saure pH Wert erhalten bleibt. Und diese wahllose Absorption jeglicher Flüssigkeit durch einen Tampons kann wirklich unangenehm sein.
Eine Menstruationstasse dagegen fängt einfach nur direkt unter dem Muttermund das aus der Gebärmutter kommende Blut auf ohne auch nur - wie auch angesichts des Materials - im Geringsten das Wohlergehen der Schleimhäute zu stören.
Durch diese Alternative zu Tampons kann ich nun auch endlich die in den regulären Tampons enthaltenen Schadstoffe (Formaldehyd, Rückstände des Chlors vom Bleichen der Tampons… ) umgehen und gibt gleichzeitig Bakterien und Pilzen keinen schön warmen blutgetränkten Nährboden, sich zu vermehren.

Ein Größenvergleich
Aber jetzt weg von den ganzen Vorteilen und hin zu den genauen Daten. Ich habe eine Menstruationstasse der Firma Lunette und bin damit sehr zufrieden. Es gibt noch viele weitere Hersteller mit leicht unterschiedlichen Formen, Materialien, Größen und Farbvarianten - je nach Bedürfnissen, Anatomie und auch Anzahl der vaginalen Geburten. Da kann ich euch nur wiederholt ans Herz legen, Erbses Artikel zu dem Thema zu lesen, denn darin stellt sie auch sehr viele verschiedene Modelle vor.
Prinzipiell bestehen die Tassen immer aus einer Art Kelch mit Stiel oder kleinem "Griff" zum leichteren Entfernen. Meine Lunette ist 47mm hoch und hat einen Durchmesser von 41mm. Das ist natürlich größer als ein kleiner Tampon aber da sowohl die Tasse als auch das eigene Gewebe flexibel sind fügt sich das alles problemlos ein.
Natürlich kostet so eine Menstruationstasse am Anfang mehr als eine Packung Tampons, doch innerhalb weniger Monate haben sich die Kosten wieder amortisiert. Je nach Modell bekommt man für 15 bis 30 Euro eine solche Tasse. Wie gesagt: im ersten Moment klingt es viel aber die Kosten gleichen sich schnell wieder aus und ganz abgesehen davon ist es einfach eine viel angenehmere Form der Monatshygiene, die unglaublich viele Vorteile mit sich bringt.

Und sollte es mal zu einer Zombieapokalypse kommen, kann man seine Menstruationstasse entspannt weiter verwenden ohne Angst zu haben, nächsten Monat plötzlich keine Tampons und Binden mehr in den Supermarktruinen zu finden. Aber auch ohne Apokalypse würde ich keine fusseligen Tampons und erst recht keine Binden mehr verwenden wollen, wo ich doch inzwischen weiß, dass es da eine für mich sehr viel bessere Form der Monatshygiene gibt. Je länger ich die Tasse benutze, umso glücklicher bin ich, dass ich auf diese Form der Monatshygiene umgestiegen bin und deshalb möchte ich auch die Information, dass es so etwas überhaupt gibt durch diesen Artikel weiter tragen.

Apfelkern

Samstag, 31. Mai 2014

Selbstbewusstsein ist, sich trotzdem nicht zu verstecken

Sommer - das ist die Zeit in der allen chronisch zu warm ist und man insofern man sich nicht den ganzen Tag im Schatten aufhalten kann, am liebsten maximal mit Unterwäsche bekleidet umher laufen würde. Aber wie es die Gesellschaft so will, gilt das nicht unbedingt als alltagstauglich. Und so tragen wir das, was unsere Körper noch ausreichend bedeckt und gleichzeitig möglichst viel Haut zur Wärmeabgabe frei lässt. Man sieht misslungene Tattoos, Speckfalten, Narben und all die Dinge des menschlichen Körpers, die nicht perfekt sind. Dafür erntet man auch schnell schiefe Blicke.
"Wie, die dicke Trulla traut sich mit ihrer Cellulite in Shorts raus?", "Also mit dem Bauchumfang würde ich ja dieses enge Kleidchen nicht tragen" "Mit so einer Haut kann man doch kein rückenfreies Top anziehen!"

Stoff zum Lästern gibt es genug und man selbst möchte nicht unbedingt Thema eines solchen Gespräches sein. Was macht man also? Man versteckt all das, was gesellschaftlich nicht akzeptiert sein könnte. Damit die Mitmenschen ja nichts sagen; damit man der Gesellschaft gefällt. Damit man nicht auffällt.

In meiner Pubertät hatte ich sehr mit meiner Haut zu kämpfen. Immer Mitesser, Pusteln, Rötungen im Gesicht, auf den Oberarmen und am oberen Rücken. Ich würde nicht sagen dass es wirklich starke Akne war aber es war mehr als nur mal zwei Mitesser auf der Nase. Mir war das entsetzlich unangenehm; besonders, da ich es bei meinen Mitschülern nie so ausgeprägt sah wie bei mir. Also achtete ich darauf, nie ärmellose Oberteile zu tragen und erst recht nichts rückenfreies. Auch wenn ich im Sommer unter meinen Shirts manchmal fast zerfloss, kam es absolut nicht infrage, etwas weniger bedeckendes zu tragen. Denn das geht ja nicht, wenn man keine perfekte Haut hat. Zumindest kam es mir vor wie ein ungeschriebenes Gesetz.

Irgendwann wurde mir klar, dass die Ursache, dass ich bei meinen Mitschülern nie so eine unperfekte Haut wie meine sah,war, dass diejenigen, die auch davon betroffen waren, genau wie ich es sorgsam versteckten. Nur in der Umkleide beim Sport konnte man einen Blick erhaschen, der die Erkenntnis brachte.

Wenn man erst einmal anfängt, mehr auf solche Dinge zu achten, fällt einem immer mehr auf. Da trägt jemand selbst im Hochsommer nie kürzere als 3/4 Hosen - irgendwann sieht man dann die Dehnungsstreifen an Knie und Oberschenkel. Menschen, die immer offene Haare tragen, weil - wie später heraus kommt - ihnen ihre abstehenden Ohren peinlich sind. Es gibt auch diejenigen, die immer weite, lange Schlabberkleidung tragen, um zu kaschieren, dass sie mehr als das Idealgewicht auf die Waage bringen. Schon damals fragte ich mich irgendwann, warum wir eigentlich unsere Makel versteckten. Denn schließlich haben wir eigentlich alle die ein oder andere Stelle an unserem Körper, die wir nicht unbedingt schön finden sondern sie viel lieber verbergen würden.

Aber ehrlich? Nur weil jemand Dehnungsstreifen, Pickel oder Übergewicht hat, muss er sich doch nicht auch den kompletten Sommer lang unter bedeckender Kleidung verstecken.
Wir alle wissen, dass Menschen nun einmal ihre Makel haben und angesichts dieses Wissens ist es ungeheuer lächerlich, so tun zu wollen, als hätte man diese nicht. Doch wer will schon einen von der Akne gezeichneten Rücken zeigen?

Natürlich ist nicht all das, was man täglich an fremden Körpern beobachten kann ästhetisch und wie aus Marmor gemeißelt. Dennoch: ich finde es albern, sich zu schämen für seine kleinen Makel, denn umso mehr man sich darüber nachdenkt und schämt desto schlimmer wird es. Auch wenn mir bewusst ist, dass ich nicht die wunderschönste Haut besitze, habe ich gelernt, mich so zu akzeptieren und zu schätzen, wie ich bin. Das ist auch wesentlich sinnvoller als sich ständig darum zu sorgen und zu schämen. Ich dachte, ich würde beim Abiball nie ein hübsches Kleid tragen können, das auch nur ansatzweise meinen Rücken zeigt. Ich dachte, ich würde nie einen Freund haben, denn sobald der bemerkt, dass ich öfter man Mitesser und Pusteln habe als andere, ergreift er die Flucht - sollte ich mir denn angesichts meiner Haut überhaupt je einen anlachen können. Und was ist wirklich passiert? Beim Abiball hatte ich ein wunderschönes Kleid mit einem moderaten Rückenausschnitt an und einen verdammt tollen Freund habe ich auch.

Inzwischen denke ich, dass vor allem weil ich mir so ungeheuer viele Gedanken über meine Haut und wie ich sie verstecken kann, es so belastend für mich war. Ich denke, dass wir uns nicht mit solchen Dingen übermäßig beschäftigen und beschweren müssen. Lernt euch selbst lieben und versteckt euch nicht. Man braucht nicht den Körper eines Topmodells, um sich im Bikini zeigen zu dürfen. Und wer über jemanden lästert, der sich trotz seiner Unperfektheiten traut, diese zu zeigen, ist wirklich ein Idiot: denn auch diese Person wird äußerliche Dinge haben, die nicht ideal aussehen. Mir ist es auch wirklich lieber, mit nicht makellos schönen Menschen umgeben zu sein, wenn sie durch ihre eigenen Baustellen gelernt haben, was es heißt, sich für etwas zu schämen und andere aufgrund dieser Erfahrung nicht für Äußerlichkeiten verurteilen. Der eigene Charakter wächst und reift mit solchen Gefühlen. Es dauert seine Zeit zu erkennen, dass wir alle in gewisser Weise umperfekt sind und das gut so ist. Wir müssen es nur realisieren, dass es so ist und anfangen, auch unsere äußerlichen Fehler zu akzeptieren und selbstbewusst damit umzugehen.

Apfelkern

Sonntag, 11. Mai 2014

Wenn die Ohren okkupiert werden

Morgens in der Bahn. Die Bahn hat man auf die Minute genau noch geschafft und sich dann leicht angeschwitzt von der wilden Fahrt auf dem Rad zum Bahnhof noch einen Sitzplatz erobert. Tief durchatmen, lächeln, sich freuen, dass man die Bahn nicht verpasst hat. Aus der Tasche werden die Anatomie Lernkarten heraus gekramt, denn man möchte ja die Fahrzeit effektiv nutzen.
Weit kommt man nicht, bis man plötzlich dadurch aufgeschreckt wird, dass jemand den eigenen Namen ruft. Man blickt hoch - Fuck. Schon wieder die Kommilitonin, die an der gleichen Station einsteigt wie man selbst. Es ist immer das gleiche: sie sieht einen, setzt sich zu einem und dann beginnt der erbarmungslose Redeschwall. Süßes oberflächliches aber absolut gesellschaftlich verträgliches Gelaber. Und wie war dein Wochenende? Ja also meine Schwester hat jetzt bald Prüfungen. Oh, das Wetter ist aber gerade wirklich toll. Meine Oma hatte Geburtstag und ich hab ihr was vorgesungen...

Ich habe nach den Informationen nicht gefragt und eigentlich will ich sie auch gar nicht. Viel lieber hätte ich meine Ruhe während der Fahrt und würde ein bisschen anatomisches Wissen in den Kopf schaufeln. Aber man möchte ja auch nicht unhöflich sein also legt man die Lernkarten weg, hört zu und nickt jede Minute mal. Es ist ja nicht so, dass man sie besonders mögen würde oder durch mehr als das gleiche Studienfach verbunden sein würde aber das ungeschriebene Gesetzt der Höflichkeit erfordert, dass man nicht direkt sagt, dass man nicht mit dem neuesten Tratsch berieselt sondern lieber seine Ruhe haben will.
Trotzdem - so richtig höflich und freundlich ist dieser Weg auch nicht. Bestimmt merkt man mir an, dass ich nicht mit aufrichtiger Begeisterung zuhöre und mich auch nicht hochinteressiert einbringe. Wäre es besser gewesen, freundlich zu grüßen und dann darauf zu verweisen, dass ich lieber lernen möchte? Vielleicht geht es ihr ja auch so und sie würde lieber etwas lesen. Obwohl, Quatsch: sie hat dieses Gesprächsding von sich aus angefangen!

Familie ist eine großartige Sache: man wächst mit ihr auf, kann ihr vertrauen und bekommt Halt und Ratschläge. Das ist in gewisser Weise natürlich eine optimistische Ansicht. Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht heißt es so schön und das ist wahr. Nicht alle aus der Familie liegen einem gleich sehr am Herzen. Manche Familienmitglieder sieht man auch nicht regelmäßig und wenn man sie mal sieht, haben sie viel zu erzählen. Über ihr eigenes Leben, das Leben ihrer Kollegen, das Leben ihrer täglichen Sitznachbarn morgens in der Bahn, sogar über mein Leben sind sie anscheinend unglaublich informiert und fühlen absolut mit, denn sie waren ja auch mal jünger. Aus einem höflichen Plausch nebenbei wird ein stundenlanges Gespräch. Nun ja, Gespräch ist relativ - Monolog mit regelmäßigem Nicken von meiner Seite aus trifft es besser. Verdammt, wann war der Moment in dem ich mich aus der Affäre hätte ziehen können? Was soll man tun, das sind die eigenen Verwandten und man tut ihnen doch ab und zu mal etwas Gutes indem man ihnen zuhört.

Kennt ihr solche Situationen? Diese Gespräche, die man von sich aus nie freiwillig begonnen hätte doch jetzt, da man damit angefangen hat, nicht mehr entkommt ohne wirklich unhöflich sein zu müssen?
Ich hasse diese Momente und ich ärgere mich jedes Mal erneut, dass ich mich wieder in so ein Gespräch habe verwickeln lassen. Immer dieser innere Konflikt, ob man jetzt lieber ehrlich ist und sagt, dass man kein Interesse am Gespräch hat und dementsprechend auch nichts dazu beitragen wird außer einem Nicken und ein gelegentliches ja oder ob man lieber höflich schweigt und in der Hoffnung, dass es bald vorbei ist, weiter leidet.
Letztlich ist es ja auch mies für denjenigen, der mir das Gespräch aufdrängt, wenn er seine Zeit mit mir verbringt und alles, was ich möchte, meine Ruhe ist.

So richtig einig bin ich mir mit mir selbst noch nicht, was ich in solchen Momenten machen soll. Meistens suche ich nach dem nächsten noch halbwegs höflichen Fluchtweg. An der nächsten Station einfach aussteigen und dann halt ein wenig laufen müssen. Schnell in die Küche gehen und beim Abwasch mithelfen. Hauptsache Ruhe.
Dann hat man zwar keine Zeit mehr, das zu tun, was man eigentlich wollte, aber zumindest ist dieses störende Hintergrundrauschen aka ungewolltes Gespräch weg.

Es kommt zwar selten vor, dass mir ein Gespräch aufgedrängt wird, aber wenn das der Fall ist, empfinde ich das als extrem unangenehm. Ich hoffe, dass ich selbst es immer rechtzeitig bemerke, sollte ich dabei sein, jemandem die Ohren abzukauen obwohl er absolut kein Interesse an einer Unterhaltung haben, denn schließlich weiß ich, wie schrecklich das ist.

Kennt ihr das? Wie verhaltet ihr euch in diesen Momenten und gibt es ultimative Geheimtipps, wieder aus dieser Situation heraus zu kommen?

Apfelkern

Freitag, 18. April 2014

Eine kleine Bastelidee zum Osterfest

Ostern steht vor der Tür und falls es euch wie mir geht und euch noch ein paar hübsche Kleinigkeiten für eure Liebsten fehlt, habe ich eine kleine Idee, was ihr innerhalb kürzester Zeit basteln könnt. 

Der ursprüngliche Gedanke war, was ich denn eigentlich auf lange Sicht mit den Nagellacken in meinem Schrank anfangen will. Ich trage ihn sehr selten und fände es schade, ihn einfach eintrocknen zu lassen. Und so entstand die Idee, damit etwas kreatives anzustellen. Denn dafür sind die gut deckenden und nach dem Trocknen glänzenden Farben ja wie geschaffen. 

Also kombinierte ich mit ein paar Plastikostereiern und meinen Nagellacken und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich habe die Eier an der Stelle des Aufhängers auf einen Schaschlik Spießer gesteckt, damit ich das Ei während des Bemalens besser festhalten kann. Das Trocknen dauerte zwar recht lang aber im Gegensatz zum Nagellack auf den Fingernägeln, kann man den Eiern ja ausreichend Zeit zum Trocknen geben ohne genervt darauf warten zu müssen, dass man die Hände wieder benutzen kann. 

Vielleicht inspirieren euch die Eier auch mal mit Nagellack herum zu probieren und etwas anderes als die Nägel damit zu verschönern. 
Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest mit euren Lieben! 

Apfelkern

Sonntag, 13. April 2014

The internet is for porn!

…das sagt zumindest dieses sehr witzige Video. Uns allen ist bewusst, dass man sich ohne Probleme im Netz eine Menge Pornografie ansehen kann aber es redet trotzdem keiner darüber. Grund genug, es doch einmal zu tun.

Heute ist das mit den Pornos irgendwie anders als es noch vor ein paar Jahren war. Auch wenn sie noch immer auf eine gesellschaftlich akzeptierte Weise tabu sind, muss man sich nicht mehr in die Situation größter Peinlichkeit begeben und im Supermarkt das Erotikmagazin an die Kasse tragen oder dem Mitarbeiter der Videothek ins Gesicht sehen, wenn man sich heiße Filmchen ausleiht. Dementsprechend ist es leichter und die Hemmschwelle niedriger, an solches Material zu gelangen.

Man hört ja immer wieder, dass die heutige Jugend total versaut wäre, weil ihnen 24/7 das Internet mit all dem, was es da an Erotik, Pornos und was es sonst noch so unzüchtiges gibt, zur Verfügung steht. Der Begriff "Generation Porno" ist euch in dem Zusammenhang bestimmt schon mal über den Weg gelaufen.

Was es da alles für Vorurteile gegenüber Jugendlichen und eigentlich allen, die während ihrer Jugend unkontrollierten Internetzugang hatten, gibt: ständig von Pornografie umgeben und schon völlig abgestumpft. Sie wollen das unrealistische Bild, das in Pornos vermittelt wird in die Wirklichkeit umsetzten. Für Romantik keinen Sinn mehr aber dafür ganz vorn mit dabei bei Gruppensex, Oralverkehr, Bondage, Analverkehr und Spanking - das ist ja nicht normal, das kommt alles nur aus diesem Internet!

Wenn ich sowas höre, muss ich immer unfreiwillig schmunzeln. Nur weil ich ein internetfähiges Gerät besitze, heißt es noch lange nicht, dass ich es zu 85% dazu nutze, Pornos zu konsumieren. Klar könnte ich das tun aber wer sagt denn, dass ich das will?
Unsere Eltern haben ihre Mütter und Väter vielleicht noch schockieren können, wenn sie Sex vor der Ehe hatten und seitdem das zumindest hierzulande kein Grund zur Aufregung mehr ist, wird halt über Pornografie im Internet geschimpft. Natürlich gab es vorher schon Aktaufnahmen aber nie war das Angebot so groß und so leicht verfügbar. Sollte man daran etwas ändern?

Ich denke nicht, dass das nötig ist. Denn obwohl die Möglichkeit besteht, ständig erotische Bilder und Filme online anzusehen, macht man es noch lange nicht. Und wer das möchte, der soll das auch gerne tun. Solange es keine Kinderpornografie ist und die Hauptakteure der heißen Bilder und Filme die Aufnahmen freiwillig gemacht sowie veröffentlicht haben und es dementsprechend keine Videos von Vergewaltigungen sind, sehe ich daran nichts schlimmes.

Im Gegenteil: in gewisser Weise kann es sogar lehrreich sein, sich mit der eigenen Sexualität zu befassen. Es ist besser, schon bevor es ernst wird zu wissen, wie das mit den Bienchen und den Blümchen funktioniert. Zumindest ist es meiner Meinung nach erstrebenswerter als zum Beispiel amerikanische Jugendliche, die feierlich schwören, nie Sex vor der Ehe zu haben, im Unterricht keine Aufklärung erhalten und dann letztendlich glauben, man könnte mit einem Tampon verhüten oder dass ein Coitus interruptus  einen sicheren Schutz vor Schwangerschaften bieten würde. Denn das sind dann auch viel eher diejenigen, die mit sechzehn plötzlich ungewollt schwanger sind.
Und von der fehlenden Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten reden wir an dieser Stelle noch gar nicht.

Um aufgeklärt zu werden muss man aber noch lange nicht den ganzen Tag lang online Videos ansehen, in denen die großbusige junge Blonde in pinker Spitzenunterwäsche spontan über den Mann mittleren Alters Typ Hausmeister her fällt und Dinge tut, die nicht unbedingt zur normalen Intimität in einer Beziehung gehören. Rein aus Interesse habe ich vor vielleicht einem Jahr beschlossen, mir mal einen Porno ansehen zu wollen, um diese Erfahrung zu sammeln und dabei bin ich auf ein Video diesen Typs gestoßen. Es war absolut unrealistisch und für mich - obwohl ich mich für alles andere als verklemmt oder prüde halte - einfach nur widerlich. Es war eine seelenlose Interaktion von zwei Körpern, mehr nicht. Das wirkte auf mich weder anregend noch in irgendeiner Form erstrebenswert und ich brach den Film nach der Hälfte ab, weil ich es einfach nur abstoßend fand.

Was genau ist eigentlich Pronografie? Wikipedia definiert es als "direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts in der Regel mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen". Das findet man im Internet nicht nur in Form von Videos, sondern auch in Form von Bildern auf entsprechenden Blogs, Twitter oder Instagram Accounts, Tumblr Seiten oder was es sonst noch gibt. Und davon abgesehen gibt es auch noch genug Gurus, die auf YouTube oder eigenen Blogs Wissen, Tipps und Erfahrungen verbreiten. Manchmal ist es überraschend, wie viel Sex sich eigentlich im Internet tummelt. Man sollte aber auch abgrenzen, dass nicht alles davon gleich Pornografie ist, das heißt dem Ziel der sexuellen Erregung dient. Es gibt zum Beispiel auch viele medizinische oder psychologische Betrachtungen dazu im Netz, die überhaupt nichts mit Pornografie zu tun haben.

Zurück zu dem Punkt, dass es ja viel zu viel leicht und kostenlos verfügbaren sexuellen Inhalt im Netz gibt. Ich finde das nicht schlimm, denn das kann helfen, entspannter mit dem Thema umgehen zu lernen. Nacktheit ist nichts schlechtes oder gar unnatürliches und mit Sex verhält es sich genauso. Wenn die Eltern das Thema tot schweigen und einem im Laufe der Kindheit und Jugend nur vermittelt wird, dass man darüber nicht redet, wird es schwer, ein normales und entspanntes Verhältnis zum eigenen Körper und der eigenen Sexualität zu entwickeln. Dass einen das Thema spätestens in der Pubertät interessiert und fasziniert, sehe ich als völlig normal an.
Und wenn die jungen Leute sich Doktor Sommer zu Gemüte führen und im Internet nach Bildern nackter Frauen suchen, ist das auch okay.
Problematisch finde ich bloß, dass die durchschnittlichen pornografischen Inhalte im Netz ein gewisses nicht immer realistisches Ideal vorgeben. Männer und Frauen haben schlank und trainiert zu sein, abgesehen vom Kopf absolut haarlos und so weiter. Plötzlich wird ein normaler 15-jährige verunsichert, ob er untenrum wirklich normal aussieht und bekommt Panik beim Gedanken, dass es nicht so sein könnte und die 14-jährige Normalgewichtige findet sich zu fett oder zumindest ihren Busen zu klein. Irgendwie muss man es schaffen zu vermitteln, dass Vielfalt gut ist, Unterschiede normal sind und jeder auf seine Weise schön ist und wenn es dabei hilft, sich die Bilder diverser nackter Körper im Netz anzusehen, ist das meiner Meinung nach vollkommen okay.

Es ist in meinen Augen sogar durchaus in Ordnung, wenn Personen freiwillig Aktaufnahmen von sich selbst ins Netz stellen. Denn das heißt ja, dass sie sich selbst so akzeptieren und schön finden, dass sie sich trauen, solche Bilder zu veröffentlichen.
Auch wenn es mir persönlich zu weit ginge - besonders wenn es um Bilder geht, auf denen man anhand des Gesichts, Leberflecken, Narben oder Körperschmuck identifizierbar ist - erotische Bilder von mir zu veröffentlichen, befürworte ich es, wenn andere das tun und damit ihr Selbstbewusstsein stärken können. Das ist zwar nicht die ultimative Lösung für sämtliche Selbstbewusstseinsprobleme aber besser als jemand, der mit der Welt unzufrieden zuhause hockt und sich selbst und seinen Körper hasst.

Dass Pornografie im Netz einen im echten Leben dazu bringt, all das, was man gesehen hat eins zu eins umsetzen zu wollen, glaube ich nicht. Denn es gibt Dinge, die ganz offensichtlich gestellt und gespielt sind. Und gleichzeitig sehnt der Normalverbraucher sich kaum nach einem wilden Dreier mit den zwei Omas von nebenan sondern viel mehr nach einer normalen stabilen Beziehung. Auch wenn besonders Frauen oft als Spielzeug in pornografischen Videos dargestellt werden, ist das in der Realität noch lange kein großes Problem. Der gesunde Menschenverstand kann meiner Ansicht nach zwischen Fiktion (höhö, Ficktion) und Realtität unterscheiden.

Natürlich gibt es Menschen, die sich zwanghaft Pornos ansehen und dadurch eine gestörte Sexualität entwickeln können. Aber das ist nicht der Normalfall.
Fragt mal ein paar Männer oder auch Frauen aus eurem Bekanntenkreis - viele haben schon Kontakt mit Pornografie im Netz gehabt und das ist auch absolut normal und gut so.
Es ist nicht mal so, dass nur Singles sich erotische Inhalte im Netz ansehen. Ideen holen für das eigene Liebesleben, sich ein wenig Unterhaltung gönnen oder auch der Vergleich des eigenen Körpers mit anderen: es gibt viele Gründe sich auch wenn man in einer Beziehung ist Pornografie anzusehen. Warum auch nicht. Wenn man nicht jeden Tag fünf Stunden damit verbringt sondern der Konsum innerhalb des Normalen bleibt, ist doch alles in Ordnung. Und es wäre mir offen gesagt lieber, wenn mein Partner sich drei mal die Woche Tumblr Blogs mit Bildern von Personen, die gerade Geschlechtsverkehr haben oder auf dem Weg dahin sind, ansieht oder ähnliches als jemanden zum Partner zu haben, dessen Libido gegen null tendiert.

Kurz: ich denke, dass es absolut in Ordnung ist, dass das Internet Pornografie so leicht verfügbar macht, man muss nur damit umgehen können. Ich würde später meine Kinder ungern darauf los lassen ohne mit ihnen zumindest anfangs darüber reden und mit ihnen die Eindrücke zu reflektieren zu können aber es ab einem gewissen Alter zu verbieten, halte ich für albern und zwecklos. Die Jugend wird nicht desensibilisiert und verdorben dadurch, dass man sich im Internet nackte Menschen ansehen kann. Es kann helfen, ihnen einen normalen, unbeschwerten Umgang mit der eigenen Sexualität zu vermitteln. Und mit der Pornografie im Netz verhält es sich mit allen Möglichkeiten im Leben: man kann sie nutzen oder eben auch nicht.

Ich bin gespannt, wie ihr das seht. Ist es in Ordnung, dass Pornografie so leicht verfügbar ist? Habt ihr euch schon mal Pornos im Netz angesehen?
Tipp: anonyme Kommentare sind auch möglich.

Apfelkern

P.S. : Ich bin auch wirklich gespannt, welche Suchbegriffe dieser Post meinem Blog einbringt...

Samstag, 5. April 2014

Alt oder nicht, das ist hier die Frage

Nachdem der letzte Post schon einmal das Thema Alter angeschnitten hat, musste ich noch ein wenig darüber nachdenken. Alter - was ist das eigentlich? Man spricht vom biologischen Alter, vom geistigen Alter und manche wiederum sprechen auch gar nicht über ihr Alter.

Dass das biologische Alter bei vielen nicht mit dem geistigen übereinstimmt, ist ja nichts neues. Am Bahnhof stehen drei Mädels, aufgemotzt ohne Ende, dass man keine Chance hat, ihr tatsächliches Alter zu schätzen. Abgesehen davon, dass sich kein 16-jähriges Mädchen wirklich so kleiden würde und damit das tatsächliche Alter der Mädels doch wieder klar wird.
Das typische Schema: ist man minderjährig, tut man ab einem gewissen Alter eine Menge, um als volljährig durchzugehen und ist man dann einmal tatsächlich volljährig, kommt bald die Phase, in der man als möglichst jung wahrgenommen werden will.

Ich persönlich werde schon so lange ich mich erinnern kann immer älter geschätzt als ich tatsächlich bin. Das mag zum einen daran liegen, dass ich von der Körpergröße her recht groß bin und meiner Erfahrung nach kleinere Personen sehr viel häufiger jünger geschätzt werden als große Personen. Und eine Brille macht - wenn sie denn nun nicht eine kugelrunde und bunt gestreifte Kinderbrille ist - auch das Gesicht etwas älter.
Diese zwei Faktoren sind in Kombination oft auch ein Grund, dass fast Dreißigjährige beim Kauf von Alkohol an der Kasse noch ihren Ausweis zeigen müssen: sie sind relativ klein und tragen keine Brille.

Das alles klärt aber noch nicht die Frage, ab welchem Alter man nun alt ist.
Ich persönlich denke, dass man kein Alter nennen kann, mit dem man plötzlich den Status "alt" erhält. Es ist einfach sehr individuell.
Für mich persönlich heißt alt zu sein, dass man das, was man gerne tun würde, nicht mehr ausüben kann, weil man durch körperliche oder auch geistige Beschränkungen, die erst im Laufe der Zeit aufgetreten sind, daran gehindert wird. Früher konnte man einfach mit dem Rad zum See fahren, jetzt ist es wegen extremen Gelenkschmerzen nicht mehr möglich. Früher hat man Pullover für die Enkel gestrickt aber nach dem Schlaganfall kann man die Stricknadeln nicht mehr ordentlich halten.
Das sind Fälle des körperlichen Alterns. Geistig können diese Personen dennoch sehr fit sein. Das ist wahrscheinlich auch die Situation, in der man sich als alt wahrnimmt: es sind nicht die drei Falten um das Auge sondern der Moment, in dem man bemerkt, dass man nicht mehr das tun kann, was man gern tun würde. Es muss unglaublich frustrierend sein.

Ich selbst habe keine Angst vor dem Altern, was Falten, Altersflecken und graue Haare angeht, denn das ist alles bloß äußerlich. Viel mehr fürchte ich inneren Verfall: Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Demenz. Es gibt so viel, woran man erkranken könnte und das führt mir mein Studium auch regelmäßig vor Augen.
Daher versuche ich präventiv jetzt schon einen gesunden Lebensstil zu führen: regelmäßiger Sport, mehr oder weniger gesundes Essen und das Leben zu genießen. Trotzdem bewahrt einen das auch nicht endgültig vor den Krankheiten des Alters.
Wahrscheinlich habe ich am mehr Angst, im Alter einmal lange krank zu sein und dabei über Jahre zu leiden als dass ich mich fürchte, letztendlich daran zu sterben.

Und weil man nie weiß, was einmal passiert, finde ich es besonders wichtig, jeden Moment zu genießen und zu schätzen. Warum nicht jetzt mal auf eine kleine Verrücktheit einlassen und albern sein? Wer weiß, ob sich so eine Gelegenheit noch einmal bietet.
Das soll jetzt nicht heißen, dass man sich kopflos in jede Aktion wirft, die sich einem bietet (Drogen? Ungeschützter Sex? Ach, YOLO!), doch sollte man vielleicht doch nicht für alles schon zu erwachsen sein und sich zu Hause abschirmen ohne etwas zu erleben.
Auf gewisse Weise ist es auch Zeichen, dass man mental alt ist, wenn man sich nicht mehr auf neue Dinge einlassen will, keine Abenteuerlust mehr hat sondern immer im gleichen Alltagstrott bleibt.

Also, was ist dieses alt sein jetzt? Es ist keine Zahl, so viel steht fest. Es ist viel mehr eine Kombination aus der eigenen Lebenseinstellung und dem eigenen körperlichen sowie gesundheitlichen Zustand. Rein optisch kann man auch alt sein jedoch wird das Haarfärbemittel, dekorativer Kosmetik und Faltencreme sei Dank nicht mehr so sehr auffällig wie früher.

In dem Sinne: bleibt neugierig und abenteuerlustig, genießt all die kleinen und großen Glücksmomente, behandelt euch selbst gut und benutzt Sonnencreme. Und denkt daran, etwas von dem Kind in euch bis ins hohe Alter zu bewahren.

Apfelkern