Freitag, 26. Juli 2013

Menschen sehen nicht immer aus wie in Hollywood

Sommer, Sonne Bikinizeit - und alle surfen panisch auf der Diätwelle. Zumindest gewinnt man leicht den Eindruck, wenn man sich ein wenig im Internet umsieht.

Post: Mein Leben mit Low Carb - schon 5kg weniger!
Tweet: "Yay, seitdem ich jetzt 6 mal die Woche drei Stunden Sport mache, bin ich ein viel glücklicherer Mensch! Solltet ihr auch versuchen!"
Instagram:" Cupcakes sind nur zur Deko und zum posten da, essen tun wir eh nur Zucchini und magere Pute"
Und dann natürlich die stolzen vorher-nachher Berichte:
Ohhhhh mein Gott, sah ich früher dick aus !!!  *Bild einer normalgewichtigen Frau*

Ein wenig geht es mir doch inzwischen auf die Nerven und das, obwohl ich an dem Thema Fitness selbst interessiert bin. Aber irgendwann ist es doch genug. Plötzlich taucht an allen Ecken der Einführungspost auf, dass man jetzt etwas auf seine Ernährung achten/ abnehmen/ gesünder leben will. Inspirationspost voller Bilder von beeindruckend athletischen Menschen folgen, dann kommen Sportstatistiken, Ernährungspläne…

Plötzlich entdecken alle Sport für sich neu und den Fitnessguru in sich - mal sehen, wie lange das nach der Bikinisaison noch überlebt.
Dass die Masse anfängt, mehr auf seine Gesundheit zu achten, sehe ich positiv. Aber muss man das so exzessiv teilen? Also einmal zusammenfassend darüber berichten - klar. Wer braucht aber die jede Woche exakten Speiseplanaufschlüsselungen, die drei Millionen Bilder in Sportkleidung vorm Spiegel? Na gut, wenn man das nicht will, liest man es nicht. Man muss ja nicht alle Sportblogs abonnieren. Und dann werden die ganzen anderen Blogs von dem Thema infiltriert - aaaaaaah!

Es bringt mich offen gesagt durcheinander. Tipps hier, Tipps da, mach dies anders, mach das.
Und es deprimiert. Ehrlich. Ich bin nicht fett oder unsportlich und trotzdem: wenn man permanent von allen Seiten damit zugedröhnt wird, wie sehr alle doch gerade der Fitness huldigen und ihre Körper auf Idealmaße trimmen, fühlt man sich doch schon etwas faul und unwohl daneben.

Und das, obwohl ich Blogilates mindestens vor euch allen zusammen entdeckt habe!
Natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint. Seit etwas über zwei Jahren kenne ich ihren YouTube Channel nachdem ich zufällig darauf stieß als ich mich in seltsamen Ecken YouTubes herum trieb und mache die Übungen regelmäßig. Schließlich möchte man ja halbwegs fit in die Zombieapokalypse starten und nicht gleich als erster gefressen werden, weil man nach 200m Laufen völlig erledigt ist.

Zurück zu Blogilates.
Plötzlich wird sie überall verlinkt, überall gelobt. Jeder hat sie plötzlich neu entdeckt - na ja, davon abgesehen, dass ich sie ja schon viiiiiiieeeeel früher kannte aber lassen wir das.
Ich hätte nie gedacht, dass es mich so stört, dass etwas, was ich schon lange kenne, plötzlich populär wird. Bin wohl auch einer von diesen engstirnigen Menschen, die das nicht aushalten können, wenn ihre geheimen Favoriten nicht mehr geheim sind. Oder es stört mich, dass sie Teil dieses übertriebenene Hypes um die eigene Fitness geworden ist.

Aber mal weg von meinen persönlichen Wehwehchen: ich mag es überhaupt nicht, dass Übergewicht in der Gesellschaft so stigmatisiert wird. Iiih, eklig, der ist fett; faule Sau… mir fällt spontan nicht viel mehr an Beleidigungen ein, was aber auch daran liegt, dass ich mir nicht viel mehr einfallen lassen will.
Ich finde es grässlich, wenn Menschen so mit anderen umgehen und noch einmal schön Salz in die Wunde reiben obwohl ihnen klar ist, dass die Betroffenen darunter leiden, sich schämen. Allein die Vorstellung, wie ein übergewichtiger bis adipöser Mensch im Café einen großen Eisbecher mit ordentlich Sahne verputzt und daneben ein schlanker Mensch das selbe tut. Wer bekommt die vorwurfsvoll-abwertenden Blicke? Genau, die übergewichtige Person, die sich erdreistet trotz ihrer Statur nicht ausschließlich Möhrchen und Sellerie zu knabbern.
Ja und, vielleicht ist sie dabei abzunehmen und das ist ihre kleine Sünde, ihre Belohnung für die Woche? Man weiß es nicht aber urteilt zu schnell.

Generell gelten dicke Personen als unattraktiver, oder? Nicht dem verbreiteten Ideal entsprechend. Und das, was als Plus Size gehandelt wird, ist ein Witz. Das ist einfach für normale Menschen statt Models (aka "hilfst du mir beim Knochen auswendig lernen?") gemacht. Ich meine ein dick, das mehr als das Plus Size im Sinne von Kleidergröße L ist.
Man sollte "dick" nicht als hässlich abstempeln. Es ist vielleicht ungesünder mit Übergewicht zu leben aber das gleich als nicht attraktiv abzustempeln, finde ich doch etwas zu hart. Wer sagt, dass alle ab einem BMI von x nicht mehr attraktiv sind? Natürlich kann man an der Stelle auch mit der biologischen Fitness argumentieren. Der adipöse Höhlenmensch kann einen nicht mehr so gut vorm Säbelzahntiger beschützen und Mammuts erlegen. Und genau diese Fähigkeit, die Nachkommen zu beschützen ist attraktiv. Ja gut, so weit recht logisch aber nicht mehr ganz zeitgemäß.
Ich muss diesen Menschen nicht gleich jegliches Selbstwertgefühl nehmen. Oft genug sieht man es, wie bei 35° während alle mit Röckchen und Top herum laufen, etwas beleibtere Menschen sich in langer Hose und weitem Shirt abschwitzen, nur um nicht zeigen zu müssen, dass sie nicht dem Ideal entsprechen.

Meine Güte, wir sind alle Menschen und wir sind einfach verschieden. Ich akzeptiere die Diversität der Menschheit. Wir sind nicht alle ideal also sollten wir auch aufhören, andere schief anzusehen oder gar abwertend zu kommentieren - sei es auch nur hinter dem Rücken der betroffenen - und mehr Verständnis und Toleranz zeigen. Weil man nie weiß, was dahinter steckt. Und egal was dahinter steckt muss man auch nicht weiter denjenigen demoralisieren.

So, fertig gemotzt. Auf das Thema gebracht hat mich übrigens neben dem Fitnesswahn im Netz ein Musikvideo, in dem ich es wunderbar erfrischend fand, wie ein doch recht beleibter Mann völlig ungezwungen oberkörperfrei auf dem Bürgersteig tanzt. Er macht, was er gerne tun würde, ohne sich dabei von seinem Äußeren davon abhalten zu lassen. Und das finde ich wunderbar. Ich wünsche mehr Menschen diesen Mut zu sich zu stehen. Wir müssen nicht alle Makel verdecken, um der Gesellschaft vorzutäuschen, wir wären perfekt. Das verdirbt bloß die Erwartungshaltung der Allgemeinheit.

Und nein, ich erwarte jetzt nicht, dass alle mit kleinem Fettpolster oberkörperfrei auf der Straße tanzen. Aber ich hoffe, dass sie den Mut finden, zu sich zu stehen und das Leben zu genießen, wie sie möchten. Dadurch entsteht vielleicht auch schnell die Kraft, etwas zu verändern

Jetzt kann ich euch das Video natürlich nicht vorenthalten. Nichts für zu sehr mediengeprägte Gemüter, die perfekte Körper wie in Hollywood erwarten…


Schockiert? Ich glaube das war auch die Idee hinter dem Video, einfach mal ein wenig zu provozieren. Das ist definitiv gelungen.

Wie steht ihr zum Fitnesswahn und wie geht ihr mit dem Thema Übergewicht um?

Apfelkern

Dienstag, 2. Juli 2013

Grund…los …PANIK!

Es ist geschehen - der Google Reader ist verschwunden. Und da das nicht überraschend kam, werfen mir täglich diverse Bogs Posts um die Nase, was ich denn jetzt tun kann, um nicht völlig verzweifelt zusammen brechen zu müssen.

"ACHTUNG ACHTUNG - der Google Reader geht in Rente aber ich zeige euch, wie ihr auf keinen Fall meine Posts verpast!"

Es wurde richtig Panik geschoben. Oh Gott oh Gott oh Gott, bloß dafür sorgen, dass die Leser mich nicht vergessen und ich ins Nichts hinein blogge! Verfolgt mich bloß bitte bitte bitte via Bloglovin, Mail, Facebook, Twitter und allem, was ihr noch finden könnt!

Meine Güte, kriegt euch wieder ein. Es ist nur ein Reader. Ja, das sagt sich leicht, wenn man ihn nie genutzt hat, sondern stattdessen zuerst Google Friend Connect (uuuuuh, peinlich - aber wahr) und dann Bloglovin. Bis das Aus des Google Readers verkündet wurde und überall Alternativen vorgeschlagen wurden. Seitdem bin ich sehr zufriedener Nutzer von Feedly, das mir sehr viel geordneter und entspannter als Bloglovin erscheint. Und schöner anzusehen ist es auch noch. Obendrein gibt es auch noch eine zumindest für Android wirklich tolle mobile App. Jetzt das tollste: das ganze ist nicht mal limitiert und auch noch gratis.
Also ja, ich profitiere tatsächlich auch noch von der Pensionierung des Google Readers.

Aber zurück zum Thema: ich habe die Nase voll von täglich mindestens einer Hand voll Posts, die mir erzählen, dass der Google Reader tot ist und ich jetzt sofort gleich ganz dringend auf andere Weise folgen muss. Juhu! Leute, die nur via Google Reader gelesen haben, bekommen das jetzt auch nicht mehr mit. Und wenn sie es jetzt noch lesen, dann haben sie a) schon eine Alternative dazu gefunden oder b) lesen euch einfach so, indem sie die URL im Browser eingeben.
Ich denke die Ursache für die endlose Reihe Posts zum Thema Ersatz für den Google Reader lässt sich eher in der Angst der Blogger, Leser zu verlieren, begründen.

Also lasst das mit der Panik. Danke

Apfelkern


Montag, 1. Juli 2013

Familienurlaube jetzt mit 25% weniger Familie

In meinem Leben hat sich im letzten Jahr etwas entscheidendes verändert: ich habe ein Studium begonnen. Nach inzwischen fast zwei Semestern hat man sich auch daran schon gewöhnt und eingelebt. Nur manchmal ist da noch ein befremdliches Gefühl.

Man hört im Radio, dass die Sommerferien beginnen und zum ersten Mal heißt es nicht, dass man selbst auch frei hat. Denn das Schülerdasein ist vorbei.
Na gut, ich habe auch meine Semesterferien wenn auch sie etwas später beginnen und mit einem weiteren aber zu meiner Freude letztem Pflegepraktikum gespickt sind.
Wirklich seltsam aber ist für mich, dass meine Familie in den Urlaub fährt und ich nicht mitkomme.

In den letzten Schuljahren verbreitete sich das Phänomen der Schüler, die in den Ferien unabhängig von den Eltern verreisten oder einfach zu Hause blieben, immer mehr. In meinem Fall war es anders: da ich mich gut mit meiner Familie verstehe und die Reiseziele immer interessant waren, kam ich mit. Da ich jetzt noch regelmäßig Lehrveranstaltungen statt Ferien habe, wird das natürlich nichts mehr.

Es ist komisch zu wissen, dass die eigene Familie gut 10 000 Kilometer weit weg ist. Ich bin und war meiner Meinung nach nie ein "Muttikind" aber der Gedanke ist schon irgendwie unangenehm. Alle weg. Wahrscheinlich der normale Lauf des Lebens, dass man sich von der Familie abnabelt und ein eigenes Leben, irgendwann eine eigene Familie aufbaut. Ich fürchte mich nicht allein im Haus zu sein, kann kochen, waschen, bügeln, mit dem Auto einkaufen fahren und mich generell versorgen - das alles ist nicht das Problem. Es ist der Gedanke, dass ich jetzt nicht mehr wirklich bei den Familienaktivitäten dabei bin, langsam aus dem Nest geschoben werde. Das war's dann mit der Kindheit fürchte ich.

Das Studentenleben hat Vorteile und damit meine ich nicht das im Studentenausweis enthaltene Bahnticket für alle Bereiche Berlins. Man kann selbstständig planen, lernt so viel neues kennen, genießt neue Freiheiten und Verpflichtungen. Mein Studium macht mir Freude. Ich bin nur noch leicht wehmütig wenn ich an meine schöne Schulzeit denke.

Ich glaube, ich werde auch mal einer der Menschen, die allen Schülern eindringlich erzählen, dass sie ihre Schulzeit möglichst bewusst genießen sollen.
Aber erst mal genieße ich es, sturmfrei zu haben, die Küche zu verwüsten (und sie allein wieder aufräumen zu müssen), Filmabende mit Freunden im Wohnzimmer mit dem großen Fernseher zu veranstalten.

Apfelkern

Mittwoch, 12. Juni 2013

Wenn man denn so leicht an Nobelpreise käme wie an Blogawards…

…würde Wikipedia nicht mehr damit hinterher kommen, für jeden Preisträger einen Eintrag zu schreiben.

Hach ja, manchmal ist das Leben wirklich nett zu einem. Beziehungsweise Connü. Denn obwohl ich blogtechnisch nicht gerade aktiv bin, hat sie mir einen Award verliehen. Oder zwei. So genau sieht da auch keiner durch… also irgendwas zwischen Best Blog Award und Liebster Award ist es gewesen.

Wie es sich für einen modernen Preis gehört, darf man ihn sich nicht einfach schnappen und ins Regal stellen, um sich daran zu ergötzen, sondern muss auch noch was dafür tun. Was für ein Stress. Aber für Connü mache ich das.

Meine Aufgabe lautet, die elf von ihr gestellten Fragen zu beantworten. Na dann mal los.

1. Was ist die schlimmste Buchverfilmung, die ihr je gesehen habt?
Filme und ich, das ist ja so eine Sache. Eigentlich mag ich sie aber nahezu immer - da kann der Film spannend sein wie er will - überfällt mich die Müdigkeit und ich verschlafe einfach mal den Großteil der Handlung.  
Aber dennoch kann ich die Frage beantworten: ich fand die Verfilmung von Eragon wirklich schlecht. Einfach schon das plötzliche Wachsen des Drachens... die hatten doch bloß keine Lust, es ordentlich zu machen. Eine ziemliche kitschige Enttäuschung der Film.

2. Was sind eure drei liebsten Serien?
Die Nummer eins ist ganz klar: True Blood! Spannung, Drama, Blut, nackte Haut, ein paar Leichen - damit kriegt man mich doch immer.
Nummer zwei wäre Pinky und Brain. Die Zeichentrickserie entdeckte ich relativ spät und war von Anfang an begeistert von den Charakteren. Pinky ist doch so süß und selbst Brain… dass ich inzwischen ein Shirt mit beiden Mäusen darauf habe spricht wahrscheinlich Bände.
Lieblingsserie Nummer drei zu benennen fällt mir schwer. Es gibt zwar noch einige Serien, die ich mag aber unter wirkliche Lieblingsserien zählt da nichts.

3. Schlimmster Ohrwurm aller Zeiten?
I'm blue dabbel di dabbel dei… wie auch immer das heißt: es war ein echt grässlicher Ohrwurm zu Grundschulzeiten. Oder dieses Around the world von ATC - ach war das eine Plage im Ohr. Ich glaube, ich war damals was Ohrwürmer angeht besonders anfällig

4. Grüner Daumen oder Pflanzentöter?
Grüner Daumen. So wie es sich für ein Dorfkind gehört. 

5. Wenn ihr jetzt euren MP3 Player einschaltet, welches Lied kommt dann?
Ben Howard - The Wolves. Weichspülmusik wie sie im Buche steht

6. Was war das absolut schlechteste Buch das ihr je gelesen habt?
Ich habe es mit der House of Night Serie versucht. War halt total angesagt. Schwerer Fehler. Amerikanischer oberflächlicher Teenie Kitsch vom Feinsten.

7. Was war der schlechteste Film den ihr je gesehen  habt?
Keine Ahnung. Muss dabei eingeschlafen sein.

8. Seid ihr abergläubig?
Was schwarze Katzen und Leitern angeht bin ich es so überhaupt nicht, aber das traditionelle zu Weihnachten/ Silvester wird nicht gefegt, gewaschen, nicht der Müll heraus gebracht weil man sonst das Glück heraus fegt/wäscht/trägt halte ich ein. Einfach Gewohnheit und erzgebirgische Tradition überliefert durch meine Mutter.

9. Die Frage zur Antwort "42" lautet?
Was ist der Sinn des Lebens?

10. Schoko-, Vanille- oder Fruchteis?
Joghurteis. Falls es etwas aus diesen Kategorien sein muss, dann Fruchteis aber bloß nicht dieses künstlich aromatisierte Erdbeerzeug.

11. Schon mal was gruseliges erlebt? Komische Geräusche vom Dachboden? Sich bewegende Gegenstände? Immer her damit!
Hmh…ich grusle mich jedes Mal sehr wenn ich nachts allein im See schwimme und überlege was da in bis zu 50 Metern Tiefe unter mir schwimmt. Aber ein Erlebnis hatte ich noch nicht, was mich erschreckte. In der Situation ist es einfach die viel zu eifrige Fantasie.

Und da ich nicht unbedingt andere mit völlig willkürliche Fragen bewerfen muss, möchte ich euch  einfach auf ein paar tolle Blogs hinweisen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Damit erfülle ich auch den Sinn dieser Awards, der ja darin liegt, auf neue tolle Blogs aufmerksam zu machen.

Nummer eins: Die windige Natter
Ich bin bei ihr so kommentarfaul, dass ich wahrscheinlich noch nie kommentiert habe (ein Hoch auf die stillen Leser…) aber das Lesen bereitet mir immer sehr viel Freude, da sie einen tollen Schreibstil und Humor (sieht man schon an ihren genialen Seiten des Blogs) hat. Dazu eine nette Themenvielfalt - ich freue mich immer, wenn ein Beitrag von ihr in meinem Feedreader aufschlägt.

Nummer zwei: Pearl
Er bietet immer Stoff zum Nachdenken, der informati und trotzdem unterhaltsam ist. Allein dafür, dass er das kombiniert bekommt hat er den Award doch schon verdient. Keine Bilder, viel Text, viel Inhalt und das mag ich sehr.

Nummer drei gibt es nicht, denn wenn jeder den Award bekommt ist es ja auch nichts besonderes mehr. Künstliche Verknappung und so meine Freunde…

Schaut einfach mal die zwei Blogs sowie den von Connü an - vielleicht ist ja was für euch dabei.

Apfelkern

Montag, 3. Juni 2013

Tick tack tick tack tick tack

Eigentlich habe ich keine Zeit, diesen Post zu schreiben.
Da wären noch Dinge für die Uni zu tun, etwas Aufräumen könnte auch nicht schaden. Außerdem würde ich gern noch eine Runde Pilates machen. Und da liegt auch noch der dritte Band der Tribute von Panem und hofft darauf, endlich von mir gelesen zu werden.
Aber ich habe ja keine Zeit.

Zeit. Zeit. Zeit.
Manchmal habe ich das Gefühl, es dreht sich alles nur darum. Zeit ist der alles limitierende Faktor. Es ist wie beim Liebig’sche Minimumgesetz: der in der geringsten Menge vorhandene benötigte Stoff ist der, der alles begrenzt.
Wie oft habe ich in den letzten Wochen und Monaten gedacht, dass ich keine Zeit habe. Und dabei schlafe ich doch nur durchschnittlich fünf oder sechs Stunden täglich, am Wochenende auch mal sieben.

Es macht einfach keinen Spaß, die ständig auf dem Sprung zu sein, auf die Uhr zu schauen. Immer nur daran denken, wie man alles möglichst effizient gestalten kann ohne dabei auf Lebensqualität verzichten zu müssen, kostet direkt Lebensqualität.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich die Quantität und Qualität von Schlaf, Sozialleben und Erfolg so verhalten, dass man immer nur zwei der genannten Dinge haben kann und das dritte immer darunter leidet.
Bei mir geht es wahrscheinlich immer auf Kosten von Sozialleben aber vor allem auch Schlaf. Um mein Zeug für die Uni zu vernachlässigen bin ich wahrscheinlich zu sehr Streber beziehungsweise zu ängstlich, die Prüfungen zu versauen und das Studium nicht zu schaffen, was bedeutet, eine sichere finanzielle Unabhängigkeit nicht direkt zu erreichen.

Warum schaffen manche Leute eigentlich so verdammt viel? Wir alle haben doch nur 24 Stunden. Ich wüsste gern deren Geheimnis. Oder ich hätte gern mehr Zeit. Vielleicht so zwei Extrastunden während der Rest der Welt erstarrt und ich in Ruhe mal entpannen kann? Träum weiter, kann ich mir da wohl leider nur sagen.

Ich denke, man kann den durch Zeitmangel entstehenden positiven aber auch den negativen Stress eine ganze Weile mitmachen. Wichtig ist dabei nur, nicht jegliche Freuden zu streichen, sondern sich auch einfach mal eine Pause zu gönnen. Zugegeben fällt mir das schwer, wenn ich im Hinterkopf genau weiß, was ich noch alles tun muss.
Aber die Zeit muss ich mir einfach nehmen, um nicht Raubbau an mir selbst zu treiben.

Zeit nehmen ist ein gutes Stichwort. Ich glaube nämlich, es stimmt nicht zu sagen, dass man keine Zeit hätte. Es heißt eher, dass man sich die Zeit nicht nehmen möchte.
Denn es steht uns allen schließlich frei was wir mit unseren 24 Stunden pro Tag anfangen. Aber bloß nicht zu viel Zeit darauf verschwenden zu planen, wie man sie am effektivsten nutzt.

Ein letzter Punkt ist vielleicht das Trödeln. Ich lasse mir ab und zu einfach zu viel Zeit bei einer Sache und merke dann, dass es an anderer Stelle fehlt. Vielleicht kann man gezielt trödeln, bewusst entscheiden mal zu entschleunigen aber dann auch in den anderen Fällen nicht unnötig Zeit verschwenden. Kann man überhaupt Zeit verschwenden, wenn man eigentlich gar keine hat?

Das richtige Verhältnis von Effizienz und Entspannung zu finden ist nicht einfach. Fakt ist aber, dass wenn man die Entspannung streicht, die Effizienz gleich mit gestrichen ist. Gestresste Nervenbündel schaffen weniger. Und da ich das an mir selbst merke, bin ich entschlossen, auch mal einfach die Arbeit einen Tag liegen zu lassen und stattdessen Freunde zu besuchen oder meine Hobbys auszuüben. Und nein, während eines Films nebenbei eine Socke zu stricken um die Zeit möglichst effizient zu nutzen zählt nicht.

Und jetzt Punkt. Ich will euch ja nicht eure Zeit stehlen.

Obwohl - eine Frage wäre da noch: wie stellt ihr das mit dem Haushalten der freien Zeit an? Ihr Blogger mit den ganzen Post müsst das doch drauf haben…

Apfelkern

P.S.: Was freue ich mich darauf, mit dem Studium fertig und dann irgendwann Rentner zu sein…


Montag, 20. Mai 2013

Alle haarlos und in Butter

Als alter Filmmuffel, der noch viel aufzuholen hat, sah ich mir letztens 300 an. Nicht mein Lieblingsfilm aber er lässt sich gut ansehen, besonders wenn man auf Antike und epische Schlachten steht. Außerdem gab es noch jede Menge Muskelberge zu sehen. Wie mir aufgefallen ist unbehaarte Muskelberge.
Nanu, gehört denn auf die Brust eines echten harten Barbaren beziehungsweise in dem Fall Spartiaten nicht auch flauschiges Brusthaar? Anscheinend nicht. Es versteckt doch bloß die mühevoll antrainierten Muskeln. Aber von der Muskelpräsentation im Film abgesehen: will ich so ein glattes Kerlchen? Das ist doch kein für voll zu nehmender Mann.
Trotzdem: Mann scheint heute glatt sein zu müssen, denn in Werbung, Filmen aber auch im richtigen Leben lassen auffällig viele Männer tiefer blicken ohne dabei Brusthaar zu zeigen. Alle glatt gemacht.

Der Somme steht vor der Tür. Zeit für kürzere Kleidung und damit für nahezu alle Frauen spätestens jetzt Zeit, ihrer Körperbehaarung zu Leibe zu rücken. Inzwischen alles ganz normal. Unrasierte Frauenbeine fallen auf, sind ungewöhnlich und werden dann auch gern mit abwertenden oder gar angewiderten Blicken kommentiert. Wie abartig! So unnatürlich - oh, Moment. Wenn nicht unnatürlich dann halt unzivilisiert.

Ich wusste - und ja, das ist ernst gemeint - lange nicht, dass man sich die Körperhaare entfernen soll. Meine Eltern leben mir das nicht vor, in der Grundschule spielte das Thema damals keine Rolle. Erst als ich aufs Gymnasium gewechselt war fiel mir auf, dass die anderen Mädchen erstaunlich wenig Haare auf den Beinen hatten im Vergleich mit meinen gleichmäßig hell behaarten Beinen. Spielform der Natur dachte ich und hakte das Thema ab.
Irgendwann kam ich so ungefähr in der achten Klasse- Bravo und Werbung - zur Erkenntnis, dass die anderen Mädchen nicht aufgrund einer genetischen Variante haarlose Beine hatten, sondern nachhalfen. Krasse Scheiße was die Menschheit sich nur so ausdenkt, Klein-Apfelkern war damals sehr erstaunt.

Ich belas mich. Wikipedia, Werbetexte, Bibliothek - was ich halt zum Thema Enthaarung bekam. Schließlich will man wissen, was man sich da antun könnte. Irgendwann wagte ich mich in ein Kosmetikstudio und lies mir die Beine wachsen, da ich viel zu faul wäre, alle paar Tage nachzurasieren. Das Ergebnis faszinierte mich sehr. Also wurde ein Epilierer besorgt, um das selbst erledigen zu können ohne jedes Mal die Kosmetikerin zu bereichern. Achseln und Beine werden seitdem enthaart, Standard - im Falle der Beine allerdings nur im Sommer.
Im Winter erklärte ich meine Beine immer zum Schutzgebiet und ließ sie mit dem Epilierer in Frieden. Denn was stören mich die paar hellen Fusseln? So ein Drama um Körperhaare zu machen erschien und erscheint mir albern.
Denn was ist denn schlimm daran, wenn die Beine einer Frau nicht perfekt glatt sind? Es beeinträchtigt nicht, schmerzt nicht. Daher kann ich mir doch zumindest im Winter die Zeit dafür sparen. Vielleicht wärmt es ja sogar noch.
Das mache ich nicht, wenn ich in einer Beziehung bin, doch für mich allein muss ich die Beine nicht enthaaren. Um die Achseln wird sich ganzjährig gekümmert.
Ich habe mich also brav dem Willen der Kosmetikindustrie und dem Bild, das man uns als Ideal vorlebt, gefügt.
Obwohl: ich bin ganz rebellisch und enthaare mir die Unterarme nicht. Warum auch? Da gibt es nicht viel zu entfernen. Und der Intimbereich? Ohne Haare fühlt man sich doch ganz nackt und schutzlos, wenn man nackt ist!

Und das sollen die Männer jetzt auch machen müssen? Wie sähe denn ein Hugh Jackmann ohne diese männlich behaarte Brust aus? Gleich mal nur halb so heiß. Und Sean Connery? Wahrscheinlich so metrosexuell und geschniegelt wie ein David Beckham. Wollen wir das heute? Und wenn ja warum? Vermittelt es ein Bild von mehr Stärke, Überlegenheit? Dann wahrscheinlich nur, wenn die Überlegenheit darin besteht, nicht männlich auszusehen. Hygienische Gründe sehe ich auch nicht unbedingt als Ursache, denn bei normaler Körperpflege ist das heutzutage kein Problem.
Bleiben noch Gründe wie dass es gesellschaftlich nicht akzeptiert beziehungsweise nicht angesehen wird, "wie ein Wilder" Haare auf der Brust zu haben.

Ich weiß nicht, was ich von diesen Trends halten soll. Ein Bärenfell dicht wie eine Isolierschicht aus Glasfaserwolle ist nicht das erotischteste, was ich mir an einem Mann vorstellen kann. Glatte Frauenbeine gefallen mir optisch besser als die selben mit langen Haaren. Und trotzdem: machen wir uns nicht viel zu viele Gedanken darum?
Es gibt Leute, die sich den ganzen Tag lang unwohl fühlen, weil sie wissen, dass ihre Beine nicht frisch rasiert sondern leicht stoppelig sind. Sollte unser Selbstwertgefühl davon abhängen? Finde ich nicht. Hört sich eher so an, als würde man sich in die Sache hinein steigern.
Wenn Enthaarung zum Wohlbefinden beiträgt - okay. Sobald Wohlbefinden anfängt, davon abhängig zu sein, stimmt etwas nicht mehr.

Es war schon in der Antike Brauch, sich einige Teile der Körperbehaarung zu entfernen, im Islam hat es ebenso Tradition. Aber es war vielleicht nicht so zwanghaft wie heute. Ein bis aufs Haupthaar haarloser Körper wirkt doch so kindlich. Alles Ideale von verkappten Pädophilen auch Erwachsene so zu gestalten? Teil eines Körperkults?

Das Thema beschäftigt mich jeden Sommer wieder. Irgendwann muss man sich ja vielleicht auch nicht mehr damit beschäftigen, wenn sie nach kernlosen Trauben und Melonen auch haarlose Menschen gezüchtet haben...
Abgesehen davon, dass das a) Zukunftsmusik und b) überspitzt ist:
Wie geht ihr damit um? Alles ab, voll der Hippie oder Zwischenlösung? Wann habt ihr mitbekommen, dass die Gesellschaft von euch glatte Haut erwartet?

Ach und: Spartiaten hatten bestimmt Haare auf der Brust.

Apfelkern