Samstag, 9. Juli 2011

In jeder Hinsicht maximal

Ein Blick in das H&M eures Vertrauens und schon wisst ihr es: Maxikleider sind Trend.

Nur zur Info: das sind die vielfarbig bedruckten Stoffröhren (gerne auch mit so hübsche Kombinationen wie violett und lavaorange in Blütenform), die oben ein wenig gerafft werden, um gerade so an der Brust zu halten. Obwohl, ich habe die Teile schon oft genug rutschen sehen.

Klar, man kann ja auch zwei Fädchen annähen und sie Träger nennen. Doch die helfen wenig, wenn man mit seiner Hippie-Riemchensandale auf den viel zu langen Rockteil tritt und sich damit selbst das Kleid herunterzieht. Alles schon gesehen.

Wer hat das Gerücht in die Welt gesetzt, es wäre elegant oder erotisch, sich minütlich das rutschende Kleid wieder hochzuziehen?

Eigentlich mag ich lange Kleider und Röcke. Allerdings sollten sie nicht so auffällig günstig gefertigt worden sein und zweitens sollte bitte sehr nicht jeder mit diesen Teilen umherlaufen. Es ist in London schon fast lächerlich gewesen: gefühlt 70% der unter 35 jährigen Frauen in Freizeitkleidung lief im Maxikleid umher. Oft genug im gleichen Modell. So viel zur Individualität dieses Styles.

In die Oberteile passen ohne dass sie umgehend wieder herausrutschen grundsätzlich nur Brüste der Körbchengrößen A oder B . Man kann ja eh keinen BH unter dem Fetzchen verstecken und geht deshalb ganz ohne los. Das macht es für größere Brustumfänge eher unangenehm, doch zum Glück entsteht das Problem gar nicht, da oben so stark an Stoff geknausert wird, dass wie erwähnt größere Brüste keine Chance haben, von den Stoffstückchen verhüllt zu werden.
Was den Maxikleidern oben fehlt holen sie unten herum zwar wieder nach, doch eigentlich macht das alles nur noch schlimmer.
Die modisch gewordenen Gardinenderivate verschlucken auch noch jegliches Anzeichen einer schlanken Taille. Unterhalb der Brust bauscht und flattert es gewaltig und trägt dick auf, was den Körperumfang betrifft. Ständig weiß man die Gefahr, auf den Saum zu latschen wie das Damokles Schwert über sich schweben.

Immerhin sind die hässlichen Dinger recyclebar. Genug Stoff für viel Kreativität ist ja dran.

Apfelkern

Donnerstag, 7. Juli 2011

Strickmietzen

Ich hatte schon angedeutet, dass ich während ich vor der Flimmerkiste sitze, gerne stricke. Denn dann habe ich die Zeit wenigstens sinnvoll genutzt. Schon seit einer Weile (in Wochen) ist das Endprodukt fertig und nun möchte ich es endlich auch einmal voller Stolz präsentierren:




Durch das Fotografieren wurde aber die Farbe der Wolle völlig falsch eingefangen. Es ist nämlich ein dunkles Moosgrün, wirkt hier aber eher gräulich.

Nein, Tragebilder kann ich nicht posten, denn die zauberhaften Stücke waren ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin.

Und wonach sehnt sich eine einsame Katzensocke?
Nach einer Maus! Dieses Sicherheitsabfrage musste einfach unter irgendeinem Vorwand gepostet werden...

Dienstag, 5. Juli 2011

Eine Streicheleinheit für das Selbstbewusstsein

Vor kurzem durfte ich folgenden Kommentar lesen:

"Ich liebe übrigens deinen Blog und überreiche Dir ein persönlichen Award, den es nicht so richtig gibt, ja? *Überreiche Award, den es nicht so richtig gibt* :) ♪ ♫ Congratulations. :) Du hast mich voll überzeugt. Genug gelabert. :P "

Darauf folgte natürlich ein Freudenschrei meinerseits. Jemandem gefällt ernsthaft, was da aus mir herausblubbert! Ich musste dafür niemanden dafür bestechen oder bedrohen. Yay!
Und nun wurde ich auch noch mit meiner ersten Auszeichnung dafür belohnt: dem nichtexistenten Award.

 Oh Schreck - ich weiß gar nicht, was ich jetzt sagen soll! Schließlich habe ich gar keine Erfahrung mit solchen Award-Angelegenheiten. Immerhin muss ich mich nicht entscheiden, an wen ich ihn weitergebe, denn der Award existiert ja eigentlich nicht. Und ich habe auch nicht den Zwang, zehn belanglose Fakten über mich zusammenzukratzen.

Na gut, einen kann ich ja herausrücken: ich liebe Lakritze. Auch mit Salmiak. Nur die Bio Lakritze von Rossmann schmeckt grauenvoll und kann maximal als Folterinstrument verwendet werden.

Ein Danke an meine sympathischen Leser. Ich wische dann mal die Schleimspur weg und gehe mich noch ein bisschen freuen. Aber allein, denn sonst werde ich wieder auf mein Dauergrinsen angesprochen.

Apfelkern

Montag, 4. Juli 2011

Guten Morgen!

So lautet das erste Thema des Projekts 52. Dieses wurde von Konna auf seiner Gedankendeponie gestartet. Es geht darum, 52 Wochen lang einmal wöchentlich zu einem vorgegebenen Thema ein Lied vorzustellen. Da mich die Idee ansprach und es keinen Zwang gibt, ausnahmslos jede Woche den Beitrag zu posten, bin ich dabei.

Ach und: nein, das ist kein Gewinnspiel.

Nun zum Lied selbst. Spontan fiel mir nichts ein, also öffnete ich iTunes und sah mich ein bisschen um. Es sollte etwas fröhliches sein, dass zum Aufstehen ermutigt. Ich konnte mich nicht entscheiden und überlegte, was immer im Radio kam, als ich vor den Ferien (lang scheint's her zu sein) früh aus dem Bett musste.

Die Melodie fiel mir sofort ein, doch Titel und Interpret kannte ich nicht. Nach ein wenig Recherche weiß ich jetzt, dass mich immer Dikta mit Just Getting Started aus dem Bett gesungen hat.


Mir gefällt besonders der Beginn. Welche Instrumente auch immer das sind (also ein Klavier ist doch dabei...?) kann ich als musikalischer Fachidiot nicht bestimmen, doch sie harmonieren wunderbar. Die helle Melodie wirkt so positiv und wird auch während des Liedes schön wiederholt.

Sogar der Titel passt zum Thema. Höhö - Glücksgriff.

Apfelkern

Samstag, 2. Juli 2011

Dupe Alarm

Während meine Beiträge in der vergangenen Woche aus der Konserve kamen vergnügte ich mich in Großbritannien. Und was macht der waschechte Tourist? Nein, er produziert nicht nur mindestens 8 GB an Bildmaterial sondern schleppt auch kiloweise Souvenirs in die Heimat. Am liebsten natürlich etwas "nützliches". Ein beliebtes Beispiel dafür ist Kleidung. Immer wenn man diese trägt, kann man sich an seinen Urlaub zurückerinnern.

Und so lief ich nach nützlichen Souvenirs suchend unter anderem in ein Geschäft namens Primark hinein. Auf diesen Namen bin ich schon mehrmals auf den allgemein als oberflächlich verachteten und doch gelesenen Beautyblogs gestoßen. Jedes mal wunderte ich mich, was für ein Laden das wäre, denn ich war einem solchen auch noch nie über den Weg gelaufen. Das ist kein Wunder, denn in Deutschland hat Primark auch nur drei Filialen (Frankfurt am Main, Bremen, Gelsenkirchen).

Und so marschierte ich völlig unbedarft hinein und wurde geschockt. Denn in dem Geschäft herrschte Krieg. Die 34°C Außentemperatur hatten das gigantische Geschäft in der Londoner Oxfordstreet in eine Sauna verwandelt, pro Quadratmeter drängten sich mindestens drei Menschen um die Kleiderständer. Auf der Suche nach der passenden Größe nutzen die Shoppingwütenden regelmäßig Ellenbögen und Fäuste.

Grund dafür waren die unglaublich niedrigen Preise. Drei Pfund für ein T-Shirt, 10 Pfund für ein Kleid, 2,50 Pfund für ein Paar Ballerinas oder Turnschuhe und 10 oder 15 Pfund für eine Jeans. Allerdings gilt das für den Normalzustand. Jetzt hatte man noch ein Schild mit der Aufschrift "Sale" darübergehängt, was die offizielle Kriegserklärung war. Die Menschen stopften ganze Körbe voll mit irgendwelchen Kleidungsstücken und reihten sich in die etwa 10 Meter lange Schlange zu den Umkleidekabinen ein. Dutzende Angestellte waren allein damit beschäftigt, die Artikel wieder zurück zu sortieren, nur damit sie sofort wieder herausgerissen und zur Umkleide geschleppt wurden.

Bei diesen Preisen musste ich gleich an Kik denken. Dazu passend heißt das Motto von Primark auch "Look Good. Pay Less.". Wirklich schrecklich hässlich war das Angebot nicht, aber völlig auf die aktuellen Trends ausgerichtet. Das heißt alles, was dort hing sah nach Hippie-Flower-Power aus und hatte dementsprechend Blumendrucke in Ockertönen, Häkelapplikationen oder auch Puffärmel und etwas flatterig weite Schnitte.

Wie konnten sie die Sachen nur so billig anbieten? Ich dachte an gequälte, von Farbstoffen kranke, ungebildetet und unterbezahlte Arbeiter und ausgenutzte Verkäufer. Dazu kommt in meiner Vorstellung natürlich noch eine möglichst billige Verarbeitungsweise und schlechte Qualität. Tatsächlich waren die Schnitte der Kleidung simpel gehalten. Statt Brustabnähern und Quernähten setzte man auf dehnbare Stoffe. Egal, in der Konsumgesellschaft soll man sich ja sowieso zu jeder Saison komplett neu einkleiden.

Und so forschte ich auf der Webseite der Firma nach und wurde überrascht, da sie sich dort selbst für ihr soziales Engagement beweihräuchern. Wirklich glauben kann ich das nicht, denn irgendwo muss ein Haken sein. Vielleicht sind die Rohstoffe für die Kleidung von der übelsten Qualität und ergo völlig pestizidgetränkt, schadstoffverseucht und wenig haltbar.

Trotzdem habe ich probeweise ein simples Shirt gekauft. Drei Pfund sollten kein zu großer Verlust sein und außerdem muss ich doch nachweisen, dass ich ein Kik Dupe gefunden habe. Es wird sich daran zeigen, dass das Shirt genauso schnell ausleiert und seine Farbe verliert, wie das, welches ich aus Neugier einst bei Kik erworben habe. Ich sage Bescheid, wenn es auseinandergefallen ist.


Apfelkern.

Freitag, 1. Juli 2011

Ahhh - ich bin umzingelt von wilden Johannisbeeren

Und langsam aber sicher mache ich mich daran, ihren Bestand zu dezimieren. Zuerst natürlich ganz klassisch, indem ich sie zu Marmelade einkochte. Dann aber fielen mir neue Vernichtungsmethoden für kleine saure rote Johannisbeeren ein.

Frozen Yogurt
In London (Ihr habt es erfasst - nur weil ich zwei Tage lang dort war spiele ich mich jetzt als Expertin auf) gab es den an allen Ecken. Es sah unglaublich lecker aus, war aber so unverschämt teuer (gern einmal vier oder fünf Pfund für ein Becherchen), dass ich Geizkragen mir genauer ansah, wie er gemacht wurde und es dann wieder daheim schamlos nachmachte.
Zuerst werden die Früchte eurer Wahl geerntet oder gekauft, gewaschen und dann eingefroren.
gleich drück ich den Knopf - shrooom
Dann braucht ihr einen (stabilen) Mixer, in den ihr zu gleichen Teilen den Joghurt und die eiskalten Früchten hineingebt. Einfach pürieren und nach Geschmack süßen.  In meinen Frozen Yogurt habe ich noch etwas meines selbstgemachten Vanillezuckers geben. Gewürze, Nüsse, Schokoladenstücke, Fruchtstücke, frische Sahne oder auch Sirup in passenden Geschmacksrichtungen könnten die Angelegenheit weiter verfeinern.

fertig!
Mit dem leckeren Joghurteis (etwas anderes ist der trendig betitelte Frozen Yogurt nämlich auch nicht) waren die Johannisbeeren aber noch längst nicht erledigt und so machte ich mich auf, einen Kuchen mit ihnen zu backen. Inspirieren ließ ich mich von Varis. Zuerst wollte ich ihr Rezept, das sie kürzlich gepostet hat nachbacken, doch sie empfahl mir für Ribisel ein anderes Rezept.
Danke schön dafür!

Johannisbeerkuchen mit Baisergitter

Ja, ich lese auch Zeitung
Zuerst macht ihr nach eurem Standartrezept einen Mürbeteig. Der kommt in eine runde Form und wird etwa 7-10 Minuten vorgebacken. Anschließend streicht ihr etwas passende Konfitüre auf den Boden. Um ehrlich zu sein: ich hab's vergessen.

Danach gebt ihr einfach die Johannisbeeren drauf, zuckert sie etwas. Abschließend habe ich gezuckerten Eischnee von zwei Eiklar darauf gegeben und den Kuchen ganz kurz bei 200°C gebacken bis der Eischnee durch war.
Und dann war der Kuchen schon fertig.

 Jetzt habe ich nicht nur tolles Eis (ähm, Frozen Yogurt meine ich natürlich) und einen leckeren Kuchen, über den die Familie gleich herfallen wird, sondern auch noch ein Problem: vier weitere Sträucher voller Johannisbeeren im Garten.

Apfelkern