Freitag, 16. September 2011

Sind denn hier alle schief gewickelt?

Auf meinem Nachttisch liegt keine Vogue. Auch die Freundin, Petra, Brigritte und wie die Damen sonst noch heißen finden keine Unterkunft bei mir.
In Wartezimmern, Flugzeugen oder wo auch immer man sie kostenlos lesen kann, greife ich aber gern zu ihnen, um mich über aktuelle Trends zu informieren. Allerdings nicht, um mich dann entsprechend der saisonalen Mode zu kleiden, sondern um mich über auffällig wenig attraktive Trends aufzuregen. Und in dieser Kategorie bin ich wieder fündig geworden.

Es geht um die asymmetrischen Haarschnitte. Die Prominenz hat es vorgemacht und sich mit schiefem Schnitt aus dem Haus gewagt. Und weil es bei Rihanna und Victoria Beckham soooooo toll aussah, möchte Otto Normalverbraucher das nun auch.Und genau deshalb muss ich mir nun fast täglich Frauen mit dieser Kombination von Haar und Ohrschmuck ansehen:

Zuerst: Ich musste es leider leicht blaustichig stellen, denn sonst wäre das Rouge verschwunden. Das konnte ich natürlich nicht zulassen - ich finde Rouge nämlich echt knorke. Seit ich die Instant-Wangenröte benutze, werde ich nicht mehr täglich wegen meiner Gesichtsfarbe -0001 Kalkwand gefragt, ob ich krank bin.
Auf lange Sicht knabbert es auch sehr an der Selbstsicherheit sich routiniert mit "Nein, ich bin so ! " verteidigen zu müssen.

Zurück zum Thema.
Nein, harmonisch wirkt es nicht und da hilft es auch nicht, wenn man die asymmetrischen Ohrringe komplementär zur Frisur anbringt. Es wirkt einfach immer als wäre dem Friseur die Schere ausgerutscht und er hätte die Haarpracht nicht mehr einheitlich geschnippelt bekommen, ohne daraus eine Kurzhaarfrisur zu machen. Und da die meisten nur den Mut aufbringen, sich auf der halben Kopffläche vom langen Haar zu verabschieden, bleibt es asymmetrisch. Entweder oder solange ihr nicht wollt, dass es wie gewollt und nicht getraut aussieht.

Dieses Anti-Paar Ohrringe (man nennt so etwas heutzutage auch  Patchwork), das natürlich schrecklich individuell ist, lässt mich immer traurig an meine Single Ohrringe denken, deren Partner verloren gegangen sind. Natürlich ist das eine Möglichkeit, sie wieder aus der Schublade zu holen - es sieht nur leider völlig, nun  ja, schief aus.
Sich daran erinnernd, dass symmetrische Gesichter als am schönsten empfunden werden, weiß ich nun nicht, ob diese Trends wirklich optimal für die Frau sind.
Ausnahmen wären natürlich Gesichter, die von Natur aus schief sind. Da kann man ja ganz wunderbar den Schwerpunkt mit einem Schlag Asymmetrie verlagern. Und es so noch schiefer wirken lassen.

Gegen Off-Shoulder Shirts wird hier übrigens nicht gestänkert, denn die gefallen mir sehr. Obwohl sie asymmetrisch sind. Vielleicht sollte ich meine Meinung darüber noch einmal revidieren.
Aber irgendwie sind sie so verspielt-lässig und doch reizend, dass mir kein Kontrapunkt einfällt. Oh doch - man friert an der freigelegten Schulter sicher ganz hervorragend.,

Letzter Lästerpunkt wären die extralangen Ketten mit den wilden Anhängern. Ist ja toll, dass man alles an einer Kette befestigen kann. Aber muss es denn nun wirklich ein Stuhl sein?
Doch wenn es pseudo-hippie-spacig-einzigartig wirken soll, dann kann in der Massenproduktion gern auch mal das Möbel an die Kette gelegt werden.
Also denkt daran: wenn ihr hip sein wollte, hängt euch eine Gießkanne oder gern auch eine Torte um. Tropfen und kleckern geht ihr aber bitte woanders.

Apfelkern

Kommentare:

  1. Ohje, erst vorhin habe ich so eine Kette mit Stuhl und Fernseher dran(?????) gesehen.

    Ich hab nix gegen Asymmetrie. Ich trage so gut wie immer nur einen Ohrring, früher sogar immer zwei verschiedene..ich trage einen schrägen Pony und habe ein schräges Shirt, das ich sehr gern mag, nur ist es extrem hässlich, wenn ich dadrüber noch eine Jacke trage, denn dann sieht es nämlich so aus, als hätte ich die eine Seite des Shirts in die Hose gesteckt und die andere nicht..

    AntwortenLöschen
  2. "Es wirkt einfach immer als wäre dem Friseur die Schere ausgerutscht und er hätte die Haarpracht nicht mehr einheitlich geschnippelt bekommen, ohne daraus eine Kurzhaarfrisur zu machen."

    -> Was denkst du, wie dieser Haarschnitt entstanden ist? Trend wurde es dann später, als die ganzen guten Friseure keinen Bock mehr hatten oder verstorben waren und nur noch die schlechten übrig blieben und damit das absolute Haarschneidechaos einsetzte. Es gab kein Entkommen und so machte man es "IN". Ist zumindest meine Theorie.

    AntwortenLöschen
  3. Also bei dem Spruch mit dem Rouge und der Kellerbräune musste ich ja doch schmunzeln... Ich erinnere mich da an einen Kommentar bei einer Jugendfreizeit in Griechenland. "Guck, Ludmilla* und ich haben in etwa dasselbe braun, ein rotes braun. Pauline* hat eher ein gelbes braun... Und Owyanna, zeig mal... Aha. Owyanna hat mehr so ein weißes braun." Danke. Ich mach das ja auch mit Absicht. Allerdings muss man dazusagen, Rouge brauche ich trotzdem nicht, denn abgesehen von der Kellerbräune habe ich auch noch rote Apfelbäckchen. "Ich find das totaaaaal süß!" sagt man mir. Ja. Schön. Wenn ihr das sagt...

    AntwortenLöschen
  4. Der Posttitel ist echt toll & passt soo gut :)
    Schöner Blog ♥
    Liebe Grüße, Christina

    AntwortenLöschen