Kennt ihr dieses Gefühl, dass ihr so viel auf einmal tun wollt und euch für so unendlich viele Dinge begeistert aber so überwältigt von all den Möglichkeiten und Plänen seid, dass ihr am Ende gar nichts macht?
Ich bewundere diese Menschen, die online morgens ihren Tagesplan posten und am Abend zeigen, dass sie alles brav abgearbeitet habe und dann im Anschluss - weil sie so früh fertig waren mit den Pflichten - auch noch ein zusätzliches Video geschnitten, Freunde getroffen und spontan ein Konzert besucht haben. Das setzt mich gleich mal unter Stress, weil ich mich damit vergleiche und dann Panik bekomme, weil es mir das Gefühl gibt, so gar nichts auf die Reihe zu bekommen.
Letztes Wochenende hatte ich aufgrund des ersten Mai und eines Brückentages vier freie Tage am Stück. Unendlich viel Zeit, all die Dinge zu erledigen, die man schon eine Weile vor sich her schiebt! Und dann kommt die freie Zeit, man unternimmt super viel und hat am Ende noch immer nicht alles geschafft. Das ist so frustrierend.
Mal ein klassisches Beispiel aus meinem Leben: Mein Freund, ein begeisterter Läufer, nimmt mich auf eine kleine Laufrunde durch die Nachbarschaft mit. Erstes Problem: was soll ich anziehen? Also fange ich an, meine Sportkleidung durch zu sortieren, alte Hosen werden weg sortiert. Man kann ja nicht laufen gehen, wenn das Fach mit der Sportkleidung ein Chaos ist!
Währenddessen geht mir durch den Kopf, dass ich schon ewig nicht mehr gebloggt habe, weil ich es natürlich perfekt machen wollte und dann nie etwas hatte, was mir wichtig genug und zu meinen Ansprüchen passend erschien. Wie wäre es denn, über die Überwältigung im Alltag und das Gefühl, sich mit den eigenen Ansprüchen im Weg zu stehen zu schreiben?
Das mit dem Lauf sechs Kilometer durch den Park hat geklappt, doch ein wesentlicher Faktor war auch, dass ich eine weitere Person hatte, die mich angetrieben hat. Sonst hätte ich wahrscheinlich noch bis zum Nachmittag meinen Kleiderschrank durch sortiert und wäre nicht zum Sport gekommen.
Allein geht es mir oft so, dass ich alles direkt perfekt machen möchte und dann angesichts dieser Aufgabe so eingeschüchtert und überwältigt bin, dass ich nicht mal anfange. Denn den Erwartungen zu entsprechen ist eh nicht wahrscheinlich. Wenn ich nicht direkt auf dem Level eines Monet einsteige, dann kann ich es mit der Kunst ja auch gleich sein lassen.
Oder ich möchte kein neues Projekt beginnen, weil ich noch ein weiteres unvollständig habe und mir denke, dass ich ja nichts neues beginnen kann, wenn alles andere noch nicht komplett ist. Das ist alles Blödsinn, aber in den entscheidenden Momenten halten mich diese Gedanken auf.
Wenn diese Starthemmung erst mal überwunden ist, muss man dann noch konzentriert dran bleiben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Unterbewusstsein ständig auf der Suche nach Ablenkungen ist. Mal schnell noch googeln, was gute Kopfhörer für den Sport wären, bevor man es vergisst. Oh, eine neue Mail, direkt mal lesen. Nachdem ich dann die Waschmaschine angestellt habe, bin ich dann völlig raus, aus dem, was ich eigentlich tun wollte.
Schlimmer sind da nur die sozialen Medien, weil sie nicht nur ablenken, sondern auch direkt mental beschäftigen. Der Mensch vergleicht sich doch immer, auch wenn er genau weiß, wie schlecht das für ihn ist. Es bringt nichts, sich schlecht zu fühlen für das, was andere erreicht haben - es hilft nur, sich selbst mehr anzustrengen.
Wenn man mitten in einer Aufgabe erst mal anfängt, die Instagramprofile ehemaliger Mitschüler zu stalken und zu schauen, was die so treiben, verschwendet man nicht nur Zeit, sondern beschäftigt sich auch noch mit Dingen, die man eigentlich nicht mal wissen will. Ziemlich dämlich und doch finde ich mich immer wieder dabei, mich von einem Account zum nächsten irgendwelcher Menschen aus meiner Umgebung zu klicken. Ist ja immerhin spannend zu sehen, wie sie sich im Netz präsentieren.
Sobald ich aber nicht nur für meinen eigenen Kram verantwortlich bin, sondern für jemanden eine Aufgabe erfülle oder eine feste Terminvorgabe habe, dann läuft alles. Mit dem Studium hatte ich nie Probleme, mich zu Aufgaben aufzuraffen. Problematisch wird es erst, wenn keiner kontrolliert, was und ob ich überhaupt was tue. Ganz schön trauriges Fazit, was meine Selbstdisziplin angeht, wenn ich nur für mich verantwortlich bin.
Mir hilft es, eine Liste von zu erledigenden Dingen zu haben. Wenn es erst mal irgendwo verschriftlicht steht, fühlen sich Aufgaben "realer" an und ich kümmere mich darum.
Was auch genial funktioniert, ist die Aufgaben mit jemandem zu tauschen. Ich mache einen Termin für den Freund, er holt für mich was bei der Post ab und schon haben alle den unliebsamen Teil erledigt und das ohne Verzögerung, weil es ein ganz anderes Verantwortungsgefühl ist, wenn man weiß, dass es nicht "nur" um einen selbst geht. Die menschliche Psyche ist manchmal wirklich unfassbar irrational.
Kennt ihr diese Momente, in denen man angesichts seiner Aufgaben gelähmt ist? Wie geht ihr damit um?
Donnerstag, 3. Mai 2018
Freitag, 23. März 2018
Die inneren Werte
Wir haben nur einen Körper. Dementsprechend sorgsam sollte man mit dem umgehen, den man hat. Wie genau das sich gestalten soll, wird einem regelmäßiger in den Medien, der Werbung oder auch medizinischem Fachpersonal erzählt, ohne dass man es so ganz bewusst mitbekommen. Irgendwann schaltet man auch ab, wenn man zum tausendsten Mal hört, dass man sich ausgewogen ernähren, sich bewegen und vor Sonnenstrahlung schützen soll. Bla bla bla.
Alkohol. Als Dankeschön bekommt man eine Flasche Champagner geschenkt, zu Feierlichkeiten stößt man an. Es wird einfach davon ausgegangen, dass man Alkohol gut findet. Hallo?! Würde man eine Zigarre verschenken, gäbe es sicher mehr Protest. Das zeigt wieder einmal, wie sehr Traditionen wie Alkoholproduktion und Alkoholkonsum in der Kultur verankert sind und als normal akzeptiert werden, obwohl allgemein bekannt ist, dass Alkohol ungesund und nebenbei auch noch kaloriendicht ist.
Stattdessen gilt man leicht als Spaßbremse, wenn man gesund lebt. Damit habe ich mich inzwischen abgefunden, mache trotzdem weiter regelmäßig Sport und esse mein Gemüse. Ich rede nur nicht gern darüber, wenn ich merke, dass mein Gegenüber das alles spießig findet. Man möchte niemanden angreifen oder beleidigen. Sollte man dem Patienten oder auch einem Freund wiederholt sagen, dass er seinen Zustand selbst verschuldet hat oder gut dabei ist, sich mit seiner Lebensweise ins Krankenhaus zu bringen? Man kann nicht alle retten, bevor sie in den Brunnen fallen. Und deshalb hat man als Arzt dann das Vergnügen, durch Fettschwarten zu schneiden und knusprigen Kalk aus den Gefäßen zu popeln, damit nach der Amputation wenigstens der Beinstumpf noch irgendwie abheilt.
Aktuell befinde ich mich im praktischen Jahr des Medizinstudiums. Das letzte Studienjahr wird durchgehend in Krankenhäusern verbracht, dafür genutzt, praktische Erfahrungen zu sammeln und verschiedene Fachbereiche im Alltagsgeschäft kennen zu lernen. Momentan bin ich auf einer chirurgischen Station. Nicht unbedingt mein Wunschfachgebiet für die Zukunft, doch zugleich unheimlich faszinierend.
Der menschliche Körper ist wunderschön. Filigrane, sorgsam angeordnete Strukturen, die einen Zweck erfüllen müssen. Es ist jedes Mal wieder ein kleines Wunder, nach dem Schnitt durch die Haut zu sehen, wie sich darunter Fettgewebe, Faszien, große Gefäße, Muskulatur und dann die inneren Organe anordnen. Es ist sehr ästhetisch, wie der Körper sich auf den verschiedenen Ebenen gestaltet. Sich über einen Bauchschnitt durch die Muskulatur zu präparieren und das Bauchfell, welches die Bauchorgane beinhaltet, nicht verletzend nach retroperitoneal zu bewegen, um an der Aorta anzukommen, flößt Ehrfurcht ein. Denn anders als im Präparierkurs ist die Aorta nicht leer und in Formalin konserviert, sondern voller Blut, pulsierend und lebendig. Schon verrückt. Und gleichzeitig total deprimierend.
Denn man schneidet ja nicht in den Körpern gesunder Menschen umher, sondern das Handwerk dient der Reparatur der defekten Hardware. Es ist so traurig, was man da zu sehen bekommt. Verkalkte Gefäße, die kein Blut mehr durchlassen, sodass eine Zehe nach der anderen schwarz wird und letztlich amputiert werden muss. Die verkalkte Innenschicht der Gefäße knackt richtig, wenn man mit dem Skalpell durch sie hindurch schneidet. Die eingetrockneten schwarzen Zehen fallen bei Berührung schon fast von allein ab, man muss nur die Wundränder ein bisschen säubern.
Unfassbar, durch welche Fettschichten man sich teilweise wühlen muss, um erst mal an die eigentliche Bauchhöhle zu gelangen. Da drin sieht es dann aber nicht weniger fettig aus, wenn außen schon die ganze Unterhaut voller schmieriger gelber Fettknötchen war. Dann darf der Student die schwere Bauchfalte festhalten, damit der Operateur auch ordentlich arbeiten kann.
Unfassbar, durch welche Fettschichten man sich teilweise wühlen muss, um erst mal an die eigentliche Bauchhöhle zu gelangen. Da drin sieht es dann aber nicht weniger fettig aus, wenn außen schon die ganze Unterhaut voller schmieriger gelber Fettknötchen war. Dann darf der Student die schwere Bauchfalte festhalten, damit der Operateur auch ordentlich arbeiten kann.
Das alles gibt mir einen ganz anderen Blick auf die gut gemeinten Gesundheitsratschläge. Warum sollte man rauchen, wenn man wüsste, wie krank und hässlich einen das innerlich macht? Warum sollte man sich mit übermäßig vielen Kalorien schaden und nicht bewegen, wenn einem klar wäre, was für furchtbare Auswirkungen das hat?
So einfach ist das alles nicht. Es gibt psychische Erkrankungen, die einen hindern, es gibt körperliche Ursachen, ans Bett gefesselt zu sein und sich nicht zu bewegen. Oder es fehlt schlicht der Antrieb. Aber Rauchen müsste man noch immer nicht.
Der Mensch ist ein komplexes Geschöpf, das alles andere als rational ist. Man kann niemanden zwingen, gesund zu leben. Es ist einfacher, die anstrengende und schmerzhafte Krankengymnastik abzulehnen und das Bein steif werden zu lassen, als dafür zu kämpfen, wieder laufen zu können. Man kann sich ganz bequem mental positiv zu seinem übergewichtigen Körper einstellen statt die Ernährung umzustellen und Sport zu machen. Äußerlich können übergewichtige Körper gut aussehen - aber innerlich nicht.
So einfach ist das alles nicht. Es gibt psychische Erkrankungen, die einen hindern, es gibt körperliche Ursachen, ans Bett gefesselt zu sein und sich nicht zu bewegen. Oder es fehlt schlicht der Antrieb. Aber Rauchen müsste man noch immer nicht.
Der Mensch ist ein komplexes Geschöpf, das alles andere als rational ist. Man kann niemanden zwingen, gesund zu leben. Es ist einfacher, die anstrengende und schmerzhafte Krankengymnastik abzulehnen und das Bein steif werden zu lassen, als dafür zu kämpfen, wieder laufen zu können. Man kann sich ganz bequem mental positiv zu seinem übergewichtigen Körper einstellen statt die Ernährung umzustellen und Sport zu machen. Äußerlich können übergewichtige Körper gut aussehen - aber innerlich nicht.
Diese Erfahrungen sorgen bei mir dafür, mir noch mehr zu überlegen, ob ich wirklich das Stück Kuchen in meinen Stoffwechsel werfen will. Regelmäßiger Sport war für mich nie etwas, das in Frage stand, sondern Dank meiner Eltern immer Teil des normalen Lebens. Ernährung ist ein anderes Thema. Ständig so viel Versuchung um einen herum. Ungesundes Essen ist sozial genauso akzeptiert wie Alkohol.
Alkohol. Als Dankeschön bekommt man eine Flasche Champagner geschenkt, zu Feierlichkeiten stößt man an. Es wird einfach davon ausgegangen, dass man Alkohol gut findet. Hallo?! Würde man eine Zigarre verschenken, gäbe es sicher mehr Protest. Das zeigt wieder einmal, wie sehr Traditionen wie Alkoholproduktion und Alkoholkonsum in der Kultur verankert sind und als normal akzeptiert werden, obwohl allgemein bekannt ist, dass Alkohol ungesund und nebenbei auch noch kaloriendicht ist.
Rauchen ist in meinen Augen eine furchtbare Sache und ich denke mir, dass es nur fair wäre, wenn diese Gruppe der Bevölkerung mehr Krankenkassenbeiträge zahlt. Aber der Wille ist frei und man darf niemanden diskriminieren. Also Nichtraucher belohnen statt Raucher bestrafen?
Bei weitem nicht alle haben es selbst verschuldet, dass sie krank sind. Es kann immer was unvorhergesehenes passieren, ganz gleich wie gesund man lebt. Stichwort Sportunfall. Aber das ist am Ende auch kein Grund, gleichgültig mit seinem Körper umzugehen. Denn wenn man nicht beim Extremsport stirbt, holen einen Herzkreislauferkrankungen und Diabetes doch ein, ganz gleich, wie oft man sich über gesunde Lebensweisen lustig gemacht hat.
Freitag, 9. März 2018
#PMDD26
Moment, PMDD? Da war doch was...
Und zwar ein Tag, an dem kollektiv der Tagesablauf fotografiert und in Bildern geteilt wird. Es ist spannend zu sehen, was andere so treiben und deshalb bin ich froh, dass Mia ihn am Leben erhält und organisiert hat. Die Liste aller Beiträge dieser 26. Ausgabe findet ihr hier.
Seit dem 26. Picture My Day Day am 01. März sind schon ein paar Tage vergangen, doch ich habe eine ganz hervorragende Erklärung für den verspäteten Post: ich war im Urlaub. Und deshalb gibt es hier einen Picture My Holiday Day für euch.
Am ersten März war ich gemeinsam mit meinem Freund in Italien unterwegs und bin ich in Verona aufgewacht. Nach einem Blick aus dem Fenster war ich überrascht: Schnee!
Am ersten März war ich gemeinsam mit meinem Freund in Italien unterwegs und bin ich in Verona aufgewacht. Nach einem Blick aus dem Fenster war ich überrascht: Schnee!
Es gab Joghurt, Rosinenbrot, italienische "Vollkorn" Brötchen (helles Weizenmehl mit gefühlt 2% Weizenkleien darin), großartige Salami und Käse gekauft in Venedig sowie weiche Eier, die zum Zeitpunkt des Bildes noch im Kochtopf waren.
Packen, um zur nächsten Station aufzubrechen. Feststellen, dass der Freund wirklich immer die Socken trägt, die man ihm gestrickt hat. Awwwwww!
Das ist übrigens unser gesamtes Gepäck, dass wir zwei für 10 Tage dabei hatten. Es ist so unfassbar viel entspannter, mit weniger Zeug zu reisen und ich kann mir nicht mehr vorstellen, einen Koffer hinter mir her ziehen zu müssen. Man braucht ja eh nix außer Kleidung, Waschzeug, Portemonnaie, Brotbox, Trinkflasche, Stift, Notizbuch, Handy, E-Reader, Ladekabeln und Schirm.
Draußen sah es weiterhin wenig italienisch aus.
Erster Stopp des Tages: Wolladen! Ich bringe aus dem Urlaub gern Wolle mit, die es zu Hause (hoffentlich) nicht zu kaufen gibt und stricke mir etwas als Erinnerung. Die Souvenirsocken sind sogar schon in Arbeit.
Die Porta Versari in Verona, ein altes römisches Stadttor dekoriert mit Schnee.
Zypressen im Schnee sind nun auch nicht der gewöhnlichste Anblick in mediterranen Ländern.
Moment, hat sie nicht gesagt Verona?! Das ist doch das Colloseum!
-Nope, immer noch Verona. Die haben auch eine überraschend gut erhaltene Arena. Mit Schnee sogar.
-Nope, immer noch Verona. Die haben auch eine überraschend gut erhaltene Arena. Mit Schnee sogar.
Zwischenstopp im Supermarkt. Am Pastaregal bleibt kein italienisches Klischee unerfüllt.
Auf auf zum Bahnhof! Und in der Kälte warten, während man die behandschuhten Daumen drückt, dass die italienische Bahn mit Schneefall klar kommt.
Süßkram, den es bei uns nicht gibt mampfen, während man auf den Zug wartet. Außen Waffel, innen Kinderschokolade. Keine revolutionäre Kreation aber sehr lecker.
Der Zug war pünktlich! Rein hüpfen in den geheizten Wagen.

Auf dem Weg von Verona nach Bergamo muss man umsteigen. Unser Zug war wetterbedingt langsamer unterwegs als geplant und wir verpassten den Anschlusszug. Also noch mal eine halbe Stunde im Schnee auf den nächsten Zug warten. Aber immerhin kam der.
Ein erster Blick von der Unterstadt (die heißt wirklich so!) auf die 85m höher gelegene Altstadt von Bergamo.
Hatte ich erwähnt, dass die Altstadt 85 Meter über der Unterstadt liegt?
Wow, was für ein erster Eindruck! Es war magisch ruhig als wir ankamen und über den schneebedeckten Weg durch die Porta San Giacomo, ein Stadttor aus der Zeit, als Bergamo Teil der Venezianischen Republik war, die Altstadt betraten.
Mit besserem Wetter wäre die Aussicht definitiv besser gewesen, doch die Schneedecke gab dem Moment eine sehr besondere Atmosphäre.
Da sind die berühmten Stadtmauern. Unesco Weltkulturerbe sind sie auch noch.
Erst mal den Bäcker checken. Es gibt Polenta e Osèi, eine typische Süßspeise der Region, die auch für Touristen ansprechend präsentiert wird. Haben wir auch ausprobiert: sehr sehr süß aber gut.
Wir haben unsere Unterkunft für die Nacht gefunden, eingecheckt und uns mit dem Gastgeber über eine Stunde unterhalten. Es war wirklich einer der interessantesten, freundlichsten Hosts, die ich je hatte.
Bei dem Schneefall blieben wir einfach drin und es wurde nur ein bisschen Rind und Zucchini zum Essen in die Pfanne geworfen. Dazu überraschend brotiges Brot.
Der Gastgeber hatte noch ein Stück eines selbst gebackenen Käsekuchens, den er uns überließ. War hervorragend!
Erst mal den Ab Roller ausprobieren. Was für ein komisches Gerät, doch die Übungen damit waren echt anstrengend. Hab ich das also auch mal gemacht.
Das ist übrigens die Wolle, die ich in Verona gekauft habe. Ungefärbte Schafswolle aus der Region, die ich mit Avocadokernen und - schalen zu färben plane.
Duschen, Zähne putzen, Reisetagebuch schreiben und sofort einschlafen.
Bergamo ist eine unglaublich schöne und besondere Stadt gewesen, mit ihren schmalen Gassen, altmodischen Geschäften umrahmt von den Stadtmauern. Ein bisschen als wäre die Zeit stehen geblieben. Ist sie aber nicht - und deshalb bin ich nun zurück auf der heimischen Couch und tippe diesen Post. Da bekomme ich direkt Lust auf die nächste Reise. Vielleicht gibt es da ja auch wieder eine terminliche Überschneidung und einen Picture My Holiday Day.
Sonntag, 25. Februar 2018
Aber bitte keine Berufsanfänger
Ende diesen Jahres werde ich mein Studium abschließen. Wenn ich diese Worte tippe, klingt das alles noch so fern und unwirklich. Nach fünf Jahren Studium hat man sich an den Studentenstatus sehr gewöhnt und die Vorstellung, in einem Jahr Arzt zu sein, klingt jetzt gerade total verrückt. An Tagen, an denen ich aber im Rahmen des Praktischen Jahres über die Station renne, um fast genau das zu tun, was die Ärzte auch tun nur unbezahlt und ohne die finalen Unterschriften setzen zu dürfen, dann fühlt es sich gar nicht mehr so unwirklich an.
Nach dem schriftlichen Staatsexamen - liebevoll Hammerexamen genannt - sieht die Studienordnung vor, dass man ein Jahr lang Praktika macht. Drei mal vier Monate in der Inneren Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach. Man bekommt Routine, man findet heraus, was man alles im Studium nicht gelernt hat und stellt im besten Falle auch noch fest, welche Fachrichtung man später einschlagen will. Die vier Monate im Bereich meines Wahlfaches liegen inzwischen hinter mir und ich fand es so gut, dass ich am letzten Tag der Chefin eine Bewerbung da lassen wollte. Gesagt getan. Aber der Weg dahin war zäh.
Zwei Wochen, bevor ich die Bewerbung abzugeben plante, fing ich an, meinen Lebenslauf zu überarbeiten und ein Motivationsschreiben zu verfassen.
Lebenslauf war ja noch einfach: alte Schulpraktika und Schülerwettbewerbe raus, Pflichtpraktika des Studium nur kurz auflisten, zu Studentenjobs mehr schreiben. Doch wie zur Hölle schreibt man ein angemessenes Motivationsschreiben?!
Egal was ich tippte: ich wurde das Gefühl nicht los, dass dem Leser eh sofort klar würde, dass das nicht meine dreihundertste professionelle Bewerbung war, sondern dass ich eine unsichere Studentin bin, die keine wirkliche Erfahrung mit dem Kram hat und sich selbst fragt, warum jemand sie einstellen sollte, weil wahrscheinlich alle anderen mehr auf dem Kasten haben. Selbstzweifel konnte ich schon immer.
Auch wenn ich weiß, dass ich sehr belastbar bin und eine ausgeglichene Persönlichkeit habe - wenn ich genau das in die Bewerbung schreibe, liest es sich wie was auch immer Sie mir für Berge an Aufgaben geben: ich bin der perfekte Fußabtreter, den Sie mit Arbeit für zweieinhalb Personen belasten können ohne dass er zusammenbricht.
Darf man schreiben, dass man während der Zeit in der Klinik durch die fachliche Kompetenz des Chefarzts viel gelernt hat oder klingt das bloß nach Heuchlerei ganz gleich, dass es die Wahrheit ist? Darf man schreiben, dass man bestimmte Aspekte des Fachgebiet liebt oder wirkt das nur wie verzweifeltes Anbiedern? Die Alternative wäre, ganz unbeeindruckt von der eigenen Kompetenz und Größe zu sprechen und auch das ist mir unwohl. Ich weiß, dass ich fleißig, gewissenhaft und freundlich bin, doch das so auszuformulieren kommt mir wie Selbstbeweihräucherung und damit einfach nur furchtbar vor. Bewerbungen schreiben muss etwas für selbstverliebte Menschen sein.
Nach Stunden von Selbstzweifel, Textumbau und Starren auf ein Textdokument wurde das Werk schließlich gedruckt: mit dem heimischen Drucker aber da mit nicht perfekter Qualität, mit dem Bürodrucker des geduldigsten Freundes überhaupt, mit dem Drucker der Eltern aber da leider nur auf Ökopapier in zartem Dunkelbeige. Also noch mal zu Hause drucken in anderer Einstellung. Mappe fertig zusammen bauen, nachdem man gegoogelt hat, in welcher Reihe man Anschreiben, Lebenslauf und Zertifikate sortiert und am nächsten Tag keine Zeit (und den Mut) finden, alles tatsächlich zu überreichen. Ist ja schön der Plan, alles vor dem letztmöglichen Termin zu organisieren, doch wenn es nicht klappt, muss man alles mit dem neuen Datum des Übergabetages nochmal drucken. In der bestmöglichen Qualität - noch ein Blatt Papier mehr verschwendet.
Je öfter man versucht, perfekte Drucke und Kopien mit einem mittelmäßigen Tintenstrahldrucker zu erzeugen, desto frustrierender wird es. Können wir die Umwelt jetzt nicht mal schonen und das mit dem Drucken lassen? Am Inhalt ändert das doch eh nichts sondern nur am ersten Eindruck.
Wenn man das ganze Bewerbungszeug einfach online einschicken würde, müsste man sich auch nicht den Kopf über perfekte Drucke zerbrechen und könnte drei Bäume mehr retten. Als ob man mich mal wegen eines gestochen scharf gedruckten Dokumentes einstellen würde - aber gleichzeitig möchte ich auch nicht der Kandidat sein, der wegen schlampiger Drucke aussortiert wird.
Nachdem ich mich also tagelang gestresst hatte, Lebenslauf und Anschreiben jeweils mindestens zehn mal gedruckt hatte, kam der Tag, an dem ich der Chefärztin meine Bewerbungsmappe überreichte. Und was tat sie? Nicht rein schauen, das Ding zur Seite legen und mir in die Augen blickend sagen, dass sie Berufsanfänger sowieso nicht gern nähme und ich es mal versuchen sollte, nachdem ich schon woanders gearbeitet hätte. Na schönen Dank. Ist immer gut, wenn sich Arbeit und Aufregung auch lohnen.
Nach dem schriftlichen Staatsexamen - liebevoll Hammerexamen genannt - sieht die Studienordnung vor, dass man ein Jahr lang Praktika macht. Drei mal vier Monate in der Inneren Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach. Man bekommt Routine, man findet heraus, was man alles im Studium nicht gelernt hat und stellt im besten Falle auch noch fest, welche Fachrichtung man später einschlagen will. Die vier Monate im Bereich meines Wahlfaches liegen inzwischen hinter mir und ich fand es so gut, dass ich am letzten Tag der Chefin eine Bewerbung da lassen wollte. Gesagt getan. Aber der Weg dahin war zäh.
Zwei Wochen, bevor ich die Bewerbung abzugeben plante, fing ich an, meinen Lebenslauf zu überarbeiten und ein Motivationsschreiben zu verfassen.
Lebenslauf war ja noch einfach: alte Schulpraktika und Schülerwettbewerbe raus, Pflichtpraktika des Studium nur kurz auflisten, zu Studentenjobs mehr schreiben. Doch wie zur Hölle schreibt man ein angemessenes Motivationsschreiben?!
Egal was ich tippte: ich wurde das Gefühl nicht los, dass dem Leser eh sofort klar würde, dass das nicht meine dreihundertste professionelle Bewerbung war, sondern dass ich eine unsichere Studentin bin, die keine wirkliche Erfahrung mit dem Kram hat und sich selbst fragt, warum jemand sie einstellen sollte, weil wahrscheinlich alle anderen mehr auf dem Kasten haben. Selbstzweifel konnte ich schon immer.
Auch wenn ich weiß, dass ich sehr belastbar bin und eine ausgeglichene Persönlichkeit habe - wenn ich genau das in die Bewerbung schreibe, liest es sich wie was auch immer Sie mir für Berge an Aufgaben geben: ich bin der perfekte Fußabtreter, den Sie mit Arbeit für zweieinhalb Personen belasten können ohne dass er zusammenbricht.
Darf man schreiben, dass man während der Zeit in der Klinik durch die fachliche Kompetenz des Chefarzts viel gelernt hat oder klingt das bloß nach Heuchlerei ganz gleich, dass es die Wahrheit ist? Darf man schreiben, dass man bestimmte Aspekte des Fachgebiet liebt oder wirkt das nur wie verzweifeltes Anbiedern? Die Alternative wäre, ganz unbeeindruckt von der eigenen Kompetenz und Größe zu sprechen und auch das ist mir unwohl. Ich weiß, dass ich fleißig, gewissenhaft und freundlich bin, doch das so auszuformulieren kommt mir wie Selbstbeweihräucherung und damit einfach nur furchtbar vor. Bewerbungen schreiben muss etwas für selbstverliebte Menschen sein.
Nach Stunden von Selbstzweifel, Textumbau und Starren auf ein Textdokument wurde das Werk schließlich gedruckt: mit dem heimischen Drucker aber da mit nicht perfekter Qualität, mit dem Bürodrucker des geduldigsten Freundes überhaupt, mit dem Drucker der Eltern aber da leider nur auf Ökopapier in zartem Dunkelbeige. Also noch mal zu Hause drucken in anderer Einstellung. Mappe fertig zusammen bauen, nachdem man gegoogelt hat, in welcher Reihe man Anschreiben, Lebenslauf und Zertifikate sortiert und am nächsten Tag keine Zeit (und den Mut) finden, alles tatsächlich zu überreichen. Ist ja schön der Plan, alles vor dem letztmöglichen Termin zu organisieren, doch wenn es nicht klappt, muss man alles mit dem neuen Datum des Übergabetages nochmal drucken. In der bestmöglichen Qualität - noch ein Blatt Papier mehr verschwendet.
Je öfter man versucht, perfekte Drucke und Kopien mit einem mittelmäßigen Tintenstrahldrucker zu erzeugen, desto frustrierender wird es. Können wir die Umwelt jetzt nicht mal schonen und das mit dem Drucken lassen? Am Inhalt ändert das doch eh nichts sondern nur am ersten Eindruck.
Wenn man das ganze Bewerbungszeug einfach online einschicken würde, müsste man sich auch nicht den Kopf über perfekte Drucke zerbrechen und könnte drei Bäume mehr retten. Als ob man mich mal wegen eines gestochen scharf gedruckten Dokumentes einstellen würde - aber gleichzeitig möchte ich auch nicht der Kandidat sein, der wegen schlampiger Drucke aussortiert wird.
Nachdem ich mich also tagelang gestresst hatte, Lebenslauf und Anschreiben jeweils mindestens zehn mal gedruckt hatte, kam der Tag, an dem ich der Chefärztin meine Bewerbungsmappe überreichte. Und was tat sie? Nicht rein schauen, das Ding zur Seite legen und mir in die Augen blickend sagen, dass sie Berufsanfänger sowieso nicht gern nähme und ich es mal versuchen sollte, nachdem ich schon woanders gearbeitet hätte. Na schönen Dank. Ist immer gut, wenn sich Arbeit und Aufregung auch lohnen.
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Samstag, 6. Januar 2018
Neues Jahr, neue Vorsätze
Ein neues Jahr hat begonnen und damit für viele der beliebte Zeitpunkt, um Veränderungen durchzusetzen und Ziele in Angriff zu nehmen. Auch wenn ich es an sich schwachsinnig finde, da man sich jederzeit etwas vornehmen und erfolgreich umsetzen kann, habe ich mir für diesen Jahresbeginn auch ein paar Dinge vorgenommen. Es gibt einem doch einen Motivationsschub zu wissen, dass dieses Jahr noch ein unbeschriebenes Blatt ist, dass man nach seinen Vorstellungen zu gestalten versuchen kann.
Und bevor ich zu meiner Liste komme, möchte ich euch allen ein frohes neues Jahr wünschen. Danke, dass ihr hier seid. Es bedeutet mir wirklich viel, eure Kommentare hier zu lesen und ich hoffe, dass euch meine Posts auch ein wenig zum Nachdenken bringen und inspirieren.
Ungenutzte Kleidung aussortieren
Ich bin nicht der große Fashionblogger und deshalb im Alltag am Ende doch immer in den gleichen zehn Outfits in Rotation unterwegs. Damit nutze ich aber auch nur die Hälfte des Kleiderschrankinhalts und das stört mich.
Im nächsten Jahr möchte ich mich einmal durch den Stapel arbeiten und nach dem Tragen dann entscheiden, ob ich das jeweilige Teil behalte oder aussortiere. Denn warum sollte ich etwas in meinem Schrank lassen, obwohl ich mich darin unwohl fühle?
Wie lange es dauern wird, mich durch Pullover, Hosen und Strickjacken zu tragen, weiß ich noch nicht, aber innerhalb der nächsten zwölf Monate ist das definitiv zu schaffen.
Elektroschrott endlich mal entsorgen
Geht es nur mir so, dass ich aussortierte Geräte wie Zahnbürsten, Epilierer oder auch Wasserkocher schon lange durch einen Nachfolger ersetzt aber deren Vorgänger nie ordentlich entsorgt habe, weil der Elektroschrotthof wirklich knappe Öffnungszeiten und das nur unter der Woche hat? Es ist so ärgerlich, wenn die Wohnung durch Dinge vollgerumpelt wird, von denen man sich schon längst verabschiedet hat.
Man möchte den Kram nicht in den Wald kippen aber die umständliche Entsorgung von Elektroschrott nervt mich ganz schön.
Einen Unterarmstand erlernen
Das war schon für 2017 mein Ziel, aber auch wenn ich schon merke, dass ich die Position inzwischen stabiler und länger halten kann, so brauche ich immer eine Wand, um initial in diese Haltung zu kommen. Ohne eine Wand sorge ich beim nach oben Kicken mit den Beinen durch zu viel Schwung einfach nur dafür, dass ich auf dem Rücken lande.
In diesem Jahr gab es Phasen, in denen ich einfach zu wenig geübt habe und deshalb mit dieser Vorhabe nicht ans Ziel gekommen bin.
Oberflächen leer halten
Mit dem Aufräumen an sich ist es gar nicht soooo problematisch bei mir. Aber eine Sache kotzt mich in der Wohnung regelmäßig an: vollgemüllte Oberflächen! Ob Sofa, Schreibtisch oder nur Fensterbrett - keine leere Fläche ist sicher vor mir, wenn es darum geht, schnell mal seinen Papierkram abzulegen. Wirklich eine miese Angewohnheit.
Heute habe ich einen kleinen Anfall von Aufräumwut bekommen und es hat einfach so gut getan, Zeug zu entsorgen, was man wirklich nie gebraucht hat oder Dingen einen richtigen Platz zu geben. Jetzt am leeren, sauberen Wohnzimmertisch zu sitzen tut einfach so gut. Das möchte ich in diesem Jahr regelmäßig so genießen können.
Studium beenden und bewerben
In diesem Jahr wird es soweit sein: mit dem letzten Staatsexamen Ende des Jahres werde ich mein Studium abschließen. Ich gehe da mal ganz optimistisch ran und setze drauf, dass ich jetzt nicht in der letzten Prüfung der sechs Jahre Medizinstudium durchfallen werde. Danach heißt es tief durchatmen, feiern bis der Arzt kommt (diesen Witz auszureizen habe ich mir natürlich auch vorgenommen) und mich dann mit dem Thema Bewerbungen auseinanderzusetzen.
Der Gedanke, das Studium endlich geschafft zu haben und einen Arbeitsalltag zu haben, gefällt mir sehr. Gleichzeitig habe ich aber auch Sorge, dass es unfassbar fordernd wird. Vor allem die riesige Verantwortung für andere muss man erst mal zu tragen lernen. Als Student untersucht man zwar auch Patienten, füllt deren Medikamentenpläne aus und schlägt Therapien vor aber am Ende schaut immer noch mal jemand drüber und steht dann auch mit seinem Namen drunter. Aber auch daran wird man sich gewöhnen.
Es wird ein spannendes Jahr. Anstrengend auf jeden Fall, doch alles andere wäre auch langweilig.
Habt ihr Pläne für 2018?
Und bevor ich zu meiner Liste komme, möchte ich euch allen ein frohes neues Jahr wünschen. Danke, dass ihr hier seid. Es bedeutet mir wirklich viel, eure Kommentare hier zu lesen und ich hoffe, dass euch meine Posts auch ein wenig zum Nachdenken bringen und inspirieren.
Ungenutzte Kleidung aussortieren
Ich bin nicht der große Fashionblogger und deshalb im Alltag am Ende doch immer in den gleichen zehn Outfits in Rotation unterwegs. Damit nutze ich aber auch nur die Hälfte des Kleiderschrankinhalts und das stört mich.
Im nächsten Jahr möchte ich mich einmal durch den Stapel arbeiten und nach dem Tragen dann entscheiden, ob ich das jeweilige Teil behalte oder aussortiere. Denn warum sollte ich etwas in meinem Schrank lassen, obwohl ich mich darin unwohl fühle?
Wie lange es dauern wird, mich durch Pullover, Hosen und Strickjacken zu tragen, weiß ich noch nicht, aber innerhalb der nächsten zwölf Monate ist das definitiv zu schaffen.
Elektroschrott endlich mal entsorgen
Geht es nur mir so, dass ich aussortierte Geräte wie Zahnbürsten, Epilierer oder auch Wasserkocher schon lange durch einen Nachfolger ersetzt aber deren Vorgänger nie ordentlich entsorgt habe, weil der Elektroschrotthof wirklich knappe Öffnungszeiten und das nur unter der Woche hat? Es ist so ärgerlich, wenn die Wohnung durch Dinge vollgerumpelt wird, von denen man sich schon längst verabschiedet hat.
Man möchte den Kram nicht in den Wald kippen aber die umständliche Entsorgung von Elektroschrott nervt mich ganz schön.
Einen Unterarmstand erlernen
Das war schon für 2017 mein Ziel, aber auch wenn ich schon merke, dass ich die Position inzwischen stabiler und länger halten kann, so brauche ich immer eine Wand, um initial in diese Haltung zu kommen. Ohne eine Wand sorge ich beim nach oben Kicken mit den Beinen durch zu viel Schwung einfach nur dafür, dass ich auf dem Rücken lande.
In diesem Jahr gab es Phasen, in denen ich einfach zu wenig geübt habe und deshalb mit dieser Vorhabe nicht ans Ziel gekommen bin.
Oberflächen leer halten
Mit dem Aufräumen an sich ist es gar nicht soooo problematisch bei mir. Aber eine Sache kotzt mich in der Wohnung regelmäßig an: vollgemüllte Oberflächen! Ob Sofa, Schreibtisch oder nur Fensterbrett - keine leere Fläche ist sicher vor mir, wenn es darum geht, schnell mal seinen Papierkram abzulegen. Wirklich eine miese Angewohnheit.
Heute habe ich einen kleinen Anfall von Aufräumwut bekommen und es hat einfach so gut getan, Zeug zu entsorgen, was man wirklich nie gebraucht hat oder Dingen einen richtigen Platz zu geben. Jetzt am leeren, sauberen Wohnzimmertisch zu sitzen tut einfach so gut. Das möchte ich in diesem Jahr regelmäßig so genießen können.
Studium beenden und bewerben
In diesem Jahr wird es soweit sein: mit dem letzten Staatsexamen Ende des Jahres werde ich mein Studium abschließen. Ich gehe da mal ganz optimistisch ran und setze drauf, dass ich jetzt nicht in der letzten Prüfung der sechs Jahre Medizinstudium durchfallen werde. Danach heißt es tief durchatmen, feiern bis der Arzt kommt (diesen Witz auszureizen habe ich mir natürlich auch vorgenommen) und mich dann mit dem Thema Bewerbungen auseinanderzusetzen.
Der Gedanke, das Studium endlich geschafft zu haben und einen Arbeitsalltag zu haben, gefällt mir sehr. Gleichzeitig habe ich aber auch Sorge, dass es unfassbar fordernd wird. Vor allem die riesige Verantwortung für andere muss man erst mal zu tragen lernen. Als Student untersucht man zwar auch Patienten, füllt deren Medikamentenpläne aus und schlägt Therapien vor aber am Ende schaut immer noch mal jemand drüber und steht dann auch mit seinem Namen drunter. Aber auch daran wird man sich gewöhnen.
Es wird ein spannendes Jahr. Anstrengend auf jeden Fall, doch alles andere wäre auch langweilig.
Habt ihr Pläne für 2018?
Sonntag, 31. Dezember 2017
Mein kleiner Rückblick auf 2017
Schon seit 2011 gibt es hier Ende Dezember immer einen Jahresrückblick und ich habe vor, die Tradition weiter zu führen. Allerdings nicht mehr stumpf nach dem Fragebogenformat des Tags, den ich ursprünglich immer genutzt habe, sondern in freierer Form. Denn ganz ehrlich: warum soll ich jedes Jahr aufs neue bei der Frage nach Alkoholexzessen und neuen Haarschnitten eintragen, dass ich mich nie betrinke und beim Friseur immer den gleichen Schnitt machen lasse?
Dieses Jahr begann mit einer fetten praktischen Prüfung im Studium, vor der mir einfach nur kotzübel war. Danach ging es mir aber super und ich war erleichtert, es geschafft zu haben. Ich bin wirklich kein Mensch für praktische Prüfungen.
Im Anschluss ging es in den Semesterferien für ein paar Tage nach Paris, für ein paar Tage nach Athen. Wenn man nur mit Handgepäck reist und sich nicht die teuerste Unterkunft gönnt, kann man sich selbst als Student ganz schön viele tolle Erfahrungen leisten.
Wenig später habe ich den Entschluss gefasst, mit meinem Freund zusammen zu ziehen. Man kann sich das hin und her Pendeln auch einfach sparen, wenn man sich sowieso jeden Tag sieht. Dieser spontane Entschluss versüßt mir seitdem den Alltag. Es ist einfach zu genial, jeden Tag neben seinem besten Freund aufzuwachen.
Ich bin den Berliner Halbmarathon geskatet; auf dem BER geskatet. Da ja momentan eher weniger Flugverkehr dort stattfindet, wird die Rollbahn für Laufveranstaltungen genutzt und so konnte ich zwischen den zwischen dem Asphalt heraus wachsenden Grashalmen lang rollen.
Im Sommer habe ich vor allem eins getan: gelernt! Im Oktober stand das schriftliche Staatsexamen an oder wie man es auch liebevoll nennt - das Hammerexamen. Drei Tage lang sollte man das gesammelte Wissen aus fünf Jahren Studium zu Papier bringen und diese Vorstellung kann einem ganz schön Angst machen. Ich habe monatelang gelernt, mich damit gequält, Fakten ins Denkorgan zu übernehmen. Dann kam der große Tag und ich fühlte mich taub am ganzen Körper mit einem guten Schuss ich kotz gleich!. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft und bin nun verdammt froh, das geschafft zu haben. Und dann auch nicht mal schlecht. Das ganze Lernen muss sich ja gelohnt haben.
Wenige Wochen vor der Prüfung war ich zum ersten mal in meinem Leben bei einem Festival. Zwar habe ich wie so ein Langweiler zu Hause übernachtet statt im Bierzelt, aber die Bands habe ich trotzdem gesehen.
Live gesehen in einzelnen Konzerten habe ich noch Paramore und The Drums sowie System of a Down. Hach ja, System wollte ich schon seit Jahren mal live erleben und es war ein wildes herum Hüpfen, nach dem ich bloß noch glückselig und völlig erschöpft war.
Nach der Prüfung ging es nach Portugal, zwei Wochen Rundreise um auf andere Gedanken zu kommen. Es war eine wundervolle Zeit. Ich habe Sahnetörtchen verspeist (die zwar natas heißen aber eigentlich aus Eigelb mit Zucker statt Sahne bestehen), unverschämt frischen Fisch geschmaust und eine richtig lehrreiche und gleichzeitig entspannte Zeit gehabt.
An der Algarve habe ich dann zum ersten mal seit Jahren wieder im Meer gebadet. Es hat so viel Spaß gemacht, in die hohen Wellen zu hüpfen!
Danach ging es schnell zurück in einen Alltag und zwar den des Praktischen Jahres. 40 Stunden die Woche unbezahlt im Krankenhaus arbeiten, weil es ein Teil des Studiums und damit Pflichtpraktikum ist. Ich habe in einer Hautklinik angefangen und liebe die Mischung aus konservativen und operativen Therapien total. Auch wenn ich den ganzen Tag nur am herum laufen bin und kaum Zeit für Pinkel- oder Essenspausen finde, macht es mir Spaß. Nebenbei habe ich dann auch gleich mal ein paar Kilo abgenommen. Kein Wunder, dass es nahezu keine fetten Ärzte gibt.
Ich habe seit Februar Akupunkturkurse gemacht und viele neue Dinge gelernt. Jetzt stecke ich Nadeln in die Verwandtschaft und dann wird mir von gebesserten Knieschmerzen, besserer Schulterbeweglichkeit und verschwundenen Schmerzen in der Achillessehne berichtet. Schon verrückt, dieser Kram. Ich weiß selbst nicht, ob ich daran glauben soll aber ganz offensichtlich funktioniert es ja. Ziemlich cool, noch so einen zusätzlichen Joker als Therapieansatz in der Tasche zu haben.
Dann kam die Weihnachtszeit und damit ein Moment zu reflektieren, wie das eigene Leben so läuft. Was soll ich sagen? Ich habe einen vollen Terminkalender, ein chronisches Schlafdefizit von knapp einer Stunde pro Tag, kann manchmal vor Muskelkater meine Körperteile nicht ordentlich bewegen, aber am Ende des Tages schlafe ich immer in den Armen des Menschen ein, den ich liebe und mir ein Leben ohne nicht vorstellen möchte. Am Ende des Jahres ist mein Kopf voll von neuen Erinnerungen aus diesem vergangenen Jahr, voll von neu gelernten Dingen.
Mir geht es gut, ich weiß mehr denn je zu schätzen, was ich für eine wundervolle Familie ich habe (und dass meine peinliche Verwandtschaft nichts ist gegen die anderer…) und sage es diesen Menschen auch. In meiner Beziehung habe ich das Gefühl, vollkommen angekommen zu sein. Ich hätte nicht gedacht, das mal so stark zu spüren, doch nun ist es so und wird mit der Zeit einfach nur besser. Jeden Tag bin ich dafür dankbar und möchte das nie missen müssen.
Gebloggt habe ich weniger als je zuvor aber dann immer das geschrieben, was mich wirklich beschäftigt hat und es hat sich gut angefühlt. Früher konnte ich diese Gedanken weniger mit Freunden aus meinem Umfeld teilen, sodass sie hier aufgeschrieben wurden. Inzwischen verarbeite ich ganz viele Dinge schon in Gesprächen, sodass der Blog leer bleibt.
Habe ich Pläne für das Bloggen im nächsten Jahr? So ein bisschen. Ein neues Jahr ist immer ein guter Zeitpunkt für Vorsätze und das wird auf jeden Fall hier notiert und verfolgt. Ansonsten bleibt das Programm wie immer spontan.
2018 geht es weiter mit dem Praktischen Jahr für mich. Vor Chirurgie hab ich ein bisschen Muffensausen, weil es mir noch an praktischer Erfahrung mangelt, gleichzeitig habe ich aber auch wirklich Lust, viel neues zu lernen und praktische Fähigkeiten zu sammeln. Am Ende des nächsten Jahres wartet wieder ein Staatsexamen auf mich, dieses mal ein mündliches. Ich kann schon beim Gedanken daran die Übelkeit in mir aufsteigen fühlen. Good times to come!
Aber bis dahin werde ich noch viel erleben, lernen, tolle Momente genießen und den ganzen Prüfungsmist auch irgendwie überstehen. So läuft es ja am Ende doch immer. Und dann muss ich sehen, wie es mit meinem Leben weiter geht. Aber das erfahren wir erst im nächsten Jahr.
Wie war 2017 bei euch so?
Dieses Jahr begann mit einer fetten praktischen Prüfung im Studium, vor der mir einfach nur kotzübel war. Danach ging es mir aber super und ich war erleichtert, es geschafft zu haben. Ich bin wirklich kein Mensch für praktische Prüfungen.
Im Anschluss ging es in den Semesterferien für ein paar Tage nach Paris, für ein paar Tage nach Athen. Wenn man nur mit Handgepäck reist und sich nicht die teuerste Unterkunft gönnt, kann man sich selbst als Student ganz schön viele tolle Erfahrungen leisten.
Wenig später habe ich den Entschluss gefasst, mit meinem Freund zusammen zu ziehen. Man kann sich das hin und her Pendeln auch einfach sparen, wenn man sich sowieso jeden Tag sieht. Dieser spontane Entschluss versüßt mir seitdem den Alltag. Es ist einfach zu genial, jeden Tag neben seinem besten Freund aufzuwachen.
Ich bin den Berliner Halbmarathon geskatet; auf dem BER geskatet. Da ja momentan eher weniger Flugverkehr dort stattfindet, wird die Rollbahn für Laufveranstaltungen genutzt und so konnte ich zwischen den zwischen dem Asphalt heraus wachsenden Grashalmen lang rollen.
Im Sommer habe ich vor allem eins getan: gelernt! Im Oktober stand das schriftliche Staatsexamen an oder wie man es auch liebevoll nennt - das Hammerexamen. Drei Tage lang sollte man das gesammelte Wissen aus fünf Jahren Studium zu Papier bringen und diese Vorstellung kann einem ganz schön Angst machen. Ich habe monatelang gelernt, mich damit gequält, Fakten ins Denkorgan zu übernehmen. Dann kam der große Tag und ich fühlte mich taub am ganzen Körper mit einem guten Schuss ich kotz gleich!. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft und bin nun verdammt froh, das geschafft zu haben. Und dann auch nicht mal schlecht. Das ganze Lernen muss sich ja gelohnt haben.
Wenige Wochen vor der Prüfung war ich zum ersten mal in meinem Leben bei einem Festival. Zwar habe ich wie so ein Langweiler zu Hause übernachtet statt im Bierzelt, aber die Bands habe ich trotzdem gesehen.
Live gesehen in einzelnen Konzerten habe ich noch Paramore und The Drums sowie System of a Down. Hach ja, System wollte ich schon seit Jahren mal live erleben und es war ein wildes herum Hüpfen, nach dem ich bloß noch glückselig und völlig erschöpft war.
Nach der Prüfung ging es nach Portugal, zwei Wochen Rundreise um auf andere Gedanken zu kommen. Es war eine wundervolle Zeit. Ich habe Sahnetörtchen verspeist (die zwar natas heißen aber eigentlich aus Eigelb mit Zucker statt Sahne bestehen), unverschämt frischen Fisch geschmaust und eine richtig lehrreiche und gleichzeitig entspannte Zeit gehabt.
An der Algarve habe ich dann zum ersten mal seit Jahren wieder im Meer gebadet. Es hat so viel Spaß gemacht, in die hohen Wellen zu hüpfen!
Danach ging es schnell zurück in einen Alltag und zwar den des Praktischen Jahres. 40 Stunden die Woche unbezahlt im Krankenhaus arbeiten, weil es ein Teil des Studiums und damit Pflichtpraktikum ist. Ich habe in einer Hautklinik angefangen und liebe die Mischung aus konservativen und operativen Therapien total. Auch wenn ich den ganzen Tag nur am herum laufen bin und kaum Zeit für Pinkel- oder Essenspausen finde, macht es mir Spaß. Nebenbei habe ich dann auch gleich mal ein paar Kilo abgenommen. Kein Wunder, dass es nahezu keine fetten Ärzte gibt.
Ich habe seit Februar Akupunkturkurse gemacht und viele neue Dinge gelernt. Jetzt stecke ich Nadeln in die Verwandtschaft und dann wird mir von gebesserten Knieschmerzen, besserer Schulterbeweglichkeit und verschwundenen Schmerzen in der Achillessehne berichtet. Schon verrückt, dieser Kram. Ich weiß selbst nicht, ob ich daran glauben soll aber ganz offensichtlich funktioniert es ja. Ziemlich cool, noch so einen zusätzlichen Joker als Therapieansatz in der Tasche zu haben.
Dann kam die Weihnachtszeit und damit ein Moment zu reflektieren, wie das eigene Leben so läuft. Was soll ich sagen? Ich habe einen vollen Terminkalender, ein chronisches Schlafdefizit von knapp einer Stunde pro Tag, kann manchmal vor Muskelkater meine Körperteile nicht ordentlich bewegen, aber am Ende des Tages schlafe ich immer in den Armen des Menschen ein, den ich liebe und mir ein Leben ohne nicht vorstellen möchte. Am Ende des Jahres ist mein Kopf voll von neuen Erinnerungen aus diesem vergangenen Jahr, voll von neu gelernten Dingen.
Mir geht es gut, ich weiß mehr denn je zu schätzen, was ich für eine wundervolle Familie ich habe (und dass meine peinliche Verwandtschaft nichts ist gegen die anderer…) und sage es diesen Menschen auch. In meiner Beziehung habe ich das Gefühl, vollkommen angekommen zu sein. Ich hätte nicht gedacht, das mal so stark zu spüren, doch nun ist es so und wird mit der Zeit einfach nur besser. Jeden Tag bin ich dafür dankbar und möchte das nie missen müssen.
Gebloggt habe ich weniger als je zuvor aber dann immer das geschrieben, was mich wirklich beschäftigt hat und es hat sich gut angefühlt. Früher konnte ich diese Gedanken weniger mit Freunden aus meinem Umfeld teilen, sodass sie hier aufgeschrieben wurden. Inzwischen verarbeite ich ganz viele Dinge schon in Gesprächen, sodass der Blog leer bleibt.
Habe ich Pläne für das Bloggen im nächsten Jahr? So ein bisschen. Ein neues Jahr ist immer ein guter Zeitpunkt für Vorsätze und das wird auf jeden Fall hier notiert und verfolgt. Ansonsten bleibt das Programm wie immer spontan.
2018 geht es weiter mit dem Praktischen Jahr für mich. Vor Chirurgie hab ich ein bisschen Muffensausen, weil es mir noch an praktischer Erfahrung mangelt, gleichzeitig habe ich aber auch wirklich Lust, viel neues zu lernen und praktische Fähigkeiten zu sammeln. Am Ende des nächsten Jahres wartet wieder ein Staatsexamen auf mich, dieses mal ein mündliches. Ich kann schon beim Gedanken daran die Übelkeit in mir aufsteigen fühlen. Good times to come!
Aber bis dahin werde ich noch viel erleben, lernen, tolle Momente genießen und den ganzen Prüfungsmist auch irgendwie überstehen. So läuft es ja am Ende doch immer. Und dann muss ich sehen, wie es mit meinem Leben weiter geht. Aber das erfahren wir erst im nächsten Jahr.
Wie war 2017 bei euch so?
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