Montag, 12. September 2011

Werbung!

Keine Sorge, ab sofort bin ich nicht Partner irgendeines Onlineshops und drehe meinen Lesern Ramsch an. Ich spreche einfach nur vom Thema 11 des Projekts 52.

Die Entscheidung fiel sehr schnell.
Es war einmal eine Zeit, in der mich eine spezielle Werbung mit ihren klaren Farben und ihrem Lied immer wieder in gute Laune versetzte. Es war ein hartnäckiger Ohrwurm, der noch dadurch verstärkt wurde, dass der Titel auch im Radio ständig gespielt wurde. Ich füge euch das Video ein. Ansehen auf eigene Gefahr - ihr wisst ja, dass euch der Ohrwurm drohen könnte.



Und falls ihr nun mehr wollt, kommt hier das Video zum Song in ganzer Länge.

Man beachte, dass das Video nicht nachträglich zusammengepuzzelt wurde, sondern in einem Durchgang aufgenommen wurde.


Obwohl mir die Werbung so gut gefallen hat, brachte sie mich nie dazu, einen iPod zu kaufen. Ich hätte mich eher für das Album von Feist entschieden.
Grundsätzlich gefällt es mir der klare Stil der Apple Werbungen aber und es ist auch auf eine bestimmte Weise besonders, dass die Musik so sehr im Vordergrund steht.

So und da ist er wieder, mein Ohrwurm.
Oh, ohoh, you're changing your heart
Oh, ohoh you know who you are....

Apfelkern

Sonntag, 11. September 2011

Spontanpoesie

Man nehme ein schummriges Zimmer, das nur vom Licht des Computers beleuchtet wird, ein Gewitter, die Vorfreude auf eine Folge der Serie True Blood und die momentan herrschende allgemeine Gefühlsverwirrtheit und öffne ein leeres Textdokument. Im Hintergrund lässt man dieses Lied in einer Endlosschleife laufen.


Dann entstehen Werke, wie folgendes.

Gewitterleuchten

Energiegeladene Luft steht zwischen uns
Es ist warm
Dichte Wolken bedecken den violetten Himmel
Wir spüren die Spannung

Erlösend kommt der Regen
Erst zaghaft tastend, zart antippend
Und wird dann voller Selbstvertrauen zur Flut
Mitreißende Wogen treffen warme Haut
Trommelwirbel erklingt
Die Spannung wird sichtbar als Blitz
Und schmiedet unsere Seelen zusammen

Immer wieder zuckt atemlos Helligkeit
Durch die vertraute Dunkelheit
Wir sind getränkt mit himmlischem Wasser
Und lassen uns in ihm treiben
Bis die Flut erschöpft abschwillt

Zitternd atmen wir die reine Luft zwischen uns
Und sagen uns wortlos,
Dass wir den nächsten Regenguss herbeisehnen.


Nein, mein Geisteszustand ist nicht schlimmer als sonst, mir war einfach nur nach einem Gedicht. Und nun bin ich mal gespannt, wie und ob andere darauf reagieren.

Apfelkern

Freitag, 9. September 2011

Nachhilfe nötig

Wenn ich nachmittags nach Hause komme ist es eine der ersten Handlungen, die Zeitung zu lesen. Während ich mich gestern über Gott und die Welt informierte fiel mir etwas auf: die Bildbearbeitung beherrscht das Zeitungsteam noch nicht. Warum ich solche Gedanken habe? Überzeugt euch selbst.


Donnerstag ist Alditag und so sah ich die dazugehörige Werbung an. Bis ich die links abgebildete Dame sah.

Bei aller Liebe zu Aldi - diese Sparmaßnahme kann ich nicht gutheißen.
Wenn ihr Teleskopbesen und Teleskoprechen darstellen wollt, müsst ihr euch schon zwei einzelne Bilder gönnen, damit es überzeugend wird oder euch für ein Bild entscheiden. Denn die Kombination mutet reichlich seltsam an. Aber für einen Horrorfilm wäre die bauchfreie Dame mit den 2 1/2 Armen, dem Besen und dem Rechen ein hervorragendes Motiv.



Der nächste Schock wartete auf der Klatsch und Tratsch Seite. Nichts böses ahnend erblickte ich ein Bild der Sängerin Céline Dion - und war erschüttert.

Heiliger Strohsack ist die klapprig! Ich sehe die Schlagzeilen schon vor mir: BILD exclusiv: Céline Dion MAGERSÜCHTIG! Eine Diva aus Haut und Knochen.
Als ich schon die Brote für mein Carepaket an sie schmieren wollte fiel mir auf, dass sie doch nicht (so sehr wie gedacht) mit abgemagerten Gliedmaßen zu kämpfen hat. Denn es war wieder nur ein Bildbearbeiter gewesen, der ihr klammheimlich das zweite Bein weggeschnippelt hat.

Und was lernen wir daraus? Passionierte Bildbearbeiter könnten den Lesern der ALDI Werbung und der Berliner Zeitung einige Schreckensmomente ersparen, doch mit ihnen hätte ich nie so lustige Momente mit den fehlerhaften Abbildungen gehabt. Also macht ruhig weiter so.

Apfelkern

Mittwoch, 7. September 2011

Quid est... iterativ?

Das Wort begegnete mir in einer Anleitung zu einem Experiment. Man solle doch bitte schön bei der Problemlösung iterativ vorgehen. Mein Problem war in dem Moment nicht die wissenschaftliche Fragestellung sondern das Wort iterativ.

Also überlegte ich, was es wohl heißen könnte. Gehen sie logisch vor? Gehen sie ..gehend vor? Denn es klingt ja ein wenig wie ire, das lateinische Verb für gehen.
Ich ging (eo) erst einmal zum Bücherregal und griff zum Fremdwörterbuch.

Iterativ, siehe Iteration. Also suchte ich ein wenig weiter oben und fand ich das Substantiv Iteration.

Interation, die  a)wiederholtes Anwenden des selben Verfahrens zur Lösungsannäherung
                        b) zwangsweises Wiederholen von Wörtern oder Handlungen
                        c) Wortverdopplung zur Unterstreichung der Aussage 


Grundbedeutung ist ganz klar die Wiederholung. Und genau das sagte dann auch das Lateinwörterbuch.

Iteratio   = Wiederholung
itero = ich wiederhole, sage noch einmal

Na dann wäre das ja geklärt. Wieder ein Wort weniger, das uns stutzig machen wird.



Apfelkern Nucleus mali

Ach ja... auf das Experiment hatte ich dann nur noch wenig Lust, nachdem ich über das Wörtchen iterativ nachgedacht und anschließend im Wörterbuch ziellos umhergeblättert habe. Und was klickt man an, wenn man Zeit vertrödelt? Genau - You Toube.
Nachdem ich einen kleinen Artikel in der Zeitung darüber gelesen hatte, suchte ich zielstrebig nach folgendem Video:


Also ich find's gut. Denn das ist eine lustige und ansprechende Art, auf Missstände aufmerksam zu machen. Schreiben werde ich aber dem lieben George trotzdem nicht, da ich 1. keinen Kaffee und damit auch keinen Nescafé trinke und ich 2. nicht wirklich glaube, dass George Clooney allein den Konzern zu fairem Handel bewegen kann.
Doch das Video wird dem Konzern vielleicht ein wenig Kritik einbringen und so zum Nachdenken bewegen.

Montag, 5. September 2011

So Fuck U Anyway

Nein, das ist nicht persönlich gemeint sondern Bestandteil des Projekt 52. Denn das aktuelle Thema lautet Wut.

Ich bin nicht der Typ Mensch, der andere sofort cholerisch anschreit, wenn er wütend ist. Stattdessen sehe ich oft über solche Dinge hinweg, denn nicht alles, was mich ärgert, ist auch Absicht. Falls doch verwünsche ich den anderen in aller Stille und erst wenn die Dreistigkeit grenzenlos ist, lasse ich die Wut heraus und schreie zurück.

Und anschließend höre ich ganz passend betitelt Fuck U von Placebo. Ja, ich kenne einzelne, die eine persönliche Abneigung gegen Placebo haben, doch Text und Melodie sind einfach nur genial. Und fassen Wut auf den Punkt in Worte.



There's a look on your face I would like to knock out
See the sin in your grin and the shape of your mouth
All I want is to see you in terrible pain
Though we won't ever meet I'll remember your name

Can't believe you were once just like anyone else
Then you grew and became like the devil himself
Pray to God I can think of a kind thing to say
But I don't think I can
So fuck you anyway

You are scum
You are scum
And I hope that you know
That the cracks in your smile are beginning to show
Now the world needs to see that it's time you should go
There's no light in your eyes and your brain is too slow

Can't believe you were once just like anyone else
Then you grew and became like the devil himself
Pray to God I can think of a kind thing to say
But I don't think I can
So fuck you anyway

So fuck you anyway
So fuck you anyway
So fuck you anyway
So fuck you anyway
So fuck you anyway

Bet you sleep like a child with your thumb in your mouth
I could creep up beside, put a gun in your mouth
Makes me sick when I hear all the shit that you say
So much crap coming out, it must take you all day

There's a space kept in hell with your name on the seat
With a spike in the chair just to make it complete
When you look at yourself do you see what I see?
If you do, why the fuck are you looking at me?

Why the fuck are you looking at me?

Why the fuck
Why the fuck are you looking at me? [x4]

There's a time for us all and I think yours has been
Can you please hurry up, 'cause I find you obscene
I can't wait for the day that you're never around
When that face isn't here and you rot underground

Can't believe you were once just like anyone else
Then you grew and became like the devil himself
Pray to God I can think of a kind thing to say
But I don't think I can
So fuck you anyway

So fuck you anyway
So fuck you anyway
So fuck you anyway
So fuck you anyway

Gelegentlich widme ich es in Gedanken  anderen, denke mir Teile des Texts beim Anblick dieser speziellen Menschen und werde beim Anhören ganz ruhig, die Wut wird fokussiert und abgelenkt ohne sie in sich aufzustauen. Ich finde das Lied perfekt. Eigentlich könnte ich es auch hoch und runter hören, wenn ich in guter Stimmung bin.

Apfelkern


Sonntag, 4. September 2011

Wir sitzen alle zitternd im gleichen Schneckenhaus

Wir haben Angst und das vor so vielem: Angst vor der Zukunft, Angst vor den Reaktionen anderer, Angst um das eigene Wohlergehen und das der Freunde, Angst vor der Angst.

Oft gelesen habt ihr das zentrale Wort des Posts ja bereits. Doch welche Bedeutung steht dahinter? Ich bitte Wikipedia ans Rednerpult:

"Angst ist ein Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Begrifflich wird dabei die objektunbestimmte Angst (lateinisch angor) von der objektbezogenen Furcht (lateinisch timor) unterschieden."

aus:http://de.wikipedia.org/wiki/Angst

Im nächsten Jahr werde ich mein Abitur haben und mich entscheiden müssen, was ich danach mache.
Angst.
Man wagt es nicht, sich anderen Menschen völlig zu offenbaren. Warum?
Angst.
Man setzt sich selbst unter Druck, um die Ansprüche anderer zu erfüllen. Warum?
Angst

Und das sind nur einige Beispiele aus dem Alltag. Ständig sind wir erfüllt von solchen negativen Gefühlen, die uns so einen Teil der Freude am Leben nehmen.
Natürlich hat Angst eine natürliche Funktion als Warnmechanismus in Gefahrensituationen. Kämpfen, wegrennen oder erstarren - das ist es, was sie eigentlich bei Tieren auslöst. Aber das Warnsystem ist übersensibel und fehlerbeladen. So vergießt man viel Angstschweiß unnötig.

Wir machen uns zu viele Gedanken, was unsere Mitmenschen über uns denken könnten, wir sorgen uns zu viel, ob unser Verhalten nun in Ordnung war, wir auch niemanden  belästigt oder befremdet haben.Wir sprechen mit niemandem oder nur mit den wenigsten über unsere Gefühle und das nur, weil wir die Reaktion fürchten. Wer möchte schon verlacht werden?

Aber eigentlich ist diese Vorsicht unnütz und sogar lächerlich. Denn wir alle haben die gleichen Bedürfnisse und Gefühle. Auch wenn es schwer fällt, das zu glauben. Warum also sollte man sich für die eigenen schämen und sie verheimlichen? Gar nicht, denn es macht das Leben nur schwerer.

Und genauso bin ich überzeugt, dass wir nicht ständig Zukunft, Veränderung und Vergänglichkeit als Schatten am Horizont sehen sollten. Es wird weitergehen, das ist sicher. Und weil man ständig vorwärts  läuft, entscheidet man sich für einen Weg - egal ob bewusst oder nicht. Ich möchte den Moment genießen können. Selbst wenn dieses Gefühl des Moments nie mehr zu mir zurückkehrt habe ich es doch erlebt und behalte die Erinnerung. Und die kann ich so oft wiederdurchleben wie ich will.

Außerdem glaube ich, dass wir wirklich unserem viel gepriesenen Bauchgefühl folgen sollten. Denn wenn man andere über sein Leben entscheiden lässt, wird man nur selten glücklich und macht dem anderen Vorwürfe.
Trotzdem kann man die Meinung anderer anhören. Außerdem ist es eine Wohltat für die Seele, seine Sorgen zu teilen. Ich wünsche jedem einen Seelenverwandten, der seine Probleme teilt und den fremden lauscht. Eine Angst zu teilen erleichtert das Verständnis, dass man nicht allein ist und schenkt Hoffnung und daraus resultierend Mut.

Und der Sinn des Lebens ist bestimmt nicht, angsterfüllt zu sein, sich von Mission Horror überstehen zu Mission Horror überstehen Level II zu hangeln. So simpel es klingt - ich denke, es gibt keinen generellen Sinn des Lebens. Wichtig ist, dass man glücklich ist.

Wir sollten auch niemanden ausschließen, nur weil er anders ist. Er hatte einfach nur das Pech gehabt, bei der Zusammenstellung dieser Gruppe keinen Partner gezogen zu haben. Auch wenn es schwer fällt - ein wenig Freundlichkeit und Akzeptanz sollten wir aufbringen, denn vielleicht sind wir bei der nächsten Gruppenbildung der Einzelne. Zumindest, wenn wir uns dagegen entscheiden, uns ohne Rücksicht auf die eigene Persönlichkeit zu verstellen.


Es ist wahrscheinlich das Beste, von dem krampfhaften Kampf gegen die Vergänglichkeit loszulassen. Es ist schwer. Doch alles hat seine Zeit und daran kann nichts geändert werden.

Oscar Wilde:
"Es ist eine traurige Sache, aber es ist kein Zweifel, dass Genie länger dauert als die Schönheit. Das erklärt die Tatsache, dass wir alle uns so damit quälen, uns mit Bildung vollzustopfen. In dem wilden Kampf ums Dasein wollen wir alle etwas haben, das dauert, und so füllen wir unseren Geist mit Schund und Tatsachen in der törichten Hoffnung, unsern Platz zu behaupten."


Ist ja wundervoll, dass du ein Abitur mit 1.0 schaffst. Und wie war deine Jugend?
Man sollte zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden können und eine gute Balance finden.

Man sollte das Glück des Momentes bewusst wahrnehmen und nicht als gegeben hinnehmen. Die Grundvoraussetzung für Glück ist es auch, mit sich selbst im Reinen zu sein. Seid ehrlich zueinander, die Lüge nützt niemandem. Und erkennt euren eigenen Wert ohne euch daran aber zu sehr zu verlieren und euch selbst arrogant zu überschätzen.
Angst kann ein Antrieb sein. Furcht vor Prüfungen kann ein Antrieb sein, doch nur, wenn man sie nicht in jeder Situation sondern nur in den wichtigen empfindet.


Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein.
Zeit mit Menschen zu verschwenden, denen man sowieso nur vortäuscht sie zu mögen, ist falsch. Niemand zieht Nutzen daraus.

Und nun zur anderen Gruppe der Menschen - derer, die einem wichtig ist. Auch wenn es manchmal unmöglich erscheint - ich spreche aus Erfahrung - kommuniziert mit euren Mitmenschen, sagt ihnen, was sie euch bedeuten. Wenn es direkt nicht geht, dann vielleicht schriftlich. Denn oft verlaufen Freundschaften längst nicht so tief wie möglich, nur weil keiner sich zuerst aus dem Schneckenhaus wagen möchte.
Wenn die Schnecke erst einmal draußen ist, kann sie gar nicht mehr verstehen, wovor sie sich gefürchtet hat.

Vielleicht hilft jemandem diese Ansammlung von Imperativen (Analyse: Angst vor den Reaktionen Fazit: die Praxis ist stets schwerer als die Theorie und selbst wenn man letztere beherrscht, kann man sie  nicht immer umsetzen)

Apfelkern