Donnerstag, 7. Juni 2018

#PMDD27

Joa, erinnert sich noch wer an den Picture My Day Day vom 19. Mai? Ich mich ja und zwar mit einem schlechten Gewissen. An dem Tag war ich in Belgien unterwegs und habe fleißig Bilder gemacht. Als ich dann wieder zurück in Deutschland war, wo mein Laptop auf mich wartete, hatte ich vor lauter DSGVO Panik so gar keine Lust, einen Beitrag zu verfassen. Weil warum einen Post schreiben, wenn man nicht sicher weiß, ob man den Blog überhaupt weiter führen kann ohne professionelle juristische Beratung.

Inzwischen sind einige Wochen vergangen und die ganze Aufregung hat sich ein bisschen gelegt. Und so kommt auch meine Motivation, meine Eindrücke aus Belgien von meinem persönlichen Picture My Holiday Day mit euch zu teilen, wieder zurück.

Hier ist ein kleiner Rückblick, wie ich den 19. Mai verbracht habe. Gastgeber der Bildersammlung ist dieses Mal die wundervolle Karo Kafka gewesen, ihres Zeichens enge Freundin und ebenso begeisterte Strickerin. Die offizielle Liste aller Teilnehmer findet ihr hier.


Mein Tag begann ganz gewöhnlich: im Bett. Allerdings nicht dem eigenen, sondern dem unserer Unterkunft in Brüssel.


Obligatorische Nachttischdekoration: Uhr, Ohrringe und Brille. Wobei letztere im Moment der Bildaufnahme schon auf meine Nase gewandert war.


Ich liebe handgestrickte Socken. Und diese haben eine Farbkombination, auf die ich besonders stolz bin. Vor allem, weil drei der vier Farben auch noch von mir beziehungsweise meinem Freund selbst gefärbt worden sind.


Urlaub bedeutet, sich morgens das Frühstück beim Bäcker zu erobern. Man bemerkt starke französische und in dieser Filiale marokkanische Einflüsse der Gebäckauswahl.


Tadaa! Erfolgreich Baguette und Apfeltasche mit gebrochenem Pseudo-Französisch erworben und ein paar Sachen dazu organisiert. Mango, grüner Tee, weich gekochte Eier, Bananen - so lässt es sich leben!


Einmal nach Brügge ohne Sterben, bitte!


Snacks sind wichtig. Auch wenn das Frühstück noch keine zwei Stunden her ist. Das hier war ein mit getrockneten Feigen gefüllter Keks vom Bäcker.


Welcome to Bruges! Oder auch Brugge. Man weiß vor lauter Zweisprachigkeit niederländisch/flämisch - französisch in Belgien manchmal auch nicht, wie man Dinge nun nennen soll.


Auf dem Weg in die Innenstadt. Brügge wurde nie zerstört und hat so sehr viele historisch wertvolle Gebäude. Da die Stadt mal ein wichtiger Handelsstandort war, sind die sogar ziemlich prächtig.


Erst mal ein Bier… öhm, eine Brauerei besuchen.


Da kommen Kindheitserinnerungen auf! Ich war als Kind in Dutzenden Brauereien und Destillen, weil mein Vater es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht hat, so viele davon wie möglich zu besuchen wo auch immer eine in der Nähe ist.


Hopfen (aber nur die weiblichen Blüten!) und Malz sind nicht verloren gewesen. Wobei die Belgier die Sache mit dem Reinheitsgebot auch nicht so wirklich ernst nehmen. Stichwort Bananenbier.


Ein Ausblick über die Türme der Altstadt vom Dach der Brauerei aus.


…immer unangenehm, es zuzugeben aber: eigentlich schmeckt mir Bier überhaupt nicht. Wir haben uns trotzdem die zwei geteilt, die einem nach der Führung zustanden. Das war harte Arbeit. Ob es am Starkbier lag oder der fehlenden Trinkroutine: es hat sich alles kurz ein bisschen wackelig angefühlt unter meinen Füßen.


Auf den ganzen Alkohol erst mal eine vernünftige Trinkschokolade!


Ach, eine Waffel kann ja auch nicht schaden. Lütticher Waffeln sind unfassbar lecker. Hefewaffeln sind einfach geiler als ihre mit Backpulver aufgeflufften Verwandten
.

Oh, Bäume!


Die altmodischen Häuser mit ihrer Dekoration fand ich unglaublich charmant und schön.


Einziger Negativpunkt: die Menschenmassen. Brügge und vor allem der Marktplatz war an dem Samstag sehr überlaufen von Besuchern.


 Der gute Tourist teilt sich eine Portion Pommes zum Mittagessen. Damit später noch mehr Waffeln und Pommes Platz im Magen haben.


Der Belfried (niedlichländisch für Glockenturm) des Brügger Marktplatzes. Es wird nicht empfohlen, dort runter zu stürzen.


Links im Bild ist die Basilika des Heiligen Blutes, wo sie eine Ampulle mit uraltem Zeug, das man für das Blut Jesu deklariert hat, verehren und lagern. Ist mir alles suspekt aber prunkvolle Gebäude errichten können sie definitiv.


Brügge wird aufgrund seiner vielen Kanäle auch das Venedig des Nordens genannt. Da es im originalen Venedig keine Autos gibt und das einen riesigen Unterschied in der Atmosphäre macht, kann ich da nur so bedingt zustimmen. Trotzdem lohnt sich der Besuch.



Nicht fehlen darf im Urlaub der Besuch eines Wollladens. In Brügge habe ich Het Wolhuis besucht, ein kleines recht voll gestopftes Geschäft mit einer unglaublich lieben Besitzerin. Die 80-jährige Dame hat mich bei der Farbauswahl beraten und mir dann ihre Handarbeiten aus dem Schulunterricht gezeigt. Die fein säuberlich eingeklebten Strickstücke mit Anleitung für das Muster daneben waren beeindruckend. Trotzdem war es traurig, weil das Bewusstsein um die eigene Vergänglichkeit in diesem Moment für alle so greifbar war.



Meine Farbauswahl der Sockenwolle ist erschreckend pink. Mal sehen, wie daraus gemischte Socken am Ende werden. Ich plane einen Farbverlauf durch Abwechseln der Wolle zu erzielen wie in den Socken, die ich am Morgen an hatte.


Ist schon schön hier!


Huch, wo kommt den der Wal her? Ein wirklich gutes Projekt, um auf das Plastikmüllproblem hin zu weisen.


Na nu, sind wir denn zu weit gelaufen und in den Niederlanden angekommen?!


Nee, alles gut: noch immer im Land der Fritten. Zum Abendessen gab es Waterzooi, ein merkwürdiges zusammengekocht-suppiges typisch belgisches Gericht. Nicht ganz mein Favorit. Dafür waren die Pommes perfekt.


Zurück in Brüssel stießen wir auf die Reste der Gay Parade. Die Gebäude am Groten Markt/ Grand Place waren wunderschön angeleuchtet. Total beeindruckend.


A proper gay town hall.


Auf dem Rückweg in die Unterkunft trafen wir auf eine Gruppe Tanzender vor einem Club. Was macht man, wenn man eh nicht durch kommt? Einfach mittanzen!


Nach einer halben Stunde wilden Hinternwackelns wurde der Rucksack dann doch schwer und wir begaben uns sehr erschöpft zurück zur Unterkunft. Was für ein Tag!

Ich hoffe, ihr hattet auch jetzt nach Ende des offiziellen Picture My Day Days noch Spaß an meinen Eindrücken aus Belgien. Auf dass alles beim nächsten Mal pünktlich über die Bühne geht und die ganze DSGVO Aufregung letztlich unnötig gewesen ist.

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