Mittwoch, 26. Oktober 2011

Vertagt

Ich bin die Königin der Prokrastination.
Nö, das hat ja noch bis Mittwoch Zeit und schon habe ich mich mit einem Buch verkrümelt. Ich habe die Fähigkeit, Aufgaben, die ich für weniger wichtig erachte erfolgreich zu ignorieren und dann kurz vor ultimo in einem Anfall von Panik eben diese zu erledigen. Das ist unnötiger Stress und mir ist das glasklar. Ich nehme mir schon seit Jahren regelmäßig erneut vor, lästige Aufgaben nicht erst kurz vor dem Termin zu erledigen. Anscheinend eher wenig erfolgreich.

Unerledigt geblieben ist bisher noch keine dieser Aufgaben. Aber auch wenn das Ergebnis bisher immer gut war, wird es nicht ewig so bleiben.
Es macht mir einfach keinen Spaß mehr, bis halb eins am Morgen Auguste Rodins Biographie zu recherchieren.

Im Herauszögern bin ich sogar so gut, dass ich die Fertigstellung des um kurz nach zwölf  begonnenen Post auf den nächsten Nachmittag verschob. Aber noch weniger Schlaf zu bekommen wollte ich nicht riskieren,  doch die Zeit, welcher der mit dem Drucker verbundene Windows zum Hochfahren und Programmöffnen benötigte (Stunden!), wollte ich noch mehr oder weniger sinnvoll nutzen. Also begann ich, diesen Post zu schreiben.
Sehr nützlich, so ein Schlepptop... äh Laptop.

So, wo ist nun eigentlich der rote Faden hin?
Genau - ich wollte mich bessern. Mal wieder. Problematisch ist nur, dass ich abgeschreckt von Personen, die sofort nach Verkündung einer Aufgabe mit Eifer und gern auch frühzeitiger Panik (waaaah - das schaffe ich alles doch gar nicht! *hüstel* Was soll ich denn da am Tag vor dem Abgabedatum erst sagen?) an die Arbeit gehen bin und außerdem weiß, dass es bisher immer sehr gut funktioniert hat, kurzfristig zu agieren. Für die Bioklausur nur am Tag zuvor gelernt und trotz durchschnittlicher neun Punkte im Kurs dreizehn Punkte erreicht.
Aber ein starkes Argument für die bessere Planung ist, dass man ohne die unerledigte Aufgabe wie ein Damoklesschwert über sich schweben zu wissen die Tätigkeiten, die man normalerweise zum prokrastinieren nutzt, entspannt und ohne schlechtes Gewissen genießen kann.
Außerdem: alle anderen scheinen in ihrer Tagesplanung auch so erfolgreich zu sein, dass sie nicht kurz vor Abgabe in Panik ausbrechen müssen. Also sollte mir das auch möglich sein. Und damit ich das nicht auf einen anderen Tag verlege kommt nun ganz passend die Kurzfassung von Quid est.... Prokrastination?



Wer hat's erfunden? Die Römer. na  ja, zumindest der Name geht auf sie zurück, denn ich bin mir sicher, dass schon die Steinzeitmenschen gelegentlich dasFegen der Höhle länger als nötig vertagt haben.

Viel zu erklären gibt es nicht, denn das Wort Prokrastination ist selbsterklärend:
pro = für
cras = morgen

Zusammengesetzt bedeutet es also, dass man Aufgaben immer wieder mental mit dem Etikett "für morgen" versieht und daher einfach nicht erledigt. Am nächsten Tag überlegt man sich erneut, dass die Aufgabe noch auf den kommenden Tag verlegbar ist und so geht es weiter bis dass der Tag vor dem Abgabetermin erreicht ist. Und dann bricht die Arbeitswut aus.

Und nun bin ich ganz vorbildlich und erledige meine Mathematikaufgaben. Allerdings war das nie die Art Arbeit, die ich verschoben habe. Denn mit größeren Projekten prokrastinierte es sich viel besser.


Apfelkern

Kommentare:

  1. ich erledige unangenehme dinge auch immer erst kurz vor schluss.
    und ich glaube, das wird auch so bleiben.
    charakterschwäche. ;)

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  2. Adrenalinausschüttung. Deshalb werden wir es immer wieder tun.Oder eben nicht..

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  3. "fette bitch reizwäsche" - auch schön!

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  4. Hahaha, du sprichst mir aus der Seele...
    ich prokrastiniere auch gerne, eigentlich schon seit der Grundschule (und erst Recht jetzt im Studium :D)

    ...wie jetzt grade, eigentlich wollte ich ja für eine Klausur lernen...hoppala ;)
    Saludos!

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  5. Die gebe ich nicht mehr her! ^^

    Also normalerweise bin ich in Sachen AMU auch eher Talentfrei. XD

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  6. ... erwischt. Jap - ich bin super im Verschieben. Leider. Und leider hat es bei mir bisher immer trotzdem gut geklappt. Ich wünsche mir, ich wäre in der Vergangenheit mal damit auf die Fresse gefallen.

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