Donnerstag, 30. Juni 2011

Schon mal was von Gleichberechtigung gehört?

Wenn man sich durch diverse Blogs klickt, liest man oft über Einkäufe in Drogerien. Genannt werden oft dm und Müller. Anfangs verstand ich gar nicht, von welchen Geschäften die Rede ist. Denn ich kannte nur Rossman.

Schließlich fand ich doch den Weg in ein dm und war verzückt. Soweit der kurze Eindruck reicht war alles positiv: Bioware, ein sauberes Geschäft, gute Beleuchtung, keine nervige Musik, Tester bei den Kosmetikartikeln und sogar ein Wasserspender für die Kunden. Wie hatte mir das achtzehn Jahre lang entgehen können?

Ich stellte Nachforschungen an und entdeckte die sehr ungleiche Verteilung der Drogeriefilialen in Deutschland.

Zuerst Rossmann:
Die Filialen sind recht homogen verteilt, nur in Mecklenburg Vorpommern, in Badenwürttemberg, Brandenburg und Thüringen und Hessen ist die Dichte der Standorte etwas geringer. Daher ist für mich als Brandenburgerin auch noch ein Rossmann in etwa 12 km Entfernung vorhanden.

Nun zu den Müller Drogeriemärkten, die für mich ja völliges Neuland sind:
Was soll man denn dazu sagen?! Die neuen Bundesländer, die inzwischen auch nicht mehr so neu sind, stechen dadurch hervor, dass es dort deutlich weniger bis gar kein Müller gibt. Spontanes Einkaufen sieht anders aus. Hier wird Einkaufen bei Müller eher ein Nachmittags- bis Tagesausflug.

Dm bietet leider keine so schöne Deutschlandansicht an (zumindest habe ich keine gefunden), doch auch hier wird durch Stichproben wieder einmal klar, was sich auch schon bei Müller zeigte. Ostdeutschland fehlen die dm Filialen. Ganz selbstbezogen wählte ich einen Ausschnitt aus dem Raum Berlin und Umgebung zur Veranschaulichung:


In Berlin selbst herrscht kein Mangel an dm Filialen, doch im Umland wird wahrscheinlich nur jeder Dritte oder weniger dm kennen, weil es das dort einfach nicht gibt.


Fazit:  
Es kann doch nicht sein, dass man immer noch derartige Strukturunterschiede zwischen Ost-und Westdeutschland finden muss! Da muss eindeutig etwas verändert werden. Und ja: meine Unterschrift auf der Petition für ein dm in meinem Dorf ist euch sicher.

Dienstag, 28. Juni 2011

Die dunkle Seite des Urlaubs

Ist euch in der letzten Woche etwas an meinen Posts aufgefallen?

Sie kamen alle aus der Konserve, dass heißt ich habe sie zuvor geschrieben und automatisch veröffentlichen lassen, denn ich war verreist. Während der wunderbaren Reise nach Mittelengland konnte ich natürlich auch nicht die Posts der Blogs, die ich verfolge lesen, sodass sich jetzt ein ziemlicher Berg Lesestoff gesammelt hat.

Und irgendwann mitten im Prozess des Aufarbeitens hatte ich keine Lust mehr. Die ganzen Zeitungen, die sich während des Urlaubs ansammeln, lese ich immerhin auch nie vollständig. Und so hatte ich schon fast beschlossen, die anderen verpassten Posts einfach zu ignorieren. Doch dann fiel mir ein, dass ich doch auch möchte, dass meine Posts gelesen werden. Eine Art schlechtes Gewissen hatte sich gemeldet.

Und so begann ich die Blogposts einiger Blogs zu lesen. Aber nachdem ich mit meinen Lieblingsblogs fertig war, bemerkte ich, das mich teilweise meine anderen Abonnements nicht wirklich interessierten. Es schrie nach einem Ausmisten der Blogliste. Manchmal habe ich Blogs aus einer Laune heraus abonniert oder weil mir drei Einträge nacheinander gut gefallen haben. Doch häufig war der Inhalt nicht der, den ich mir versprochen hatte oder mein Interesse an dem Thema hatte sich verflüchtigt. Vielleicht habe auch ich mich verändert. Und so habe ich schon einige Male meine Abonnements gekündigt.

Natürlich habe ich mich dabei ein wenig mies gefühlt, da ich genau weiß, wie sehr man sich über jeden Leser freut. Doch warum sollte ich Interesse vorheucheln, wenn ich gar keines habe?
Und doch bleibt dieses Gefühl, ein Verräter zu sein. besonders wenn ich mich dann wieder auf die entabonnierten Blogs wage und der Blogger sich über die falschen Leser beschwert.
Und bin ich eigentlich undankbar, wenn ich sämtliche Blogs meiner Leser nicht verfolge?

Was ist euer Standpunkt dazu?

Ein müder, konfuser Apfelkern

Montag, 27. Juni 2011

Quid est ... locus amoenus?

Der locus amoenus ist ein Klassiker in antiken Mythen.

Es gibt den schattigen Wald, in dem Pyramus und Thisbe, ihres Zeichens Romeo und Julia der Antike, sich treffen. Es gibt den klaren, kühlen Fluss, in dem Narziss sich betrachtet. Der Hügel auf dem Philemon und Baucis in ineinander verschlungene Bäume verwandelt für alle Ewigkeit vereint nahe eines Tempels an einem See stehen. Und das sind nur einige der loci amoeni der klassischen Mythologie.

Was ein locus amoenus ist, erklärt das Wort eigentlich selbst. Darum lasse ich es nun für sich selbst sprechen:

1.locus = a)Ort; Platz; Stelle
                b)Posten; Stellung
                c) Wohnung; Wohnsitz
                d) Boden; Acker,Feld
                e), f), g).....
2. amoenus=  a).angenehm; lieblich; schön
                      b) reizend gelegen

Ein locus amoenus ist ein Idealbild der Natur: eine mit weichem Moos bewachsene Lichtung im Wald, eine kühle Quelle im Schatten eines mächtigen Baumes oder eine kreisrunde Wiese inmitten eines Waldes, die über und über mit Blumen bewachsen ist. Theoretisch wären diese Orte realisierbar, doch so wie man sie sich vorstellt, gibt es die loci amoeni in der Wirklichkeit oft nicht.

Zuletzt genannter lieblicher Ort findet sich übrigens im Buch Biss zum Morgengrauen. Das zeigt nur zu gut, wie prägend die Vorstellung eines idealen romantischen Ortes der Antike noch immer ist.

Ich glaube, dass wir immer noch eine ganz persönliche Vorstellung des perfekten Ortes haben. Für mich wäre das eine mit samtigen Moos bewachsene Lichtung, gerne auch kreisrund, inmitten eines Laubwaldes. Nahe der Lichtung fließt ein kleiner Bach, in den ich im Sommer meine Füße hineinhalten kann. Dort ist es immer angenehm kühl, nachts hat man freien Blick auf den Sternenhimmel, den man auf dem Rücken liegend betrachten kann. Glühwürmchen erhellen dabei gelegentlich den Himmel.

Jetzt würde ich am liebsten dort sein. Kennt vielleicht jemand diese Lichtung?

nucleus mali

Samstag, 25. Juni 2011

Plötzlich Prinzessin

Ich wollte schon immer mal bei einem dieser bilderreichen TAGs mitmachen. Da kam mir dieser Vorschlag von Eriinnye gelegen.
Ich werde jetzt nämlich herausfinden, welche Disney Prinzessin ich bin.
Cinderella = 2

[ ] ein Elternteil von dir ist verstorben
[x] du musst viel Hausarbeit machen
[ ] du machst dich gerne schick
[ ] du liebst Tiere
[ ] deine Mutter ist sehr streng
[ ] du hast Schwestern die ziemlich neidisch auf dich sind
[ ] du hast Angst deine Meinung zu sagen
[ ] du hast schon mal deine Schuhe im Haus eines Freundes vergessen
[x] Du hast blondes Haar

Jasmin = 4

[ ] dein Vater ist sehr reich/wichtig
[x] du bist nicht dumm
[ ] du bist anders als jede andere
[x] du würdest nie jemanden heiraten nur weil er reich ist
[x] du hast dir selbst viele Ziele gesetzt
[ ] du hast nicht viele Freunde
[x] du bist ziemlich selbstständig
[ ] du bist wohlhabend
[ ] deine Eltern versuchen dein Leben zu kontrollieren 


Arielle = 3

[x] deine Eltern erwarten viel von dir
[ ] du versuchst wirklich Regeln zu befolgen, aber es ist sehr schwer für dich
[ ] du bist ein kleiner Unruhestifter
[ ] du hast mehr als 3 Schwestern
[ ] du sammelst etwas
[x] du hast langes Haar
[ ] du hattest schon mal einen Fisch als Haustier
[x] du bist extrem neugierig
[ ] du bist leichtgläubig 

Schneewittchen = 3

[x] du weißt, dass du nicht hässlich bist
[ ] manchmal ist deine Mutter neidisch auf dich
[ ] du wurdest beinahe getötet
[ ] du hattest schon mal eine Lebensmittelvergiftung
[ ] du hattest kurzes Haar
[ ] du gehst mit fast jedem mit
[ ] all deine Freunde sind verschieden
[x] du unterhältst dich gerne
[x] du bist draußen glücklicher als drinnen


Mulan = 4 

[ ] du bist ein Mannsweib
[x] deine Freunde/Familie finden du könntest ruhig ein bisschen mädchenhafter sein
[ ] du hast schon mal so getan als wärst du jemand der du nicht bist
[x] du hast schon mal mit jemandem gekämpft
[ ] du hast schon mal darüber nachgedacht von zu Hause wegzulaufen
[ ] deine Eltern versuchen dein Leben zu planen
[x] in schlechten Zeiten findest du dich selbst eher als in guten
[x] du liebst deine Familie so sehr, dass du alles tun würdest um sie zu beschützen


Dornröschen = 1

[ ] du lebst mit Leuten zusammen die nicht deine Eltern sind
[ ] du wärst beinahe jung gestorben
[ ] du bist sanftmütig, lieb und fürsorglich
[ ] du hast eine anständige Singstimme
[ ] du schläfst am Wochenende gerne aus
[ ] du versuchst die meiste Zeit draußen zu verbringen
[ ] du bist adoptiert
[x] du bist sehr romantisch
[ ] Pink ist eine deiner Lieblingsfarben

Pocahontas = 4 
[x] du liebst es große Städte zu erkunden
[x] du bist eher spirituell als religiös
[ ] du warst schon mal mit jemandem der eine andere Herkunft als du hatte zusammen
[x] eines deiner Familienmitglieder ist tot
[ ] deine Eltern sind sehr beschützerisch (wenn es um dich geht)
[ ] jemand den du kennst ist in den Krieg gezogen
[x] du liebst die Natur
[ ] du hast schwarzes Haar
[ ] du würdest gerne an einen exotischen und schönen Ort ziehen


Fazit:
Ich bin schizophren und wechsle zwischen einem Dasein als Jasmin, Pocahontas und Mulan. Das heißt wohl, dass ich mich (wenn ich möchte...) sowohl gut erzogen verhalten kann (Jasmin), eine Naturfreundin (Pocahontas) bin und eigensinnig und stark (Mulan) sein kann..
Erstaunlich, wie nah das der Realität kommt.


Apfelkern  Pocajamu

Donnerstag, 23. Juni 2011

Ich krieg 'ne Klatsche

Anlässe dazu gibt es genug. Ich möchte aber über eine spezielle Variante der Klatsche sprechen, nämlich die, welche besonders bei Konzerten, Theatervorstellungen, Opern und ähnlichem auftritt.

Beginnt das Publikum nach Ende des Vorstellung oder eines Musikstückes an zu applaudieren, so nimmt das manchmal einfach kein Ende. Und je länger ich klatsche, umso blöder komme ich mir dabei vor. Auch bei anderen Menschen sieht das Klatschen bescheuert aus, weshalb ich mit dem Problem zum Glück nicht allein bin.

Patsch, patsch, patsch. Schon die Bewegung der Hände unterscheidet sich stark bei jedem Menschen: klatscht man mit der rechten auf die linke Hand, macht man es anders herum oder schlägt man die senkrecht gehaltenen Hände einfach gegeneinander. Der Klatschrhythmus ist auch selten einheitlich.

Wahrscheinlich fühlt sich das lange Applaudieren einfach so seltsam an, weil es eine sehr unnatürliche Bewegung ist. Wann klatscht man schon im Alltag? Vielleicht einmal, wenn man eine Fliege erschlägt, doch dann ist es ein einziges Aufeinanderschlagen der Hände und keine Endlosschleife davon.

Sowieso werden alle Dinge befremdlich und schließlich lächerlich, wenn man sie oft wiederholt. Sagt doch einfach eine Minute lang immer wieder Hefter - irgendwann scheint das Wort seinen Sinn zu verlieren, die Silben werden ungewöhnlich betont und verzerrt.

Ich kann aber nicht für die Abschaffung des Klatschens plädieren, weil ich keinen Vorschlag zur anderweitigen Würdigung der Künstler habe. Im Kreischen und Schreien sehe ich übrigens keine Alternative. Daher muss die Menschheit sich wohl anscheinend noch weiter die Hände wund klopfen und sich dabei kollektiv seltsam vorkommen.

Applaus für zwanzig Leser, über die ich mich sehr freue,

Apfelkern

Dienstag, 21. Juni 2011

Mittsommer

Das wird kein Post über Ikea, sondern über Traditionen. Denn heute ist der längste Tag des Jahres. In skandinavischen Ländern wird dieser Tag noch ausgiebig gefeiert, doch die Tradition ist hier nahezu verloren gegangen.

Darum möchte ich euch ein bisschen inspirieren, indem ich beschreibe, was ich an diesem Tag mit meiner Familie mache.

Abends wird ein Feuer entzündet, gerne kann man auch grillen. Denn Gemütlichkeit und Tradition müssen sich ja nicht widersprechen.
Aus sieben verschieden Kräutern (beispielsweise Johanniskraut, Mariengras, Wegwarte, Gänseblümchen, Ackerwinde, Goldrute - einfach das, was schön aussieht und verfügbar ist) binden ich einen Kranz, der mit roten Bändern geschmückt wird. Diese sollten Segen bringen und Glück sowie Fruchtbarkeit garantieren. Den Kranz wird dann ein Jahr aufgehängt, bis er an der nächsten Mittsommernacht im Feuer verbrannt wird. Eine hübsche Dekoration, die irgendwann wunderbar nach Heu zu duften beginnt.

Setzt euch einfach nach draußen und genießt das lange Licht. Man kann auch um das Feuer tanzen oder versuchen darüber zu springen, wenn einem der Sinn danach steht. Es geht darum, den Höhepunkt des Sommers auszukosten. Denn danach werden die Tage schon wieder kürzer. Deshalb sehe ich auch einen Widerspruch darin, dass heute der offizielle Sommerbeginn ist.

In nordischen Sagen heißt es übrigens, dass heute einer der Tage ist, an dem die Welt der Geister unserer am nächsten ist.

Apfelkern