Samstag, 15. Dezember 2012
Und wo ist jetzt die Kamera?!
Kennt ihr Momente, in denen ihr einfach nicht glauben könnt, dass sie gerade wirklich passieren? Auf dem Heimweg heute erlebte ich genau so einen.
Die Berliner S-Bahn im Winter ist sowieso ein Erlebnis für sich. Wer braucht schon noch Abenteuerurlaub mit teurem Nervenkitzel, wenn man sich nachdem die erste Schneeflocke gefallen ist jeden Tag überraschen lassen kann, wann man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ans Ziel kommt oder ob man vergeblich auf die Bahn warten wird?
Manchmal aber gibt es noch zusätzlich merkwürdige Situationen dazu.
In den Wagon, in dem sich die Menschen eng aneinander drängten und bei jeder Station auf dem vom Schneematsch nass-dreckigen Boden bei jedem Bremsen einen halben Meter weit rutschten, stieg an einer Station ein Pärchen ein. Ich bemerkte zuerst den Rauchgeruch und stellte entsetzt fest, dass der Mann noch eine Zigarette im Mund hatte. Das konnte ja wohl nicht sein Ernst sein.
Danach fiel mir sowohl in seiner als auch in der Hand seiner Begleiterin die Bierflasche auf. Beide liefen mit deutlichem Seegang. Sie hatten also nicht nur in der Hand Bier sondern auch noch eine gewisse Menge davon intus. Okay. Erst einmal wieder die entgleisten Züge richten.
Zielsicher setzte er sich nahe der Tür auf den Boden, ihr Boxer trottete hinterher und ließ sich zu seinen Füßen nieder und begann auf den eh schon feuchten Boden zu sabbern.
Die Frau drängelte sich rücksichtslos durch die Menschenmenge und wies jeden, der nicht sofort Platz machte an, sie müsse zu ihrem Mann. Aber zack.
Dabei hatte sie aber nicht viel zu tun, denn um die zwei Gestalten und den Hund war von ganz allein auf wundersame Weise Platz frei geworden.
Ich selbst war auch unbewusst ein Stück abgerückt; allein schon aus Vorsicht. Die beiden wirkten reizbar. Sie waren zwar mit sich selbst beschäftigt aber wie lange das wohl so blieb war ungewiss…
Sie zupfte an ihrem Lippenpiercing, nahm einen Schluck Bier und verkündete, dass sie wohl Morgen vom Bier kotzen werde aber wenn sie danach noch kotzt, wäre sie von ihm schwanger und treibt garantiert ab, darauf könne er sich verlassen.
Es entspann sich eine Diskussion, die darum kreiste, mit welchen Männern sie sich sonst noch herum trieb. Das Wort Hure fiel.
Sie wurde immer zorniger, brüllte, dass sie sich allein für ihn zu Hure mache.
Und alle Passagiere standen da und taten so, als bekämen sie nichts davon mit (ich bin gar nicht da, ich bin gar nicht da…), versuchten aber gleichzeitig trotz des abgewandten Blickes so viel wie möglich mitzubekommen.
Auch ich verhielt mich nicht anders. Sie zurecht zu weisen würde gar nichts bringen; es bestünde nur die Chance, die zwei eh schon aufgewühlten und sich anbrüllenden Alkoholisierten zu reizen und das war definitiv nicht das, was ich vorhatte. Also ruhig verhalten und beobachten.
In dieser Situation kam mir immer wieder ein Gedanke: das kann doch jetzt nicht echt sein! Ich war ernsthaft geneigt, mich nach dem verkleideten Kamerateam oder zumindest irgendwas derartigem umzusehen, das erklären würde, warum die zwei sich so verhalten. In meiner naiven Vorstellung gibt es doch so etwas nur in irgendwelchen gestellten Nachmittagssendungen der Privatsender.
Es kam niemand. Mir war im Inneren von Anfang an bewusst, dass niemand kommen und rufen würde "haha- reingefallen!". Trotzdem war die Situation zu befremdlich, um sie als real zu akzeptieren.
In diesem Moment, überlegte ich, welche Haltung ich eigentlich zu den zweien einnehme. Mitleid, Abscheu, ein gewisses Bedürfnis nach Distanz, Fremdscham, Ungläubigkeit - all das prägte meine Gedanken in diesem Moment.
Absolut niemals hätte ich gedacht, selbst live im Alltag ohne an irgendwelche "zwielichtigen" Orte zu gehen, solche Menschen zu treffen. Es gehört eindeutig zu dem, was die meisten aus ihrem Bewusstsein verdrängen. Manchmal nur drängt es sich selbst zurück in den Fokus der Gedanken. Tja, diese Dinge, die einem das Nachmittagsfernsehen zeigt, sind wohl leider doch manchmal wahr.
Apfelkern
Sonntag, 9. Dezember 2012
Eine Ode an den Knoblauch
Es gibt gewisse Dinge, die gesellschaftlich nicht akzeptiert werden und die in Gesprächen wenn man sie nicht sowieso ignoriert, nur in abfälligem Tonfall besprochen werden. Zu diesen Dingen zählt Knoblauch.
Planen wir in den nächsten Tagen das Haus zu verlassen und uns anderen homo sapiens auf weniger als fünf Meter Distanz zu nähern, so wird der Knoblauch - wenn er denn überhaupt je ein Teil davon war - strikt vom Speiseplan gekickt. Man will ja den ersten Eindruck nicht dadurch ruinieren, dass man dem Gegenüber anhand des Geruchs verrät, dass man in den letzten Wochen beim Griechen übernachtet und dabei dessen Knoblauchvorräte geplündert hat.
Schon der zarteste Hauch von Knoblauchodor reicht scheinbar in unseren Vorstellungen, um andere wenn nicht gleich ins Jenseits zumindest in eine Ohnmacht zu katapultieren.
So darf man ganz logisch auch keinen Knoblauch mehr essen, sobald man in einer Beziehung ist - es sei denn, man will, dass die Partnerschaft in die Brüche geht.
Zumindest würde diese Annahme erklären, warum manche Menschen mit Knoblauch so umgehen als wäre es eine Biowaffe, die für ihr restliches Leben sämtliche sozialen Kontakte zerstören wird.
Natürlich: es ist nicht besonders nett, sich zum Mittag einen Döner mit extra viel Zwiebeln und ordentlich Knoblauchsauce zu gönnen und abends in die Sauna zu gehen, damit sich jeder an dem den Poren entströmenden Geruch der Alliumgewächse erfreuen kann, doch man kann die Angst vor dem Knoblauch auch übertreiben.
Nein, Knoblauchkonsum macht meiner Meinung nach niemanden zu einem Aussätzigen. Wie ich andeutete: man macht bloß viel zu viel Gewese darum.
Ich halte Knoblauch für eine wunderbare Sache. Das Aroma ist toll - man muss es zwar nicht wie genannter Grieche überall und in so hoher Dosis einsetzen, doch grundsätzlich bereichert Knoblauch meiner Erfahrung nach fast jedes Gericht. Dezent wird der Geschmack optimiert - da reicht eine Zehe, sodass man auch nicht selbst zur wandelnden Giftgasquelle wird.
Oft wird es gar nicht bemerkt, dass man Knoblauch ins Essen gegeben hat, doch als wenn dann sagt, dass im Essen welcher ist, stirbt die Hälfte der Gäste fast vor Schreck. Aber nein, sorgt euch nicht um eure Gesundheit, ihr Knoblauchesser:das Zeug ist unglaublich gesund. Entzündungshemmend, antibakteriell, immunstärkend, Blut verdünnend und auch hilfreich, wenn man einfach mal seine Ruhe haben will. Sowohl Ruhe vor Dämonen, Vampire und ähnlichen Kram als auch Mitmenschen. Bei den meisten reicht es nämlich zu sagen, dass man Knoblauch verspeist hat, um sie zu verschrecken. Und damit das klappt, muss man nicht einmal wirklich welchen gegessen haben. Das Spiel mit der Angst vorm Geruch reicht.
Vielleicht liegt bei denjenigen, welche die größte Angst vorm Knoblauch haben, ihr letzter Knoblauchkonsum auch schon so lange zurück, dass sie sich einfach nicht mehr daran erinnern können, dass es gar nicht so tragisch und dramatisch war, wie sie sich es immer vorstellen. Man kann sich in solche Dinge auch hinein steigern.
Riecht jemand nun danach, gehört das nicht zu den wohlriechendsten Düften, die man sich so vorstellen kann, doch es gibt deutlich schlimmere Gerüche wie alter Schweiß oder Ammoniak. Daher: mehr Toleranz für Knoblauch und Knoblauchfreunde.
Es gibt gewisse Höflichkeitsgrenzen, die man einhalten sollte, aber wenn man nicht direkt vor einem Zahnarztbesuch oder einem Date Knoblauch in Massen ist, stört es nicht. Obwohl: vor einem Date Knoblauch zu essen ist vielleicht auch keine so übe Idee; das selektiert zumindest schon einmal die zimperlichen potentiellen Partner aus…
Wenn ich so darüber nachdenke: ich glaube, ich hätte jetzt nichts gegen ein Knoblauchsüppchen. Oder ein Knoblauchbaguette vom Weihnachtsmarkt. Oder doch vielleicht lieber Spaghetti aglio e olio?
Apfelkern
Planen wir in den nächsten Tagen das Haus zu verlassen und uns anderen homo sapiens auf weniger als fünf Meter Distanz zu nähern, so wird der Knoblauch - wenn er denn überhaupt je ein Teil davon war - strikt vom Speiseplan gekickt. Man will ja den ersten Eindruck nicht dadurch ruinieren, dass man dem Gegenüber anhand des Geruchs verrät, dass man in den letzten Wochen beim Griechen übernachtet und dabei dessen Knoblauchvorräte geplündert hat.
Schon der zarteste Hauch von Knoblauchodor reicht scheinbar in unseren Vorstellungen, um andere wenn nicht gleich ins Jenseits zumindest in eine Ohnmacht zu katapultieren.
So darf man ganz logisch auch keinen Knoblauch mehr essen, sobald man in einer Beziehung ist - es sei denn, man will, dass die Partnerschaft in die Brüche geht.
Zumindest würde diese Annahme erklären, warum manche Menschen mit Knoblauch so umgehen als wäre es eine Biowaffe, die für ihr restliches Leben sämtliche sozialen Kontakte zerstören wird.
Natürlich: es ist nicht besonders nett, sich zum Mittag einen Döner mit extra viel Zwiebeln und ordentlich Knoblauchsauce zu gönnen und abends in die Sauna zu gehen, damit sich jeder an dem den Poren entströmenden Geruch der Alliumgewächse erfreuen kann, doch man kann die Angst vor dem Knoblauch auch übertreiben.
Nein, Knoblauchkonsum macht meiner Meinung nach niemanden zu einem Aussätzigen. Wie ich andeutete: man macht bloß viel zu viel Gewese darum.
Ich halte Knoblauch für eine wunderbare Sache. Das Aroma ist toll - man muss es zwar nicht wie genannter Grieche überall und in so hoher Dosis einsetzen, doch grundsätzlich bereichert Knoblauch meiner Erfahrung nach fast jedes Gericht. Dezent wird der Geschmack optimiert - da reicht eine Zehe, sodass man auch nicht selbst zur wandelnden Giftgasquelle wird.
Oft wird es gar nicht bemerkt, dass man Knoblauch ins Essen gegeben hat, doch als wenn dann sagt, dass im Essen welcher ist, stirbt die Hälfte der Gäste fast vor Schreck. Aber nein, sorgt euch nicht um eure Gesundheit, ihr Knoblauchesser:das Zeug ist unglaublich gesund. Entzündungshemmend, antibakteriell, immunstärkend, Blut verdünnend und auch hilfreich, wenn man einfach mal seine Ruhe haben will. Sowohl Ruhe vor Dämonen, Vampire und ähnlichen Kram als auch Mitmenschen. Bei den meisten reicht es nämlich zu sagen, dass man Knoblauch verspeist hat, um sie zu verschrecken. Und damit das klappt, muss man nicht einmal wirklich welchen gegessen haben. Das Spiel mit der Angst vorm Geruch reicht.
Vielleicht liegt bei denjenigen, welche die größte Angst vorm Knoblauch haben, ihr letzter Knoblauchkonsum auch schon so lange zurück, dass sie sich einfach nicht mehr daran erinnern können, dass es gar nicht so tragisch und dramatisch war, wie sie sich es immer vorstellen. Man kann sich in solche Dinge auch hinein steigern.
Riecht jemand nun danach, gehört das nicht zu den wohlriechendsten Düften, die man sich so vorstellen kann, doch es gibt deutlich schlimmere Gerüche wie alter Schweiß oder Ammoniak. Daher: mehr Toleranz für Knoblauch und Knoblauchfreunde.
Es gibt gewisse Höflichkeitsgrenzen, die man einhalten sollte, aber wenn man nicht direkt vor einem Zahnarztbesuch oder einem Date Knoblauch in Massen ist, stört es nicht. Obwohl: vor einem Date Knoblauch zu essen ist vielleicht auch keine so übe Idee; das selektiert zumindest schon einmal die zimperlichen potentiellen Partner aus…
Wenn ich so darüber nachdenke: ich glaube, ich hätte jetzt nichts gegen ein Knoblauchsüppchen. Oder ein Knoblauchbaguette vom Weihnachtsmarkt. Oder doch vielleicht lieber Spaghetti aglio e olio?
Apfelkern
Montag, 3. Dezember 2012
Aus dem Leben eines Erstis
Was für eine Stille hier auf dem Blog. Das steht im kompletten Gegensatz zu meinem restlichen Leben.
So ein Studium kann schon verdammt zeitaufwändig und beanspruchend sein und dabei ist das garantiert noch die Anfangsphase, die als Schonfrist gilt. Immerhin irre ich nicht mehr so desorientiert wie ein frisch aus dem Grab gekrochener Zombie über den Campus, aber wirklch vertraut bin ich mit den Strukturen auch noch nicht. Das Leben als Ersti ist hart, denn es fehlt noch an nötger Erfahrung im täglichen Kampf in der Mensa, dem Wetthorten beliebter Bücher und ähnlichem. Erfahrung sammeln dauert seine Zeit.
Zeit ist gleich das nächste gute Stichwort. Mir wird jetzt bewusst, wie viel Freizeit ich damals in den guten alten Zeiten als Schüler hatte. Wann habe ich eigentlich das letzte Mal in einem Buch gelesen, das nicht auf einer der Lektürelisten der Uni stand?
Ich träume schon von der Weihnachtszeit und den freien Tagen, in denen ich vielleicht doch wieder zu einem Werk meiner Wahl greifen kann. Oder ich lerne brav für die Prüfungen, um dann im Februar nicht im Lernstress zu versinken.
Die Vorlesungszeiten, Praktikumstermine und was sonst noch so anfällt sind nicht wirklich tragisch oder zu unmenschlichen Zeiten gelegt (obwohl…gilt es als unmenschlich, wenn ich für Vorlesungen um 08:15 Uhr um 06:00 aufstehen muss?) - manche verglichen meinen Kalender sogar mit dem, was sie sich unter Urlaub vorstellen. Für mich gibt es da nur den kleinen Unterschied, dass ich mich während des Urlaubs nicht hinsetze, um Veranstaltungen vorzubereiten, nachzubereiten oder wie aktuell wilde biochemische Grundlagen zu lernen.
Auch die Wochenenden sind ständig verplant, allerdings offen gesagt nahezu immer mit Freizeitterminen, die gelegentlich von einer Lerneinheit unterbrochen werden. Nicht, dass man noch zu viel Freizeit hat. Kommentar meiner Eltern ist allein, dass ich mich so schon mal an das Berufsleben gewöhnen kann.
Na prima. Soll das heißen, es wäre normal, permanent einen vollen Terminkalender zu haben und selbst Treffen mit Freunden ewig im voraus vereinbaren zu müssen, damit etwas daraus wird und Spontanität in Sachen Planung spontan einfach streichen muss?
Mir wird im Moment deutlich bewusst, dass 24 Stunden extrem kurz sein können und wie kostbar Zeit eigentlich ist. Bin ich jetzt auch schon an dem Punkt wie meine Eltern allen Schülern zu raten, ja noch ihre Schulzeit zu genießen, da sie abgesehen vom Rentnerdasein nie wieder so viel Zeit haben werden?
Obwohl es anstrengend und der Schlafmangel an mindestens fünf Tagen der Woche chronisch ist (ich habe gerade schon wieder gegähnt…), habe ich das Gefühl, mit dem Studium die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Eine gewisse Zeit lang kann es durchaus gut verträglich sein, so unter Strom zu stehen und aktiv zu sein doch auf Dauer, ist das eine Belastung, die man nicht aushält. Der Mensch braucht gewisse Ruhephasen und ich brauchte ein wenig, das zu realisieren. Fazit ist, dass man sich die Zeit für sich selbst zumindest in einem gewissen Umfang einfach nehmen muss und auch zwischenmenschliche Beziehungen wollen gepflegt werden. Alles gar nicht so einfach aber solange man einen Sinn in dem sieht, was man tut, etwas hat, wofür sich das ganze lohnt und ein Ziel, auf das man hin arbeitet, wird man es schaffen. Und wahrscheinlich gewöhnt man sich auch schneller an dieses Dasein als Student als man denkt.
Apfelkern
Montag, 19. November 2012
Kürbisvernichtung Teil I: Kürbisgewürzbrot
Wer hätte damit gerechnet: ich habe mich aus diesem Reallife, das sehr beanspruchend, zeitaufwändig aber auch sehr schön sein kann, mal wieder ins Internet verirrt und bin dabei sogar weiter gekommen als bloß bis zu meinem Twitter Account. Success!
Und die Gelegenheit nutze ich gleich einmal, um eines der vielen Kürbisrezepte, die ich mit euch teilen will, vorzustellen.
Grundlegend bei meinen Kürbisrezepten: sie schmecken nicht wirklich nach Kürbis. Das ist meiner Meinung nach auch das Geheimnis eines gelungenen Kürbisrezeptes: es schmeckt einfach nicht nach Kürbis; es ist nur hübsch orange.
Heute: Kürbisgewürzbrot.
Es ist ein recht simples Rezept aber ein durchaus leckeres. Logisch; sonst würde ich den Mist ja für mich behalten. Erprobt seit einem Jahr und beliebt bei der ganzen eigentlich nicht besonders kürbisaffinen Familie.
Da es ein amerikanisches Rezept ist, wird in Tassen gerechnet. Ich persönlich verwende eine mittelgroße Haushaltstasse dafür (Volumen = 200ml). Durch Herumprobieren fand ich heraus, dass es damit am besten funktioniert. Wahrscheinlich ist es aber auch einfach wichtig, durchgehend die gleiche Tasse zu verwenden, damit die Zutatenmengen auch das richtige Verhältnis zueinander haben.
Durch Recherche (darauf hätte man auch kommen können, bevor man wild umher probiert…), fand ich heraus, dass eine amerikanische Tasse (= one cup) ein Volumen von 237 ml hat und eine britische Tasse ein Volumen von 280 ml. Damit lag ich gar nicht schlecht mir meiner Tasse.
Nun aber wirklich Schluss mit dem Vorgeplänkel.
Zuerst mischt ihr 1 Tasse Zucker mit etwas Salz, gebt dann Vanillezucker sowie Zimt hinzu und
zerstößelt Kardamom, Anis und Nelken. Das ganze sorgt dann für einen schönen winterlichen, würzigen Geschmack und rechtfertigt die Bezeichnung Gewürzbrot.
Amerikanische Originalrezepte geben gern an, dass man Kürbispüree aus der Dose verwenden soll, doch da ich das hier noch nie in Supermärkten entdeckt habe und Dinge sowieso lieber selbst zubereite, koche ich mir einfach mein eigenes Kürbispüree. Also schneidet ihr euren Kürbis in kleine Stücke, gebt sie in einen Topf, bedeckt den Kürbis gerade so mit Wasser und lasst das ganze dann vielleicht eine Viertelstunde bei mittlerer Hitze köcheln. Sobald der Kürbis weich ist, wird die Flüssigkeit abgegossen und der Kürbis fein püriert. Für dieses Rezept benötigt man 2 Tassen Kürbispüree. Falls ihr zu viel davon gekocht habt, könnt ihr es einfach abfüllen, einfrieren und für das nächste Kürbisrezept wieder auftauen. So muss man auch nicht jedes Mal die Küche bei Pürieren rundum mit orangen Pünktchen dekorieren.
Nun werden die zwei Tassen Kürbispüree in die Schüssel gekippt. Dazu gibt man 6 Teelöffel Butter. Eigentlich soll man die Butter zuvor schmelzen, aber da ich wenig Lust auf mehr Abwasch habe, lasse ich sie immer im warmen Kürbispüree zerlaufen. Das kühlt dadurch ein wenig ab, sodass anschließend hinzugefügten 2 Eier auch nicht stocken.
Dann ist es auch Zeit für ein paar feste Bestandteile. 1 1/2 Tassen Mehl und 2 Teelöffel Backpulver werden in die flüssige Masse (die Butterstückchen sollten vollständig geschmolzen sein) gesiebt und untergerührt. Wir nähern uns schon dem Stadium des fertigen Teiges.
Ich rühre nun noch gern 1/2 Tasse gehackte/gehobelte Mandeln oder andere Nüsse unter, da es eine interessantere Konsistenz und einen schönen nussigen Geschmack ergibt.
Außerdem füge ich immer noch 1/2 Tasse in warmen Wasser eingeweichte Rosinen hinzu. Weicht man sie ein, kann man sie dabei a) zuerst waschen und b) in neuem Wasser weiter einweichen lassen, sodass sie saftiger werden.
Da Rosinen aber nicht jedermanns Geschmack entsprechen (warum auch immer: frische Trauben sind überall beliebt und in getrockneter Form kann sie plötzlich keiner mehr leiden), kann man sie natürlich auch weglassen oder durch andere Trockenfrüchte ersetzen. Es macht meiner Erfahrung nach einfach die sensorische Erfahrung beim Essen interessanter und den Kuchen saftiger.
Was auch immer ihr letztendlich reinwerft (Schokostückchen kann ich mir auch ziemlich gut zu dem Kuchen vorstellen…) - gut umrühren.
Der Moment, die Form einzufetten und zu mehlen ist gekommen. Grundsätzlich ist natürlich jede Backform möglich, ich selbst bevorzuge für diesen Kuchen eine Kastenform. Übrigen Teig gebe ich gern in Muffinförmchen und freue mich darauf, sie am nächsten Tag in die Uni mitnehmen zu können, wenn ich sie mir nicht schon zuvor zu Hause einverleibt habe.
Und ab in den Ofen bei 180°C für 60 Minuten beziehungsweise weniger bei kleineren Förmchen wie den Muffins.
Wenn man lange genug um den Ofen herumgeschlichen ist, dem Kuchen beim Wachsen zugesehen und sich an der Ofentür gewärmt hat, wird es Zeit, den Kuchen aus dem Ofen zu holen. Abkühlen lassen, stürzen und probieren. Schmeckt saftig, würzig und nicht wirklich nach Kürbis. Für mich ein Klassiker in der Herbstzeit.
Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren. Und viel Erfolg beim Säubern der Küche. Diese miesen kleinen orangen Spritzer vom Pürieren finde ich für gewöhnlich noch tagelang irgendwo…
Apfelkern
Und die Gelegenheit nutze ich gleich einmal, um eines der vielen Kürbisrezepte, die ich mit euch teilen will, vorzustellen.
Grundlegend bei meinen Kürbisrezepten: sie schmecken nicht wirklich nach Kürbis. Das ist meiner Meinung nach auch das Geheimnis eines gelungenen Kürbisrezeptes: es schmeckt einfach nicht nach Kürbis; es ist nur hübsch orange.
Heute: Kürbisgewürzbrot.
Es ist ein recht simples Rezept aber ein durchaus leckeres. Logisch; sonst würde ich den Mist ja für mich behalten. Erprobt seit einem Jahr und beliebt bei der ganzen eigentlich nicht besonders kürbisaffinen Familie.
Da es ein amerikanisches Rezept ist, wird in Tassen gerechnet. Ich persönlich verwende eine mittelgroße Haushaltstasse dafür (Volumen = 200ml). Durch Herumprobieren fand ich heraus, dass es damit am besten funktioniert. Wahrscheinlich ist es aber auch einfach wichtig, durchgehend die gleiche Tasse zu verwenden, damit die Zutatenmengen auch das richtige Verhältnis zueinander haben.
Durch Recherche (darauf hätte man auch kommen können, bevor man wild umher probiert…), fand ich heraus, dass eine amerikanische Tasse (= one cup) ein Volumen von 237 ml hat und eine britische Tasse ein Volumen von 280 ml. Damit lag ich gar nicht schlecht mir meiner Tasse.
Nun aber wirklich Schluss mit dem Vorgeplänkel.
zerstößelt Kardamom, Anis und Nelken. Das ganze sorgt dann für einen schönen winterlichen, würzigen Geschmack und rechtfertigt die Bezeichnung Gewürzbrot.
Amerikanische Originalrezepte geben gern an, dass man Kürbispüree aus der Dose verwenden soll, doch da ich das hier noch nie in Supermärkten entdeckt habe und Dinge sowieso lieber selbst zubereite, koche ich mir einfach mein eigenes Kürbispüree. Also schneidet ihr euren Kürbis in kleine Stücke, gebt sie in einen Topf, bedeckt den Kürbis gerade so mit Wasser und lasst das ganze dann vielleicht eine Viertelstunde bei mittlerer Hitze köcheln. Sobald der Kürbis weich ist, wird die Flüssigkeit abgegossen und der Kürbis fein püriert. Für dieses Rezept benötigt man 2 Tassen Kürbispüree. Falls ihr zu viel davon gekocht habt, könnt ihr es einfach abfüllen, einfrieren und für das nächste Kürbisrezept wieder auftauen. So muss man auch nicht jedes Mal die Küche bei Pürieren rundum mit orangen Pünktchen dekorieren.
Dann ist es auch Zeit für ein paar feste Bestandteile. 1 1/2 Tassen Mehl und 2 Teelöffel Backpulver werden in die flüssige Masse (die Butterstückchen sollten vollständig geschmolzen sein) gesiebt und untergerührt. Wir nähern uns schon dem Stadium des fertigen Teiges.
Ich rühre nun noch gern 1/2 Tasse gehackte/gehobelte Mandeln oder andere Nüsse unter, da es eine interessantere Konsistenz und einen schönen nussigen Geschmack ergibt.
Da Rosinen aber nicht jedermanns Geschmack entsprechen (warum auch immer: frische Trauben sind überall beliebt und in getrockneter Form kann sie plötzlich keiner mehr leiden), kann man sie natürlich auch weglassen oder durch andere Trockenfrüchte ersetzen. Es macht meiner Erfahrung nach einfach die sensorische Erfahrung beim Essen interessanter und den Kuchen saftiger.
Was auch immer ihr letztendlich reinwerft (Schokostückchen kann ich mir auch ziemlich gut zu dem Kuchen vorstellen…) - gut umrühren.
Und ab in den Ofen bei 180°C für 60 Minuten beziehungsweise weniger bei kleineren Förmchen wie den Muffins.
Wenn man lange genug um den Ofen herumgeschlichen ist, dem Kuchen beim Wachsen zugesehen und sich an der Ofentür gewärmt hat, wird es Zeit, den Kuchen aus dem Ofen zu holen. Abkühlen lassen, stürzen und probieren. Schmeckt saftig, würzig und nicht wirklich nach Kürbis. Für mich ein Klassiker in der Herbstzeit.
Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren. Und viel Erfolg beim Säubern der Küche. Diese miesen kleinen orangen Spritzer vom Pürieren finde ich für gewöhnlich noch tagelang irgendwo…
Apfelkern
Mittwoch, 7. November 2012
Abgekupfert und vergoldet?
Themen über die man bloggen kann gibt es viele. Da wären die ganz privaten Sachen, die Ereignisse, die Politik oder Technik bewegen, Schönheit, Gesundheit, Familie, Rezepte und so viel mehr. Immer wieder stolpere ich spontan über Themen, die sich meiner Ansicht nach für meinen Blog gut eigenen würden; Themen, zu denen ich mich äußern möchte. Und dann taucht in meiner Timeline ein Post mit genau dem Thema auf, das ich eigentlich behandeln wollte.
Beispielsweise kam mir vor einiger Zeit während ich sabbernd auf amerikanischen Kochblogs herrliche Rezepte mit Kürbis las, die Idee, einige davon auszuprobieren und dann - insofern sie mir zusagten - in einer Blogreihe hier vorszustellen. Mental war ich schon enthusiastisch dabei zu überlegen, womit ich anfangen möchte und ob die Reihe denn ein eigenes Logo bräuchte. Dann stieß ich auf einem anderen Blog auf ein Kürbis-Special mir Rezeptideen. NOOOOOOIIIIIIIN!
Ab dem Moment war die Idee für mich, selbst eine eben solche Blogreihe zu gestalten, gestorben. Auch wenn ich persönlich weiß, dass ich diese Idee schon zuvor hatte, weiß ich genauso, dass auf einem anderen Blog darüber gepostet wurde und zwar bevor ich genau das getan hatte. Ergo würde es ja aussehen, als hätte ich dreist abgekupfert.
Zumindest bilde ich mir das ein.
Klar: man kann das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Trotzdem habe ich es extrem ungern, wenn mir auf einem anderen Blog Einträge zu einer Thematik bekannt sind, die ich so ähnlich hätte abhandeln wollen. Es kommt mir dann einfach schon so vor, als wäre bereits alles gesagt und damit mein eigener Post dazu überflüssig geworden.
Mir ist völlig bewusst, dass über eigentlich nahezu jedes Thema, das ich bebloggen könnte, schon x Mal geschrieben wurde und das ist auch komplett in Ordnung - solange ich die Artikel nicht kenne beziehungsweise sie andere Aspekte aufzeigen als ich in den Mittelpunkt stellen würde. In solchen Fällen sehe ich eigene Posts eher als thematische Erweiterung und wieder ist alles okay.
Kommen wir zurück zu einer Frage, die mich in letzter Zeit beschäftigt: soll ich die Idee mit der Kürbisrezeptreihe eigentlich noch umsetzen? Es wäre ja nur eine von vielen aber das heißt nicht, dass sie weniger gut als die anderen wäre.
Und wer sagt eigentlich, dass die Leser bemerken würden, dass es eine relativ ähnliche Artikelreihe auf einem anderen Blog gibt, wenn ich ihnen nichts davon erzähle? Das eigene Lesespektrum stimmt garantiert nicht zu 100% mit dem der Leser überein und es wäre ein Zufall, wenn jemand die thematische Überschneidung von mir und einem anderen Blog bemerken würde.
Spinnen wir den Gedanken mit diesem Beispiel weiter. Und selbst wenn es von jemandem bemerkt würde: wen interessiert es eigentlich? Man freut sich maximal über weitere Kürbisrezepte (dass ich nicht die exakt selben poste ist ja logisch...). Das "schlimmste", was passieren könnte, ist dass jemand, dem die Ähnlichkeit der Themen aufgefallen ist, das in den Kommentaren anspricht und fragt, ob ich mich habe sehr inspirieren lassen. Selbst das wäre nicht weiter tragisch.
Wahrscheinlich ist es mein eigenes Problem, mich daran zu stören, wenn andere Blogger zeitnah über extrem ähnliche Themen posten ohne dass das einen Grund wie die Aktualität der Themen hat. Dass jetzt alle über die Wahlen in Amerika, das neue Nexus 4 und Halloween schrieben war kein Zufall sondern vorhersehbar und daher nicht weiter schrecklich.
Ich sollte es ein wenig entspannter mit den Themen angehen und selbst wenn ich auf einem anderen Blog zu einer Idee, die mir eigentlich vorschwebte, zufällig etwas gelesen habe, trotzdem noch selbst darüber posten.
Der Anfang ist ja schon gemacht, denn bei einem bestimmten Blog kann ich darüber schmunzeln, wenn dort ähnliche Themen wie bei mir aufgegriffen werden. An dieser Stelle viele liebe Grüße an Connü (ja, sie schreibt über Make-up und das gar nicht mal so schlecht aber sie hat auch vernünftige Posts also keine Sorge).
Nach diesem Post bin ich jedenfalls entschlossen, meine Kürbisrezepte zu bloggen auch wenn andere das bereits tun. Man sollte wohl nicht immer stur auf Individualität pochen, wenn dabei zu viel davon verloren ginge.
Apfelkern
Ab dem Moment war die Idee für mich, selbst eine eben solche Blogreihe zu gestalten, gestorben. Auch wenn ich persönlich weiß, dass ich diese Idee schon zuvor hatte, weiß ich genauso, dass auf einem anderen Blog darüber gepostet wurde und zwar bevor ich genau das getan hatte. Ergo würde es ja aussehen, als hätte ich dreist abgekupfert.
Zumindest bilde ich mir das ein.
Klar: man kann das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Trotzdem habe ich es extrem ungern, wenn mir auf einem anderen Blog Einträge zu einer Thematik bekannt sind, die ich so ähnlich hätte abhandeln wollen. Es kommt mir dann einfach schon so vor, als wäre bereits alles gesagt und damit mein eigener Post dazu überflüssig geworden.
Mir ist völlig bewusst, dass über eigentlich nahezu jedes Thema, das ich bebloggen könnte, schon x Mal geschrieben wurde und das ist auch komplett in Ordnung - solange ich die Artikel nicht kenne beziehungsweise sie andere Aspekte aufzeigen als ich in den Mittelpunkt stellen würde. In solchen Fällen sehe ich eigene Posts eher als thematische Erweiterung und wieder ist alles okay.
Kommen wir zurück zu einer Frage, die mich in letzter Zeit beschäftigt: soll ich die Idee mit der Kürbisrezeptreihe eigentlich noch umsetzen? Es wäre ja nur eine von vielen aber das heißt nicht, dass sie weniger gut als die anderen wäre.
Und wer sagt eigentlich, dass die Leser bemerken würden, dass es eine relativ ähnliche Artikelreihe auf einem anderen Blog gibt, wenn ich ihnen nichts davon erzähle? Das eigene Lesespektrum stimmt garantiert nicht zu 100% mit dem der Leser überein und es wäre ein Zufall, wenn jemand die thematische Überschneidung von mir und einem anderen Blog bemerken würde.
Spinnen wir den Gedanken mit diesem Beispiel weiter. Und selbst wenn es von jemandem bemerkt würde: wen interessiert es eigentlich? Man freut sich maximal über weitere Kürbisrezepte (dass ich nicht die exakt selben poste ist ja logisch...). Das "schlimmste", was passieren könnte, ist dass jemand, dem die Ähnlichkeit der Themen aufgefallen ist, das in den Kommentaren anspricht und fragt, ob ich mich habe sehr inspirieren lassen. Selbst das wäre nicht weiter tragisch.
Wahrscheinlich ist es mein eigenes Problem, mich daran zu stören, wenn andere Blogger zeitnah über extrem ähnliche Themen posten ohne dass das einen Grund wie die Aktualität der Themen hat. Dass jetzt alle über die Wahlen in Amerika, das neue Nexus 4 und Halloween schrieben war kein Zufall sondern vorhersehbar und daher nicht weiter schrecklich.
Ich sollte es ein wenig entspannter mit den Themen angehen und selbst wenn ich auf einem anderen Blog zu einer Idee, die mir eigentlich vorschwebte, zufällig etwas gelesen habe, trotzdem noch selbst darüber posten.
Der Anfang ist ja schon gemacht, denn bei einem bestimmten Blog kann ich darüber schmunzeln, wenn dort ähnliche Themen wie bei mir aufgegriffen werden. An dieser Stelle viele liebe Grüße an Connü (ja, sie schreibt über Make-up und das gar nicht mal so schlecht aber sie hat auch vernünftige Posts also keine Sorge).
Nach diesem Post bin ich jedenfalls entschlossen, meine Kürbisrezepte zu bloggen auch wenn andere das bereits tun. Man sollte wohl nicht immer stur auf Individualität pochen, wenn dabei zu viel davon verloren ginge.
Apfelkern
Sonntag, 4. November 2012
Raus aus der Matrazengruft
Zombies, Kürbisleuchten und Kürbisspeisen, schwarze Katzen, Hexen, blutige Wunden, Spinnenweben - in der letzten Woche war Halloween und meine Timeline voll davon. Nichts von alledem konnte mich erschrecken, was weniger daran lag, dass die Objekte so wenig furchteinflößend waren (obwohl…) sondern viel mehr daran, dass ich selbst gerade einen üblen Schrecken durchlebte: ich bin krank.
Wahrscheinlich ist neben dem Verlust von geliebten Menschen Krankheit das, was ich am meisten fürchte. Je nach Erkrankung und deren Auswirkungen kann einen das sehr hilflos machen und sämtliche Planungen durcheinander werfen und genau das durfte ich erleben.
Gerade die ersten zwei Wochen an der Uni überstanden, einen Hauch einer Idee, wie das ganze abläuft bekommen und froh, dass man sich bald in dem Umfeld zu Hause fühlen würde und vorfreudig auf mehr Vorlesungen, Praktika, Seminare und was es da noch alles gibt und da kommt ein hübscher Virus um die Ecke, der dich lahm legt. Herzlichen Dank auch.
Wie soll ich mich denn erholen, wenn ich einfach nur Panik schiebe, wie ich das mit den Fehlzeiten machen soll?
Genau genommen, ging das mit der Panik auch nur bedingt, da ich viel zu sehr erledigt war und einfach nur Tee in mich hinein schüttend im Bett lag. In solchen Momenten denkt man darüber nach, was man alles tun könnte, mit der ganzen Zeit, die einem in diesem Moment quasi zur Verfügung steht. Selbst wenn man sich nicht aus dem Bett heraus bewegen kann, sind ja noch eine Menge Aktivitäten möglich. Man könnte sich Filme ansehen, Bücher lesen und bloggen. Oder man ist nützlich und bereitet die ganzen verpassten Vorlesungen direkt nach. Sich den Laptop ins Bett zu holen reicht dazu schon.
Aus all dem wurde natürlich nichts, denn das Grundprinzip von Krankheit ist leider nicht, die Zeit in der man leidend mit Schmerzen und sich matt fühlend im Bett liegt, produktiv zu nutzen. Die einzige mögliche Aktivität neben Nahrungsaufnahme und Badbesuchen ist die Genesung und dazu kann man wenig mehr beitragen außer sich Ruhe zu gönnen und nichts zu tun.
Das klingt total entspannend, einfach nur im Bett zu liegen, Tee zu schlürfen und zu schlafen aber auf Dauer wurde es für mich absolut lästig. Als Mensch mit ausgeprägtem Aktivitätsdrang kann ich völlig verstehen, wie es zu dem Ausdruck "ans Bett gefesselt" kam: man will nicht nur liegen, kann aber gar nicht anders.
Da steht Halloween vor der Tür, eine Horde Kürbisse in der Garage und ich konnte nicht einen verarbeiten, weil ich nicht aus dem bett hoch kam. Blöd.
Aber wahrscheinlich ist es sogar ganz gut, dass ich, wenn ich denn einmal wirklich krank werde, was selten geschieht, so richtig krank bin und nicht mehr aus dem Bett komme. Denn so komme ich nicht auf den Gedanken, in der freien Zeit mal eben einen Kuchen zu backen, sondern fokussiere mich erst einmal aufs Überleben.
Weil ich auch so ungern gezwungen bin, krank im Bett zu liegen, kann ich ein hervorragender Patient sein. Brav die größten Medikamentenklötze regelmäßig schlucken, literweise (bitteren zu lange gezogenen Salbei-)Tee trinken, Temperatur messen und Brühe zum Aufpäppeln löffeln, klaglos Dampfbad machen und mit vorbereitetem Zettel, der die Symptome und deren Veränderung auflistet zum Arzt gehen.
Alles nur Maßnahmen, um möglichst schnell wieder den Patientenstatus loszuwerden, denn so hochinteressant ich Medizin auch finde und so wichtig es auch ist, sich in Patienten hinein zu versetzen und nachfühlen zu können, wie man als Kranker empfindet:
es macht einfach keinen Spaß, krank zu sein oder offen gesagt - ich hasse es, wirklich krank zu sein.
Es ist nicht planbar, wirft Termine durcheinander und manchen aus der Bahn, ist unangenehm und überhaupt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand gern krank ist.
Langsam wieder auf dem Weg der Besserung vor allem Dank sich liebevoll um mich sorgender Menschen und einem zweiten Arzt, der dann auch wirklich diagnostizierte, was los ist, bin ich demnächst raus aus der Matratzengruft. Endlich.
Das einzig gute an Krankheit ist, dass man dadurch die Gesundheit zu schätzen lernt.
Apfelkern
Wahrscheinlich ist neben dem Verlust von geliebten Menschen Krankheit das, was ich am meisten fürchte. Je nach Erkrankung und deren Auswirkungen kann einen das sehr hilflos machen und sämtliche Planungen durcheinander werfen und genau das durfte ich erleben.
Gerade die ersten zwei Wochen an der Uni überstanden, einen Hauch einer Idee, wie das ganze abläuft bekommen und froh, dass man sich bald in dem Umfeld zu Hause fühlen würde und vorfreudig auf mehr Vorlesungen, Praktika, Seminare und was es da noch alles gibt und da kommt ein hübscher Virus um die Ecke, der dich lahm legt. Herzlichen Dank auch.
Wie soll ich mich denn erholen, wenn ich einfach nur Panik schiebe, wie ich das mit den Fehlzeiten machen soll?
Genau genommen, ging das mit der Panik auch nur bedingt, da ich viel zu sehr erledigt war und einfach nur Tee in mich hinein schüttend im Bett lag. In solchen Momenten denkt man darüber nach, was man alles tun könnte, mit der ganzen Zeit, die einem in diesem Moment quasi zur Verfügung steht. Selbst wenn man sich nicht aus dem Bett heraus bewegen kann, sind ja noch eine Menge Aktivitäten möglich. Man könnte sich Filme ansehen, Bücher lesen und bloggen. Oder man ist nützlich und bereitet die ganzen verpassten Vorlesungen direkt nach. Sich den Laptop ins Bett zu holen reicht dazu schon.
Aus all dem wurde natürlich nichts, denn das Grundprinzip von Krankheit ist leider nicht, die Zeit in der man leidend mit Schmerzen und sich matt fühlend im Bett liegt, produktiv zu nutzen. Die einzige mögliche Aktivität neben Nahrungsaufnahme und Badbesuchen ist die Genesung und dazu kann man wenig mehr beitragen außer sich Ruhe zu gönnen und nichts zu tun.
Das klingt total entspannend, einfach nur im Bett zu liegen, Tee zu schlürfen und zu schlafen aber auf Dauer wurde es für mich absolut lästig. Als Mensch mit ausgeprägtem Aktivitätsdrang kann ich völlig verstehen, wie es zu dem Ausdruck "ans Bett gefesselt" kam: man will nicht nur liegen, kann aber gar nicht anders.
Da steht Halloween vor der Tür, eine Horde Kürbisse in der Garage und ich konnte nicht einen verarbeiten, weil ich nicht aus dem bett hoch kam. Blöd.
Aber wahrscheinlich ist es sogar ganz gut, dass ich, wenn ich denn einmal wirklich krank werde, was selten geschieht, so richtig krank bin und nicht mehr aus dem Bett komme. Denn so komme ich nicht auf den Gedanken, in der freien Zeit mal eben einen Kuchen zu backen, sondern fokussiere mich erst einmal aufs Überleben.
Weil ich auch so ungern gezwungen bin, krank im Bett zu liegen, kann ich ein hervorragender Patient sein. Brav die größten Medikamentenklötze regelmäßig schlucken, literweise (bitteren zu lange gezogenen Salbei-)Tee trinken, Temperatur messen und Brühe zum Aufpäppeln löffeln, klaglos Dampfbad machen und mit vorbereitetem Zettel, der die Symptome und deren Veränderung auflistet zum Arzt gehen.
Alles nur Maßnahmen, um möglichst schnell wieder den Patientenstatus loszuwerden, denn so hochinteressant ich Medizin auch finde und so wichtig es auch ist, sich in Patienten hinein zu versetzen und nachfühlen zu können, wie man als Kranker empfindet:
es macht einfach keinen Spaß, krank zu sein oder offen gesagt - ich hasse es, wirklich krank zu sein.
Es ist nicht planbar, wirft Termine durcheinander und manchen aus der Bahn, ist unangenehm und überhaupt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand gern krank ist.
Langsam wieder auf dem Weg der Besserung vor allem Dank sich liebevoll um mich sorgender Menschen und einem zweiten Arzt, der dann auch wirklich diagnostizierte, was los ist, bin ich demnächst raus aus der Matratzengruft. Endlich.
Das einzig gute an Krankheit ist, dass man dadurch die Gesundheit zu schätzen lernt.
Apfelkern
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