Donnerstag, 1. März 2012

Namentlich

Nachdem ich kürzlich so feierlich an zwei von mir sehr geschätze Blogger einen Award weitergegeben habe, musste ich feststellen, dass gewisse Namen leicht täuschen.
Ich hielt Pearl für ein Mädchen - ein Fehler.
In diesem Fall steht Pearl zufolge des Untertitels des Blogs für Physical Evidence And Reasonable Logik, weshalb man davon ausgehend nicht auf das Geschlecht des höchstwahrscheinlich ganz anders benannten Autors schließen sollte, aberes gibt auch Fälle, in denen der tatsächliche Vorname uns genauso ratlos bezüglich des Geschlechts lässt.

Über dem Zeitugsartikel steht als Autor Dominique Müller. Oder Chris Meier, Renee Lemke oder Kim Schulz. Welches Geschlecht würden wir dem Autor insgeheim geben?
Diese Entscheidung hängt davon ab, in welchem Kontext der Name fällt. Schreibt Jules über Nagellacke wird es eine Frau sein, schreibt Jules über Akkuschrauber vermutet man einen Mann und schreibt Jules über Reisen ist man bezüglich des Geschlechts unentschlossen.
Und jetzt sagt mir nicht, Jules wäre kein Name für Männer. Man denke nur an Jules Verne.

Ist der Fall gegeben, dass man anhand der Aussagen der Person und der fehlenden Information über deren Äußeres keine Geschlechtsspezifität feststellen kann, vergibt man der Person in Gedanken willkürlich ein Geschlecht. Ich habe den Verdacht, dass man das Geschlecht des scheinbaren Neutrums nach dem eigenen festlegt. Als Frau würde ich Ulli  auch für eine Frau halten, Männer würden eher dazu tendieren, einen Mann hinter dem Namen zu sehen.
So kam es wahrscheinlich auch zu angesprochener Verwechslung.

Es kann große Verwirrung und genauso große Verlegenheit aus den geschlechtsneutralen Vornamen entstehen. Teilweise ergeben sich auch aus eindeutig femininen oder maskulinen Namen durch Abkürzung geschlechtsneutrale Namen wie Alex, Ulli oder Chris. In diesem Fall sehe ich kein Problem in den Unisex-Namen, doch im Fall, dass es sich bei einem solchen Namen um den einzigen handelt schon.
Allein die lebenslange Unsicherheit bei der bloßen Erwähnung des Namens ohne Anblick des so bezeichneten würde mich stören.  Aber das Problem kommt zumindest in Deutschland auch nicht auf, da alles klar geregelt ist.

Der Vorname darf kein Fantasiename sein
Ein Vorname soll als solcher erkennbar sein.
Ein Vorname muss eindeutig männlich oder weiblich sein.
Ein Vorname soll kein Familienname sein.
Ein Vorname darf kein Titel, Orts- oder Markenname sein.
Daher darf man sein Kind nicht Woodstock nennen, Pepsi-Carola ist dann aber schon wieder akzeptabel. Nun ja.
Der Vorname darf das religiöse Empfinden der Mitmenschen nicht verletzen.
Damit wir unser Kind nicht Gott nennen.
Es dürfen nur zwei Vornamen mit einem Bindestrich zusammenfügt werden, mehr nicht.

Weist der Vorname nicht eindeutig auf das Geschlecht seines Trägers hin, muss dieses durch einen Zweitnamen angezeigt werden. Aha. Dann heißt es eben ganz klangvoll Kim Heinrich und Chris Angelika.
Natürlich gibt es wesentlich schmeichelndere Doppelnamenkombinationen, letztendlich finde ich persönlich einen einzelnen Namen aber schöner. Am besten erscheinen mir Doppelnamen noch in der Variante, dass derjenige zwar zwei Namen hat, davon aber im Alltag nur einer gebraucht wird.
Die individuelle Entscheidung liegt bei den Eltern und das ist für eine gewisse Namensvielfalt auch gut so.

Übrigens sehe ich mich aufgrund der Wahl des Namens "Apfelkern" zum Thema passenden Problemen konfrontiert. Denn wer denkt gleich daran, dass sich hinter dem eigentlich männlichen Substantiv Apfelkern ein weibliches Wesen verbirgt?
Das macht Pearl und seinen grandiosen Blog noch einmal sympathischer.

Apfelkern

Kommentare:

  1. Man darf sein Kind Frodo nennen. Das ist schon so ein kleines Highlight.

    AntwortenLöschen
  2. Auch alles was man dürfte, sollten Eltern nicht unbedibngt tun. Wenn man einmal einen Blick auf die Geburtsanzeigen einer beliebigen Zeitung wirft, muss man mindestens einmal mit dem Kopf schütteln ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Die Tageszeitung lese ich gerne wegen dieser absurden Namen der armen kleinen Stöpsel. ^^
    Ich habe zwar einen eindeutig weiblichen Namen, bin aber sehr Froh darüber einen Zweitnamen zu haben. Das kuhlste war unter anderem, diese Erklärung meiner Mutter: "Ihr habt alle jeder zwei Namen, damit ihr später euren Rufnamen ändern könnt wenn euch euer jetztiger nicht passt!" Haha! Danke!

    AntwortenLöschen
  4. Schantallismus! Mir tun immer die Kinder leid. http://chantalismus.tumblr.com/ Aber lustig ist es trotzdem ;)
    Ich trage im Übrigen 3 Vornamen, so aus Tradition, das hat schon in der Grundschule zu Probleme geführt: für die letzten paar Buchstaben hat der Platz nie gereicht & ich hatte immer nen abgeschnittenen Namen ;(

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke sehr für den Link. Destiny Diamond,Bennitt Brain und ihre Freunde haben mich sehr zum Lachen gebracht. Die armen Kinder, gestraft fürs Leben.

      Löschen
  5. Hallo liebER Apfelkern,

    ;)

    ich wollte ihnen nur in aller Kürze mitteilen, dass sie einen Award erhalten haben. In der Hoffnung, innige Freude auszuösen,

    Josi

    AntwortenLöschen
  6. Bei PEARL habe ich, als ich auf den Blog klickte, gar nicht an ein Mädel gedacht. Aber das auch nur, weil der Hintergrund blau ist und viel Text und kein Bild zu sehen war. D:

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und warum bitte sollten Frauen keine bildlosen Blogs voller langer Texte auf blauem Hintergrund schreiben können?
      *eigenes Konzept und Layout überdenkend*

      Löschen
  7. Auch wenn du von Josi schon den "Free Award" bekommen hast, konnte ich nicht wiederstehen den meinigen an dich weiterzureichen. Dein Blog hat es echt verdient! Ich hoffe, das sieht jetzt nicht zu kindisch aus.
    Viele Grüße, Pearl

    AntwortenLöschen