Montag, 13. Oktober 2014

Das Leben ist hart...

...zumindest das ohne Laptop.

Neulich war ich noch ein paar Tage verreist. Schnell mal noch ein bisschen Urlaub haben, bevor das neue Semester beginnt. Für diese Tage habe ich meinen Laptop in Reparatur gegeben, denn durch zwei Jahre nahezu tägliches Umhertragen in der Umhängetasche und damit verbundenen Druck auf das wunderschöne leuchtende Hipster-Apfellogo, sah man den Apfel plötzlich auch auf dem Display bei hellem Hintergrund. Nicht so cool.

Zu meinem Glück hatte ich beim Kauf des Computers eine Versicherung abgeschlossen, die für drei Jahre nach dem Kauf diverse Reparaturen garantiert und diese ermöglichte es mir jetzt auch, den Bildschirm kostenlos wechseln zu lassen. Also: ich nach Amsterdam in den Urlaub, Laptop zur Reparatur und zu meiner Rückkehr war unsere Wiedervereinigung geplant. So viel zur Theorie.

In der Realität war ich dann wieder zu Hause aber mein Laptop noch auf dem OP Tisch. Sozusagen.
Na ja, kann ja nicht so schwer sein, ein paar Tage ohne Computer klar zu kommen - dachte ich.

Mal schnell Mails checken geht auch auf dem Handy, mal schnell antworten lässt es sich dann doch besser mit richtiger Tastatur.

Bloggen? Geht auf dem Handy nicht wirklich bequem. Ich mag es einfach nicht wirklich, lange Texte auf dem Telefon zu tippen.

Gut, dann mache ich eben eine Runde Sport. Youtube, Fitnessblender, Video auswählen. Ach ja, dafür braucht man ja auch einen Computer. Auf dem Handy kann man das Video natürlich auch abspielen, aber ob man dann auch mit hochrotem Kopf völlig außer Atem mit verrutschter Brille die Übungen auf dem kleinen Display genau erkennen kann, die einem dort vorgeturnt werden, ist eine andere Sache. Also dann auch kein Sport.

Wenn gar nichts geht, kann man noch immer einen Film ansehen. Oder eine Serie. Na dann mal auf zur Staffel drei von Game Of Thrones. Stimmt, da war ja was: ich habe keinen Computer.

Das Leben ohne Laptop ist definitiv ein anderes. Man erledigt damit so viel, dass man ohne wirklich aufgeschmissen ist. Ich gebe absolut zu, in dieser Hinsicht inzwischen von meinem Laptop abhängig zu sein.

Also habe ich mir den Laptop meiner Mutter geliehen, um mir mindestens meinen neuen Semesterstundenplan herunter zu laden und zu schauen, wie ich mit dem Gerät zurecht komme, da ich so wie es aussah, am ersten Tag des neuen Semesters damit in den Vorlesungen mitschreiben müsste.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass ich normalerweise ein MacBook nutze, meine Mutter allerdings ein ThinkPad mit Windows Nummer irgendwas als Betriebssystem hat. Es fing gleich damit an, dass die Kiste ewig startete, bevor sie mal an war. Die Tastatur war völlig ungewohnt, das Touchpad machte mich einfach nur fertig (reagiert kaum, ist ungenauer, völlig andere Gesten als sonst und wie zur Hölle scrollt man damit eigentlich?!) und nach nicht mal drei Stunden ohne Stromanschluss ging das Teil bei normalem Surfen im Internet ohne Videos anzusehen aus. Wie soll diese Akkulaufzeit für einen normalen Unitag reichen? Und warum benutzt man so einen Laptop eigentlich freiwillig? Vielleicht hat meine Mutter ja einfach andere Nutzungsansprüche.
Oder liegt es an mir verwöhntem Apple Menschen, dass ich auf einen Windows PC so allergisch reagiere?

Mir graute schon vor dem Moment, in dem ich mich mit dem Laptop in die Vorlesung setzen würde. Wie auch immer - Jammern hilft nicht und ich gab mir Mühe, mich an das Windows Ding zu gewöhnen, indem ich es in die Ecke legte und zur Aufmunterung auf analoge Literatur umstieg.

Dann erreichte mich die Nachricht, dass das Display getauscht worden war (dreifaches Yay!) und der Laptop sofort abgeholt werden könnte (zehnfaches Yay!). Und so kam es, dass ich dann doch wieder vor Semesterbeginn meinen Laptop in der Hand halte und unendlich erleichtert und glücklich darüber bin.

Diese zwei Tage ohne meinen geliebten (ja, so schlimm ist es tatsächlich schon) Laptop haben mir gezeigt, wie wichtig so ein Gerät im Alltag für mich ist. Schließlich mache ich damit gefühlt alles: Studium, Kommunikation, Bloggen, Unterhaltung, Sport, Online Banking, den Urlaub buchen, Zeug recherchieren und überhaupt. Es geht einfach nicht ohne.
Und ich habe gemerkt, wie wichtig es auch ist, das jeweilige Betriebssystem gut bedienen zu können. Nachdem ich seit Jahren privat nix mehr an einem Windows Rechner zu tun hatte sondern erst Ubuntu und dann immer OSX genutzt habe, fühle ich mich daran schon ein bisschen hilflos aber vor allem auch genervt. Daher schätze ich den Luxus, meinen eigenen Laptop wieder zu haben umso mehr und habe nicht vor, ihn so schnell wieder raus zu rücken.

Und, denkt ihr es gibt ein Leben ohne Computer?

Apfelkern

Kommentare:

  1. Ich mag den Laptop auch nicht mehr missen, vor allem weil ich mich fast komplett vom tv gelöst habe und nur noch Serien und Videos online schaue.
    Für dne Fall der Fälle, der sicher bald eintrifft, weil mein Laptop auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, hab ich aber zumindest noch ein Netbook. Sonst wäre ich echt aufgeschmissen.

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    1. Wo liegt denn der Unterschied zwischen Laptop und Netbook? Da steh ich echt auf dem Schlauch. Für mich sind das beide transportable Computer. Ich unterscheide nur zwischen Desktop PC und Laptop/Notebook. Na ja, es gibt noch "Ultrabooks" aka super leichte, dünne Laptops.

      Aber ja, das Leben ohne geht leider irgendwie gar nicht mehr - egal ob es nun Laptop oder Notebook heißt.

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