Samstag, 7. April 2012

Was ins Nest gehört

Ostern ist eines der Feste, bei dem man sich beschenkt. Was für eine öde Phrase und doch steckt viel mehr dahinter: man macht sich Gedanken, wo man wie mit wem feiert, an wen man beim Kauf kleiner Aufmerksamkeiten denken muss. Das Fest mit den lang ersehnten freien Tagen wird zum Stress.
Daher einigen sich in meiner Familie bereits sämtliche Erwachsene darauf, sich nicht zu beschenken, um sich zumindest diesen Aufwand zu sparen. Was die Erwachsenen nicht an Geschenken erhalten, gleichen die Geschenkeberge der Kinder nicht selten wieder aus.

Ich verstehe nicht, warum manche Eltern glauben, sie müssten ihrem Kind zu Ostern einen Laptop oder ähnlich wertvolle Geschenke machen. So verliert man jegliche Relation zum Wert des erhaltenen Gegenstands. Und wenn man schon zu Ostern nur ein iPhone bekommt, kann man zu Weihnachten ja auch ein Motorrad erwarten, oder?

Mir selbst war diese Problematik lange nicht bewusst, da meine Eltern zu Ostern nur Süßigkeiten und maximal ein Buch an ihre Kinder verschenkten, doch verschiedene Freundes- und Bekanntenkreise betrachtend musste ich feststellen, dass die Gaben nicht überall so bescheiden ausfallen.
Muss ich jetzt neidisch sein? Nö.
Denn wenn Ostern zum reinen Konsumanlass verkommt, verliert es für mich einen Teil seines Charmes. Und wer sagt denn, dass die übermäßig Beschenkten ein glücklicheres Fest verleben?

Ostern ist ein Anlass für die engeren Verwandte, sich in der Uckermark bei Opas altem Haus zu treffen und ein paar gemütliche Tage miteinander zu verbringen. Man redet, kocht, spielt und sitzt am Osterfeuer. Dabei treten die Geschenke klar in den Hintergrund - ohne sie wäre das Wochenende dort nicht weniger schön.

Ich verschenke meist Selbstgemachtes, weil ich das für die herzlichste Art von Geschenk halte. Es zeigt, dass man Zeit und Mühe für jemanden aufgewendet hat, statt einfach ein paar Euro gegen einen Gutschein zu tauschen.
Natürlich kaufe ich auf Wunsch des zu beschenkenden auch etwas, doch ich selbst freue mich auch mehr über handgemachte Aufmerksamkeiten.

Zu Ostern stelle ich jedes Jahr sorbische Ostereier her. Die ruhige, ausdauernde Arbeit an ihnen empfinde ich als sehr entspannend und sie ist für mich der Inbegriff von Ostern. Außerdem mag ich die entstehenden Eier sehr gern. Jedes Jahr gestalte ich vielleicht zehn dieser Eier, wovon ungefähr die Hälfte verschenkt wird. Die restlichen heben wir auf und so ist die Sammlung inzwischen schon recht groß, doch ich liebe es, mir die Eier der vergangenen Jahre anzusehen und die Fortschritte und Fehler zu betrachten. Besonders faszinierend ist es, dass meine Mutter genau so eine Sammlung der Ostereier von Jahrzehnten angelegt hat. Ich könnte Stunden mit deren Betrachtung zubringen.


In diesem Jahr verschenke ich nicht nur die üblichen Eier, denn ich habe inzwischen auch endlich die Socken für meine Mutter fertiggestrickt. Und weil ich sie so niedlich finde, möchte ich ein Bild davon mit euch teilen.


Jetzt noch ein Bild der Socken am Fuß, damit ihr euch vorstellen könnt, wo ungefähr das Blümchen sitzt. Da meine Mutter auch solche Quadratlatschen Größe 42 hat, war das Probetragen kein Problem.



Ihr dachtet doch nicht wirklich, dass ich so kurz vor Ostern noch etwas schwer intellektuelles produziere.

Ich wünsche euch ein ruhiges Osterfest mit Geschenken, die von Herzen kommen aber viel mehr noch mit Menschen, die euch am Herzen liegen.

Gruß,

Apfelkern

Kommentare:

  1. Also, dass man zu Ostern richtige Geschenke bekommt, ist mir völlig unbekannt. Ein paar Schubkarren voll Schokolade in Osterform natürlich. Aber darüber hinaus gab es bei uns nie etwas. Dabei hätte ich gerne mal einen Laptop oder ein Space Shuttle bekommen. Naja.
    Das schönste an Ostern ist sowieso das Osterfrühstück mit der Familie.
    Handarbeitige Geschenke finde ich auch super. Leider kann ich kaum handarbeiten.

    AntwortenLöschen
  2. Mir ist dieses "große Beschenken" zu Ostern auch fremd. Zwar bekam ich auch schon das ein oder andere mal etwas "wertvolleres" wofür ich auch sehr dankbar war und bin aber das war nie wirklich der Grund warum ich Ostern so liebe. Ich liebe Ostern weil es ein so buntes Fest ist. Gelbe Narzissen, rote Tulpen, blaue Hyazinthen, violette Krokusse und nicht zu vergessen die Eier in all den anderen bunten Farben des Farbspektrums. Zudem die niedlichen Küken, Lämmer und Hasen. Ostern ist für mich sozusagen der Inbegriff des Frühlings. Da freue ich mich eher über einen kleinen Korb mit Narzissen, bunten Eiern und Schokolade und schöne Tage mit meiner Familie.

    In dem Sinne ein schönes Osterfest :)
    Liebe Grüße,
    Tüdel ~

    AntwortenLöschen
  3. Die Socken sind ja sowas von genial! Machst du mir auch welche? :D

    AntwortenLöschen
  4. Oh, die Socken sind ganz zauberhaft und deine Mutter hat sich sicher sehr darüber gefreut.

    Ich kenne es auch nur so, dass man lediglich Kleinigkeiten zu Ostern bekommt und das werde ich auch so beibehalten.



    Liebe Grüße :)

    AntwortenLöschen
  5. die gemusterten eier sind total schön!
    und die socken gefallen mir auch super!
    toll! :)
    ach, könnte ich doch auch besser stricken...

    AntwortenLöschen